Posts Tagged ‘Die Thyssen-Dynastie’

Fritz Thyssen und die Zwangssterilisation von 400.000 Deutschen (von Caroline D Schmitz und David R L Litchfield)

Die Thyssens haben stets bestritten, mit der Nazi Ideologie involviert gewesen zu sein.

Nachfolgend zu unserem Buch „Die Thyssen-Dynastie“ (2008) wurde eine Gruppe von deutschen Akademikern von der Thyssen Familie und ihren Unternehmen beauftragt und von der Fritz Thyssen Stiftung finanziert, eine Reihe von Büchern über die Thyssens zu veröffentlichen. Im neuesten Band hält Felix de Taillez fest, dass Fritz Thyssen im November 1933 Mitglied des Sachverständigenbeirats für Bevölkerungs- und Rassenpolitik im Reichsministerium des Innern wurde. Weitere Mitglieder waren unter anderem Roland Freisler und Heinrich Himmler.

In einer Art, die Pinto-Duschinsky als „Grau-Waschen“ beschreibt, verteidigt der Autor sodann das Unhaltbare indem er behauptet, Fritz Thyssen habe nur als „Trophäenjäger“ Posten verschiedener Nazi Institutionen, wie z.B. der Akademie für Deutsches Recht, gesammelt, aber sich nie wirklich um diese gekümmert oder irgendwelche Entscheidungen selbst mit getragen.

Doch Unkenntnis schützt vor Strafe nicht und dies waren nicht irgend welche Institutionen. Der Sachverständigenbeirat für Bevölkerungs- und Rassenpolitik im Reichsministerium des Innern beschloss im Juli 1933 das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses. Es trat am 1. Januar 1934 in Kraft. Dies bedeutet, dass Fritz Thyssen bereit war, eine Einrichtung offiziell zu unterstützen, die für die Zwangssterilisation von 400.000 Deutschen verantwortlich war.

Er half so durch seine Vorbildfunktion, die fundamentale Korruption der medizinischen und rechtlichen Ethik zu bestärken und zu legitimieren, die die Basis für die Umsetzung des Holocaust an insgesamt 11 Millionen Juden, Slaven, Russen, Roma, Sinti, sowie deutschen und ausländischen Behinderten, Homosexuellen, Kommunisten, Christen und Freimaurern bildete.

70 Jahre hat es gedauert, bis diese Information über Fritz Thyssens Verstrickung in die Rassenpolitik der Nazis in einer offiziellen Thyssen Publikation veröffentlicht wurde. Sie kommt zu all der Information über die Finanzierung der Nazis durch ihn und seinen Bruder Heinrich Thyssen-Bornemisza hinzu, über ihre Aufrüstung und Finanzgeschäfte für das Regime, ihre Verwendung von Zwangsarbeitern, die Mitgliedschaft in Institutionen des Nationalsozialismus, inklusive der SS, ihre Profite aus der Judenverfolgung und ihre Beteiligung an der Ermöglichung von Vernichtungen, die wir bereits veröffentlicht haben.

Bis heute sind die Opfer des Nazi Programms der Zwangssterilisation, inklusive der Bundesverdienstkreuz-Trägerin Dorothea Buck-Zerchin, nicht vom Gesetz als Verfolgte des Nazi Regimes anerkannt worden. Möglicher Weise infolge von NS-Kontinuitäten. Und sie haben keine angemessene Entschädigung erhalten. 20,000 dieser Opfer leben heute.

Das anhaltende „Grau-Waschen“ durch die offiziellen Geschichtsschreiber führt dazu, dass die „transnationalen“ Thyssens es weiterhin von sich weisen können, die Mitverantwortung ihrer Familie und deren Schuldanteil an den Verbrechen der Nazis eingestehen zu müssen. Damit weigern sie sich beharrlich, die Last der Erinnerung, die auf den Schultern des deutschen Volkes ruht, fair mit zu tragen. Dies is absolut unhaltbar, nicht zuletzt nachdem das Erinnern an den Holocaust jetzt von einer zunehmend radikalen Alternative für Deutschland Partei in Frage gestellt worden ist.

