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Buchrezension: Thyssen im 20. Jahrhundert – Band 6: “Zwei Bürgerleben in der Öffentlichkeit. Die Brüder Fritz Thyssen und Heinrich Thyssen-Bornemisza”, von Felix de Taillez, erschienen im Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn, 2017 (scroll down for English version)

Die offizielle Geschichte zum Zweiten Weltkrieg, die in der Vergangenheit vom Thyssen Komplex herausgegeben wurde, war dass Fritz Thyssen die Nazis eine Zeit lang unterstützt hatte, er aber gegen den Krieg gewesen sei und daher aus Deutschland floh, festgenommen wurde und in ein Konzentrationslager kam. Von seinem Bruder Heinrich wurde gesagt, er sei ein Ungar gewesen und in der Schweiz wohnhaft, sodass überhaupt keine Verbindung zu Deutschland oder gar zum Nationalsozialismus bestanden hätte. Nachdem wir in unserem Buch „Die Thyssen-Dynastie“ (2008) aufgezeigt hatten, dass dies nicht der Wahrheit entspricht, lancierte die Fritz Thyssen Stiftung als Antwort eine akademische Reihe, in die sich dieser Band eingliedert. Er befasst sich vor allem mit Berichterstattungen über die Thyssens in verschiedenen Zeitungen und ist der längste der Serie, mit 546 Seiten, weshalb sich diese Besprechung auf 20 Seiten erstreckt. Das Buch setzt die allgemeine Tonlage der Reihe fort, nachdem die einzelnen Autoren zwar Informationen veröffentlichen, die den alten Thyssen Mythen klar widersprechen, diese Mythen jedoch nichtsdestrotrotz weiter aufrecht erhalten werden.

 

Wie wir sehen werden würde Felix de Taillez diese Haltung als „vollkommen verständlich“ qualifizieren, da die Thyssens und die Thyssen Unternehmen „einen guten Ruf zu verteidigen“ haben. (1997 fusionierte die Thyssen AG mit der Krupp AG zur Einheit thyssenkrupp, welche sich gegenwärtig in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befindet). Das bevorzugte Mittel von de Taillez, um berechtigte Kritikpunkte zu vermeiden ist es, etwas als „bemerkenswert“ zu bezeichnen. Er verwendet diesen Ausdruck ausgesprochen oft, was ein äusserst gestelltes Bild ergibt. „Bemerkenswert“ ist ein vager Ausdruck, den man in einer akademischen Arbeit nicht in dieser hohen Frequenz erwartet. Es scheint, als würde de Taillez so eine Atmosphäre von „Spin“ erschaffen, welche Menschen ohne Vorkenntnis des Themas umgarnt. Dies birgt die Gefahr seine ansonsten exzellente historische Arbeit in ein Werk der Public Relations zu verwandeln.

 

Für die Allgemeinheit sieht es so aus, als würde Felix de Taillez diese beiden Gesichter der Medaille äußerst gut zuwege bringen und es erstaunt nicht, dass er es zu einer verantwortungsvollen Position als Referent der Präsidentin der Universität der Bundeswehr in München gebracht hat, die für die Ausbildung des deutschen Offizier-Korps zuständig ist. Aber es gibt Unstimmigkeiten in seiner Buchpräsentation und da seine Thesen jetzt mit der deutschen Staatsräson in Einklang stehen sollten, gibt dies Anlass zur Sorge. So verspricht seine Online Präsenz an der Ludwig-Maximillians-Universität:

 

„(Dieses Projekt) wird die Brüder Fritz und Heinrich Thyssen als EINHEIT GERADEZU KOMPLEMENTÄRER GEGENFIGUREN interpretieren, DENN DER SCHEINBAR UNPOLITISCHE HEINRICH AGIERTE, WENN AUCH VERDECKT, MINDESTENS SO NACHHALTIG POLITISCH wie Fritz. Mediale Sichtbarkeit bzw. Unsichtbarkeit erscheinen in dieser Perpektive als ABGESTIMMTE STRATEGIE POLITISCHEN HANDELNS“.

