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Simone Derix Tarnt Thyssen Schuld – Rechnitz Revisited II

Die Thyssens haben es stets vermieden, Einzelheiten ihrer Nazi Vergangenheit zu offenbaren, und zwar über eine Mischung von Leugnung, Verschleierung und Bestechung. Doch mit der Veröffentlichung unseres Buches „Die Thyssen-Dynastie“ 2007 und den Enthüllungen zum schrecklichen „Rechnitz Massaker“ wurde es immer schwieriger, diese Philosophie aufrecht zu erhalten. Familienmitglieder beschlossen endlich, über die Fritz Thyssen Stiftung zehn Akademiker zu beauftragen, um ihre persönliche, gesellschaftliche, politische und industrielle Vergangenheit umzuschreiben (in der Serie „Familie – Unternehmen – Öffentlichkeit. Thyssen im 20. Jahrhundert“) und damit ihren Ruf aufzupolieren.

Dieser Plan ist zum Teil aufgegangen und zum Teil nicht, denn trotz ihrer geschmiedeten Pläne offenbaren diese Bände oft mehr als es den Thyssens wahrscheinlich recht ist, sei es direkt oder durch die Bloßstellung von Widersprüchen.

Wir rezensieren hier die von der Thyssen Organisation gesponsorten Abhandlungen in der Abfolge ihres Erscheinens und werden dies auch mit dem neuesten Band, „Die Thyssens. Familie und Vermögen“ von Simone Derix tun. Zunächst jedoch wollen wir einen einzigartigen Bestandteil des Buches untersuchen, denn der neueste Band ist gleichzeitig, ein ganzes Jahrzehnt nach unserer Veröffentlichung, die erste offizielle Thyssen Publikation, die eine Beschreibung dessen enthält, wie die Dynastie im Leben der Gemeinde Rechnitz, und insbesondere bei den Vorfällen des „Rechnitz Massakers“ vom 24./25. März 1945 in Erscheinung getreten ist. Es ist ein Thema, das uns ganz besonders am Herzen liegt.

Leider hat die Fritz Thyssen Stiftung Simone Derix erlaubt, die gerade einmal sieben Seiten (einer 500 Seiten starken Abhandlung, die sich von ihrer Habilitationsschrift ableitet) einem Manifesto einzuverleiben, das sowohl eine Public Relations Arbeit für die Thyssens wie auch ein Ausdruck ihrer eigenen, ambitionierten Selbstdarstellung im „neuen“ Feld der „Reichen-Forschung“ ist. Dabei ist die Grundaussage von Derix die, dass die Thyssens ob ihres herausragenden Reichtums gefeiert werden sollten, während sie für ihre Viktimisierung durch Journalisten, Berater, Staatsgewalten, Verwandte, Bolschewisten, Nationalsozialisten, etc., etc. zu bemittleiden sind.

Das macht Derix zu der Art Verteidiger, von denen Ralph Giordano gesagt hat, dass sie nicht müde werden, „aus Opfern Täter und aus Tätern Opfer zu machen“. Die Tatsache, dass der Deutsche Historikerverband es für angebracht gehalten hat, Simone Derix für ihre Arbeit den Carl-Erdmann-Preis zu verleihen, der nach einem wahren Opfer nationalsozialistischer Verfolgung benannt ist, verstört zusätzlich.

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Deutschland war ein Spätentwickler in Sachen Industrialisierung und Nationalstaat und stieg mit einer explosionsartigen Energie auf die internationale Bühne empor, die zur Katastrophe führen sollte. Während die unfassbar hart arbeitenden Brüder August und Josef Thyssen im Mittelstand verankert waren und von dort Ende des 19. Jahrhunderts das enorme, industrielle Thyssen-Vermögen erschufen, kehrten August’s Söhne Fritz Thyssen und Heinrich Thyssen-Bornemisza, unter dem Einfluss ihrer gesellschaftlich ehrgeizigen Mutter, dem Bürgertum den Rücken zu und benutzten ihren ererbten Wohlstand dazu, in einen neuartigen, hoch reaktionären Landadel aufzusteigen.

Derix beschreibt, wie Fritz Anfang des 20. Jahrhunderts, weitab der ursprünglichen Thyssen-Basis in der Ruhr, das Rittergut Gleina bei Naumburg/Saale pachtete, das Rittergut Götschendorf in der Uckermark kaufte und verkaufte und das Rittergut Neu Schlagsdorf bei Schwerin, sowie Schloss Puchhof in Bayern kaufte. Wir wussten bereits, dass Heinrich unter anderem den Rennstall Landswerth bei Wien, das Gestüt Erlenhof bei Bad Homburg, mit Rennstall in Hoppegarten bei Berlin und die Gut Rechnitz im österreichischen (vordem ungarischen) Burgenland erstand.

Durch unsere Forschungen wissen wir, dass die Thyssen Brüder auf den Ländereien des jeweils anderen jagten. Dies widerlegt einmal mehr die fadenscheinige Behauptung, die in der Serie „Familie – Unternehmen – Öffentlichkeit. Thyssen im 20. Jahrhundert“ immer und immer wieder, auch von Simone Derix, vorgebracht wird, dass Fritz und Heinrich Thyssen sich nicht verstanden hätten. Es ist eine Behauptung, die darauf abzielt, die Synergien in den wirtschaftlichen Unternehmungen der Thyssen Brüder zu verschleiern, insbesondere jene, die dem Nazi Regime zuträglich waren.

Beide Männer verhielten sich wie Feudalherren, die die Zufuhr von billigen Arbeitern und Zwangsarbeitern zu schätzen wussten, die Ihren Unternehmen durch die Unterdrückung von Arbeiterbewegungen und durch internationale, bewaffnete Konflikte geboten wurden, für die Ihre Fabriken Waffen und Munitionen lieferten. Die Thyssen Brüder mischten sich in eigennütziger Weise in die Politik ein, und zwar offen (Fritz) bzw. hinter den Kulissen, über diskrete, diplomatische und gesellschaftliche Kanäle (Heinrich) – obwohl Letzteres von Derix und ihren akademischen Kollegen vehement bestritten wird.

Beide Thyssen Brüder halfen dabei, den Nazis zum Aufstieg zu verhelfen. Aber Simone Derix versucht wiederum, sie als die schuldfreien, in die „Falle“ gelockten, illustren Industriellen darzustellen, die sie zu keinem Zeitpunkt gewesen sind.

1933 schaffte es Heinrich’s Tochter Margit – durch ihren unerbittlichen Vater, ihre anti-semitische Mutter und ihre pseudo-fromme, elitäre Sacré Coeur Erziehung verdorben -, die im Rechnitzer Schloss geboren und aufgewachsen war, den Status der Familie durch ihre Einheiratung in den ungarischen Adel (Ivan Batthyany) zu erheben – Das Gleiche erreichte auch Fritz Thyssen’s Tochter Anita (Gabor Zichy).

Am 8. April 1938, eine Woche nach dem Anschluss Österreichs an Nazi Deutschland, übertrug Heinrich Thyssen-Bornemisza sein Gut Rechnitz, welches einst jahrhundertelang (von 1527 bis 1871) im Besitz der Batthyanys gewesen war, an Margit. Unsere Forschungen deuten darauf hin, dass dies geschah, sodass der im Tessin verschanzte Baron keine offensichtlichen Besitzungen im Deutschen Reich mehr aufwies.

Simone Derix gibt an, dies sei statt dessen aus steuerlichen Gründen geschehen.

Da alle seine deutschen Firmen durch holländische Finanzinstrumente gehalten wurden, waren die schweizer Behörden, die, obwohl offiziell neutral, bis zur Kriegswende 1943 pro-Deutsch eingestellt waren, versichert, dass Heinrich Thyssen für sie nicht zum politischen Problem werden würde.

Über sein Unternehmen Thyssensche Gas- und Wasserwerke (später Thyssengas) finanzierte Heinrich Thyssen-Bornemisza sowohl Schloss Rechnitz als auch das Ehepar Batthyany-Thyssen diskret weiter. Während des Zweiten Weltkriegs verwendete seine Ruhr-Zeche Walsum, die zu Thyssengas gehörte, Zwangsarbeiter in der Größenordnung von zwei Dritteln der Gesamtbelegschaft; ein Rekord in der damaligen deutschen Industrie. In der Umgebung von Rechnitz wurden bergbauliche Interessen durch Thyssengas ausgeschöpft.

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Während Jahrhunderten war das riesige Rechnitzer Schloss, in dessen Hof, so wurde gesagt, ein ganzes Husarenregiment exerzieren konnte, das Machtzentrum von Rechnitz gewesen. Wie genau veränderte sich diese Situation nachdem die Nazis in Österreich die Staatsgewalt übernommen hatten? Wo genau in Rechnitz installierte sich die Partei mit ihren verschiedenen Organisationen?

Simone Derix liefert keine Antworten auf diese Fragen, obwohl sie mittels viel wortreichem Wirbel vorgibt, genau das zu tun. Stattdessen schreibt sie in vager, ausweichender Manier: “…..die Batthyanys (fanden) auf Schloss Rechnitz im Zweiten Weltkrieg mit Repräsentanten der NSDAP und des NS-Regimes ein einvernehmliches Auskommen“.

1934 lebten 170 Juden in Rechnitz. Am 1. November 1938, eine Woche vor der Reichskristallnacht, wurde Rechnitz als „Judenfrei“ erklärt, eine Situation die gewisse Mitglieder der Thyssen Familie begrüßt hätten (siehe hier). Doch Simone Derix weigert sich, den Antisemitismus von Schlüsselfiguren der Familie anzuerkennen. Sie beschränkt diese Eigenschaft statt dessen auf Randfiguren.

Im Frühjahr 1939, so Derix, wurde Hans-Joachim Oldenburg, dessen Vater Oberingenieur bei Thyssen war und der selbst auf landwirtschaftlichen Gütern der Thyssen-Familie gearbeitet hatte, nach Schloss Rechnitz gesandt, um dessen Bewirtschaftung zu übernehmen, welche sich schon bald auf Zwangsarbeiter aus dem ganzen Nazi-besetzten Europa stützte.

In jenem Sommer kam Franz Podezin als Beamter des Gestapo Grenzpostens nach Rechnitz. Er war seit 1931 ein Mitglied der SA gewesen und wurde später SS-Hauptscharführer. Er wurde ebenfalls Leiter der NSDAP in Rechnitz.

Simone Derix kommentiert: „Beide (Dienst)stellen (von Podezin) waren räumlich getrennt“, aber sie sagt nicht, wo genau diese Stellen lokalisiert waren. Stefan Klemp vom Simon Wiesenthal Zentrum hat geschrieben, dass das Hauptquartier der Rechnitzer Gestapo im Rechnitzer Schloss war. Entweder ist seine Aussage korrekt oder aber Simone Derix hat Recht, wenn sie sagt, dass Podezin erst im Herbst 1944 ein Büro im Schloss bezog, als er NSDAP Leiter des Unterabschnitts I des Abschnitts VI (Rechnitz) des Südostwall-Baus wurde.

Indem sie Klarheit vermissen lässt, umgeht Derix den wunden Punkt und trägt zur Rechtfertigung von Schuldigen bei – insbesondere der Thyssens als Besitzer, Geldgeber und „Herrschaften“ des Schlosses.

Die Aktivitäten an diesem verstärkten Verteidigungssystem, welches die Rote Armee aufhalten sollte, wurden von der Organisation Todt koordiniert (geleitet vom Rüstungsminister Albert Speer), vom Wehrmacht Generalmajor Wilhelm Weiss, und, im betreffenden Abschnitt, vom Gauleiter der Steiermark, zu der das Burgenland damals gehörte, Siegfried Uiberreither.

Ortsansässige und Zwangsarbeiter verschiedener Nationen wurden eingesetzt. Ihre Behandlung hing von ihrer Position innerhalb der Rassenhierarchie ab, welche die Nazi-Ideologen verfasst hatten. Am untersten Ende, und damit den schlechtesten Bedingungen und größten Schikanen ausgesetzt waren Slawen, Russen und Völker der Staaten der Sowjetunion. Niemand jedoch wurde so schlecht behandelt wie die Juden.

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Wie genau verbrachte Margit Batthyany-Thyssen die 12 Jahre der Nazi Tyrannei?

Die Gräfin übernahm die Rolle ihrer Mutter und Großmutter vor ihr als „Königin von Rechnitz“, während sie weiterhin weitläufig innerhalb des Reiches reiste. Nachdem sie die Pferdebegeisterung ihres Vaters geerbt hatte, beaufsichtigte sie die Thyssenschen Pferdezucht- und Rennsportaktivitäten in Bad Homburg bei Frankfurt, Hoppegarten/Berlin und Wien, besuchte Rennen in verschiedenen europäischen Städten und nahm Trophäen im Namen ihres Vaters entgegen, dem nicht mehr länger daran gelegen war, ausserhalb seines sicheren Tessiner Hafens gesehen zu werden.

1942 gewann ihr Erlenhof Hengst Ticino das Österreichische Derby in Wien-Friedenau und das Deutsche Derby in Hamburg. 1944 gelang dasselbe ihrem Erlenhof Hengst Nordlicht, doch das Deutsche Derby wurde wegen der Schäden in Hamburg durch alliierte Bombardierungen in Berlin abgehalten.

Bei diesen öffentlichen Veranstaltungen war Margit Batthyany im Kreise von Nazi Offiziellen zu sehen und wurde von diesen als ein Mitglied der höchsten Elite im Nazi Staat gefeiert. Es ist eindeutig, dass der Krieg für sie keine Veränderung in ihrem privilegierten Lebensstil mit sich brachte.

Jedes dieser Ereignisse war auch ein sehr öffentlicher Ausdruck der Unterstützung und Legitimierung des Nazi Regimes im Namen der Thyssens und der Batthyanys, doch jeglicher Bezug zu dieser Funktion fehlt in Derix’s Abhandlung.

Margit reiste auch regelmäßig während des Kriegs in die Schweiz, wo sie ihren Bruder Heini und ihren Vater Heinrich in Lugano, Zürich, Davos oder Flims traf. Es ist klar, dass auch sie Margit’s Lebensstil unterstützten. Dies bleibt bei Derix wiederum unerwähnt.

Während des Krieges in Rechnitz hatte Margit Batthyany anscheinend Liebesbeziehungen mit Hans Joachim Oldenburg (von der Familie Batthyany bestätigt) und Franz Podezin (durch einen Schlossangestellten angegeben und von Simone Derix erwähnt). Dies spiegelt die Informationen wider, die uns vor vielen Jahren durch Heini Thyssen’s ungarischen Rechtsanwalt, Josi Groh, gegeben wurden. Angestellte der Thyssens waren in einer idealen Position, solche Dinge zu beobachten, da sie Aufenthaltsräume säubern, Frühstück im Bett servieren und Gegenstände des täglichen Lebens der privaten Natur beschaffen mussten.

Seltsamerweise hat Simone Derix trotzdem das Bedürfnis, solche Details als „Spekulationen“ zu brandmarken, wodurch sie nahe legt, dass sie künstlich erhoben werden, um ein ungerechtfertigt schlechtes Licht auf ein Mitglied der Thyssen Familie zu lenken.

Der einzige Grund, warum wir Margit Batthyany’s spezifische Sexualneigung beleuchtet haben war, weil sie die intime Beziehung der Thyssens mit dem Nazi Regime so kraftvoll symbolisiert. Diese wird im Rahmen der Aufarbeitung der Rechnitzer Kriegsverbrechen nach dem Krieg an besonderer Bedeutung gewinnen.

Akademiker wie Simone Derix und Walter Manoschek, sowie Mitglieder der Refugius Gedenkinitiative sind nicht müde geworden zu beschwören, wir hätten die Geschichtsschreibung dieses Kapitels aus dem Kontext gerissen und in eine billige ‘Sex & Crime’ Saga verwandelt. Das Einzige, was durch diese fehlgeleiteten Beschuldigungen erreicht wird, ist das die Thyssens und Batthyanys einmal mehr davor abgeschirmt werden, ihre Verantwortung zu übernehmen, der sie sich, mit Ausnahme von Sacha Batthyany, bisher so energisch entzogen haben.

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Mit dem Jahr 1944 wurde der Nazi-Traum zum Alptraum. Im März besetzte Deutschland Ungarn und installierte ein Sondereinsatzkommando unter Adolf Eichmann, der die Deportation von 825.000 Juden organisierte. Bis Juli wurden 320.000 davon in den Gaskammern von Auschwitz ermordet und ca. 60.000 machte man zu Zwangsarbeiter in Österreich. Im Oktober, als die ungarischen Faschisten die Regierungsgeschäfte von dem authoritären Miklos Horthy übernahmen, wurden 200.000 Budapester Juden zur Zielscheibe.

Laut Eva Schwarzmayer wurden ca. 35.000 ungarische Juden für Holz- und Schanzarbeiten am Südostwall-Bau eingesetzt. Von diesen arbeiteten insgesamt bis zu 6.000 im Abschnitt Rechnitz und waren in vier verschiedenen Lagern untergebracht: In den Kellern und Lagerräumen des Schlosses, im sogenannten Schweizermeierhof in der Nähe des Kreuzstadls, in einem Barackenlager namens „Wald“ oder „Süd“ und in der früheren Synagoge. Währenddessen wurde der Volkssturm konstituiert, dem Hans Joachim Oldenburg beitrat.

Nichts von alledem wird von Simone Derix erwähnt.

Mit Beginn des Jahres 1945, als die westlichen und sowjetischen Armeen auf Hitler’s Deutschland eindrangen, geschahen zunehmend die sogenannten „Endphase-Verbrechen“ als Teil der Nazi Politik der ‘verbrannten Erde’. Dies bedeutet, dass Belastungsmaterial, inklusive Lagerinsassen, vernichtet und gleichermaßen diejenigen heimischen Bürger ausgeschaltet werden sollten, die ihre Ansicht zum Ausdruck brachten, der Krieg sei für die Deutschen verloren.

Diese Einstellung währte bis in die Nachkriegszeit hinein, sodass Zeugen, die bereit waren, gegen nationalsozialistische Kriegsverbrecher auszusagen, durch politische Fememorde zum Schweigen gebracht wurde. Dies geschah in Rechnitz mehrmals.

Nun begannen die sogenannten „Todesmärsche“, in denen Nazi Opfer aus ihren Gefängnissen evakuiert und vor den alliierten Fronten hergetrieben wurden, wobei viele unterwegs starben oder von Mitgliedern der SA, SS, des Volkssturms, der Hitlerjugend, der örtlichen Polizei etc., die sie bewachten, in aller Öffentlichkeit, oft in Sichtweite der örtlichen Bevölkerung, ermordet wurden.