Das Erinnern an den Holocaust muss berücksichtigen, dass auch Deutsche Opfer des Holocaust waren. Und es muss berücksichtigen, dass auch „Transnationale“ wie die Thyssens Täter des Holocaust waren.

Die Thyssens müssen anfangen, die historische Verantwortung ihrer Familie ehrlich und öffentlich an zu erkennen und aufhören, unseren historiographischen Beitrag zu verleugnen.

Und sie müssen endlich Reue zum Ausdruck bringen.

Dorothea Buck-Zerchin, ein prominentes Opfer des Nazi Programms zur Zwangssterilisation, welches Fritz Thyssen offiziell unterstützte (Foto copyright Miguel Ferras, taz Berlin)

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Ungarn’s Reaktion auf Sacha Batthyany und das Rechnitz Massaker (von Caroline D Schmitz)

Was uns am Sachverhalt des Rechnitz Massakers immer besonders abgestoßen hat, ist dass während die Opfer Ungarn waren, die Thyssens, von deren Schloss aus das Massaker gestartet wurde, andererseits sich nicht nur einmal, sondern zweimal auf eine adoptierte ungarische Staatsbürgerschaft des Heinrich Thyssen-Bornemisza verlassen haben, um ihr deutsches Vermögen nach dem jeweiligen Krieg zu retten. Ein Vermögen, welches es den Thyssens erlaubt hat, ihr öffentliches Image mit eiserner Hand zu wahren. Ein Vermögen, von dem auch Sacha Batthyany profitiert hat. Es ist demnach vielleicht nicht allzu verwunderlich, dass die ungarische Reaktion auf Sacha Batthyany’s Buch kritischer ausfällt als die im Westen Europas.

Ende August bezog sich der Könyves Blog im Artikel „Bereits im April wurde Sacha Batthyany’s Buch Angegriffen“ auf unsere Position und Eva Kovacz vom Wiesenthal Institut für Holocaust Studien in Wien beschrieb sehr interessante neue Aspekte unter dem Titel „Die Österreicher Haben Holocaust Gedenkstätten Vor Allem Über Uns“. Dann erschien „Wir Ziehen Die Opfer Vor“ von Peter Kövesdi auf Vasarnapi Hirek und Ban Zoltan Andras auf Unikornis bezeichnete Sacha Batthyany als verwöhnten Yuppie und sein Buch als plumpen literarischen Versuch voller Flachheiten. Und nun hat Julia Szaszi auf Szervuszausztria.hu einen exzellenten Artikel veröffentlicht, aus dem wir hiermit zitieren (Nota Bene: Alle Übersetzungen aus dem Ungarischen basieren auf Google Translate Service!):

http://szervuszausztria.hu/blog/blogpost/ausztriai-hatter-sascha-batthyany-konyvehez

„Andreas Lehner, Vorstandsmitglied des Vereins Refugius sagt: „Wir werden nicht ruhen, bis die Gräber gefunden sind und die Opfer würdig begraben werden können“. (Es hat viele positive Entwicklungen in Rechnitz gegeben)…… Die Einwohner von Rechnitz waren früher misstrauisch gegenüber Fremden…..Der Wendepunkt kam mit einem englischen Autor, David R. L. Litchfield. 2008 (Deutsche Ausgabe) wurde sein Buch „Die Thyssen-Dynastie“ veröffentlicht. Es ist voller Fakten über die Geschichte der Thyssens, wobei mehrere beunruhigende Parallelen zum Fall Rechnitz auffallen. Es lenkte einen Scheinwerfer auf diese reiche Dynastie, wie sie noch niemals zuvor in Österreich beschrieben worden war. Das Buch enthält viele Interviews mit Zeitzeugen…..Der englische Autor lehnte die Theorie ab, dass das Rechnitzer Schloss von den Russen zerstört wurde und verficht stattdessen die Meinung, dass es von den fliehenden Deutschen in Brand gesetzt wurde, um belastende Beweise zu vernichten……