 

Diese Aussage scheint eine willkommene, neuartige Ehrlichkeit zu versprechen und doch erstaunt sie gleichzeitig, denn sie erscheint nicht im Buch selbst und ist tatsächlich gar nicht repräsentativ für dessen Ausarbeitungen. Im Band selbst wird Heinrich Thyssen-Bornemisza’s Medienabstinenz tenorartig weiterhin damit erklärt, dass er im Zusammenhang mit einem Gerichtsverfahren in jungen Jahren in London schlechte Erfahrungen mit der Presse gemacht und sich danach mit seiner Heirat 1906 als unpolitischer, ungarischer Adeliger aus dem öffentlichen (v.a. dem deutschen!) Leben komplett zurückgezogen habe.

 

Dies ist die Version, welche auch die Familienmitglieder seit jeher propagiert haben. Erst kürzlich wieder ließ sich Francesca Habsburg née Thyssen-Bornemisza im Financial Times Weekend Magazine als österreichische Thronanwärterin und Enkelin eines „ungarischen Barons“ feiern. Was sicherlich angenehmer ist, als Heinrich Thyssen-Bornemisza korrekterweise als bürgerlichen, deutschen Waffenhersteller und Nazi Banker preisgeben zu müssen; besonders, wenn man sich, wie Habsburg-Thyssen, im schönen Schein der teuren Kunst sonnt, die die Familie, zumindest teilweise, mit den Profiten dieser verwerflichen Aktivitäten erstand.

 

Selbst der von Felix de Taillez für seine Arbeit gewählte Titel ist auffallend irreführend, suggeriert er doch, dass beide Brüder, und zwar als bürgerliche Mitglieder der Gesellschaft, gleichwertig und gewollt in der Öffentlichkeit verankert gewesen seien. Dabei sahen sich die ja gerade diese Thyssen Brüder gar nicht als Teil des Bürgertums. Auch befasst sich nur ein knappes Viertel des Werks mit Heinrich Thyssen-Bornemisza, und nur mit seiner ausdrücklich zugelassenen Sichtbarkeit in den exklusiven Teilöffentlichkeiten der Kunstsammlerei (welche von Johannes Gramlich bereits ausführlich erarbeitet wurde) und des Pferderennsports (welche wir in einem separaten Artikel nach dieser Rezension besprechen werden).

 

Wir nahmen an, de Taillez würde aufzeigen, wie es Heinrich Thyssen ansonsten gelang, sich aus Medienberichten konsequent herauszuhalten und was er dabei der öffentlichen Einsichtnahme zu entziehen suchte. Immerhin verfügt das neu gegründete Archiv der Stiftung zur Industriegeschichte Thyssen in Duisburg über erstaunliche 840 laufende Meter bis zu dieser Serie (ausser von uns) unerschlossenen Materials zum Thema Thyssen-Bornemisza. Doch anstatt gründlich den Wind der Aufarbeitung durch die Bestände des Archivs der ThyssenKrupp AG und der neu hinzugekommenen Akten wehen zu lassen, wird die Öffentlichkeit wieder einmal mit Krümeln abgespeist.

 

In diesem Band wie in der ganzen Serie bleiben die polit-ökonomischen Handlungen v.a. des Heinrich Thyssen-Bornemisza weitgehend verschleiert, diesmal dem Thema entsprechend hinter der Aussage, die Brüder seien Opfer unausgewogener Berichterstattungen und Medienmechanismen wehrlos ausgesetzt gewesen. Felix de Taillez erwähnt Heinrich’s Beteiligung am Private Banking nicht, welches von Natur aus unter größter Diskretion abgewickelt wird. Er verschweigt seine Freunschaft mit Hermann Göring (ein Kunde der August-Thyssen-Bank) und erwähnt auch nicht die Benutzung der Bank durch die deutsche Spionageabwehr. Dadurch vermeidet er es, Informationen darüber zu geben, wie die Thyssens ihrerseits, und v.a. Heinrich, die Medien manipuliert und ihre Aktivitäten aus deren Spotlight herausgehalten haben.