Insgesamt scheinen mindestens 800 Juden in dieser Endphase des Kriegs in Rechnitz getötet worden zu sein. Das sogenannte „Massaker von Rechnitz“ an ca. 180 Juden in der Nacht vom 24./25. März 1945 ist in Wirklichkeit nur eines von mehreren mörderischen Aktionen. Simone Derix erwähnt kurz „bereits vor dem 24. März 1945 sind Erschießungen (in Rechnitz) bekannt“. Aber sie macht keinerlei Angaben zu diesen anderen Rechnitzer Massakern.

Annemarie Vitzthum aus Rechnitz gab während der Verfahren 1946/8 vor dem Volksgericht zu Protokoll, dass im Februar 1945 acht hundert Juden zu Fuß in Rechnitz angekommen seien und dass Franz Podezin sie „willkommen geheissen“ habe, in dem er hoch zu Pferde auf den erschöpften Menschen herumgetrampelt sei.

Laut österreichischen Ermittlern wurden Anfang März 220 ungarische Juden in Rechnitz erschossen.

Franz Cserer aus Rechnitz gab an, dass ca. Mitte März acht kranke Juden von Schachendorf nach Rechnitz gebracht worden seien und dass Franz Podezin sie beim jüdischen Friedhof erschossen habe.

Josef Mandel aus Rechnitz machte eine Aussage, dass am 17. oder 19. März ein Transport von 800 Juden aus Bozsok (Poschendorf) in Rechnitz angekommen sei. Der Überlebende Paul Szomogyi gab an, dass am 26. März 400 Juden aus seiner Zwangsarbeitergruppe in Rechnitz ermordet worden seien.

Simone Derix erwähnt mit keinem Wort die erhebliche Größenordnung dieser zusätzlichen Verbrechen.

Eleonore Lappin-Eppel schreibt: „Paul Szomogyi war am 22. oder 23. März zusammen mit 3-5.000 Leidensgenossen von Köszeg in den Abschnitt Rechnitz verlegt worden“. Otto Ickowitz berichtete, dass kranke Gefangene aus einer Gruppe, die vom Lager in Bucsu kamen in einem Wald bei Rechnitz ermordet wurden.

Unglaublicherweise behandelt Simone Derix diesen beschleunigenden Horror indem sie die folgende, technokratische Sprache verwendet: „In den letzten Kriegsmonaten trafen in Rechnitz ganz unterschiedliche Typen von Lagergesellschaften und die jeweils damit verbundenen Erfahrungen aufeinander und verquickten sich mit lokalen Herrschaftsstrukturen“.

Dies klingt fast wie eine Zeile aus der Hand von Adolf Eichmann persönlich.

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Die Personen, die in der Nacht vom 24./25. März in das Massaker und/oder das Fest involviert waren umfassten unter anderem: den Kreisleiter von Oberwart, Eduard Nicka und weitere Funktionäre des gleichen Hauptquartiers der NSDAP, verschiedene Steyrische SA-Männer, Franz Podezin, seine Sekretärin Hildegard Stadler, Hans-Joachim Oldenburg, das SS-Mitglied Ludwig Groll, den Leiter des Unterabschnitts II des Abschnitts VI des Südostwall-Baus Josef Muralter, Stefan Beigelböck, Johann Paal (Transport), Franz Ostermann (Transport) und Hermann Schwarz (Transport).

Derix kommentiert: „Die mutmaßlichen Täter/innen rekrutierten sich aus dem Kreis dieser Festgesellschaft, zu der auch die Schlossherren Margit und Ivan Batthyany zählten“.

Später half Margit Batthyany den zwei Hauptverdächtigen, Podezin und Oldenburg, zu fliehen und sich einer Strafverfolgung zu entziehen. Wenn sie nichts mit dem Rechnitz Massaker zu tun gehabt und die Vorkommnisse verwerflich gefunden hätte, erscheint es logisch, davon auszugehen, dass sie geholfen hätte, die Verantwortlichen ihrer gerechten Strafe zuzuführen, statt Ihnen dabei zu helfen, dieser auszuweichen.

Simone Derix erscheint fixiert darauf, die Thyssens frei zu sprechen und geht dabei sogar soweit, in Erwägung zu ziehen, dass Margit eventuell Opfern geholfen haben könnte – gibt dabei aber keinerlei Hinweise, wie sie zu dieser Einschätzung kommt.

Während der Nachkriegsverfahren wurde Josef Muralter als Organisator des Gefolgschaftsfests dargestellt. Verschiedene Akademiker haben auf diese angebliche Tatsache viel Wert gelegt, um zu zeigen, dass Margit Batthyany nicht die Gastgeberin des Abends gewesen sei, wie wir angegeben haben.

Aber solange keine Dokumente vorliegen, die beweisen, dass eine nationalsozialistische Organisation für das Fest bezahlt hat (und Derix legt solche Dokumente nicht vor) bleibt es Tatsache, dass Margit Batthyany die übergeordnete Gastgeberin war, denn es war ihre Familie, die für das Schloss und alles, was darin geschah bezahlte. Hierfür gibt es dokumentarische Beweise (siehe hier).

Simone Derix gesteht die zentrale Rolle der Personengruppe, die im Schloss Batthyany-Thyssen ansässig waren, bei den schrecklichen Missandlungen ein, die während des Zweiten Weltkriegs in Rechnitz stattfanden. Sie räumt sogar ein, dass manche Menschen der Ansicht sein könnten, es gebe hier Raum, Fragen der moralischen und juristischen Verantwortung an die Besitzer zu richten. Aber sie klagt die Thyssens und die Batthyanys nie ob dieser Verantwortung oder Schuld an, und impliziert statt dessen, dass sie wahrscheinlich „nichts gesehen“ haben.

Es ist die gleiche Art der Verteidigung, die auch Albert Speer anwendete, als er Hugh Trevor-Roper anlog, dass er über das Programm der Endlösung nicht unterrichtet gewesen sei, weil es „so schwierig war, dieses Geheimnis zu kennen, selbst wenn man Mitglied der Regierung war“. Diese Taktik zielt darauf ab, mächtige Individuen abzuschirmen und die Gesamtschuld der Allgemeinheit zu zu schieben.

Wie in bisherigen Bänden der Serie so sind es auch hier wieder die Thyssen Manager, die beschuldigt werden, und in diesem Falle insbesondere Hans-Joachim Oldenburg. Derix behauptet, er habe „seine Machtbefugnisse – auch gegenüber den Arbeitgebern – erweitern (können)“, er sei „aktiv an der Herstellung einer nationalsozialistischen ‘Volksgemeinschaft’ beteiligt (gewesen) und habe „rassistisch und antisemitisch“ agiert. Derix erwähnt jedoch nicht einen einzigen Beweis für ihre Beschuldigungen.

Falls Margit Batthyany ein Problem mit diesen Verhaltensweisen gehabt hätte, wäre es für sie einfach gewesen, sich für die Dauer des Krieges in irgend ein europäisches Hotel einzumieten. Sie tat dies aber nicht. Man muss also annehmen, dass sie mit den rassistischen und politischen Drangsalierungen der damaligen Zeit einverstanden war. Derix aber zieht diese logische Schlussfolgerung nicht.

Margit wählte die Teilnahme am Rechnitzer Terrorregime. Derix bevorzugt es, den weniger negativ klingenden Begriff der „Volksgemeinschaft“ anzuwenden.

Erst als die russische Armee sich näherte ergriff Margit Batthyany, zusammen mit Hans-Joachim Oldenburg und einigen ihrer Angestellten, die Flucht in privaten Automobilen und ließ alle anderen im Stich. Ebenso tat es Podezin.

Emmerich Cserer aus Rechnitz sagte aus, dass am 28. und 29. März große Transporte von jeweils hunderten von Zwangsarbeitern Rechnitz verließen. Josef Muralter gab zu Protokoll, dass er am 29. März das Schloss mit 400 Gefangenen aus dem Schlosskeller verließ.

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Die Einwohner von Rechnitz mussten danach die Konfrontation mit der Roten Armee ertragen, das Niederbrennen ihres zentralen, 600-Jahre alten Schlosses als Teil der Nazi Politik der verbrannten Erde, die Nachkriegsermittlungen und die Stigmatisierung ihres Städtchens, die bis heute anhält. Diese Stigmatisierung ist jedoch nicht darauf zurück zu führen, wie Derix behauptet, dass der Fall durch Medienreportagen wie unserer „skandalisiert“ worden sei. Sie ist vielmehr Folge der Tatsache, dass die Verbrechen ob der Verschlagenheit der Flüchtenden nie richtig aufgeklärt und bestraft werden konnten.

Die Einwohner von Rechnitz haben ihre Pflicht getan, indem sie viele Zeugenaussagen tätigten, die es ermöglicht hätten, die Schuldigen zu verurteilen. Nichtsdestotrotz wurden sie später von Akademikern und manchen Medien beschuldigt, über die Vorfälle geschwiegen zu haben. Als wir als englisch-sprachige Außenseiter nach Rechnitz kamen sprachen Menschen zu uns unaufgefordert und frei über die Ereignisse. Allen voran der Historiker des Städtchens, Josef Hotwagner, der uns empfohlen worden war. Sie verbargen in keinster Weise, was dort geschehen war.

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Nach ihrer Flucht, so Simone Derix, installierte sich Margit Batthyany im April 1945 in einem Haus in Düns in Vorarlberg. Während des Sommers sei sie „reisen“ gegangen. Was Derix nicht erwähnt, ist dass Margit Batthyany, anscheinend ohne jegliche Probleme, im Juli 1945 zum ersten Mal nach dem Krieg in die Schweiz einreiste. Es ist nicht vorstellbar, dass die Schweizer Behörden zu diesem Zeitpunkt nicht darüber informiert waren, was wenige Monate davor im Burgenland geschehen war.

Laut Derix war Batthyany ab November für die Französische Militärregierung im österreichischen Feldkirch tätig, mit anderen Worten, sie schaffte es, sich in die alliierten Verwaltungsstrukturen einzubinden. Dies dürfte mit den top-level Verbindungen ihrer Familie zusammen gehangen haben und mit der Tatsache, dass sie Informationen über eine Region bieten konnte, die nunmehr unter sowjetischer Besatzung war. Derix aber gibt ihrerseits keinerlei Anhaltspunkte für den Grund dieser plötzlichen „Anstellung“.

Ein Jahr später, im Juli 1946, so schreibt Derix, habe Margit ihren Bruder Stephan Thyssen-Bornemisza in Hannover besucht. Dies war ein Mann, der ein förderndes Mitglied der SS gewesen war, und während des Krieges in verschiedene industrielle Aktivitäten involviert war, die den deutschen Kriegsanstrengungen unter Verwendung von Zwangsarbeitern zugute kamen, was er nach dem Krieg strikt leugnete. Derix erwähnt Stephan Thyssen’s pro-Nazi Aktivitäten an dieser Stelle jedoch nicht.

Laut Derix zog Margit Batthyany, finanziell von ihrem Vater abhängig wie sie war, im August 1946 in seine Villa Favorita in Lugano.

Unsere Forschungen ergaben, dass Margit im November 1946 an ihre Schwester Gaby Bentinck schrieb: „Damit es nicht auffällt, habe ich mit O.(ldenburg) besprochen, dass er vorerst zwei Jahre alleine nach Südamerika geht. Habe Visa für ihn in Aussicht, was sagst Du dazu?“ Diese Hinweise übergaben wir Sacha Batthyany und er verwendete sie in seinem Artikel (aber nicht in seinem Buch!). Simone Derix ignoriert sie und erwähnt lediglich, dass Margit im November 1946 „Pläne“ gehabt habe, „Europa zu verlassen“.

Die Tatsache dass Margit Batthyany zu diesem Zeitpunkt in Erwägung ziehen konnte, Vermögenswerte zwischen Ländern und sogar Kontinenten zu verschieben zeigt wiederum, wie privilegiert Ihre Lebensumstände im Vergleich zu denen der großen Mehrheit waren. Sicherlich hat sie auch auf Investitionen zurück greifen können, die die Familie bereits vor dem Krieg in Südamerika getätigt hatte.

Während dessen wurden im Burgenland 1946 achtzehn Menschen beschuldigt, in Rechnitz Kriegsverbrechen begangen zu haben, von denen sieben in einem Volksgerichtshof angeklagt wurden, inklusive, in Abwesenheit, Franz Podezin und Hans-Joachim Oldenburg. Aber nur zwei wurden verurteilt, und diese Urteile in den frühen 1950er Jahren durch österreichische Amnestiegesetze aufgehoben. Die Verfahren erstreckten sich über zwei Jahre und wurden sogar erst 20 Jahre später im Jahr 1965 in Deutschland endgültig abgeschlossen.

Am 7. Januar 1947 wurde Margit Batthyany das erste und einzige Mal in der Sache befragt, und zwar durch die Schweizerische Kantonalpolizei in Buchs (Schweizer Staatsschutz-Fiche, Akteneintrag C.2.16505). Sie musste nie als Zeugin vor dem österreichischen Gericht erscheinen, eine Tatsache, die auf einer Informationstafel des 2012 eröffneten Rechnitzer Kreuzstadl Museums angeprangert wird (in den kleineren englischen und ungarischen Versionen, nicht aber in der deutschen Hauptversion).

Wurde Margit Batthyany-Thyssen je aufgefordert, vor Gericht zu erscheinen? Falls nicht, weshalb nicht? Spielte die Neutralität ihres Gastlandes eine Rolle hierbei? Oder leitete sich der Schutz, den sie offensichtlich genoss direkt von ihrer überaus bevorteilten gesellschaftlichen Stellung ab?

Simone Derix behauptet, die Gräfin habe während ihrer Befragung „versucht“, Oldenburg ein Alibi zu verschaffen. In Wahrheit hat sie ihm ein Alibi verschafft, indem sie sagte, er habe sich die ganze Nacht auf dem Schloss aufgehalten. Sacha Batthyany’s Schlussfolgerung ist eindeutiger: „Sie schützt ihn, ihren Geliebten, denn Oldenburg ist von Zeugen beim Massaker gesehen worden“.

Im Sommer 1948, so unsere Forschungen, schrieb Margit ihrer Schwester Gaby Bentinck: „O.(ldenburg) hat ein fabelhaftes Angebot nach Argentinien zur größten Molkereiwirtschaft. Im August ist er dort“. Auch dieser Beweis wurde von uns an Sacha Batthyany weiter gegeben, der ihn veröffentlichte, aber von Simone Derix wird er nicht erwähnt. Sie versäumte es auch, gewisse Familienarchive in London zu konsultieren.

Am 13. August 1948 hielt das Gericht fest, dass laut einer mündlichen Information der Polizeidienststelle Oberwart, sowohl Franz Podezin als auch Hans-Joachim Oldenburg in der Schweiz anwesend waren und planten, mit Margit Batthyany nach Südamerika auszuwandern, und damit ihrem Mann zu folgen, der bereits dort war. Am 30. August 1948 informierte Interpol Wien die Behörden in Lugano per Telegramm:

„Es besteht die Gefahr, dass sich die beiden nach Südamerika begeben. Bitte um Festnahme“. Die Verhaftungsbefehle gegen die Flüchtigen wurden im Schweizer Polizeianzeiger vom 30.08.48, Seite 1643, Art. 16965 ausgeschrieben. All dies ist von Sacha Batthyany recherchiert und veröffentlicht worden. Simone Derix erwähnt es nicht.

Eleonore Lappin-Eppel fasst die Gerichtsverfahren 1946/8 folgendermaßen zusammen: „Wegen der Flucht der beiden verdächtigten Rädelsführer Podezin und Oldenburg hatte das Gericht erhebliche Probleme bei der Wahrheitsfindung.“

Sacha Batthyany kommentiert: „Sie (Margit) hat ihm zur Flucht verholfen, dem mutmaßlichen Massenmörder (Oldenburg)“.

Aber die Linie, die Simone Derix verfolgt ist wiederum die, Margit Batthyany-Thyssen zu beschützen, indem sie schreibt: „Unklar blieb auch, welche Rolle Margit Batthyany dabei zukam, als es zwei Hauptverdächtigen (Oldenburg und Podezin), gelang, sich der Befragung durch die österreichischen Behörden zu entziehen und so letzlich einer möglichen Bestrafung zu entgehen“.

Simone Derix behauptet auch, Franz Podezin sei in der Sache befragt worden. Dies ist unwahr. Podezin ist nie über seine angebliche Verstrickung in das Rechnitz Massaker befragt worden.

Derix praktiziert also nicht nur eine gravierende Entlastung zugunsten der Thyssen Familie, ihre Publikation bleibt auch hinter der gegenwärtigen Forschungslage zurück und ist in einem fundamentalen Punkt unwahr.

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Margit Batthyany-Thyssen und ihr Mann Ivan Batthyany lebten von 1948 bis 1954 auf einem Gut, das sie in Uruguay gekauft hatten. Was aus Podezin’s und Oldenburg’s Reiseplänen wurde ist weniger klar.

Simone Derix erklärt, dass Hans Joachim Oldenburg ab 1950 auf dem Gut Obringhoven arbeitete, welches Thyssengas gehörte, ein Fakt, der noch nie zuvor erwähnt worden ist. Dies ist ein seltener, kostbarer Beitrag von Derix zum Fall Rechnitz.

Dies zeigt auch, dass die Thyssens kein Problem damit hatten, diesen Gutsverwalter, der vor einem österreichischen Gericht angeklagt worden war, an Kriegsverbrechen teilgenommen zu haben, wieder zu beschäftigen. Die Thyssens gaben damit Hans-Joachim Oldenburg nicht nur eine Arbeitsstelle, sondern, so scheint es, auch Schutz vor weiteren Ermittlungen gegen ihn.

Doch Derix versäumt es, diesen Hintergrund kritisch zu beleuchten

Soweit es Podezin angeht, so schreibt Stefan Klemp vom Simon Wiesenthal Zentrum, er sei als Agent für die Westmächte in Ost-Deutschland untergetaucht. Podezin wurde anscheinend in der sowjetischen Besatzungszone wegen seiner Aktivitäten für die alliierten Geheimdienste verhaftet und zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt, allerdings nach 11 Jahren frei gelassen. Er siedelte dann nach West-Deutschland über, wo er sich als Versicherungskaufmann in Kiel niederließ.

1958 wurde die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg gegründet. Diese eröffnete 1963 ein Mordermittlungsverfahren gegen Franz Podezin und Hans-Joachim Oldenburg. Ein Brief vom 18.02.1963 macht klar, dass der Staatsanwalt wusste, dass Podezin so stark belastet war, dass seine Verhaftung von Nöten war. Und dennoch verzögerte er das Verfahren. Oldenburg wurde seinerseits am 26.03.1963 von der Zentralstelle in Dortmund befragt.

Als die Polizei schließlich versuchte, am 10. Mai Podezin zu verhaften, war dieser nach Dänemark geflohen. Kurt Griese, ein früherer SS-Hauptscharführer und nunmehr Regierungskriminalermittler, blockierte nun das Verfahren weiter, so Klemp, sodass es Podezin möglich war, in die Schweiz auszureisen. Von dort erpresste er Margit Batthyany, ihm bei der Flucht nach Südafrika behilflich zu sein. Dort arbeitete er für Hytec, eine Firma mit Geschäftsverbindungen zur Thyssen AG, wie Stefan Klemp ermittelte.