Die Sowjets fanden die Gräber der jüdischen Opfer sehr bald. Insgesamt 21 Gräber mit jeweils 10-12 Leichen, die Spuren von Folter aufwiesen. Eine zweite Exhumierung geschah 1946 im Rahmen von Gerichtsprozessen. Eine Lageskizze wurde bei der zuständigen Staatsanwaltschaft hinterlegt, verschwand dann aber unter mysteriösen Umständen. Andreas Lehner von Refugius erklärt all dies damit, dass die Sowjets die eigenen Toten suchten und als sie sahen, dass die Gräber keine Russen enthielten, an dem Fall nicht mehr interessiert waren. Das ist natürlich keine Erklärung für das Verschwinden der Karte. Aber es könnte sein, dass sie zusammen mit Tausenden von anderen Dokumenten 1955 von der Armeepatrouille mitgenommen wurde, als die sowjetischen Besatzer Österreich verließen. Unter dieser Annahme hat sich jetzt anscheinend eine neue Gruppe von österreichischen Historikern gebildet, die in russischen Archiven nach dieser Karte forschen will. Es wird natürlich nicht einfach sein, dieses eine Dokument unter Millionen von Akten zu finden……

Technische Methoden der Grabung sind über die Jahre immer besser geworden….Natürlich wäre es einfacher gewesen, Informationen über die Lage der Gräber von den Verantwortlichen zu erhalten. Aber ebenso wie Franz Podezin und Joachim Oldenburg waren auch Margit Batthyany-(Thyssen-Bornemisza) und ihr Mann, Graf Ivan Batthyany vor der Ankunft der Roten Armee geflohen. Nach dem sowjetische Rückzug kamen sie nach Rechnitz zurück, wo sie u.a. der Jagd huldigten. Nach Ihrem Tod 1985 und 1989 erlaubte ihnen die bei Güssing ansässige Familie Batthyany nicht, in der Familienkrypta bei gesetzt zu werden…….

Der Bürgermeister von Rechnitz, Engelbert Kenyeri, sagt dass das Rechnitz Massaker einer ansonsten makellosen Geschichte der österreichisch-ungarischen Batthyany Dynastie einen negativen Aspekt hinzu fügt, und dabei sei es besonders tragisch, dass sie ja nur indirekt, durch die Heirat von Ivan Batthyany mit Margit Thyssen-Bornemisza, involviert sei……..Josef Hotwagner, der Historiker des Dorfes, der vor einigen Jahren starb, hatte die Kriegsjahre in Rechnitz erlebt und auch danach sehr viele Gespräche mit Einwohnern geführt, die Informationen hatten……Und heute gibt es Ortsansässige wie Andrea Hütler, eine Lehrerin die mit ihren 14-jährigen Schülern den Fall im Geschichtsunterricht bearbeitet und ein Projekt ausgearbeitet hat, welches mit dem Fred Sinowatz Preis ausgezeichnet wurde“…….

(die Schüler besuchten auch Gabor Vadasz in Budapest, den Sohn von Geza Vadasz und Neffen von Arpad Vadasz, die beide in Rechnitz ermordet wurden. Gabor bemüht sich seit Jahren verzweifelt, die Gräber ausfindig zu machen. Laut einem Artikel von Judith Gergaly hat er auch an hohe österreichische Politiker und an den Papst in dieser Sache mit der Bitte um Hilfe geschrieben).

“……..Die Gedenkstätte Rechnitz, die mit einer simplen Gedenktafel begann, wurde 2012 zu einem größeren Informationszentrum ausgebaut, welches vom österreichischen Staatsoberhaupt Heinz Fischer eröffnet wurde……Menschen, die in anderen Fällen von unauffindbaren Massengräbern involviert waren berichten davon, wie schwierig es ist, die Hürden von Verhandlungen, Schlichtung und finanziellen Aspekten zu überwinden, sodass die Fälle oft viele Jahre benötigen, um zu einem Abschluss zu kommen. Refugius möchte nur ungern solche unangenehmen Verwaltungen unternehmen, selbst wenn sie schließlich dazu führen können, dass die Gräber der Rechnitzer Opfer auf den ehemaligen Batthyanyschen Ländereien gefunden werden.“ (Ende des Auszugs aus dem Artikel auf Szervuszausztria.hu).

http://szervuszausztria.hu/blog/blogpost/ausztriai-hatter-sascha-batthyany-konyvehez

Wir finden die ungarische Reaktion und Bewertung unserer Arbeit (und insbesondere den Artikel von Julia Szaszi, die auch Wiener Korrespondentin der größten ungarischen Tageszeitung Nepszabadsag ist) beruhigend und hoffen, dass die Artikel der ungarischen Kommentatoren viele positive Resultate für den Fall Rechnitz erbringen werden.