 

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Zu den aufschlussreichen Beschreibungen in Felix de Taillez’s Buch gehört die Aussage, dass Heinrich im Ruhrkampf 1923 sich „politisch auf die Seite von Fritz“ schlug, er „in gewisser Weise (…) sogar radikaler als sein Bruder (Fritz war), da er Verhandlungen mit der Besatzungsmacht grundsätzlich ablehnte“. „Hinter den Kulissen“, so heisst es, traf Heinrich „zusammen mit Weggefährten“, – die de Taillez unbenannt lässt – „die sich alle einer ‘vaterländischen Bewegung der Ruhr’ angeschlossen hatten, führende Militärs und Politiker in Berlin (…).“ Als „Finanzverwalter“ der „Ruhrschutz-Gemeinschaft“ habe Heinrich Thyssen-Bornemisza „Propaganda im deutschen Sinn in allen besetzten Gebieten“, (sowie in) „Holland, (der) Schweiz, Elsass-Lothringen und Italien“ mit organisiert, so de Taillez weiter.

 

Man würde gerne Frau Habsburg fragen, warum ein Mann, der angeblich ein ungarischer Baron war, so etwas getan haben soll. Und wieso hat es ein Jahrhundert gedauert, bis diese Einstellungen und Handlungen des Heinrich Thyssen-Bornemisza ans Licht der Öffentlichkeit kamen? Weil hier über die Jahre hinweg eine ganz bewusste Strategie am Werk war. Weil der Thyssen-Komplex die Thyssen Brüder bisher immer so porträtiert hat, als sei Fritz der deutsche Nationalheld und Heinrich der von allem deutschen Übel Befreite gewesen. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe und spielt gleichzeitig bei Fragen von Macht und Schuld Verwirrspiele mit der Öffentlichkeit.

 

Aber so vorteilhaft diese Art von Dienlichkeitslegenden auch sein mag, es ist sehr aufwändig, sie aufrecht zu erhalten; denn die Welt ist ja, glaubt man Felix de Taillez, voller „schonungsloser“ linker Schreiberlinge, die aus unerfindlichem Grund darauf bestehen, Dinge zu hinterfragen. So kam es z.B. auch, wie der Autor darlegt, dass ausgerechnet „das SPD-Blatt ‘Vorwärts’“ 1932 von einem holländischen Insider die Information bekam und diese auch druckte, dass die Thyssen-Firma „Vulcaan beim Erzfrachtverkehr der (Vereinigten Stahlwerke AG) bevorzugt (wurde), indem sie als einzige Reederei in den Genuss von sehr langfristigen Verträgen mit dem Düsseldorfer Stahlriesen gekommen sei. Überdies zahle die (VSt) dafür Raten, die weit über den üblichen Marktpreisen lägen“.

 

Man würde annehmen, es sei als verwerflich einzustufen, dass ein Teil des von Christopher Neumaier so treffend als „exorbitant“ beschriebenen Thyssen Vermögens also auf unlauteren Geschäftspraktiken zu beruhen scheint. Aber de Taillez erlaubt sich statt dessen den folgenden Kommentar: „Auf diese Weise wurden Geschäftsverbindungen enthüllt, die die Thyssens unter erheblichem Aufwand zu verschleiern versucht hatten“. Als sei die wirtschaftskriminelle Tat eine Leistung und das wahre Übel deren wahrheitssuchende Aufdeckung.

 

Und de Taillez setzt auf diese verdrehte Betrachtungsweise sogar noch einen drauf. Fritz Thyssen bezeichnete den Mangel an Kapital als das größte wirtschafliche Problem der Weimarer Republik. Die Frage nach seiner eigenen Kapitalflucht aus Deutschland heraus verwies er jedoch ins Reich der Legende, z.B. in einem Interiew mit Ferdinand de Brinon 1924. Absolut verständlich, nach Auffassung von de Taillez, schließlich hatte er ja einen Ruf als „pflichtbewusster deutscher Unternehmer“ aufrecht zu erhalten. Wodurch die Künstlichkeit der Thyssenschen Reputation im Handumdrehen ein akademisches und, wegen der Position des Autors, sogar ein quasi staatstragendes (!) Legitimitätssiegel erhält.