Sacha Batthyany schreibt: „Ob Tante Margit (Podezin) in den Sechzigerjahren zur Flucht verhalf und ihm auch noch einen Job vermittelte in Südafrika?“. Aber das Thema wird von Simone Derix außen vor gelassen.

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung zusätzlich zu unserem Artikel 2007 berichtete, wurde gegen Margit Batthyany nie Anklage erhoben, obwohl einer der deutschen Ermittler 1963 dem österreichischen Justizministerium anzeigte, dass sie verdächtigt wurde, den beiden Rechnitz Mördern zur Flucht verholfen zu haben. Warum wurde gegen sie nie Anklage erhoben? Derix erwähnt diesen Punkt nicht und liefert daher keine Erklärungen.

Laut Eva Holpfer wurde das Verfahren gegen Hans Joachim Oldenburg auf Anweisung des Staatsanwalts am 21.09.1965 wegen Mangels an Beweisen eingestellt.

Mit den 1960er Jahren war Margit Batthyany zurück an der Rennbahn und nahm z.B. beim österrechischen Derby in Wien die Trophäe für Settebello entgegen, den sie gezüchtet hatte. Sie kehrte auch regelmäßig nach Rechnitz zurück (wo sie 1989 starb), v.a. zur Jagdsaison, und machte sich durch die Übergabe von Land und anderen Geschenken an Ortsansässige beliebt, wie uns von Rechnitzer Bürgern berichtet und von Sacha Batthyany bestätigt wurde.

1970 wurde Margit Batthyany-Thyssen die Schweizer Staatsbürgerschaft zuerkannt, um die sie sich seit Ende des Krieges bemüht hatte. Im selben Jahr begann Horst Littmann vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge in Rechnitz zu graben, musste allerdings aufhören, da die Genehmigung seitens des österreichischen Innenministeriums ausblieb.

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In den 1980er Jahren initiierte der Antifaschist Hans Anthofer den ersten Rechnitzer Gedenkort für die jüdischen Opfer. Doch in den frühen 1990er Jahren wurde der jüdische Friedhof in Rechnitz immer noch vandalisiert und laut Eva Schwarzmayer gab es selbst bei der Gedenkveranstaltung 2005 noch Personen des öffentlichen Lebens, die sagten, es sei nicht sicher ob das Massaker am Kreuzstadl wirklich stattgefunden habe.

2012 dann wurde der Gedenkort zu einem Museum ausgebaut und vom österreichischen Präsident Heinz Fischer eröffnet. Dieser teilte den Anwesenden mit, dass „weiterhin alles unternommen werden wird, um die Leichen der Opfer zu finden“.

Die Refugius Gedenkinitiative hat davon gesprochen, dass sich die Einstellung in Rechnitz verändert habe. Gleichzeitig prangert sie auf einer der Informationstafeln des Museums an, dass „die aktive Erinnerungs- und Gedenkarbeit noch immer keinen gesellschaftlichen Konsens (findet)“.

Was auffällt ist, dass, im Widerspruch zu ihren zum Ausdruck gebrachten Absichten zur Aufarbeitung der Geschichte und Ehrung der Opfer (siehe Fußnote), offensichtlich keiner der Thyssens bisher jemals an einer der Gedenkveranstaltungen in Rechnitz teilgenommen hat.

Das Amt der Burgenländischen Landesregierung hat uns mitgeteilt, dass „Die Familien Thyssen bzw. Batthyany….im Burgenland (und Österreich-weit) im Bereich Erinnerungskultur und Aufarbeitung der Vergangenheit überhaupt keine Rolle (spielen)“.

Warum tun sie dies nicht?

Sacha Batthyany hat berichtet, dass er von Familienmitgliedern Drohungen erhalten hat, als er versuchte, die Geschichte der Familie während der Nazi Ära zu durchleuchten.

Was die Einwohner von Rechnitz angeht, so sind sie verständlicherweise gespalten zum Thema. Es wäre seltsam wenn es anders wäre.

Aber bei den Thyssens existiert eine solche Fragmentierung nicht. Sie scheinen einheitlich ungerührt und unengagiert zu sein. Dies dürfte jetzt noch dadurch verstärkt werden, dass sie wohl annehmen, die Akademiker, die sie beauftragt haben, hätten Schlüsse gezogen, die sie schuldfrei erscheinen lassen.

Aber in Wahrheit sind sie nicht schuldfrei und es ist jetzt an der Zeit für die Thyssens, klare Aussagen zu machen, auf welcher Seite der Grenze zwischen Faschismus und Anti-Faschismus sie stehen.

Nur wenn die Thyssens (und die Batthyanys als ihre örtlichen Repräsentanten) ihre Leitbildfunktion wahrnehmen, kann die Erinnerungskultur um das Rechnitz Massaker darauf hoffen, in der breiten Öffentlichkeit einvernehmlicher zu werden.

Indem sie die nächste Gedenkveranstaltung Ende März 2018 in Rechnitz besuchen – und dies auch in den Medien berichtet wird – können Mitglieder der Thyssen Dynastie in dieser Hinsicht eine wirklich öffentliche Aussage tätigen und ihrer geschichtlichen Verantwortung transparent und effektiv nachkommen.

Nach all den Ausflüchten der Vergangenheit hält es die informierte Öffentlichkeit jetzt für dringend angebracht, dass diese Familien endlich ihren Beitrag zur Heilung des Falles Rechnitz leisten und WIRKLICHE Solidarität zeigen bei der Ehrung der Toten und Versehrten dieser katastrophalen Ereignisse.

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Fußnote: Die folgenden Statements wurden bisher abgegeben:

1) Francesca Habsburg, nee Thyssen-Bornemisza, in der Sendung „Titel, Thesen, Temperamente“ (Oktober 2007): „Ich unterstütze es, wenn die Familie selbst die damaligen Geschehnisse aufarbeitet. Die Ergebnisse dieser Recherchen sollen transparent und öffentlich zugänglich sein“.

2) Offizielle Webseite der Familie Batthyany: „Seit unserem Erfahren der Geschehnisse in den letzten Jahren sind wir zutiefst bestürzt und ergriffen……Viele Fragen stellen sich uns. Auf sie wissen wir keine Antworten…….Wir hoffen, dass das Gedenken an diese Opfer immer mehr gepflegt wird und das Grab der Ermordeten von Rechnitz, das bis heute unentdeckt geblieben ist, eines Tages gefunden wird“.

Margit Batthyany-Thyssen, Tochter von Heinrich Thyssen-Bornemisza, nimmt Preise für Gewinner aus den Rennställen der Thyssens aus der Hand von nationalsozialistischen Funktionsträgern beim Großen Preis von Wien 1942 in Empfang und legitimiert so das Nazi Regime im Namen sowohl der Thyssens als auch der Batthyanys (photo Menzendorf, Berlin; copyright Archiv von David R L Litchfield).                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

Auszug aus den Mitschriften der Vorstandssitzungen der Thyssen-Bornemisza Gruppe (1939-1944) in Lugano, Flims, Davos bzw. Zürich unter Mitwirkung von Heinrich Thyssen-Bornemisza, Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza, Wilhelm Roelen (Generalbevollmächtigter) und Heinrich Lübke (Direktor der August Thyssen Bank Berlin).  Diese Seite zeigt, dass während des Zweiten Weltkriegs die Heinrich Thyssen-Bornemisza, dem Vater von Margit Batthyany-Thyssen, gehörende Firma Thyssensche Gas- und Wasserwerke (Thyssengas) im Umland des Sitzes des Thyssen-Bornemisza Schlosses Rechnitz / Burgenland (Österreich) Bergbauinteressen ausschöpfte (photo copyright Archiv David R L Litchfield)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

 

 

Insgesamt scheinen mindestens 800 Juden in der Endphase des Zweiten Weltkriegs in Rechnitz (Österreich), dem Sitz des Thyssen-Bornemisza Schlosses und Wohnsitz von Margit Batthyany-Thyssen, umgebracht worden zu sein. Das sogenannte “Rechnitz Massaker” in der Nacht vom 24./25. März 1945 ist in Wirklichkeit nur eines von mehreren solcher mörderischen Geschehnisse an diesem Ort zu jener Zeit.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     

 

 

 

“Die Thyssens. Familie und Vermögen” ist Band 4 der Serie “Familie – Unternehmen – Öffentlichkeit. Thyssen im 20. Jahrhundert”, gefördert von der  Fritz Thyssen Stiftung Köln und veröffentlicht im Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn. Sieben Seiten des 500-Seiten starken Buches befassen sich mit dem Leben der Batthyany-Thyssens in Rechnitz während des Zweiten Weltkriegs und im Besonderen mit ihrer Verstrickung in das sogenannte “Rechnitz Massaker” (photo copyright Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn).                          Dieses Buch ist eine Kurzfassung der Habilitationsschrift von Simone Derix und wird als solche von deutschen Akademikern als Fakt aufgenommen werden, eine Qualifizierung, gegen die wir eindringlich Einwand erheben.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         

 

 

Simone Derix, Autorin des Buches “Die Thyssens. Familie und Vermögen”, eine von zehn Akademikern, die von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert wurden, um die Geschichte der Thyssens umzuschreiben. Sie fährt fort mit einer Behandlung der Thematik, die kontroverse Punkte weiss zu waschen bzw. abzumildern scheint (photo copyright Historisches Kolleg, Munich). Das “Historische Kolleg”, wo Simone Derix ihr Buch präsentiert hat, wird übrigens selbst teilweise gefördert von ….. der Fritz Thyssen Stiftung (!)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 

Das Kreuzstadl Mahnmal in Rechnitz für die jüdischen Opfer des Zweiten Weltkriegs wurde 2012 erweitert und vom österreichischen Präsidenten eröffnet. Große Informationstafeln enthalten unter anderem die Information, dass Margit Batthyany nie vor Gericht Aussagen zum Rechnitz Massaker vom 24./25. März 1945 machen musste. Und dies obwohl deutsche Ermittler 1963 dem österreichischen Justizministerium mitteilten, dass sie unter Verdacht stand, den zwei Hauptbeschuldigten, Franz Podezin und Joachim Oldenburg, zur Flucht verholfen zu haben (photo copyright: übersmeer blog)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 

 

Das österreichische Staatsoberhaupt Heinz Fischer, der das Rechnitzer Kreuzstadl Museum 2012 eröffnet hat, versicherte den Anwesenden, dass die Republik Österreich weiterhin alles daran gibt, die Gräber der 1945 in Rechnitz ermordeten Juden zu finden. Doch verschiedene österreichische Stellen haben auch angemerkt, dass der Erinnerungsprozess immer noch keinen breiten Konsens findet und dass insbesondere die Familien Thyssen und Batthyany von einer positiven, pro-aktiven Beteiligung am Prozess der Aufarbeitung und Heilung Abstand zu nehmen scheinen (photo copyright Infotronik Austria)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

Jedes Jahr Ende März findet am Rechnitzer Kreuzstadl Museum eine Gedenkveranstaltung statt, die vom Gedenkverein Refugius organisiert wird. Während diese Gedenkveranstaltung vom früheren Bürgermeister, Engelbert Kenyeri, besonders positiv gefördert wurde und immer mehr Rechnitzer Bürger daran teilnehmen, hat bisher kein einziges Mitglied, weder der Familie Thyssen noch der Familie Batthyany öffentlich daran teilgenommen. Dies obwohl sie nach Erscheinen unserer Publikationen und der Aufführung des sich daraus ableitenden Theaterstücks “Rechnitz. Der Würgeengel” von Elfriede Jelinek glühende Absichtserklärungen abgegeben hatten (photo copyright Infotronik Austria)

 

 

 

 

                

 

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Simone Derix Shrouds Thyssen Guilt – Rechnitz Revisited II

The Thyssens have always avoided revealing the details of their Nazi past, relying on a mixture of denial, obfuscation and bribery. But with the publication of our book ‘The Thyssen Art Macabre’ in 2007 and revelations concerning the appalling Rechnitz massacre, this philosophy was becoming increasingly difficult to uphold. Finally they decided to recruit ten academics, via the Fritz Thyssen Foundation, to rewrite their personal, social, political and industrial past (a series called ‘Family – Enterprises – Public. Thyssen in the 20th Century’) in an attempt to burnish their reputation.

Sometimes this has been successful and sometimes not, as, despite their best laid plans, the books have often revealed more than the Thyssens might have liked, either directly or through the exposure of contradictions.

As the Thyssen-sponsored treatises have been published, we have reviewed each one in turn, in some considerable detail, and intend to do the same with their latest offering, ‘The Thyssens. Family and Fortune’ by Simone Derix. First, though, we want to examine the book’s one unique feature as, a whole decade after our revelations, the Fritz Thyssen Foundation has finally helped issue the first official Thyssen publication that contains a description of the dynasty’s involvement in Rechnitz life and in the ‘Rechnitz massacre’ of 24/25 March 1945 in particular – because this is a subject which we feel particularly passionate about.

Unfortunately, the Fritz Thyssen Foundation has chosen to allow Simone Derix to include the mere seven pages (of a 500-page book, derived from her habilitation thesis) in a manifesto that is as much a work of public relations on behalf of the Thyssens, as of Derix’s ambitious self-promotion within the ‘new’ field of ‘research into the wealthy’; the bottom line being that the Thyssens should be celebrated for their outstanding wealth, while they must be pitied for their victimisation at the hands of journalists, advisors, authorities, relatives, Bolshevists, National Socialists, etc., etc.

This makes Derix the kind of apologist of whom Ralph Giordano said that they will not tire of ‘turning victims into perpetrators and perpetrators into victims’. The fact that the Association of German Historians has seen fit to award Derix’s work the Carl-Erdmann-Prize (named after a genuine victim of Nazi persecution) is furthermore troubling.

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Germany was a late developer in both its industrialisation and nationhood and emerged onto the international stage with an explosive energy that was to become catastrophic. While the extraordinarily hard-working, middle-class brothers August and Josef Thyssen created their family’s vast, late 19th century industrial fortune, August’s sons Fritz Thyssen and Heinrich Thyssen-Bornemisza, influenced by their socially ambitious mother, turned their backs on bourgeois life and used their inherited wealth to ascend into a new-style, deeply reactionary landed gentry.

Derix describes how, in the early 20th century, far away from the original Thyssen base in the Ruhr, Fritz leased Rittergut Gleina near Naumburg/Saale, bought and sold Rittergut Götschendorf in Uckermark and bought Rittergut Neu Schlagsdorf near Schwerin, as well as Schloss Puchhof in Bavaria. Of course we already knew that Heinrich acquired, amongst others, the Landswerth horse racing stables near Vienna, the Erlenhof stud farm near Bad Homburg, with racing stables in Hoppegarten near Berlin, and the Rechnitz estate in Burgenland/Austria (formerly in Hungary).

Our research has shown that the brothers hunted at each other’s estates which discredits the spurious allegation repeated again and again by this academic series, including Derix, that Fritz and Heinrich Thyssen did not get on. A claim which is designed to obfuscate the synergies in the two men’s business dealings and particularly those benefitting the Nazi regime.

Both men adopted the behaviour of feudal overlords, enjoying the supplies of cheap and forced labour afforded their enterprises by the suppression of labour movements as well as armed international conflicts, which they fuelled with their factories’ weapons and munitions. The Thyssen brothers self-servingly meddled in politics, overtly (Fritz) or behind the scenes, through discrete diplomatic and society channels (Heinrich) – though the latter is denied vehemently by Derix and her academic associates.

Both Thyssen brothers helped bring about the eventual enthronement of the Nazis in 1933. Yet Simone Derix tries to reinvent them as the guiltlessly entrapped, illustrious captains of industry they never were in the first place.

By 1933 Heinrich’s daughter Margit (who had been born and had grown up at Rechnitz castle), corrupted by her ambitious father and anti-semitic mother, as well as her pseudo-pious Sacré Coeur education, had managed to elevate the family by marrying into Hungarian aristocracy (Ivan Batthyany) – as had Fritz Thyssen’s daughter Anita (Gabor Zichy).

On 8th April 1938, one week after the annexation of Austria by Nazi Germany, Heinrich Thyssen-Bornemisza gave his Rechnitz estate, which had once been in the Batthyany family for centuries from 1527 to 1871, to Margit, according to our research apparently so that he, ensconced in his Swiss hide-away on the shores of Lake Lugano, would not be seen to own any property in the German Reich.

Simone Derix alleges this was instead done for tax reasons.

All his Ruhr factories being owned by Dutch financial instruments, the Swiss authorities, who until the turning point of the war in 1943 were pro-German but whose ultimate stance was one of political neutrality, were satisfied that Heinrich would not become a political problem to them.

Through his company Thyssensche Gas- und Wasserwerke (later Thyssengas), Heinrich Thyssen-Bornemisza discreetly continued to fund both Rechnitz castle and the Batthyany matrimony. During WWII, the Walsum coal mine belonging to Thyssengas in the Ruhr used forced labour to the tune of two thirds of its labour force; a record in German industry. In the Rechnitz area, some mining interests were being exploited by the Thyssengas company.

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For centuries the huge Rechnitz castle, in whose courtyard, it was said, an entire husars regiment could perform its drill, had been the power centre of Rechnitz. How exactly did this situation develop after the Nazis took charge of the country? Where in Rechnitz did the party and its organisations install themselves?

Simone Derix does not furnish any answers to these important questions, despite pretending to do so, by help of much verbose flourish. Instead, she writes in a vague, evasive manner: ‘The Batthyanys got along by mutual agreement (they found a consensual livelihood) at Rechnitz Castle during World War Two with representatives of the Nazi party and the Nazi regime’.

In 1934, 170 Jews lived in Rechnitz. On 1st November 1938, a week before Reichs Crystal Night, Rechnitz was declared ‘free of Jews’, a situation that members of the Thyssen family would have welcomed (see here). But Simone Derix pointedly refuses to acknowledge the anti-semitism of key Thyssens and instead reserves this characteristic for marginal characters.

In the spring of 1939, according to Derix, Hans-Joachim Oldenburg, whose father was a senior engineer at Thyssen and who himself had worked on agricultural estates owned by the Thyssen family, was sent to Rechnitz Castle to take charge of its estate management, which was soon relying on forced labourers from all over Nazi-occupied Europe.

That summer, Franz Podezin arrived in Rechnitz as a civil servant of the Gestapo border post. He had been an SA-member since 1931 and later became SS-Hauptscharführer. He also became the leader of the Nazi party in Rechnitz.