Sollte Sacha Batthyany, dessen Buch sieben Jahre nach seinem Zeitungsartikel 2009 keinerlei Neuigkeiten zum Fall Rechnitz enthält (im Gegenteil, aus irgendeinem Grund hat er z.B. die Beweise zur Deckung von Franz Podezin und Joachim Oldenburg durch Margit Batthyany-Thyssen in der Buchversion ausgelassen) und stattdessen die Aufmerksamkeit weg von Rechnitz und hin zu einer komplett neuen Geschichte lenkt, vielleicht seine frenetische Vortragstour unterbrechen und sich auf diese, eher schwierige Aufgabe einlassen? Er könnte damit sicherlich den Namen seiner Familie in viel eindrucksvollerer Weise pflegen, als es ihm durch die Weiterführung seiner Werbeanstrengungen für sein selbstgerechtes Buch möglich sein dürfte, von dem er selbst zugibt, dass es eher fiktional ist.

Nach dem Artikel von Ficsor Benedek in Magyar Nemzet zu urteilen scheint es allerdings so, dass Sacha Batthyany sich neuerdings als Opfer des Thyssenschen Verhaltens neu erfindet, anstatt den Schuldanteil seiner eigenen Familie ein zu gestehen.

Dies ist nun eine ideale, historische Gelegenheit für die Thyssens, ihre Schuld öffentlich an zu erkennen und sich an der Lösung des Falles Rechnitz zu beteiligen, damit die Wunden heilen können, sowohl dessen, was den ungarischen Opfern und ihren Familie angetan wurde, als auch die der Menschen in Rechnitz.

Julia Szaszi, ehemalige Wien-Korrespondentin der großen ungarischen Tageszeitung Nepszabadsag, hat in Rechnitz Interviews geführt und bereits mehrere Male in der ungarischen Presse über den Fall Rechnitz berichtet. Auf der Internet-Platform Szervuszausztria.hu schreibt sie auf Ungarisch über Österreich.

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Rechnitz Revisited I

Neben der Publikation unseres Buches „Die Thyssen-Dynastie. Die Wahrheit hinter dem Mythos“ gibt es ein besonderes Ereignis, das sowohl symbolisch als auch real die Thyssens, sowohl als Unternehmen wie auch privat, dazu gebracht hat, ihre Geschichte umzuschreiben. Und zwar das sogenannte Massaker von Rechnitz, wie es jetzt genannt wird, also der Mord an hundert achtzig ungarischen, jüdischen Zwangsarbeitern nach einem Fest, welches Margit Batthyany-Thyssen im März 1945 unter anderem für SS-Offiziere gab, welche im Thyssen-finanzierten Schloss Rechnitz im Burgenland untergebracht waren; nicht nur das Ereignis selbst, sondern ein Artikel, den wir im Oktober 2007 über die Rolle Margit Thyssens bei diesem Verbrechen für die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieben.

Als die FAZ den Artikel veröffentlichte stritten manche Akademiker, wie Professor Wolfgang Benz von der Universität Berlin, das ganze Ereignis ab, während Manfred Rasch, der Archivleiter der ThyssenKrupp AG uns später als sensationsorientierte Journalisten abtat, die die Rolle der Thyssens mit Hilfe von „Sex and Crime“ Journalismus aufgebauscht hätten. Dies machte uns aber nur noch entschlossener, die Anschuldigungen zu widerlegen, wir hätten gelogen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, die nicht nur das Schloss besaßen, welches sie während des Krieges mit Geldern aus Thyssen Unternehmen finanzierten, sondern auch das umliegende Landgut und damit einen bedeutenden Teil des Städtchens.