 

* * *

 

Das Leben der Thyssen Brüder Heinrich und Fritz strotzte nur so von künstlichen Konstrukten. Da war ihr Militarismus, welchen de Taillez als verinnerlichte Verbindung zu ‘Heer, Tradition, Glaube und militärischen Praktiken’ darstellt. Beide hatten sich in Hohenzollernschen Elite-Regimentern militärisch ausbilden lassen und doch verweigerte sich Heinrich dem Kriegsdienst und Fritz entwich ihm frühzeitig, indem er sich „auf eigenen Vorschlag mit einem offiziellen Auftrag des Auswärtigen Amts betrauen (ließ), um die Rohstofflage für das Reich im Orient (Osmanisches Reich) zu klären“. Stephan Wegener’s Behauptung, die Thyssens hätten im ersten Weltkrieg hohe materielle Verluste erlitten ist nichts weiter als Familienfolklore, die unliebige Fakten zu verschleiern sucht. Wegener, vom Familienzweig des Josef Thyssen, blendet bequemerweise aus, dass die Familie nicht nur vom deutschen Staat entschädigt wurde, sondern auch noch enorme, komplett auditierte Gewinne durch Lieferung von Stahl, Waffen und U-Booten (unter Verwendung von Zwangsarbeitern) machte. Es schwer auszuhalten, dass Felix de Taillez und andere in der Serie die Familienlegende der hohen Kriegsverluste unhinterfragt wiedergeben, als sei sie Fakt.

 

Zu welchen charakterlichen Verrenkungen ihre Selbstinszenierungs-Konstrukte führten wird für Heinrich Thyssen-Bornemisza am besten am Beispiel seiner adoptierten Nationalität deutlich. Da er sich im Gegensatz zu Fritz als „Ungar“ aufstellen musste, bestand er unerbittlich darauf, sein Schloss im Burgenland mit der ungarischen Bezeichnung „Rohoncz“ zu benennen. Die deutsche Version war ihm zu „sozialistisch“ (aus einem Brief an seine Frau, siehe „Die Thyssen-Dynastie“, Seite 123 – er implizierte fälschlicherweise, der deutsche Begriff sei 1919 mit Ausrufung der Republik neu entstanden). Hierbei legte Heinrich sich laut de Taillez sogar mit der burgenländischen Landesregierung, dem österreichischen Bundesdenkmalamt, dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultur und dem Auswärtigen Amt in Berlin an. Ironischerweise saß die Schlossverwaltung ganz woanders, nämlich beim Rotterdamsch Trustees Kantoor in Rotterdam. Doppelt und dreifach tarnte sich “der Baron“; ortsgebundene Amtshengste hatten solchen extravaganten Strategien nichts entgegen zu setzen.

 

Auch Fritz stand der Abschaffung der Monarchie in Deutschland und Österreich, sowie der aufsteigenden Sozialdemokratie feindselig gegenüber. Laut de Taillez sah er Deutschland als bedrängten Mittelpunkt eines engen Kreises aus England, Frankreich, Italien und Russland und meinte, der „große Druck von außen lasse die deutsche nationale Einigung auf demokratischem Wege nicht zu“. Sozialdemokraten fand er als „gemäßigte Revolutionäre“ „genauso gefährlich“ wie radikalere Umstürzler. Thyssen wollte, so de Taillez, dass der „spirit of the worker“ einfach nur „deutsch“ sei, und sonst gar nichts. Während die Gewerkschaften verstärkte Rationalisierungen, Arbeitszeitverkürzungen und Lohnerhöhungen forderten, wollte er ein durch die Heraufsetzung des Arbeitstags von 8 auf 10 Stunden (!) wiedererstarktes Volk und das Ende der betrieblichen Mitbestimmunng. Doch wie konnte dies den Kriegsheimkehrern schmackhaft gemacht werden, die sich zunehmend pazifistischen und demokratischen Organisationen zuwandten?