Simone Derix comments that „both posts of Podezin were in different locations“, but fails to pinpoint them. Stefan Klemp of the Simon Wiesenthal Centre has written that the Rechnitz Gestapo was headquartered in Rechnitz castle all along. Either his statement is correct or Derix is right when she alleges that Podezin only came to take up offices in the castle in the autum of 1944 when he became Nazi party head of subsection I of section VI (Rechnitz) of the South-East Earth Wall building works.

By avoiding clarity on these points, Derix fudges the issue and contributes to the vindication of culprits – particularly of the Thyssens as owners, funders and residents of the castle.

The activities on this reinforced defense system designed to hold up the Red Army were coordinated by the organisation Todt (run by Armaments Minister Albert Speer), by the Wehrmacht major-general Wilhelm Weiss and, in the section in question, by the Gauleiter of Styria, to which Burgenland then belonged, Sigfried Uiberreither.

Locals as well as forced labourers from different nations were employed, whose treatment depended on their position within the racial hierarchies proclaimed by Nazi ideology. Bottom of the heap and therefore having to endure the worst conditions and abuses, were Slavs, Russians and nationals of the states of the Soviet Union. But none of them were as badly treated as the Jews.

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How exactly did Margit Batthyany-Thyssen spend these 12 years of Nazi tyranny?

The Countess took on the mantle of her grand-mother and mother as ‘Queen of Rechnitz’, while continuing to travel widely within the Reich. Having inherited her father’s interest in horses, she monitored Thyssen horse breeding and racing in Bad Homburg near Frankfurt, Hoppegarten/Berlin and Vienna, frequented races in various European cities and collected trophies on behalf of her father, who no longer wished to be seen to be leaving his Ticino safehaven.

In 1942, their Erlenhof stud Ticino won the Austrian Derby in Vienna-Friedenau and the German Derby in Hamburg. In 1944, their Erlenhof stud Nordlicht achieved the same feats, though the German Derby was held in Berlin that year due to the allied bombing damage on Hamburg.

At these public gatherings, Margit Batthyany mixed with and was feted by Nazi officials, who looked up to her as a member of the highest-level Nazi-state elite. It is clear that for her the war presented no change in her privileged lifestyle.

Each such event would have been a very public expression of support and legitimisation of the Nazi regime on behalf of the Thyssen and Batthyany families, but any reference to this function is absent from Derix’s treatise.

Margit also travelled regularly to Switzerland during the war, where she met her brother Heini and her father Heinrich in either Lugano, Zurich, Davos or Flims. They clearly sanctioned her life-style. Again, this is not mentioned by Derix.

During her war-time life in Rechnitz, Margit Batthyany apparently had affairs with both Hans Joachim Oldenburg (confirmed by the Batthyany family) and Franz Podezin (as stated by a castle staff member and mentioned by Simone Derix) – thereby confirming details relayed to us by Heini Thyssen’s Hungarian lawyer, Josi Groh, many years ago. Members of the Thyssens’ staff would have been in an ideal position to witness such things, as they cleaned rooms, served breakfast in bed or procured items of daily life of a private nature.

Strangely, Simone Derix still feels the need to proclaim such details as being mere „speculations“, thereby intimating that they are applied artificially to shed an undeservedly bad light on a Thyssen.

The only reason why we highlighted Margit Batthyany’s particular sexual penchant, was because it symbolises so powerfully the Thyssens’ intimate relationship with the Nazi regime, which will take on a particularly poignant dimension in terms of the post-war Aufarbeitung of the Rechnitz war crimes.

Academics such as Simone Derix and Walter Manoschek in particular, as well as members of the Refugius commemoration association have been at great pains to exclaim that we have somehow damaged the historiography of this chapter by „decontextualising“ it into a tabloid „sex & crime“ saga. The only thing that is achieved by these misguided accusations is that once again the Thyssens and Batthyanys are shielded from having to accept their responsibilities which they have so far, apart from Sacha Batthyany, shirked.

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By 1944, the Nazi dream was turning sour. In March, the German army occupied Hungary and installed a Sondereinsatzkommando under Adolf Eichmann who organised the deportation of its 825,000 Jews. By July, some 320,000 had been exterminated in the gas chambers at Auschwitz concentration camp and ca. 60,000 became forced labourers in Austria. In October, when the Hungarian fascists took over from the authoritarian Miklos Horthy, the 200,000 Budapest Jews were targeted.

According to Eva Schwarzmayer, ca. 35,000 Hungarian Jews were used for wood and trench works on building the South-East Earth Wall. Of these up to 6,000 would come to work on the Rechnitz section and be housed in four different camps: the castle cellars and store rooms, the so-called Schweizermeierhof near Kreuzstadl, a baracks camp named ‘Woodland’ or ‘South’, and the former synagogue. Meanwhile, the Nazi Volkssturm (last ditch territorial army) had been constituted of which Hans Joachim Oldenburg became a member.

None of this is mentioned by Simone Derix.

In early 1945, with the Western and Soviet armies closing in on Hitler’s Germany, so-called ‘end-phase crimes’ were committed as part of the Nazi policy of ‘scorched earth’. This involved both getting rid of any incriminating evidence, including camp inmates, and to strike equally at any members of the home-grown population expressing doubts that Germany could still win the war.

This attitude lasted beyond Germany’s capitulation when witnesses willing to destify against Nazi war criminals were silenced through political, conspiratorial murders, as would happen repeatedly in Rechnitz.

Now began the so-called ‘death marches’ evacuating Nazi victims from their prisons ahead of the advancing Allies, only to see many of them die or be killed en route by members of the SA, SS, Volkssturm, Hitler Youth, local police forces etc. guarding them, in the open, under the eyes of the general public.

All in all, at least 800 Jews seem to have been killed in Rechnitz in this last phase of the war. The so-called ‘Rechnitz Massacre’ of some 180 Jews during the night of 24/25 March is in fact only one of several murderous events. Simone Derix mentions briefly that ‘shootings on the castle estate were already evidenced before 24 March 1945’, but she does not give any details of those other Rechnitz massacres.

Annemarie Vitzthum of Rechnitz gave evidence, during the 1946/8 People’s Court proceeding, that in February 1945 eight hundred Jews had arrived in Rechnitz on foot and that Franz Podezin ‘welcomed’ the exhausted people by trampling around on them on his horse.

According to Austrian investigators, 220 Hungarian Jews were shot in Rechnitz at the beginning of March.

Franz Cserer of Rechnitz stated that around mid-March eight sick Jews had been brought from Schachendorf to Rechnitz and that Franz Podezin shot them dead near the Jewish cemetery.

Josef Mandel of Rechnitz gave evidence that on 17 or 19 March a transport of 800 Jews arrived in Rechnitz from Bozsok (Poschendorf). The survivor Paul Szomogyi gave evidence that on 26 March, 400 Jews from his group of forced labourers had been killed in Rechnitz.

But not a single mention is made by Derix of the sheer scale of these additional crimes.

Eleonore Lappin-Eppel writes: ‘Paul Karl Szomogyi was transferred from Köszeg to the Rechnitz section on 22 or 23 March together with 3-5,000 co-prisoners’. Otto Ickowitz reported that sick prisoners from a group coming from the Bucsu camp were murdered in a wood near Rechnitz.

Unbelievably, Simone Derix deals with this accelerating horror by using the following technocratic language: ‘During the last months of the war very different types of camp communities with their own specific experiences collided and amalgamated with the local structure of domination’.

It almost sounds like a line from the pen of Adolf Eichmann himself.

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On the night of 24/25 March 1945, the people involved in the massacre and/or the party seem to have included: the Nazi party leader of the Oberwart district Eduard Nicka and other functionaries from the same party HQ, various Styrian SA-men, Franz Podezin, his secretary Hildegard Stadler, Hans-Joachim Oldenburg, the SS-member Ludwig Groll, the leader of subsection II of section VI of the South-East Earth Wall building works Josef Muralter, Stefan Beigelböck, Johann Paal (Transport), Franz Ostermann (Transport) and Hermann Schwarz (Transport).

Derix adds: ‘The alleged perpetrators were recruited from the circle of this party society, which Margit and Ivan Batthyany also formed part of’.

Margit Batthyany would later help the two main alleged perpetrators, Podezin and Oldenburg, flee and avoid prosecution. If she had had nothing to do with the Rechnitz massacre and had found the actions reprehensible, it seems logical that she would have helped bring about the just punishment of the people involved rather than help them evade justice.

Simone Derix seems intent on absolving the Thyssens, even going as far as conjuring up the possibility that Margit might have helped victims – withouth, however, furnishing any evidence.

During the post-war proceedings Josef Muralter was said to have organised the ‘comradeship evening’ of 24 March 1945 at Rechnitz castle. Various academics have placed great emphasis on this fact in order to show that Margit Batthyany was not in fact the hostess of the event, as we had stated.

But as long as there are no documents forthcoming proving that any Nazi Party organisation paid for the festivities (and Derix does not furnish any), the fact remains that it was Margit Batthyany who was the overall hostess, as it was her family who paid for the castle and anything happening within its walls and grounds, for which documentary evidence is available (see here).

Simone Derix acknowledges the central role played by the conglomerate of people based at the Batthyany-Thyssen castle in the terrible abuses taking place in Rechnitz during WWII. She even acknowledges that some people might feel that there is room for directing questions of moral and legal responsibility at its owners. But she never implicates the Thyssens and Batthyanys in any responsibility or guilt and instead intimates that they probably did not ‘see anything’.

It is the same kind of defence as used by Albert Speer, when he lied to Hugh Trevor-Roper saying that he did not know about the programme of the final solution, because it was ‘so difficult to know this secret, even if you were in the government’. It is a tactic designed to shield powerful individuals and blame the general public.

As in previous volumes of this series, it is the Thyssen managers that get apportioned the full responsibility and in this case this falls on Hans-Joachim Oldenburg. He is said to have ‘extended his authority to exert power vis-a-vis his employers’, to have ‘taken an active part in producing a national socialist Volksgemeinschaft’ and to have ‘acted in a racist and anti-Semitic manner’, though Derix once again produces not a single piece of evidence to prove any of her allegations.

If Margit Batthyany had had a problem with this kind of behaviour, it would have been easy for her to leave the location and settle in any European hotel for the duration of the war. But she did not. So one must assume that she agreed with the racial and political victimisations that took place. Derix, however, fails to draw this obvious conclusion.

Margit chose to be part of the Rechnitz regime of terror. Derix chooses to use the less negative sounding description of “Volksgemeinschaft” instead.

Only when the Russians finally drew close to Rechnitz did Margit Batthyany, together with Hans Joachim Oldenburg and some of her staff, flee the scene in private cars, thereby leaving everyone else in the lurch; as did Franz Podezin.

Emmerich Cserer of Rechnitz said that on 28 and 29 March big transports of several hundreds of forced labourers left Rechnitz. Josef Muralter stated that he left the castle on 29 March with 400 castle cellar inmates.

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The people of Rechnitz had to endure the final confrontation with the Red Army, the burning down as part of the Nazi scorched-earth policy of their central, 600-year-old castle, the post-war criminal justice investigations and the stigmatisation of the town that continues to this day. A stigmatisation which is not, however, due to the case having been ‘scandalised’ by media reports including ours, but which developed because, based on the deviousness of the escapees, the crime(s) could never be properly investigated and punished.

The people of Rechnitz did their duty by giving much evidence to judge the perpetrators. Nonetheless they were later accused by academics and some media outlets of maintaining a silence on the issue. When we went to Rechnitz as english-speaking outsiders, people talked to us unprompted and freely about the matter. Especially the town historian, Josef Hotwagner, who was recommended to us by townspeople as their spokesman. They did not hide what had happened in any way.

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Having fled Rechnitz, Simone Derix explains, Margit Batthyany installed herself in April 1945 in a house in Düns in Vorarlberg/Austria. During the summer she went ‘travelling’. What Derix does not say is that Margit Batthyany entered Switzerland for the first time after the war, without any apparent difficulties in July 1945. It is inconceivable that Swiss authorities would not have been aware of what had happened in Burgenland only a few months earlier.

According to Derix, from November onwards Batthyany was working for the French military government in Feldkirch/Austria, in other words, she managed to access the western allies’ administrative set-up, likely because of her family’s overall high-level contacts and because she could offer intelligence on a region which was now under Soviet occupation. Derix, however, does not give any explanations for this sudden ‘assignment’.

A year later, in July 1946, Margit is said to have visited her brother Stephan Thyssen-Bornemisza in Hanover. This was a man who had been a financially contributing member of the SS and involved in various industrial activities using forced labour for the German war effort throughout WWII, though he subsequently flatly denied this. Derix does not mention Stephan Thyssen’s pro-Nazi activities at this stage.

According to Derix, Margit Batthyany, financially dependent on her father as she was, moved into his Villa Favorita in Lugano in August 1946.

Our research revealed that in November 1946, Margit wrote to her sister Gaby Bentinck: ‘So as not to be obvious, I have agreed with O.(ldenburg), that he will first of all go to South America on his own for two years. I am expecting to receive visa for him, what do you say?’. This evidence was provided by us to Sacha Batthyany and used in his newspaper article (but not his book!). But Simone Derix ignores it and writes simply that Margit had ‘plans, in November 1946, to leave Europe’.

The fact that Margit Batthyany could at this point in time envisage a transfer of assets between countries and even continents shows again how privileged her situation was in comparison to that of the vast majority. She could certainly also rely on investments that the family had already made in South America before the war.

Meanwhile, in Burgenland in 1946 eighteen people were accused of having committed war crimes in Rechnitz, seven of whom were indicted in a Peoples’ Court, including, in absentia, Franz Podezin and Hans Joachim Oldenburg. But only two would receive sentences, which were eventually quashed in early 1950s Austrian amnesties. The proceedings took two whole years and in fact were only finally closed 20 years later in 1965 in Germany.

On 7 January 1947 Margit Batthyany was questioned for the first and last time in the matter by the Swiss cantonal police in Buchs (Swiss State Security File, entry C.2.16505). She never had to appear as a witness at the Austrian court, a fact that has been denounced on the information plaques of the Rechnitz memorial unveiled in 2012 (in the smaller English and Hungarian version only, not, for some reason, in the main German version).

Was Margit Batthyany-Thyssen ever summoned to appear in court? If not, why not? Did the neutrality of her host country Switzerland play a role in this failure? Or was the protection afforded her simply down to her highly advantageous social position?

Simone Derix alleges that the Countess ‘tried’ to give Oldenburg an alibi during her questioning. In reality she did give him an alibi by saying that he had not left the party at any time of the night. Sacha Batthyany’s conclusion in both his article and his subsequent book is more forceful: ‘She protects him, her lover, because Oldenburg has been seen by witnesses at the massacre’.

In the summer of 1948, as per our research, Margit wrote another letter to her sister Gaby Bentinck: ‘O.(ldenburg) has a fantastic offer to go to Argentina and join the biggest dairy farm. He will be there by August’. This evidence was once again provided by us and published by Sacha Batthyany, but is not mentioned by Simone Derix, who also failed to consult certain family archives in London.

On 13 August 1948, the court noted that according to a verbal message from the constabulary in Oberwart, both Franz Podezin and Hans-Joachim Oldenburg were living in Switzerland and intended to emigrate with Margit Batthyany to South America, thereby following her husband, who had already gone there. On 30 August 1948, Interpol Vienna informed the Lugano authorities by telegram:

‘There is the danger that (Podezin and Oldenburg) will flee to South America. Please arrest them’. The arrest warrants against the two evaders were published in the Swiss Police Gazette of 30.08.48, page 1643, art. 16965. But no arrests took place. All this has been investigated and published by Sacha Batthyany. Simone Derix fails to mention it.

Eleonore Lappin-Eppel summarises the 1946/8 proceedings thus: ‘Because of the flight of the two alleged ringleaders Podezin and Oldenburg the court had considerable difficulties in establishing the truth’.

Sacha Batthyany comments: ‘(Margit) helped the alleged mass murderer (Oldenburg), flee’.

But the line taken by Simone Derix is once again one of protecting Margit Batthyany-Thyssen when she says: ‘It remained unclear what role Margit had played when two main perpetrators were able to avoid an interrogation by the Austrian authorities and thus a possible punishment.’

Simone Derix also alleges that Franz Podezin was questioned in the matter. But this is untrue. Podezin was never once questioned about his alleged involvement in the Rechnitz massacre.

Thus Derix is not only clearly engaged in practices of exoneration on behalf of the Thyssen family, her publication is also lagging ‘behind’ in terms of the stage of advancement of research on this subject, as well as grossly inaccurate on a crucial point.

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Margit Batthyany-Thyssen and her husband Ivan Batthyany did come to live between 1948 and 1954 on a farm they had bought in Uruguay. What became of Podezin’s and Oldenburg’s travel plans is less clear.

Simone Derix explains that by 1950 Hans Joachim Oldenburg was working on the Obringhoven agricultural estate, which was owned by Thyssengas, a fact that has never before been revealed. It is a rare, valuable new contribution to the Rechnitz case made by Derix.

This shows that the Thyssen family was happy to continue employing this farm manager, who had been indicted for war crimes in an Austrian court. The Thyssens thus provided Hans Joachim Oldenburg not only with a livelihood but as well, it seems, with protection from further investigation.

Yet Derix fails to comment critically on this important issue.

As far as Franz Podezin is concerned, according to Stefan Klemp of the Simon Wiesenthal Centre, he had gone underground as an agent for the Western allies in East Germany. Apparently, he was arrested in the Soviet zone of occupation because of his activities for allied intelligence services and condemned to 25 years in prison, but released after 11 years and sent to Western Germany, where he came to live as an insurance salesman in Kiel.

In 1958, the Central Office of the County Judicial Administrations for the Clearing up of Nazi Crimes was instituted in Ludwigsburg. In 1963, it filed murder investigation proceedings against Franz Podezin and Hans Joachim Oldenburg. A letter dated 18.02.1963 makes clear that the prosecutor was aware that Podezin was so heavily incriminated that he needed to be arrested, yet he delayed proceedings. Oldenburg was questioned by the Central Office in Dortmund on 26.03.1963.

When police eventually moved in to arrest Podezin on 10 May, he had fled to Denmark. Kurt Griese, an ex SS-Hauptscharführer and now governmental criminal investigator, further blocked proceedings according to Klemp, making it possible for Podezin to travel to Switzerland, where he blackmailed Margit Batthyany-Thyssen into facilitating his flight to South Africa. There he worked for Hytec, a company associated with Thyssen AG, as Stefan Klemp established.

Sacha Batthyany writes: ‘Did Aunt Margit, nee Thyssen, help (Podezin) flee in the sixties and then also procured him the job in South Africa?’. But the topic is ignored by Simone Derix.

As the Frankfurter Allgemeine Zeitung reported in addition to our 2007 article, although one of the German investigators reported to the Austrian Justice Ministry in 1963 that Margit Batthyany was suspected of having aided the two Rechnitz murderers flee, charges were never pressed against her. Why not? Derix does not mention this and thus furnishes no explanations.