Nun hatte der Bericht über die Beteiligung der Thyssens sich in der europäischen Presse verbreitet, dies natürlich auch online, und als die ThyssenKrupp AG (für die Unternehmen) und die Thyssen Bornemisza Gruppe (für die Familie) sich bewusst wurden, dass eine größere Kampagne der Schadensbegrenzung von Nöten sein würde, wurde ein Team von Akademikern beauftragt, nicht nur das Massaker von Rechnitz aufzuarbeiten, sondern die gesamte unternehmerische und Familiengeschichte (oder zumindest die bis zu einem passend flexiblen Zeitpunkt), und zu versuchen über die Fritz Thyssen Stiftung einen akademisch anerkannten historischen Präzedenzfall zu etablieren.

Doch obwohl es in den Büchern der Serie „Thyssen im 20. Jahrhundert – Familie, Unternehmen, Öffentlichkeit“ bisher schon mehrere Gelegenheiten gab, eine entsprechend reingewaschene Version der Geschichte des Massakers von Rechnitz aufzunehmen, ist dies nicht geschehen.

Dann wurden wir vor nicht all zu langer Zeit darauf aufmerksam, dass im Mai 2014 eine nicht sehr publik gemachte Veranstaltung an der Universität von München stattgefunden hat, nämlich eine zweitätige Konferenz unter dem Titel „Rechnitz Revisited“, welche von der vielseitigen und omnipräsenten „Nachwuchsgruppenleiterin“ Dr Simone Derix veranstaltet wurde. Als uns bewusst wurde, dass das Thema der Konferenz das Massaker von Rechnitz war und sie von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert worden war, wurde alles klar.

Es war offensichtlich eine Entscheidung gefällt worden, dass, solange das Thema Rechnitz so kontrovers und die Beteiligung der Thyssens so offensichtlich waren, es viel zu gefährlich war, „wissenschaftlich“ belegte Aussagen zu treffen, die ihre Beteiligung oder die Genauigkeit der Fakten in unserem Buch (und in unserem FAZ Artikel) anfochten. Fakten wie zum Beispiel die Details, dass Heinrich Thyssen über seine August Thyssen Bank einen RM 400,000 Kredit als „Beihilfe Rechnitz“ gewährt hatte, zu einer Zeit, als das Schloss bereits von der SS requiriert war, oder die jährliche Grundzahlung an Margit von RM 30,000 und „wandelbaren“ RM 18,000 zur Schlossunterhaltung, während das Gut „von Thyssengas weiterhin betreut“ wurde (damals Thyssensche Gas- und Wasserwerke) (siehe auch hier).

Das hinderte die Personen, die für den Inhalt der Konferenz verantwortlich waren, jedoch nicht daran, es dennoch zu versuchen und während unser Buch und unser Artikel mit keinem Wort erwähnt wurden, so wurden doch einige, allzu offensichtliche Andeutungen gemacht, nämlich an „überzeichnete mediale Darstellung“; sexbesessene Schlossherrin; skandalisierende Medienberichte; überzeichnete Fokussierung auf einzelne Personen, insbesondere Margit Batthyany-Thyssen; die große Diskrepanz zwischen den phantasievollen Berichten und der historischen Rekonstruktion des Geschehens; Phantasien und spekulative Projektionsfläche“.

Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um das Konzept voran zu treiben, dass das Geschehene auf keinen Fall in die Verantwortlichkeit der ehrenwerten Thyssens und Batthyanys fallen kann, sondern dass jede Schuld an dem Verbrechen sicher bei den weniger privilegierten Teilen der Bevölkerung zu verorten ist. Es ist eine Strategie, die in der Reihe „Thyssen im 20. Jahrhundert“ ebenso praktiziert wird, und die mittlerweile den Lesern unserer Rezensionen dieser Bücher bekannt sein dürfte.

Im Grunde schien das bewusste Format dieser Konferenz nicht zu sein, spezifische Fragen zu beantworten oder irgendeine Form einer verbindlichen Aussage zu treffen. Vielmehr sollte ein akademisches „work in progress“ etabliert werden. Es ist eine Verfahrensweise, welche auch das österreichische Innenministerium seit Jahren angewandt hat, um einen Wall aufzubauen, hinter dem unangenehme Dinge versteckt werden können wie z.B. die Frage, wo die Toten des Massakers von Rechnitz begraben sind.

Zur Konferenz wurden eine Reihe von Akademikern eingeladen, die von der Fritz Thyssen Stiftung autorisiert wurden – allen voran Eleonore Lappin-Eppel und Claudia Kuretsidis-Haider – ausserdem Sacha Batthyany, ein Journalist, dessen Familie ursprünglich sowohl das Städtchen wie auch das Schloss besaßen und von ihrer Verbindung mit den Thyssens profitierten, und die auch ein gewisses Ausmaß an Macht und Einfluss in der Gegend behalten haben. Sacha Batthyany hatte einen ernsthaften Interessenkonflikt, gab jedoch der Veranstaltung einen gewissen noblen Status und half dabei, die Aufmerksamkeit von den Thyssens weg zu lenken und auch von seiner eigenen, anscheinend schuldfreien Familie; von der einige Mitglieder (so hatte er uns einmal gesagt) weiterhin an „jüdische Verschwörungen“ im Zusammenhang mit dem ungelösten Fall glauben.

Es ist anzunehmen, dass die Fritz Thyssen Stiftung diese Konferenz nun alle paar Jahre wiederholen wird bis ihre Version der Geschehnisse, welche jedwede Erwähnung der Beteiligung der Thyssen Familie am Rechnitzer Verbrechen ausschließt, akzeptiert worden ist.

Oder bis zum unwahrscheinlich Fall dass erkannt wird, dass ihre akademischen Verleugnungen nicht überzeugen und nur unsere Bestimmtheit vergrößern, dafür zu sorgen, dass die Thyssens, die persönlich übrigens nie die Genauigkeit unserer Fakten bestritten oder uns der Übertreibung bezichtigt haben, den ihnen gebührenden Grad an Verantwortung und Schuld übernehmen.

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Dr Norbert Korfmacher Rezensiert ‘Die Thyssen-Dynastie’ (assoVerlag, Oberhausen/Ruhr) für die Deutsch-Israelische Gesellschaft

Aus dem DIG Magazin (1/2010), Seite 29:

‘Adel verpflichtet. So sagt das Sprichwort. Aber wozu verpflichtet Adel?

Der Brite David Litchfield bekam durch seine Bekanntschaft zu ‘Heini’ Thyssen Einblicke in die Unterlagen der Familie Thyssen.

Heinrich Thyssen-Bornemisza wurde 1921 als Sohn des gleichnamigen Vaters geboren. Sein Onkel Fritz hatte Anfang der dreissiger Jahre eine unrühmliche Rolle bei der Machtergreifung Hitlers gespielt und die Gunst der Stunde genutzt, um sich und seine Familie kräftig zu bereichern. Der “Führer” belohnte den Grossindustriellen mit einem Sitz im Reichstag. Schon 1934 kam es zu Spannungen zwischen Thyssen und Hitler, 1939 gar zum Bruch. Trotz seiner Flucht wurden die Nazis seiner habhaft und verschleppten ihn ins KZ. Hermann Göring hielt indes seine schützende Hand über Fritz Thyssen.

Gleichwohl machte die Familie Thyssen glänzende Geschäfte im Krieg. ‘Heini’ Thyssen, ein gut aussehender Jüngling, erlebte erste Liebschaften und rettete sich in die Schweiz. In den Alpen verlebte er den Krieg.

Untrennbar mit dem Namen Thyssen verbunden ist ein Massaker in Rechnitz. Kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee veranstaltete Gräfin Batthyany, eine geborene Thyssen, eine Sause auf ihrem Schloss mit hochrangigen Nazis und SS-Offizieren. Die betrunkenen Anwesenden machten sich einen Spass daraus, etwa 200 Juden abzuschlachten. Muss erwähnt werden, dass die adeligen Gastgeber für dieses Verbrechen nie juristisch belangt wurden?

‘Heini’ Thyssen folgte seinem Vater als Chef des Hauses. Mit seinen Geschwistern lieferte er sich einen heftigen Erbstreit um die Macht. Es folgten Jahre als Playboy: Geld, Macht, Liebe.