According to Eva Holpfer, the proceedings against Hans Joachim Oldenburg were closed on the orders of the prosecutor on 21.09.1965 due to a lack of evidence.

By the 1960s Margit Batthyany was back at the Austrian Derby in Vienna collecting trophies on behalf of the winner Settebello whom she had bred. She also regularly returned to Rechnitz (where she died in 1989), especially for the hunting season, spreading largesse in the form of plots of land and other gifts to locals, as relayed to us by Rechnitz people and confirmed by Sacha Batthyany.

In 1970 Margit Batthyany-Thyssen was accorded the Swiss citizenship papers she had tried to obtain ever since the end of the war. The same year Horst Littmann of the German War Graves Commission began digs in Rechnitz but had to stop because permission from the Austrian Ministry of the Interior was not forthcoming.

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In the 1980s, the anti-fascist Hans Anthofer initiated the first Rechnitz memorial for the Jewish victims. But in the early 1990s the Jewish cemetery in Rechnitz was still being defaced and according to Eva Schwarzmayer even during the memorial year of 2005 people in public positions still said that it was unsure whether the Kreuzstadl massacre had really happened.

Then, in 2012, the Rechnitz memorial became extended into a museum, which was opened by the Austrian President Heinz Fischer who assured the listeners that ‘everything will still be undertaken to find the bodies of the victims’.

The Refugius commemorative association has spoken of a ‘change of attitude’ that has taken place in Rechnitz. At the same time, they disparage on one of the museum’s information panels that ‘the active remembrance and commemoration work still does not meet with a general popular consensus’.

What is noticeable is that, contrary to their avowed intentions of wanting to establish the truth and honour the victims (see footnote), none of the Thyssens have actually ever manifestly taken part in the annual commemorations of the Rechnitz massacre.

The Office of the Burgenland County Government has told us that ‘The Thyssen respectively Batthyany Family do not play any role whatsoever in the remembrance culture and Aufarbeitung of the past of that area or of Austria as a whole’.

Why do they not?

Sacha Batthyany has reported that he got threatened by members of his family because of his attempts to clarify their history during the Nazi era.

As far as the people of Rechnitz are concerned, they are understandably fragmented on the issue and it would be very odd were it otherwise.

But with the Thyssens there is no such fragmentation. They seem unitedly unapologetic and non-participating. This is now presumably reinforced by their belief that the academics they commissioned have come to the conclusion that they are blameless.

The truth, however, is that they are not blameless and it is now high time for the Thyssens to express clearly which side of the fascist / anti-fascist dividing line they stand on.

Only if the Thyssens (and the Batthyanys as their local ‘representatives’) assume their position as role models can the commemoration culture of the Rechnitz massacre become consensual for the rest of the population.

By attending the next commemorative event in Rechnitz in late March 2018 – and being reported in the media to have done so – members of the Thyssen dynasty can make a truly public statement in this regard and meet their historical responsibility transparently and effectively.

After all the prevarications of the past, the informed public now expects these families finally to do their fair share in the matter of the Rechnitz Massacre and show REAL solidarity in the honouring of the dead and maimed of those catastrophic events.

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Footnote: The following statements were made in the past:

1) Francesca Habsburg, nee Thyssen-Bornemisza on the German Television programme ‘Titel, Thesen, Temperamente’ in October 2007: ‘I support the idea that the family itself should work through those past events. The results of this research shall be accessible in a transparent and public manner’.

2) Batthyany Family official website: ‘Since learning about said events in the past few years we are deeply upset and moved…….Many questions have arisen for us. We do not know the answers……

….We hope that the memory of the victims will be cultivated more and more and their graves, which have remained undiscovered to this day, will one day be found.’

Margit Batthyany-Thyssen, daughter of Heinrich Thyssen-Bornemisza, collecting prizes from National Socialist officials for the Thyssens’ winning horse at the Austrian Derby held in Vienna in 1942, thus legitimising the Nazi regime on behalf of both families (photo Menzendorf, Berlin; copyright Archive of David R L Litchfield)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           

Excerpt from the minutes of the board meetings of the Thyssen-Bornemisza Group held (1939-1944) in Lugano, Flims, Davos and Zurich in the presence of Heinrich Thyssen-Bornemisza, Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza, Wilhelm Roelen, General Manager, and Heinrich Lübke, Manager of the August Thyssen Bank in Berlin. This page shows that the company belonging to Heinrich Thyssen-Bornemisza, the father of Margit Batthyany-Thyssen, Thyssensche Gas- und Wasserwerke (Thyssengas) exploited mining interests near the seat of the Thyssen-Bornemisza Family Castle in Rechnitz / Burgenland (Austria) during the Second World War. (photo copyright Archiv David R L Litchfield)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

 

 

All in all, at least 800 Jews seem to have been killed in Rechnitz (Austria), seat of the Thyssen-Bornemiszas’ castle and home to Margit Batthyany-Thyssen, in the last phase of the Second World War. The so-called “Rechnitz Massacre” during the night of 24/25 March 1945 is in fact only one of several such murderous events at this location at that time.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                         

 

 

 

‘The Thyssens. Family and Fortune’ is volume 4 of the series ‘Family – Enterprises – Public. Thyssen in the 20th Century’ sponsored by the Fritz Thyssen Foundation of Cologne and published by Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn, Germany. Seven pages of the 500-page book are devoted to the Batthyany-Thyssens’ life in Rechnitz during World War Two and in particular their implication in the so-called “Rechnitz Massacre” (photo copyright Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn).                                  This book is a short version of Derix’s habilitation thesis and will thus be accepted as fact by German academics, a qualification that we strongly object to.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            

 

 

Simone Derix, author of ‘The Thyssens. Family and Fortune’, one of ten German academics commissioned by the Fritz Thyssen Foundation with the rewriting of the Thyssens’ history, continues what appears to be a white-wash and extenuation (photo copyright Historisches Kolleg, Munich). The Historisches Kolleg, where Simone Derix presented her book, is also, by the way, an institution that is itself partly funded by…..the Fritz Thyssen Foundation (!)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                           

 

The Kreuzstadl Memorial in Rechnitz to the Jewish victims of the second world war was extended and opened by the Austrian president in 2012. Large information panels include the information that Margit Batthyany never had to give evidence in court on the Rechnitz massacre of 24/25 March 1945. This was despite the fact that German investigators in 1963 reported to the Austrian Ministry of Justice that Margit Batthyany was suspected of having aided and abetted the flight of the two main alleged perpetrators of the crime, Franz Podezin and Joachim Oldenburg (photo copyright übersmeer blog)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                              

 

The Austrian head of state who opened the Rechnitz memorial in 2012, Heinz Fischer, assured the public that the Republic of Austria continues in its attempts to locate the graves of the Jews murdered in Rechnitz in 1945. But various Austrian authorities and commemoration associations have also remarked that the commemoration process still does not enjoy a general consensus amongst the population and that the Thyssen and Batthyany families in particular seem to refrain from any kind of positive, pro-active participation in this process of Aufarbeitung and healing (photo copyright Infotronik Austria)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                   

Each year at the end of March, a remembrance event takes place at the Rechnitz Kreuzstadl Memorial Museum, organised by the Refugius commemoration association. While the commemoration event was particularly welcomed and supported by the former Rechnitz mayor, Engelbert Kenyeri, and more and more inhabitants of Rechnitz attend the event, so far, not a single member of either the Thyssen or Batthyany families have participated publicly, despite their fervent statements of intentions made following our publication and the ensuing staging in various European cities of Elfriede Jelinek’s play ‘Rechnitz. The Exterminating Angel’ (photo copyright Infotronik Austria)

 

 

 

 

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Sacha Batthyany’s Great-Aunt’s Mother Casts the Die in Hating Jews and Cursing Communists

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Six Weeks Under The Red Flag Being the thrilling experiences of a well known Hungarian lady during the revolution of 1918-1919

by Baroness T. B. de Kaszon

Published in 1920 in The Hague by W. P. van Stockum & Son

(free pdf-File, click here)

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I am reproducing this facsimile as a reflection of the author’s social and political values of this period and in this location, but mainly as an example of her anti-Semitism (see pages 7/11/16/17/23/25/27/31/ 32/37/73); for the lady in question is the Baroness Margit Thyssen-Bornemisza de Kaszon, the wife of the German industrialist and banker, Heinrich Thyssen, and mother to their son ‘Heini’ Thyssen.

Originally the product of the union between the American Louise Price and the Hungarian Baron Gabor Bornemisza, she mysteriously adopted the name Gabriele in this book; her real name being Margit.

The title Baroness Thyssen-Bornemisza was the result of quite a remarkable piece of social engineering; her husband, having been adopted by her heirless father, acquired a Hungarian title, and purchased a castle and estate to go with it. (Originally called Rohoncz, as a result of the Treaty of Trianon it became part of Austria in 1920, renamed Rechnitz and remained in the ownership of the Thyssen family.)

Her daughter Margit married into the Batthyany family, who had originally owned Rechnitz castle, and it was this Margit who hosted the party in 1945 during which 180 Jews were murdered as after-dinner entertainment.

It was Margit Batthyany‘s great-nephew Sacha Batthyany who wrote the book ‘What’s That To Do With Me?‘ (english title: ‘A Crime in the Family‘), in which he also expressed his opinion of Jews and communists and adopted a similarly flexible, though less theatrical, attitude towards the truth; particularly concerning the Rechnitz massacre.

Many years later Margit Thyssen-Bornemisza’s other daughter ‘Gaby’ Bentinck (pictured on page 48, on the right) admitted to me that their escape from the castle in 1918/9 had involved nothing more dangerous than being driven to the station by their chauffeur, from where they caught a train to Vienna.

 

A self-indulgently fantastical, highly disturbing manifesto

Margit Thyssen-Bornemisza nee Bornemisza, mother of Margit Batthyany nee Thyssen-Bornemisza, great-great-aunt by marriage of Sacha Batthyany

 

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Ungarn’s Reaktion auf Sacha Batthyany und das Rechnitz Massaker (von Caroline D Schmitz)

Was uns am Sachverhalt des Rechnitz Massakers immer besonders abgestoßen hat, ist dass während die Opfer Ungarn waren, die Thyssens, von deren Schloss aus das Massaker gestartet wurde, andererseits sich nicht nur einmal, sondern zweimal auf eine adoptierte ungarische Staatsbürgerschaft des Heinrich Thyssen-Bornemisza verlassen haben, um ihr deutsches Vermögen nach dem jeweiligen Krieg zu retten. Ein Vermögen, welches es den Thyssens erlaubt hat, ihr öffentliches Image mit eiserner Hand zu wahren. Ein Vermögen, von dem auch Sacha Batthyany profitiert hat. Es ist demnach vielleicht nicht allzu verwunderlich, dass die ungarische Reaktion auf Sacha Batthyany’s Buch kritischer ausfällt als die im Westen Europas.

Ende August bezog sich der Könyves Blog im Artikel „Bereits im April wurde Sacha Batthyany’s Buch Angegriffen“ auf unsere Position und Eva Kovacz vom Wiesenthal Institut für Holocaust Studien in Wien beschrieb sehr interessante neue Aspekte unter dem Titel „Die Österreicher Haben Holocaust Gedenkstätten Vor Allem Über Uns“. Dann erschien „Wir Ziehen Die Opfer Vor“ von Peter Kövesdi auf Vasarnapi Hirek und Ban Zoltan Andras auf Unikornis bezeichnete Sacha Batthyany als verwöhnten Yuppie und sein Buch als plumpen literarischen Versuch voller Flachheiten. Und nun hat Julia Szaszi auf Szervuszausztria.hu einen exzellenten Artikel veröffentlicht, aus dem wir hiermit zitieren (Nota Bene: Alle Übersetzungen aus dem Ungarischen basieren auf Google Translate Service!):

http://szervuszausztria.hu/blog/blogpost/ausztriai-hatter-sascha-batthyany-konyvehez

„Andreas Lehner, Vorstandsmitglied des Vereins Refugius sagt: „Wir werden nicht ruhen, bis die Gräber gefunden sind und die Opfer würdig begraben werden können“. (Es hat viele positive Entwicklungen in Rechnitz gegeben)…… Die Einwohner von Rechnitz waren früher misstrauisch gegenüber Fremden…..Der Wendepunkt kam mit einem englischen Autor, David R. L. Litchfield. 2008 (Deutsche Ausgabe) wurde sein Buch „Die Thyssen-Dynastie“ veröffentlicht. Es ist voller Fakten über die Geschichte der Thyssens, wobei mehrere beunruhigende Parallelen zum Fall Rechnitz auffallen. Es lenkte einen Scheinwerfer auf diese reiche Dynastie, wie sie noch niemals zuvor in Österreich beschrieben worden war. Das Buch enthält viele Interviews mit Zeitzeugen…..Der englische Autor lehnte die Theorie ab, dass das Rechnitzer Schloss von den Russen zerstört wurde und verficht stattdessen die Meinung, dass es von den fliehenden Deutschen in Brand gesetzt wurde, um belastende Beweise zu vernichten……

Die Sowjets fanden die Gräber der jüdischen Opfer sehr bald. Insgesamt 21 Gräber mit jeweils 10-12 Leichen, die Spuren von Folter aufwiesen. Eine zweite Exhumierung geschah 1946 im Rahmen von Gerichtsprozessen. Eine Lageskizze wurde bei der zuständigen Staatsanwaltschaft hinterlegt, verschwand dann aber unter mysteriösen Umständen. Andreas Lehner von Refugius erklärt all dies damit, dass die Sowjets die eigenen Toten suchten und als sie sahen, dass die Gräber keine Russen enthielten, an dem Fall nicht mehr interessiert waren. Das ist natürlich keine Erklärung für das Verschwinden der Karte. Aber es könnte sein, dass sie zusammen mit Tausenden von anderen Dokumenten 1955 von der Armeepatrouille mitgenommen wurde, als die sowjetischen Besatzer Österreich verließen. Unter dieser Annahme hat sich jetzt anscheinend eine neue Gruppe von österreichischen Historikern gebildet, die in russischen Archiven nach dieser Karte forschen will. Es wird natürlich nicht einfach sein, dieses eine Dokument unter Millionen von Akten zu finden……

Technische Methoden der Grabung sind über die Jahre immer besser geworden….Natürlich wäre es einfacher gewesen, Informationen über die Lage der Gräber von den Verantwortlichen zu erhalten. Aber ebenso wie Franz Podezin und Joachim Oldenburg waren auch Margit Batthyany-(Thyssen-Bornemisza) und ihr Mann, Graf Ivan Batthyany vor der Ankunft der Roten Armee geflohen. Nach dem sowjetische Rückzug kamen sie nach Rechnitz zurück, wo sie u.a. der Jagd huldigten. Nach Ihrem Tod 1985 und 1989 erlaubte ihnen die bei Güssing ansässige Familie Batthyany nicht, in der Familienkrypta bei gesetzt zu werden…….

Der Bürgermeister von Rechnitz, Engelbert Kenyeri, sagt dass das Rechnitz Massaker einer ansonsten makellosen Geschichte der österreichisch-ungarischen Batthyany Dynastie einen negativen Aspekt hinzu fügt, und dabei sei es besonders tragisch, dass sie ja nur indirekt, durch die Heirat von Ivan Batthyany mit Margit Thyssen-Bornemisza, involviert sei……..Josef Hotwagner, der Historiker des Dorfes, der vor einigen Jahren starb, hatte die Kriegsjahre in Rechnitz erlebt und auch danach sehr viele Gespräche mit Einwohnern geführt, die Informationen hatten……Und heute gibt es Ortsansässige wie Andrea Hütler, eine Lehrerin die mit ihren 14-jährigen Schülern den Fall im Geschichtsunterricht bearbeitet und ein Projekt ausgearbeitet hat, welches mit dem Fred Sinowatz Preis ausgezeichnet wurde“…….

(die Schüler besuchten auch Gabor Vadasz in Budapest, den Sohn von Geza Vadasz und Neffen von Arpad Vadasz, die beide in Rechnitz ermordet wurden. Gabor bemüht sich seit Jahren verzweifelt, die Gräber ausfindig zu machen. Laut einem Artikel von Judith Gergaly hat er auch an hohe österreichische Politiker und an den Papst in dieser Sache mit der Bitte um Hilfe geschrieben).

“……..Die Gedenkstätte Rechnitz, die mit einer simplen Gedenktafel begann, wurde 2012 zu einem größeren Informationszentrum ausgebaut, welches vom österreichischen Staatsoberhaupt Heinz Fischer eröffnet wurde……Menschen, die in anderen Fällen von unauffindbaren Massengräbern involviert waren berichten davon, wie schwierig es ist, die Hürden von Verhandlungen, Schlichtung und finanziellen Aspekten zu überwinden, sodass die Fälle oft viele Jahre benötigen, um zu einem Abschluss zu kommen. Refugius möchte nur ungern solche unangenehmen Verwaltungen unternehmen, selbst wenn sie schließlich dazu führen können, dass die Gräber der Rechnitzer Opfer auf den ehemaligen Batthyanyschen Ländereien gefunden werden.“ (Ende des Auszugs aus dem Artikel auf Szervuszausztria.hu).

http://szervuszausztria.hu/blog/blogpost/ausztriai-hatter-sascha-batthyany-konyvehez

Wir finden die ungarische Reaktion und Bewertung unserer Arbeit (und insbesondere den Artikel von Julia Szaszi, die auch Wiener Korrespondentin der größten ungarischen Tageszeitung Nepszabadsag ist) beruhigend und hoffen, dass die Artikel der ungarischen Kommentatoren viele positive Resultate für den Fall Rechnitz erbringen werden.

Sollte Sacha Batthyany, dessen Buch sieben Jahre nach seinem Zeitungsartikel 2009 keinerlei Neuigkeiten zum Fall Rechnitz enthält (im Gegenteil, aus irgendeinem Grund hat er z.B. die Beweise zur Deckung von Franz Podezin und Joachim Oldenburg durch Margit Batthyany-Thyssen in der Buchversion ausgelassen) und stattdessen die Aufmerksamkeit weg von Rechnitz und hin zu einer komplett neuen Geschichte lenkt, vielleicht seine frenetische Vortragstour unterbrechen und sich auf diese, eher schwierige Aufgabe einlassen? Er könnte damit sicherlich den Namen seiner Familie in viel eindrucksvollerer Weise pflegen, als es ihm durch die Weiterführung seiner Werbeanstrengungen für sein selbstgerechtes Buch möglich sein dürfte, von dem er selbst zugibt, dass es eher fiktional ist.

Nach dem Artikel von Ficsor Benedek in Magyar Nemzet zu urteilen scheint es allerdings so, dass Sacha Batthyany sich neuerdings als Opfer des Thyssenschen Verhaltens neu erfindet, anstatt den Schuldanteil seiner eigenen Familie ein zu gestehen.