Das Buch ist gut geschrieben. Dort, wo Aussagen der Familienmitglieder nicht durch Quellen belegt sind, hinterfragt Litchfield diese Aussagen. Er beleuchtet das Treiben einer Familie, in der Geld alles ist.

Wozu Adel verpflichtet, weiss ich nach der Lektüre des Buches immer noch nicht, aber das Treiben der Familie Thyssen erinnert an etwas anderes: Geschichte verpflichtet. Nämlich zur Verantwortung.’

(Deutsch-Israelische Gesellschaft, Magazin 1/2010, Rezensionen, s. 29/30, Dr Norbert Korfmacher, ‘Eine Unternehmensgeschichte: Die Thyssen-Dynastie’).

http://www.deutsch-israelische-gesellschaft.de/
http://www.bamby.de/mylife.htm

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ThyssenKrupp’s Spring Sale Complications

Apart from the highly successful manufacture of U-Boats during both world wars, due, in part  – particularly during WWII -, to their financially advantageous use of slave labour, the Thyssens have not always been fortunate in their shipbuilding endeavours; as you will see from our book ‘The Thyssen Art Macabre’, which exclusively reveals the full details of Heini Thyssen’s legendary ‘Swiss’ banana boat company.

But more recent embarrassments have included the Greeks’ reluctance to pay for several submarines built by ThyssenKrupp Marine Systems which they considered unfit for purpose. Somewhat more ironic is the news that the Israelis, of all people, have agreed to commission ThyssenKrupp to build them two frigates, possibly with the additional incentive of various financial aid measures supplied by the German government.

Even less successful has been the manufacture of commercial ships which has been reflected by the news that the ThyssenKrupp owned shipyard Blohm + Voss is in future intending to abandon all commercial shipbuilding. Unfortunately, the story doesn’t end there.

Due in part to the inclement financial situation and ThyssenKrupp’s disastrous investment in Brazil, they have decided to sell off a number of divisions in a grand spring sale. First through the door, by all accounts, were the guys from Abu Dhabi MAR. Not content with assisting in bailing out the world’s largest and most spectacular property fiasco in neighbouring Dubai, Abu Dhabi has expressed an interest in buying into ALL ThyssenKrupp’s shipbuilding enterprises, both commercial AND military.

No one has seen fit to comment on how this might affect the Israelis’ frigates, but the concept of German-funded, Muslim-built, Jewish warships is certainly an interesting one. Perhaps the companies involved could ask the court in Augsburg if it could lend them Karl-Heinz Schreiber for a while to help seal the deals.

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Abgesehen vom überaus erfolgreichen U-Boot-Bau in beiden Weltkriegen, teils basierend – vor allem im 2. WK – auf ihrer finanziell vorteilhaften Anwendung von Zwangsarbeit, waren die Schiffsbauunternehmungen der Thyssens nicht immer erfolgreich; dies ist in unserem Buch ‘Die Thyssen-Dynastie. Die Wahrheit hinter dem Mythos’ nachzulesen, welches alle Details über Heini Thyssen’s ruhmreiche ‘Schweizerische Bananendampfer-Firmen‘ exklusiv darlegt.

Peinlichkeiten jüngeren Datums schliessen Griechenlands Verweigerung der Zahlung für eine Anzahl von U-Booten ein, die von ThyssenKrupp Marine Systems gebaut wurden, und bei denen der Auftraggeber technische Mängel anprangerte. Etwas ironischer ist die Neuigkeit, dass ausgerechnet die Israelis beschlossen haben, bei ThyssenKrupp den Bau zweier Fregatten in Auftrag zu geben, und zwar möglicherweise unter Zuhilfenahme verschiedener finanzieller Unterstützungsmassnahmen der deutschen Regierung.

Noch weniger erfolgreich war seit einiger Zeit die Produktion von Handelsschiffen, was daran ablesbar ist, dass die zu ThyssenKrupp gehörende Blohm + Voss Werft in Zukunft jeglichen Handelsschiffsbau abstossen will. Leider ist die Geschichte damit noch nicht zu ende.

Unter anderem aufgrund der schlechten Finanzlage und ThyssenKrupp’s katastrophalen Fehlentscheidungen in Brasilien hat man beschlossen, eine Anzahl von Zweigen in einem grossangelegten Frühjahrsschlussverkauf zu veräussern. Als erste Anwärter präsentierten sich die Leute von Abu Dhabi MAR. Ungesättigt von seinen Rettungsaktionen nach dem erstaunlichen Immobilienfiasko des Nachbarstaats Dubai hat Abu Dhabi nunmehr sein Interesse daran angekündigt, sich in ALLE Schiffsbauunternehmungen von ThyssenKrupp einzukaufen, sowohl im zivilen wie auch im militärischen Bereich.

Bisher hat noch niemand kommentiert, wie sich dies auf die Israelischen Fregatten auswirken könnte, aber das Konzept von jüdischen Kriegsschiffen, welche von Deutschland finanziert und von Muslimen gebaut werden ist sicherlich hochinteressant. Vielleicht können die beteiligten Firmen ja beim Gericht in Augsburg anfragen, ob sie sich Karl-Heinz Schreiber eine Zeit lang ausleihen können, bis die Geschäfte erfolgreich abgeschlossen sind.

HH Sheikh Khalifa bin Zayed bin Al Nahyan, current President of the United Arab Emirates (UEA) and emir of Abu Dhabi

Civilian or military? That's the 100 Billion Dollar question

Schreiber The Fat Man, Singing

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Nobel Prize Winning Austrian Playwright Elfriede Jelinek’s Thyssen Book Hearsay Accusation Sparks British Author David R. L. Litchfield’s Literary Revenge Attack And Style Exposure

There is nothing new about plagiarism, and I must admit to being rather proud when I realised how much of my book on the Thyssens Elfriede Jelinek had used in her play ‘Rechnitz (The Exterminating Angel)’, crediting it in the published version of her play. But I also appreciated the irony in the fact that she had acknowledged her use of T. S. Eliot’s ‘The Hollow Men’, for Eliot was a master of literary borrowing.

However, when Jelinek subsequently accused me in Professor Walter Manoschek’s Book ‘Der Fall Rechnitz’ of basing ‘The Thyssen Art Macabre’ on ‘hearsay’, I thought a little light-hearted revenge might be in order, now that I have discovered the secret of her writing style:

First you need to write a play. Any play. Then you feed it through a computer translator into any other language. Then reverse the process back into the original language – and heyho! and voila! – you have instant Jelinek. Try it!

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Literarischer Diebstahl ist nichts neues und ich muss gestehen, dass ich ziemlich stolz war, als mir klar wurde, wieviel von meinem Buch über die Thyssens Elfriede Jelinek in ihrem Stück ‘Rechnitz (Der Würgeengel)’ verwendet hatte; sie erwähnt es in den Danksagungen der gedruckten Version. Ich war mir allerdings auch bewusst, wie ironisch die Bestätigung ihrer Verwendung von T. S. Eliot’s ‘The Hollow Men’ ist, denn Eliot war ein grosser Meister des Plagiats.

Als Jelinek mir jedoch im Nachhinein in Professor Walter Manoschek’s Buch ‘Der Fall Rechnitz’ vorwarf, mein Buch (deutsche Ausgabe: ‘Die Thyssen-Dynastie. Die Wahrheit hinter dem Mythos’) sei ein ‘meist auf Hörensagen beruhendes Buch’, dachte ich mir, es wäre nunmehr an der Zeit für ein bisschen scherzhafte Rache, zumal ich das Geheimnis ihres Schreibstils entdeckt hatte:

Zunächst müssen Sie ein Stück schreiben. Irgendein Stück. Dann schicken Sie es durch das Uebersetzungsprogramm auf Ihrem Computer in irgendeine andere Sprache. Danach schicken Sie es wieder zurück in die Originalsprache – und presto! und sodele! – schon haben Sie Instant-Jelinek. Probieren Sie’s mal!

Time can be so cruel

'Plagiarise, Plagiarise, Let no one else's work evade your eyes' (Tom Lehrer)

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