Dies ist nun eine ideale, historische Gelegenheit für die Thyssens, ihre Schuld öffentlich an zu erkennen und sich an der Lösung des Falles Rechnitz zu beteiligen, damit die Wunden heilen können, sowohl dessen, was den ungarischen Opfern und ihren Familie angetan wurde, als auch die der Menschen in Rechnitz.

Julia Szaszi, ehemalige Wien-Korrespondentin der großen ungarischen Tageszeitung Nepszabadsag, hat in Rechnitz Interviews geführt und bereits mehrere Male in der ungarischen Presse über den Fall Rechnitz berichtet. Auf der Internet-Platform Szervuszausztria.hu schreibt sie auf Ungarisch über Österreich.

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The Hungarian Reaction to Sacha Batthyany and the Rechnitz Massacre (by Caroline D Schmitz)

What has always been especially disturbing to us about the circumstances of the Rechnitz Massacre is that its victims were Hungarians, and that yet the Thyssens, from whose castle the massacre was launched, had relied not just once, but twice on an adopted Hungarian nationality of Heinrich Thyssen-Bornemisza for the post-war salvation of their German fortune. A fortune that has allowed the Thyssens to retain an iron grip on their public image. And a fortune from which Sacha Batthyany too has profited. It is perhaps unsurprising, then, that the Hungarian reaction to Sacha Batthyany’s book is somewhat more critical than that seen in Western Europe.

At the end of August, Könyves Blog in „Already in April Sacha Batthyany’s Book Was Being Critised“ referred to our defensive position and Eva Kovacz from the Vienna Wiesenthal Institute for Holocaust Studies reported very interesting new details under the title „The Austrians Have Holocaust Memorials Especially About Us“. Then came „We Prefer The Victims“ by Peter Kövesdi on Vasarnapi Hirek and Ban Zoltan Andras on Unikornis, who described Sacha Batthyany as a spoilt yuppie and his book as being a crude literary attempt full of plattitudes. And now Julia Szaszi on Szervuszausztria.hu has published an excellent article from which we quote as follows (Please note: this translation is reliant on the Google Translate Service!):

http://szervuszausztria.hu/blog/blogpost/ausztriai-hatter-sascha-batthyany-konyvehez

 

„Andreas Lehner of Refugius says his organisation will not stop until the graves of the victims have been found and the victims can receive a dignified burial……..(Many developments for the better have taken place in Rechnitz).….In the past, the people of Rechnitz have been suspicious of outsiders. The turning point came with the English author David R. L. Litchfield and his 2007 book „The Thyssen Art Macabre“. It is full of facts about the history of the Thyssens which show disturbing parallels to the Rechnitz story. It put a spotlight on this family which was unheard of before in Austria in this way. The book contains interviews with many witnesses……….The English author also rejected the old story of the Russians burning down the Rechnitz castle and instead stressed that the much more likely turn of events was a burning down by the retreating Germans in order to extinguish incriminating evidence……..

 

The Sovjets found the graves of the Jewish victims very quickly. 21 graves with 10-12 bodies in each grave. The victims showed signs of torture. A second exhumation took place in the context of the 1946 court procedings. But then the area map was lodged with the local public prosecutor whereupon it mysteriously disappeared. Andreas Lehner of Refugius says that the Sovjets were only interested in the graves of their own fallen soldiers. The graves of the Jewish victims were irrelevant to them. Of course, this is no explanation for why the map lodged with the Austrian authorities vanished. Perhaps it was taken back to Russia together with thousands of documents when the Russian occupiers left Austria in 1955. There are reports now of a serious new attempt by Austrian historians to put a group together to search the Russian archives to find this map. It will be very difficult of course to find this single document amongst what must be millions of files……..

 

Technical methods of excavation are getting more and more sophisticated all the time……Of course it would have been much more convenient to have been told the location of the graves by those who knew. But Margit Batthyany-Thyssen and her husband Count Ivan Batthyany fled Rechnitz in advance of the approaching Red Army. (Equally so Franz Podezin and Joachim Oldenburg)……….Following the Sovjet withdrawal, they came back to Rechnitz where they engaged in hunting……When they died in 1985 and 1989 respectively, the Batthyany family living near Güssing refused permission for them to be buried in the family crypt……..

 

The mayor of Rechnitz, Engelbert Kenyeri, says that the events of the Rechnitz massacre unfortunately add a negative aspect to the otherwise unblemished history of the Austro-Hungarian Batthyany dynasty and that this is particularly unfortunate, as they were only really involved through Ivan Batthyany’s marriage to Heinrich Thyssen-Bornemisza’s daughter Margit……….Josef Hotwagner, the town historian, who died a few years ago, had lived through the period in question in Rechnitz and had also over the years spoken to many local people with information….. And today there is for instance Andrea Hütler, a teacher at the local high school, who studies the events with her 14-year-old pupils and organised a project that won the Fred Sinowatz award“……..

(the pupils also went to Budapest and met with Gabor Vadasz, son of Geza Vadasz and nephew of Arpad Vadasz, who were both murdered in Rechnitz. Gabor has for years desperately attempted everything in order to facilitate the finding of the graves. According to an article by Judith Gergaly, he has even written to high-ranking Austrian politicians and to the Pope).

 

“……..The Rechnitz Memorial, which began with a simple commemorative plaque, was extended in 2012 to become a big educational centre that was opened by the Austrian head of state Heinz Fischer. People involved with resolving massacre issues in other places have spoken about the difficulties of negotiations, mediations and financial battles which mean the resolution of these events can take a long time. Refugius feels somewhat reluctant to undertake this kind of unpleasant administration even if it would mean the murdered victims could be found on the former Batthyany estate lands“. (End of excerpt from the Szervuszausztria.hu article)

http://szervuszausztria.hu/blog/blogpost/ausztriai-hatter-sascha-batthyany-konyvehez

We are reassured by the Hungarian reaction and validation of our work (and particularly by the article of Julia Szaszi, who is also Vienna correspondent for the big Hungarian daily newspaper Nepszabadsag) and hope that the writings of the Hungarian commentators will engender many positive new outcomes in this sad matter.

So, should Sacha Batthyany, whose book, seven years later, contains no new information on the Rechnitz case whatsoever compared to his 2009 newspaper article (in fact less, since, for some reason, he has taken out the evidence concerning Margit Batthyany-Thyssen’s protection of the two main perpetrators, Franz Podezin and Joachim Oldenburg!) and instead takes attention away from the Rechnitz case and onto an entirely different story, perhaps interrupt his busy lecturing tour and concentrate on this rather more difficult endeavour? He could certainly salvage his family’s name much more impressively if he did that than if he continued to promote his self-righteous book which even he admits to being somewhat fictional.

Unfortunately, jugding by the article by Ficsor Benedek in Magyar Nemzet, Sacha Batthyany now seems to have started rebranding himself as a victim of the Thyssens’ behaviour rather than accepting his own family’s guilt.

This is now an ideal, historical chance for the Thyssens to publicly accept their guilt and to get involved in the resolution of the Rechnitz case in order to heal the wounds of the tremendous harm done to the Hungarian victims and their families, as well as to the people of Rechnitz.

 

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Offener Brief an Janine Rumrich vom Literaturblog “Kapri-ziös” über Sacha Batthyany: “Und Was Hat Das Mit Mir Zu Tun?”

Sehr geehrte Frau Rumrich,

Anmerkung zu Ihrem Blogeintrag:

http://kapri-zioes.de/2505/und-was-hat-das-mit-mir-zu-tun-ein-buch-von-sacha-batthyany/

– Am 77. Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen –

Völker gibts, und Herrscher. Kriege passieren nicht, weil Völker einander hassen. Sie passieren aus der Profitgier der Mächtigen heraus. Fragen Sie sich bitte: gehört Sacha Batthyany zu den Völkern, oder gehört er zu den Herrschern? Die Batthyanys hatten in Österreich-Ungarn über Jahrhunderte das Sagen. Auch in Rechnitz. Und zwar in feudalem Stil. So etwas gewöhnt man sich nicht so schnell ab.

Der Autor profitierte ausserdem vom Geld der eingeheirateten Thyssens. Diese waren Waffenfabrikanten und Bankiers, ohne die Hitler seine Pläne nie und nimmer hätte verwirklichen können. Dann lässt er zu allem Überfluss auch noch sein Buch von der Goethe-Stiftung Zürich „großzügig unterstützen“. Diese verwaltet die Hinterlassenschaft des Emil Bührle, auch er ein „großer“ Waffenfabrikant. Ist es wirklich nötig, dass die Herrscher die Völker so sehr demütigen? Anscheinend schon. Nur weil wir angeblich in einer Demokratie leben heisst das noch lange nicht, dass die Systeme der vormals Herrschenden nicht weiterhin anhalten.

Am Schlimmsten jedoch dies: „Könntest Du das, Juden verstecken?“. Und dann seine Antwort: „Nein“. Er sagt nicht, wie Sie es verstanden haben: „Hättest Du DAMALS den Mut gehabt, einen Juden zu verstecken?“. Er sagt: KÖNNTEST Du das, Juden verstecken?“. Also im Hier und Jetzt. Aber 1.) Warum sollten wir dies nicht können? Wir leben in einer Demokratie und nicht mehr in einer Diktatur. Was also haben wir zu befürchten? Und 2.) Warum sollten wir Juden verstecken? Ist es denn schon wieder so weit?

Ich habe manchmal das Gefühl, dass Herr Batthyany gar nicht weiss, was genau er seinen Lesern eigentlich mitteilen will. Ich hoffe nur, die Lehren, die aus seinem Buch gezogen werden, sind am Ende nicht die Falschen.

Hochachtungsvoll,

Caroline Schmitz, www.davidrllitchfield.com

 

Literatur-Bloggerin Janine Rumrich, Thüringen und Sachsen

 

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Die Unerlässlichkeit der “Impertinenz” oder Eine Erläuterung an eine Berliner Buch-Bloggerin über Sacha Batthyany und die Thyssen-Bornemiszas (von Caroline D Schmitz)

Die Aggressivität der Reaktion vieler deutsch-sprachiger Kommentatoren auf unseren Artikel im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Jahr 2007, „Die Gastgeberin der Hölle“ (im Britischen Independent unter dem Titel „The Killer Countess“ erschienen), hat mich immer zutiefst schockiert. Hier war die mächtige Thyssen-Dynastie, die stets ihre überragende Beteiligung am nationalsozialistischen Regime nicht nur verschwieg, sondern vielmehr durch die Verbreitung irreführender Berichte pro-aktiv leugnen ließ. Und da waren wir, ein englischer Autor und eine deutsche Investigatorin, die der Zufall 1995 in England zusammengebracht hatte, und die durch die Weitsicht weniger herausragender Persönlichkeiten, nämlich Steven Bentinck, Heini Thyssen, Naim Attallah, George Weidenfeld, Frank Schirrmacher und Ernst Gerlach, in die glückliche Lage versetzt wurden, den alles bestimmenden Narrativ des unternehmerisch-akademisch-medialen Establishments in Sachen Thyssen zu durchbrechen und die Wahrheit vor der endgültigen Verschüttung zu bewahren.

Wir waren von Anfang an „impertinent“ im ursprünglichen Sinne des Wortes, nämlich „nicht (zum Establishment) dazu gehörig“, und unsere Recherche fand stets an Original-Schauplätzen statt. Vom „Rechnitz-Massaker“ erfuhren wir nicht im Internet, sondern vor Ort von Ortsansässigen. Zum Zeitpunkt des Erscheinens unseres FAZ-Artikels wussten wir nichts von Eduard Erne, der bereits 1994 einen Dokumentarfilm über das Geschehen mit dem Titel “Totschweigen” gedreht hatte (und der zur Zeit beim Schweizer Fernsehen arbeitet) und auch nichts von Paul Gulda, der 1991 den Verein Refugius (Rechnitzer Flüchtlings- und Gedenkinitiative) ins Leben rief. Als wir beide dann 2008 beim Rechnitz-Symposium im Burgenländischen Landesmuseum in Eisenstadt trafen, verhielten auch sie sich uns gegenüber sehr ablehnend, was wir uns nur damit erklären konnten, dass sie vielleicht glaubten, von uns bewusst übergangen worden zu sein. Dies war nicht der Fall und es war vielmehr so, dass sie nunmehr durch unsere Arbeit einem viel breiteren Publikum bekannt waren als vordem. Warum also attackierten sie uns und nahmen die Thyssens und Batthyanys in Schutz, die ihre Arbeit bislang ganz offensichtlich abgelehnt oder ignoriert hatten?

Ein Jahrzehnt später nun erscheint mit „Und was hat das mit mir zu tun?“ eine umfangreiche Stellungnahme in Buchform seitens eines Mitglieds der Dynastie, die unter großem Aufwand beworben wird und international bis nach Israel und Nordamerika verbreitet werden soll. In Großbritannien soll das Buch (Übersetzerin: Anthea Bell) im März 2017 unter dem Titel “A Crime in the Family” (i.e. „Ein Verbrechen in der Familie“) bei Quercus erscheinen, ein Titel, der auffallend an den Untertitel „Schande und Skandale in der Familie“, der englischen Ausgabe unseres Thyssen-Buchs „The Thyssen Art Macabre“ erinnert, der auf einer Aussage Heini Thyssens uns gegenüber beruhte.

In seiner Pressearbeit gibt Sacha Batthyany serien-mäßig an, „durch Zufall“ auf die negativen Seiten seiner Familiengeschichte, und speziell auf das Rechnitz-Massaker, gestoßen zu sein. Alles sei „ein Geheimnis“ gewesen, bis er eines Tages angefangen habe, Dinge zu untersuchen, von denen er vordem überhaupt gar nichts gewusst habe, da er in der „wattierten“ Schweiz aufgewachsen sei, wo man z.B. vom Zweiten Weltkrieg quasi überhaupt nichts wisse… Dies von einem Journalisten, dessen Familie zum Teil durch die von der Schweiz aus gesteuerten Kriegsprofite der Thyssens finanziert wurde, der ein Mitglied einer der einflussreichsten europäischen (ursprünglich österreichisch-ungarischen) Dynastien ist, unter anderem in Madrid studiert hat, viele Jahre für große internationale Tageszeitungen gearbeitet hat (z.B. für die Neue Zürcher Zeitung), und der einen Großteil seiner Jugend nicht in Zurich, sondern in Salzburg verbracht hat, obwohl er diese Tatsache immer nur dann exklusiv preis gibt, wenn er gerade einmal dort oder in Wien spricht (bis ins Burgenländische, nach Rechnitz oder Eisenstadt, hat er es mit seiner Pressearbeit unseres Wissens nach noch nicht geschafft – der Rechnitzer Bürgermeister, Engelbert Kenyeri, ist im Übrigen vom Buch des Herrn Batthyany nicht gerade sehr angetan, wie es scheint).

Selbst die FAZ (Sandra Kegel), die sich bei ihrer ursprünglichen Berichterstattung gegen massive Anfeindungen unter anderem durch die Neue Zürcher Zeitung zur Wehr setzen musste, und ohne die eine deutschsprachige Version unseres Buches nicht zur Verfügung stünde, unterschlug nun unseren Anstoß und lobte, wie so viele andere, durch die Werbung des Kiepenheuer & Witsch Verlags Animierte, das Batthyanysche Werk als selbstlosen Akt eigenmotivierter Aufrichtigkeit. Dabei gäbe es sein Buch gar nicht, wäre die FAZ damals nicht so mutig gewesen, unsere „Impertinenz“ zu erlauben und das Risiko der ernsthaften Rufschädigung durch ihre Media-Kontrahenten einzugehen.

Ende Mai entschied sich die Berliner Buch-Bloggerin „Devona“ (www.buchimpressionen.de), nach 75 Roman-Rezensionen zum ersten Mal ein Sach-Hörbuch zu kommentieren, wobei ihre Wahl auf „Und was hat das mit mir zu tun?“ fiel. Dabei tätigte sie Äusserungen über die Rolle der Margit Batthyany geborene Thyssen-Bornemisza im Rechnitz-Massaker, die ihr in Anbetracht ihres rudimentären Wissensstands zum Thema nicht zustanden. Unter anderem beschrieb sie Margit’s Deckung zweier Haupttäter nach dem Krieg als bloße „Vermutung“. Daraufhin wiesen wir sie auf die Unrichtigkeit und grobe Fatalität ihrer Äusserung hin. Selbst die im Ausmaß völlig unzulängliche Kommentierung des Rechnitz-Massakers auf der offiziellen Webseite der Familie Batthyany räumt seit wenigen Jahren ein, dass diese Deckung geschah, wieso sollte also eine anonyme, aber eindeutig Familien-fremde Person etwas Anderes verbreiten?

Devona reagierte innerhalb kürzester Zeit höchst verärgert auf den Inhalt unserer kritischen Analyse. Danach revidierte sie ihre Reaktion. Jetzt störte sie nicht mehr so sehr der Inhalt unserer Kritik, als viel mehr unsere angeblich „impertinente“ Art. Und dann tat die Autorin von „Buchimpressionen“ etwas ganz Sonderbares, indem sie zunächst den deutschen Titel unseres Buches (“Die Thyssen-Dynastie. Die Wahrheit hinter dem Mythos”) von ihrer Platform eliminierte, mit dem wir unsere Stellungnahme abgeschlossen hatten, uns danach vorwarf, unsere Arbeit nicht in der deutschen Sprache zugänglich gemacht zu haben, und, als sie herausfand dass unser Buch doch seit 2008 in Deutschland veröffentlicht ist, sich schließlich weigerte, dies anzuerkennen, weil „bis zum heutigen Tag bei Wikipedia nicht auf eine deutsche Version verwiesen wird“.

Die Bloggerin schrieb nun, sie „werde nicht hinter jedem Kommentator bis ans Ende des Internets her recherchieren“. Dabei hatte sie es in Wirklichkeit nicht weiter als bis zur ersten Haltestelle geschafft. Unser Buch existiert auf deutsch, aber für Devona existierte es nicht auf deutsch, weil es nicht auf Wikipedia stand, dass es auf deutsch existiert. Dies war so bezeichnend für die Weigerung von Deutschsprachigen, sich mit dem sachlichen Inhalt unseres Buches auseinander zu setzen. War diese Informations-Verarbeitende nur zu faul oder wollte sie von der Richtigstellung gar nichts wissen? Devona’s Äusserungen waren in ihrer ungefilterten Emotionalität zutiefst aufschlussreich. Auch sprach sie plötzlich nur noch „Herrn Litchfield“ an, nicht mehr mich, als ob das Buch allein Produkt eines Engländers sei und nicht eine englisch-deutsche Koproduktion.

Wikipedia ist unserer Ansicht nach problematisch, unter anderem deshalb, weil die FAZ 2007 bei der Aufarbeitung unseres Artikels aus dem Englischen ins Deutsche, unter anderem nach Gesprächen mit dem überheblichen Leiter des ThyssenKrupp Konzern-Archivs, Professor Manfred Rasch, und nach Überprüfung relevanter Wikipedia-Seiten, einige Änderungen an unserem Text vornahm. Die wichtigste dieser Änderungen ist diese: Heinrich Thyssen-Bornemisza hat sich nicht 1932, also ein Jahr vor Hitler’s Machtergreifung endgültig in der Schweiz nieder gelassen sondern erst 1938, wie wir bei unseren Nachforschungen herausgefunden haben. Im Independent stand 1938. In der FAZ steht 1932. Menschen mit adequatem historischen Sachverstand wissen, was das bedeutet und die Rollen im Zweiten Weltkrieg, sowohl des Heinrich Thyssen-Bornemisza als auch der Schweiz, sind in unserem Buch ausführlich beschrieben. Unerfahrenen Menschen sei nur so viel gesagt: es ist ein Umtausch, der winzig erscheinen mag, der in seiner Bedeutung aber zugleich fundamental und monumental ist.

Devona empfand unsere Richtigstellung ihres Blogeintrags als „unverschämt“, obwohl sie nicht mehr war als strikt. Und sie weigerte sich emphatisch, sich gebührend mit der Sache auseinander zu setzen. Das „Unverschämte“ in dieser Angelegenheit, aber, liegt nicht bei uns. Das „Unverschämte“, das „nicht zur Menschlichkeit dazu gehörige“ liegt in den Verbrechen, die während des Zweiten Weltkriegs im Namen des deutschen Volkes geschahen. Die Impertinenz liegt in der Tatsache, dass die Thyssens (die in die Batthyany-Dynastie eingeheiratet und Teile dieser finanziert haben) dem anti-demokratischen, extremst menschenverachtenden Nazi-Regime Beihilfe geleistet haben, und dass sie Rahmenbedingungen geschaffen haben, in denen die monströsen Verbrechen vor allem gegen die Juden, aber auch die gegen andere Völker, inklusive denen gegen das deutsche Volk und seine Ehre, stattfinden konnten. Es ist unverschämt, dass sie 70 Jahre lang geschwiegen, ihre Rolle verleugnet und ihre Taten glorifiziert haben. Es ist impertinent, kurzum, dass sie die Allgemeinheit hinters Licht geführt haben und dies in großen Teilen auch weiterhin tun. Es war nur auf Grund dieser Verhaltensweise, dass diese Vermutung der Unschuld der Margit Batthyany-Thyssen durch diese Buch-Bloggerin zu diesem Zeitpunkt immer noch möglich war.

Die betreffenden Familien genießen eine komfortable Vormachtstellung in der Gesellschaft, im öffentlichen Diskurs und „Ansehen“, begründet auf ihrer Zugehörigkeit sowohl zur Welt des wirtschaftlichen Privilegs als auch zur Aristokratie, die allerdings sowohl in Deutschland als auch in Österreich längst obsolet ist und in einer Demokratie nur toleriert werden kann, wenn sie sich einwandfrei demokratisch verhält. Eine entscheidende Rolle spielt auch, dass thyssenkrupp heute noch einer der größten deutschen Arbeitgeber ist, und dass die deutsche Kohle- und Stahlindustrie, die unter anderen das Land nach dem Zweiten Weltkrieg vor dem totalen Kollaps rettete (wie Herbert Grönemeyer in „Bochum“ singt: „Dein Grubengold hat uns wieder hoch geholt“), nach 1945 fatalerweise von den Thyssens weiter beherrscht werden durfte.

Im erz-konservativen Österreich nehmen die Batthyanys (als deren Teil Sacha Batthyany sich eindeutig sieht und gesehen wirrd, da er sich auf ihrer Homepage in ihrer Mitte abbilden lässt und von ihnen abgebildet wird – hintere Reihe zweiter von rechts, im großen Gruppenfoto der Mitglieder der jüngeren Generation) weiterhin eine Sonderstellung ein, die sich aus ihrer langen feudalen Geschichte herleitet (der gegenwärtige Familienchef Fürst Ladislaus Pascal Batthyany-Strattmann, ist päpstlicher Ehrenkämmerer!…).

Im Angesicht dieser Vormachtstellung begnügt sich die Allgemeinheit „pertinent“ damit, in ihrer untergeordneten Rolle als Empfänger Thyssenscher und Batthyanyscher Misinformation zu verharren. Ein Mitglied der Dynastie, Sacha Batthyany, hat nunmehr ein Buch geschrieben, das vorgibt, eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu sein. Aber nicht jeder scheint überzeugt zu sein, dass es das wirklich ist (siehe v.a. Thomas Hummitzsch in “Der Freitag”, aber auch Michael André auf Getidan, und sogar Luzia Braun, Blaues Sofa, Leipziger Buchmesse).

Die meisten Kommentatoren des Rechnitz-Massakers geben an, sich einig zu sein, dass die Gräber der Opfer gefunden werden müssen. Doch während Ortsansässige behauptet haben, zu wissen, wo sich die Gräber befinden und die ursprünglichen russischen Grabungen die Gräber genau lokalisiert hatten, scheint es so, dass nicht alle einflussreicheren Mitglieder der Gemeinschaft, sowohl in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart, gleichsam bereit sind, zu solch einer Transparenz bei zu tragen.

Während es wie eine Utopie anmutet, darauf zu hoffen, dass sich dies irgendwann ändert, so haben sich die Zeiten seit 2007, als unser Buch erstmals erschien, doch rapide gewandelt. thyssenkrupp ist ein kranker Koloss, dessen Name schon bald nach einer Übernahme von Teilen oder insgesamt in dieser Form vielleicht keinen Bestand mehr haben könnte. Und die deutsche Rechtsprechung in Sachen Strafverfolgung der Nazi-Verbrechen geht nicht mehr automatisch von der Unschuldsvermutung aus, wenn eine aktive Tötungsbeteiligung nicht nachgewiesen werden kann. Eine Präsenz und Rolle im übergreifenden Verbrechen genügt, wobei das Verwaltungsbüro fernab der Gaskammer nah genug ist, um den unerlässlichen Beitrag zur Funktionsfähigkeit des Tötungsapparats nachweisen zu können. Genauso verhält es sich im Fall Rechnitz mit dem, durch die SS requirierten aber weiterhin Thyssen-finanzierten Schloss, und der Rechnitzer Mordgrube der Nacht vom 24. auf den 25. März 1945.

Immer noch werden vor allem die kleinen Fische vors Gericht gezogen, Menschen wie John Demjanjuk, Oskar Gröning und Reinhold Hanning. Doch die Uhr der historischen Aufrichtigkeit tickt unablässig auch für die Großen, die immer noch nicht freiwillig ihre Vergangenheit vollumfänglich aufarbeiten. Diejenigen Thyssens und Batthyanys, die während des Zweiten Weltkriegs eine unrühmliche Rolle spielten, sind tot. Es ist die demokratische Pflicht ihrer Nachfahren, das Netz der Misinformation zu durchbrechen und nicht nur die positiven Seiten ihrer Geschichte hervor zu heben, sondern sich auch den negativen zu stellen. Nur durch ihr Geständnis können aus diesem Teil der Geschichte die letzten Lehren gezogen werden und eine langfristige Heilung und Versöhnung geschehen.

Genau das aber scheinen die Thyssen-Bornemiszas und Batthyanys nicht zu wollen, möglicherweise weil eine freie, aufgeklärte, demokratische Öffentlichkeit nur beherrscht werden kann, wenn man sie manipuliert, verunsichert und entzweit. Die Geschichte des Holocaust könnte längst aufgearbeitet worden sein, wenn diese Familien sich nicht ihrer Verantwortung entzogen hätten. Dem deutschen Volk bliebe die Weiterführung des Alptraums der tröpfchenweisen Aufarbeitung erspart, die so unendlich zermürbend und im Endeffekt kontraproduktiv ist, wenn diese Familien endlich reinen Wein einschenkten und unser Buch als korrekte, unabhängige, historische Aufzeichnung akzeptierten.

Die Namen Thyssen und Batthyany sind in den Urseelen der Deutschen und Österreicher unabdingbar mit dem Gefühl von Stolz und Ehre verbunden, aber diese Familien (die Thyssen-Bornemiszas über ihren Kopf Georg Thyssen, Kuratoriumsmitglied der Fritz Thyssen Stiftung und Unterstützer der Serie „Familie – Unternehmen – Öffentlichkeit. Thyssen im 20. Jahrhundert“, die bisher das Rechnitz-Massaker überhaupt nicht erwähnt, und die Batthyanys über ihren Kopf Graf Ladislaus Batthyany-Strattmann, Unterstützer der Bände „Die Familie Batthyany. Ein österreichisch-ungarisches Magnatengeschlecht vom Ende des Mittelalters bis zur Gegenwart“, der jegliche Beteiligung Margit Batthyany-Thyssens am Rechnitz Massaker glattweg bestreitet!), statt sich ehrenvoll zu verhalten, vermeiden eine unabhängige Untersuchung und kontrollieren ihre Zusammenarbeit in autorisierten Veröffentlichungen der Geschichtsschreibung.

Ihre Abschirmung führt dazu, dass selbst Deutsche und Österreicher, die anti-Nazi sind, oder es zumindest vorgeben, das ganze Ausmaß des Holocaust nicht erkennen können und deshalb die echte Bandbreite der Nazi-Verbrechen, wie z.B. im Fall des Rechnitz-Massakers, unfreiwillig decken, ein Vorgang, der letztendlich wie eine stillschweigende Billigung erscheinen kann.

Im Falle der Deutschen und Österreicher ist dies natürlich besonders verheerend. Aber diese Art von Ausweichmanöver muss auch gerade für Bürger angeblich „neutraler“ Länder wie der Schweiz, und insbesondere für Sacha Batthyany, absolut kontraindiziert sein. Auch ist die Anzahl der in seinem Buch und seiner Pressearbeit enthaltenen Äusserungen, die beleidigend sind, wie z.B.: „Mirta und Marga hatten den Holocaust, an den sie sich klammerten – was hatte ich?“, vollkommen inakzeptabel.

So lange Sacha Batthyany für die fragwürdige Aufrichtigkeit seiner Enthüllungen weiterhin Sympathie einfordert statt Schuld zu bekennen, so lange werden wir in dieser Sache beharrlich sein. Das ist keine „Impertinenz“, sondern unsere heilige Pflicht.

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The indispensability of “impertinence” or An explanation to a Berlin book blogger concerning Sacha Batthyany and the Thyssen-Bornemiszas (by Caroline D Schmitz)

The aggressiveness of the reaction of many German-speaking commentators following our article in the Feuilleton of Frankfurter Allgemeine Zeitung in 2007, „The Hostess from Hell“ (previously published in Britain in The Independent under the title „The Killer Countess“), has always shocked me deeply. Here was the powerful Thyssen dynasty, who not just kept quiet about their overwhelming participation in the National Socialist regime, but who had their role pro-actively denied through the propagation of misleading reports. And there were we, an English author and a German researcher, who chance had brought together in England in 1995 and who, through a very small number of outstanding personalities, namely Steven Bentinck, Heini Thyssen, Naim Attallah, George Weidenfeld, Frank Schirrmacher and Ernst Gerlach, were put into the lucky position of being able to pierce the narrative of the corporate-academic-media establishment on the subject of Thyssen and save the truth from being entombed.

From the beginning, we were „impertinent“ in the original sense of the word which is „not being part of (the establishment)“, and our research always took place at the original locations. We did not learn of the Rechnitz massacre on the Internet, but in Rechnitz itself and from Rechnitz people. At the time our article was published in FAZ, we knew nothing of Eduard Erne, who had made a documentary film on the event entitled “Totschweigen” (i.e. “Silencing to Death”) as far back as 1994 (and who currently works for Swiss television), or of Paul Gulda, who in 1991 founded the Rechnitz Refugee and Commemoration Initiative (Refugius). When we met them both at the Rechnitz-symposium at the Burgenland County Museum in Eisenstadt (Austria) in 2008, they too treated us in an unfriendly manner, which we thought could only be because they felt we had ignored their work on purpose. This was not the case and moreover, because of us, their work was now much more prominent than before. So why were they attacking us and protecting the Thyssens and the Batthyanys who had obviously rejected or ignored their work in the past?

Now, a decade later, a sizeable statement by a member of the dynasty, Sacha Batthyany, has been published in Germany in the form of the book „What’s that to do with me?“, and is due to be released in Great Britain by Quercus in March 2017 (translator: Anthea Bell) under the title „A Crime in the Family“, (a line remarkably similar to the cover headline „Shame and scandal in the family“ we used on our book „The Thyssen Art Macabre“, and which was a statement originally made to us by Heini Thyssen himself). Great efforts of promotion are being lavished on Mr Batthyany’s book, which is to be distributed as widely as Israel and the USA.

In his press work, Sacha Batthyany tirelessly pretends that it was „chance“ that he came across the negative sides of his family history and in particular the Rechnitz massacre. He says it was all „unknown“ until one day he started investigating things of which he knew absolutely nothing before, which he says is because he grew up in the „padded“ country of Switzerland, where one knows nothing, for instance, about the Second World War… This from a journalist, whose family was financially supported by the Thyssens’ wartime profiteering organised from Switzerland, who is a member of one of the most influential European (originally Austro-Hungarian) dynasties, has studied in Madrid, has worked for various big international newspapers (e.g. Neue Zürcher Zeitung) and spent a big part of his youth not in Zurich, but in Salzburg (although he admits the latter very exclusively only when he happens to be speaking in the major Austrian towns of Salzburg or Vienna – his press work does not seem to have led him to the Burgenland provinces of Eisenstadt or Rechnitz so far, whose mayor Engelbert Kenyeri, poignantly, does not seem to be too impressed by Batthyany’s book).

Even FAZ (Sandra Kegel), which during its original coverage of our story had to fend off huge ill will from Neue Zürcher Zeitung and others and without whom the German-speaking version of our book would not be available, now withheld mention of our impulse and, as so many others showered by the promotion of the Kiepenheuer & Witsch publishing house, praised Batthyany’s work as a heroic act of self-motivated honesty. And this despite the fact that his book would not exist if FAZ, ten years ago, had not had the courage to allow our „impertinence“, thereby exposing itself to the risk of serious reputational attack at the hands of their rivals in the media.

At the end of May, the Berlin book blogger „Devona“ (www.buchimpressionen.de), having reviewed 75 works of fiction, decided to review a non-fiction audio book for the first time in her life and chose „What’s that to do with me?“ to do so. In her review, she made statements about the role of Margit Batthyany nee Thyssen-Bornemisza in the Rechnitz massacre, which, according to the rudimentary state of her knowledge about the case, were not hers to make. For instance, she described the fact that Margit covered up for two main perpetrators of the crime after the war as mere „conjecture“. So we wrote a comment to her, pointing out the inaccuracy and coarse fatality of her statement. Even the statement concerning the Rechnitz massacre on the official website of the Batthyany family, which is still far from extensive enough, has been admitting for a few years now that this cover-up did happen. So why should an anonymous person, who is obviously not part of the family, disseminate contradictory information?

Devona reacted at great speed and very angrily to the content of our critical analysis. Then she revised her reaction. Now, it was no longer so much the content of our criticism that angered her, as our manner of expressing it, which she alleged to be „impertinent“. And then the author of „Buchimpressionen“ did something truly astonishing. She first took off the name of the German version of our Thyssen book („Die Thyssen-Dynastie. Die Wahrheit hinter dem Mythos“) from her platform, which had been part of our statement. She then accused us of not having provided the German public with a German-speaking version of our work. When she subsequently found out that a German version of our book has existed since 2008, she refused to recognise this fact, because, as she said, „to this day Wikipedia does not refer to a German version“.

The blogger now added that she would „not research to the ends of the Internet after every commentator“. But in truth she had not researched anywhere near the ends of the Internet, she had come to rest at its very first stop. Our book on the Thyssens exists in German, but for Devona it did not exist in German, because on Wikipedia it did not say that it exists in German. This was so indicative of German-speakers’ refusal to engage with the factual content of our book. Was this information handler just too lazy or did she not want to know about the correction? Devona’s statements, in their unfiltered emotionality, were highly revelatory. She had now also stopped addressing me and directed herself exclusively to „Mr Litchfield“, as if the book were the product of an Englishman only and not an English-German co-production.

Wikipedia as a reference point is problematic to us, particularly because FAZ in 2007, during the translation of our article from English to German, carried out several changes to our text, after, amongst other things, conversations with the presumptious head of the ThyssenKrupp archives, Professor Manfred Rasch, and after checking various Wikipedia-pages. The most important one of these changes is this: Heinrich Thyssen-Bornemisza did not settle permanently in Switzerland in 1932, i.e. one year before Adolf Hitler came to power, but only in 1938, as we found out during our research. The Independent article said 1938, but the FAZ article says 1932. People with adequate historical knowledge know what that means and the roles of Heinrich Thyssen-Bornemisza and of Switzerland during the Second World War have been explained at length in our book. To the less experienced we say simply this: it is a swap that might appear tiny, and which yet has a meaning that is both fundamental and monumental.

Devona thought of our comments to her as being „impertinent“, although they were merely strict. And she refused emphatically to look into the matter in a way that was befitting its gravity. The „impertinence“ of the matter, however, does not lie with us. The outrageousness and the aberration lies with the crimes that were committed in the name of the German people during the Second World War. The impertinence lies with the fact that the Thyssens (who had married into and financed parts of the Batthyany family) gave aid to the anti-democratic, grievously inhumane Nazi-regime, that they set the parameters in which the monstrous crimes against above all the Jews, but also against other people, including the crimes against the German people and their honour, could be carried out. It is impertinent that they have remained silent about it for 70 years, have denied their role and glorified their deeds. It is impertinent that they, in short, have misled the general public and that in large parts they continue to do so. It is only because of their behaviour that this book blogger at this time was still able to express her assumption of Margit Batthyany-Thyssen’s guiltlessness.

The families in question enjoy a comfortable supremacy in society, within the public discourse and in the „regard“ of people, based on their membership of both the world of the financially privileged and of the aristocracy. (NB: the latter is strictly long since defunct both in Germany and in Austria and can be accepted in a democracy only if it does behave in an impeccably democratic manner). Furthermore their status is due to the fact that ThyssenKrupp is still one of the major German employers and that the coal and steel industries, which the Thyssens were unfortunately allowed to continue to control after 1945, helped prevent a total collapse of the country following the Second World War (as Herbert Grönemeyer sings in his song „Bochum“: „your pit gold lifted us up again“).

In arch-conservative Austria, the Batthyanys (who Sacha Batthyany obviously considers himself part of and vice-a-versa, as he lets himself be and is pictured in their midst on their homepage – last row, second from right in the big group picture of the younger generation) continue to have a special status which derives from their long feudal history (the current head of the clan, Count Ladislaus Pascal Batthyany-Strattmann, is a Gentleman of the Papal Household!…).

In view of this, the general public continues „pertinently“ to content itself with its submissive role of being recipients of Thyssen and Batthyany misinformation. One member of the dynasty, Sacha Batthyany, has now written a book, which purports to be an honest examination of the past. But not everyone remains convinced (see in particular Thomas Hummitzsch in “Der Freitag”, but also Michael André on Getidan, and even Luzia Braun, Blue Sofa, Leipzig Book Fair).

Most of the commentators of the Rechnitz massacre say they agree that the graves of the victims have to be found. But while local people have claimed they know where the graves are and the original Russian investigations certainly located them, not everyone amongst the more powerful members of the community, both past and present, seem to be equally willing to contribute to such transparency.

While it appears to be utopic to hope that this might change, times have moved on rapidly since 2007, when our book first appeared. Thyssenkrupp is now an ailing colossus, whose name quite possibly might not exist in its present form in the foreseeable future, following a sale or take-over of all or parts. And German legislation concerning the prosecution of Nazi crimes no longer assumes automatic guiltlessness if a direct participation in acts of killing cannot be proven. A presence and role in the overall crime suffices, and an administrative office some distance away from a gas chamber is close enough for its essential contribution to the effectiveness of the killing machine to be proven. The same goes in the case of Rechnitz for the castle (which was requisitioned by the SS but continued to be financed by the Thyssens) and the Rechnitz murder pit of the night of 24/25 March 1945.

Today it is still mainly the small fish that get dragged before the courts, people such as John Demjanjuk, Oskar Gröning and Reinhold Hanning. But the clock of historical honesty is ticking relentlessly for the big fish too, who still are not working through their past voluntarily and comprehensively. Those Thyssens and Batthyanys, who played unsavoury roles during the Second World War, are dead. It is the democratic duty of their descendants finally to cut through the web of misinformation and stick by not only the positive sides of their history but the negative sides too. Only through their confession can the general public learn the last serious lessons from this history. Only then can permanent healing and reconciliation happen.

But the Thyssen-Bornemiszas and Batthyanys, it seems, do not wish this to happen, possibly because a free, enlightened, democratic public can be better controlled through unsettling, divisive manipulation. The history of the Holocaust could be comprehensively settled by now, if these families had not shirked their responsibilities. The German people could finally be released from a continuation of the drip-drip-drip of Aufarbeitung which is so bone-grinding and thereby effectively counter-productive, if these families did now come clean and accepted the fact that our book is an accurate, independent, historical record.

Deep in the souls of the German and Austrian people, the names Thyssen and Batthyany are inextricably linked to the feelings of honour and pride. However, these families (the Thyssen-Bornemiszas through their head Georg Thyssen, board member of the Fritz Thyssen Foundation and backer of the series „Family – Enterprises – Public. Thyssen in the 20th Century“ (which so far does not mention the Rechnitz massacre at all) and the Batthyanys through their head Count Ladislaus Batthyany-Strattmann, backer of the tomes „The Batthyany Family. An Austro-Hungarian Dynasty of Magnates from the End of the Middle Ages until Today“, which rejects outright any involvement of Margit Batthyany-Thyssen in the Rechnitz massacre!) fail to act honourably by avoiding independent scrutiny and controlling their cooperation in authorised historical publications.

Their shielding leads to a situation where even Germans and Austrians who are anti-Nazi, or purport to be so, cannot recognise the full extent of the Holocaust and thus unwittingly help cover up the true nature of some Nazi crimes, such as the Rechnitz massacre, a process that can all too easily appear to be that of a silent approval.

In the case of Germans and Austrians this is of course particularly devastating. But this kind of dodging is also especially contraindicated for citizens of supposedly „neutral“ countries such as Switzerland, and particularly for Sacha Batthyany. The number of statements he makes in his book and in his press work that are offensive, such as „Marga and Mirta had the Holocaust that they could hold on to. What did I have?“, is also inacceptable.

As long as Sacha Batthyany will continue to claim sympathy rather than guilt for the questionable honesty of his revelations, we will be persistent in this matter. And that is not an „impertinence“. It is our holy duty.

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An admission of the Batthyany-Thyssens’ guilt – served through a revolving door

UND WAS HAT DAS MIT MIR ZU TUN? or ‘What’s That To Do With Me?’ may or may not have literary merit. As far as I am concerned, the point is irrelevant. Sacha Batthyany is, in my considered opinion and by way of fair comment, an arrogant, self-obsessed, duplicitous, redundant Hungarian aristocrat, whose small book struggles to qualify as non-fiction, while his conflict of interest becomes ever more obvious.

I would have to admit to not feeling particularly charitable towards Sacha Batthyany as the result of his criticism of the accuracy of my writing, which he claims to have been the inspiration for his book. It is however noticeable that while I reveal my sources of information, he fails to do so, apart from making much of his reliance on both his grandmother’s diaries (which he mysteriously plans to destroy; after he has revealed their edited contents) and the diaries of one of his family’s Jewish victims.

But as well as admitting to owing Sacha Batthyany a debt of gratitude for confirming that the Rechnitz massacre did indeed take place and that his ‘Aunt’ Margit Batthyany (nee Thyssen-Bornemisza) was indeed involved, I do have to admit to his skill in achieving another, quite remarkable objective. By means of literary alchemy and without any formal qualifications (apart from a diploma in journalism) or reliance on academic research, Sacha Batthyany has turned his rigors of guilt into a burden of condemnation and vilification, that could well result in large sales, behind which he and many like him can hide their aforementioned guilt without the need to any longer rely on the somewhat tired excuse for their forefathers’ crimes as having only been the result of ‘obeying orders’.

Sacha Batthyany also manages to hide what comes close to being displays of anti-Semitism behind his stance on what he claims to be a Jewish involvement in the development of communism. His virulent anti-communism and spectacular demonization of Josef Stalin will find a sympathetic ear amongst those, including many English and Americans, who will agree that Stalin’s crimes against humanity were so much worse than those of Adolf Hitler. But his main bone of contention with the communists appears to be an insistence that they were responsible for the loss of the land, power and glory of the Batthyany family; forgetting to remind his readers that in the case of Rechnitz Castle (nee Batthyany Castle), they had in fact lost the same along with five thousand acres of land to more financially potent owners (and ultimately the Thyssens) well before 1906.

Sacha Batthyany’s coverage of the Rechnitz massacre in 1945 only forms a small part of his book; almost by way of a prologue. He favours the Austrian authorities’ version of events and repeats the familiar claim that the Jews were only killed to prevent the spread of typhoid, and in direct response to a telephone call received at Rechnitz castle from a higher order. He casts doubt over the presence of ‘Aunt’ Margit’s husband, Ivan Batthyany, on the fateful night. He also denies all the evidence given to him by the late Josef Hotwagner, the town’s historian. He repudiates our evidence, ignores the published results of the Russian investigation and accuses the people of Rechnitz of looting the castle rather than accepting the evidence that they were attempting to extinguish the blaze that the fleeing German soldiers had been responsible for starting in order to prevent the building’s use by the invading Red Army (part of the Nero Decree, the local implementation of which would have been the much more likely overall reason for said ‘telephone call’).

This same derogatory attitude towards the local residents of Rechnitz had also been voiced by Christine Batthyany back in 2007 in answer to questioning by the Jewish Chronicle. She denied any complicity in the massacre on the part of Margit Batthyany-Thyssen and claimed that conflicting reports had been ‘spread by resentful villagers’. In light of the fact that prior to the 20th century, the town and the surrounding estate had been a fiefdom, ruled over by the Batthyanys, who were to become, like the Thyssens, Nazi collaborators, it is perhaps understandable that some of the villagers might have lacked a relationship rich in warmth and brotherly love; though Sacha insists that the town’s people were ‘embarrassingly’ deferential to him.

Sacha Batthyany completes his coverage of the Rechnitz massacre with an unsupported claim that he was ‘certain’ that ‘Aunt’ Margit ‘had not been shooting…… She did not kill Jews, as the papers were writing. There is no evidence. There are no witnesses…’. Though of course he can’t be certain. I never claimed that she had personally shot any Jews but, as witnesses had reported her apparent pleasure in watching Jewish forced labourers, who had been kept in the cellars of the castle, being beaten and killed, and as she was trained in the use of fire-arms, it seemed highly likely.

So, having appeased the families’ (both Thyssen and Batthyany) conscience concerning the Rechnitz massacre, but displayed little in the way of apologetic concern for the deaths of one hundred and eighty Jews, or the fact that his branch of the family continued for many years to rely on the profits of the German war machine via ‘Aunt’ Margit, Sacha Batthyany then moved on to address his family’s other crimes against humanity in support of his self-obsessive search for absolution. He should perhaps be reminded that as a result of his great-aunt’s financial support and granting of a safehaven for Sacha’s branch of the family, Margit’s brother Heini Thyssen was of the opinion that they were little more than a bunch of ineffectual scroungers. This somewhat extreme opinion was possibly understandable if, as Heini claimed, one appreciates the fact that Margit’s husband ‘Ivy’ displayed his socially superior attitude towards the Thyssens by having an affair with Heini Thyssen’s first wife, Princess Theresa zu Lippe Bisterfeld Weissenfeld.

Finally, I was somewhat surprised that the beleaguered UBS bank, who admittedly need all the good press they can get, invested sponsorship in this book; as did an ominous Swiss entity called the Goethe Foundation. So far, none of the Thyssens or the Batthyanys (and in particular those branches of the family who did not succumb to a convenient dependency on Thyssen finance) have seen fit to make any statement concerning ‘What’s That To Do With Me?’; particularly in the form of thanking Sacha Batthyany for his presumably much appreciated reassurance concerning the Rechnitz massacre. We await further developments in this direction with interest.

Saint Sacha, replacing the conscience of the guilty with the suffering of the innocent (photo copyright: Maurice Haas)

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Ein Eingeständnis der Schuld der Batthyany-Thyssens – serviert durch eine Drehtür

UND WAS HAT DAS MIT MIR ZU TUN? mag einen literarischen Wert haben, oder auch nicht; insoweit es mich angeht ist dieser Punkt ohne Belang. Im Sinne der sachlichen Kritik, und meiner wohlüberlegten Ansicht nach, ist Sacha Batthyany ein arroganter, ichbesessener, scheinheiliger, überholter ungarischer Adeliger, dessen kleines Buch sich schwer dabei tut, den Stellenwert eines Sachbuchs zu erreichen, während der Interessenkonflikt seines Autors immer offensichtlicher wird.

Ich müsste zugeben, Sacha Batthyany gegenüber nicht besonders nachsichtig eingestellt zu sein, was mit seiner Kritik an der Genauigkeit meiner Arbeit zusammenhängt, von der er behauptet, sie sei der Anlass für sein Buch gewesen. Während ich die Quellen meiner Information offenlege ist es jedoch auffallend, dass er dies seinerseits nicht tut, abgesehen von einem hochstilisierten Zurückgreifen auf die Tagebücher seiner Großmutter (die er seltsamerweise plant zu vernichten, nachdem er deren bearbeiteten Inhalt veröffentlicht hat), sowie auf die Tagebücher eines der jüdischen Opfer seiner Familie.

Doch ausser einer gewissen Dankbarkeit für Sacha Batthyany’s Bestätigung, dass das Rechnitz-Massaker tatsächlich stattgefunden hat, und dass seine “Tante” Margit Batthyany (geborene Thyssen-Bornemisza) tatsächlich beteiligt war, muss ich auch eingestehen, dass er einen weiteren, ganz bemerkenswerten Zweck mit großer Fertigkeit erreicht. Durch eine Art literarische Alchemie und ohne jegliche formale Qualifikation (ausser einem Journalismus-Diplom) oder beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen hat Sacha Batthyany die Härte der Schuld (ein selbstauferlegtes Gefühl, welches Scham hervorruft) in eine Last der oktroyierten Verunglimpfung verwandelt (wodurch er Mitleid für sich erweckt). Dies könnte durchaus in großen Verkaufszahlen Ausdruck finden, hinter denen er und weitere Gleichgesinnte ihre erwähnte Schuld verbergen können, ohne weiterhin auf die mittlerweile ausgediente Floskel zurückfallen zu müssen, dass die Verbrechen der Vorfahren nur auf ihrem “Befehlsgehorsam” gründeten.

Es gelingt Sacha Batthyany auch, einige Momente in denen er einer Demonstration von Anti-Semitismus sehr nahe kommt, hinter seiner Haltung gegenüber der von ihm angegebenen jüdischen Rolle in der Entwicklung des Kommunismus zu verbergen. Sein virulenter Anti-Kommunismus und seine spektakuläre Dämonisierung Josef Stalins wird bei denen ein offenes Ohr finden (viele davon auch in England und Amerika), die ebenfalls der Meinung sind, dass Stalins Verbrechen so viel schlimmer waren als die von Adolf Hitler. Aber sein größter Stein des Anstoßes gegenüber den Kommunisten scheint sein Beharren darauf zu sein, sie seien dafür verantwortlich gewesen, dass die Familie Batthyany ihr Land, ihre Macht und ihren Ruhm verlor; wobei er vergisst, seine Leser darauf hinzuweisen, dass im Fall des Rechnitzer Schlosses (ehemals Schloss Batthyany), seine Familie es, zusammen mit fünf tausend Morgen Land, vielmehr weit vor 1906 an finanziell besser situierte Besitzer (und schlussendlich an die Thyssens) abtreten musste.

Sacha Batthyanys Beschäftigung mit dem Rechnitz-Massaker von 1945 bildet nur einen kleinen Teil seines Buches; quasi nichts weiter als einen Prolog. Er bevorzugt die offizielle Version der Geschehnisse durch die österreichischen Behörden und wiederholt die altbekannte Angabe, die Juden seien nur getötet worden, um die Ausbreitung des Fleckfiebers zu unterbinden und als direkte Konsequenz eines Telefonanrufs, der von höherer Stelle im Rechnitzer Schloss einging. Er sät Zweifel an der Anwesenheit von “Tante” Margits Ehemann, Ivan Batthyany, in der verhängnisvollen Nacht. Auch weist er alle Beweise zurück, die ihm vom verstorbenen Historiker des Städtchens, Josef Hotwagner, zur Verfügung gestellt wurden. Er lehnt unsere Beweise ab, ignoriert die veröffentlichten Resultate der russischen Untersuchungen und beschuldigt die Einwohner von Rechnitz, das Schloss geplündert zu haben, statt dass er die Hinweise akzeptiert, dass sie vielmehr versuchten, das Feuer zu löschen, welches die flüchtenden deutschen Soldaten gelegt hatten, um eine Nutzung des Gebäudes durch die herannahende Rote Armee zu verhindern (dies ein Teil des Nero-Befehls, dessen örtlicher Vollzug ein viel wahrscheinlicherer, übergreifender Grund für den erwähnten “Telefonanruf” gewesen sein dürfte).

Die gleiche abwertende Haltung den Einwohnern von Rechnitz gegenüber wurde schon von Christine Batthyany in Beantwortung von Fragen des Jewish Chronicle 2007 an den Tag gelegt. Sie stritt jegliche Teilhaberschaft von Margit Batthyany-Thyssen am Massaker ab und behauptete, dass gegenteilige Angaben von “missgünstigen Dorfbewohnern verbreitet” worden seien. Angesichts der Tatsache, dass Rechnitz mit umliegendem Landbesitz vor dem 20. Jahrhundert ein Lehnsgut war, über das die Batthyanys regierten, die, wie die Thyssens, Nazi Kollaborateure wurden, ist es vielleicht verständlich, dass einige Einwohner nicht unbedingt voll von Wärme und brüderlicher Liebe waren; obschon Sacha Batthyany darauf besteht, dass die Rechnitzer Bürger, die er traf, “peinlich” unterwürfig ihm gegenüber auftraten.

Sacha Batthyany vervollständigt seinen Kommentar zum Rechnitz-Massaker mit einer ungestützten Aussage, dass er “sicher” sei, dass “Tante Margit nicht geschossen hat…..Sie hat keine Juden ermordet, wie die Zeitungen behaupten. Es gibt keine Beweise. Es gibt keine Zeugen.” Obwohl er natürlich nicht sicher sein kann. Ich habe nie behauptet, dass sie persönlich Juden erschossen hat, aber, da Zeugen ausgesagt hatten, dass sie ein offensichtliches Wohlgefallen dabei hatte, zuzuschauen wie jüdische Zwangsarbeiter, die im Keller des Schlosses untergebracht waren, geschlagen und getötet wurden, und da sie in der Benutzung von Feuerwaffen versiert war, war es äusserst wahrscheinlich.

Nachdem er nun das Gewissen von beiden Familien (sowohl Thyssen als auch Batthyany) hinsichtlich des Rechnitz-Massakers beschwichtigt hat, ohne dabei viel an sich entschuldigender Betroffenheit über den Tod von hundert achtzig Juden an den Tag zu legen, (oder angesichts der Tatsache, dass sein Zweig der Familie sich noch viele weitere Jahre auf die Profite der deutschen Kriegsmaschinerie, via “Tante” Margit, verlassen hat), ging Sacha Batthyany dazu über, weitere Verbrechen gegen die Menschlichkeit in seiner Familie anzusprechen, um damit seine ichbesessene Suche nach Absolution zu befriedigen. Man sollte ihn vielleicht daran erinnern, dass die finanzielle Unterstützung seines Zweiges der Familie durch seine Großtante und ihre Bereitstellung eines sicheren Hafens für sie, Margits Bruder Heini Thyssen zu der Äußerung veranlasste, sie seien nichts weiter als eine Bande untauglicher Schmarotzer. Diese etwas extreme Meinung wird möglicherweise verständlich, wenn man sich Heinis Aussage vor Augen hält, dass Margits Ehemann “Ivy” eine Affäre mit Heini Thyssens erster Frau, Prinzessin Theresa zu Lippe Bisterfeld Weissenfeld unterhielt, um seinen gesellschaftlich höher gestellten Rang den Thyssens gegenüber auszudrücken.

Erstaunlich fand ich es letztlich auch, dass die angeschlagene UBS Bank, die natürlich jegliche Werbung gut gebrauchen kann, dieses Buch gesponsort hat; genauso wie eine ominöse schweizer Stiftung mit dem Namen Goethe Stiftung Zurich. Bisher haben weder die Thyssens noch die Batthyanys (vor allem die Zweige der Familie, die sich nicht einer bequemen Abhängigkeit von Thyssenscher Finanzkraft hingegeben haben) “Und Was Hat Das Mit Mir Zu Tun?” in irgend einer Weise kommentiert; zum Beispiel indem sie Sacha Batthyany’s Werk für seine vermutlich geschätzte Beschwichtigung hinsichtlich des Rechnitz-Massakers dankend anerkannt hätten. Wir schauen mit Interesse auf die weiteren Entwicklungen in dieser Hinsicht.

Der Heilige Sacha, beim Umwandeln eines schuldigen Gewissens in eine leidvolle Unschuld (photo copyright: Maurice Haas)

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