 

Laut Niels Löffelbein, erklärt George Mosse den Aufstieg des Faschismus durch eine „Brutalisierung“ der politischen Kultur der Nachkriegszeit durch die Masse der Soldaten, die zu einer „Entgrenzung und Radikalisierung der politischen Gewalt“ geführt habe. Angel Alcalde hält dem entgegen, die Weltkriegsteilnehmer seien in der „mythomotorischen Inkubationszeit“ der 1920er Jahre durch die extreme Rechte und Veteranenorganisationen zunehmends als anti-bolschewistische Kämpfer „instrumentalisiert“ worden. Im Kult um die gefallenen (wie die noch kampfbereiten) Helden zelebrierten sie die Verbindung von Radikalnationalismus und Krieg. Laut de Taillez richtete Fritz Thyssen noch im Oktober 1917 eine Beitrittserklärung an die rechtsnationale Deutsche Vaterlandspartei (DVLP). 1927 gab er während einer Abendveranstaltung des „Stahlhelm Bund der Frontsoldaten“, des „gewaltbereiten Kampftrupps“ der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) in seiner Heimatstadt Mülheim eine Rede. Auch dem „Bündnis der antidemokratischen rechtsextremen Harzburger Front“, in dem der „Bund der Frontsoldaten“ vertreten war, soll er „sehr nahe“ gestanden haben.

 

Wie Felix de Taillez schreibt, unterstützte Thyssen auch die Austro-faschistische Heimwehrmiliz: „Über Anton Apold, (…) dem Generaldirektor der Österreichisch-Alpinen Montangesellschaft (…) (die) mehrheitlich der Vereinigte Stahlwerke AG gehörte, (…) gab es eine Verbindung Thyssens zu den rechtsradikalen Heimwehren in Österreich.“ „Dem deutschen Großindustriellen wurden von der Düsseldorfer Volkszeitung unterstellt, auf ‘begrenztem Kampffeld in Österreich’ testen zu wollen, wie der Einfluss der Gewerkschaften gebrochen werden könnte.“

 

All dies wird eindeutig auch Heinrich im Geiste unterstützt haben, aber als angeblicher Ungar hielt er sich aus der deutschsprachigen Berichterstattung zum Thema heraus und wurde so nicht als rechtsextremer Unterstützer wahrgenommen. Indem er versäumt, dies klar zu sellen, trägt de Taillez zu dem Bild bei, das in dieser Reihe weiterhin von Heinrich gezeichnet wird, eines Mannes nämlich, der in keinster Weise ein Sympathisant der extremen Rechten gewesen sei. Das ist eine Behauptung, die ausschließlich auf der Abwesenheit öffentlicher Quellen beruht, die als solche bewusst von Heinrich und seinen Partnern sicher gestellt wurde. Mangel an Beweisen ist nicht mit Beweis eines Nichtbestehens gleich zu setzn. Dies hätte von de Taillez klar gestellt werden müssen. Doch tut er dies nicht, denn wenn man Heinrich’s rechtsextreme Sympathien enthüllt, zerstört man zugleich den mythologischen Ruf der Thyssens.

 

* * *

 

Für die Thyssens gab es stets Interessenkonflikte zwischen ihrer nationalen Zugehörigkeit und ihren wirtschaftlichen Eigeninteressen. Nachdem sie bereits vor dem ersten Weltkrieg die Besitzstrukturen ihrer Werk in die neutralen Niederlande verlegt hatten, beteiligten sich Fritz und sein Vater August kurz nach Ende des Krieges in Düsseldorf an Gesprächen über die Gründung einer Rheinischen Republik. Laut de Taillez lautete der Vorwurf des Mülheimer Arbeiter- und Soldatenrats, der sie verhaftete, dass sie „die Abtrennung Rheinland-Westfalens und die Besetzung des Ruhrgebiet durch die Alliierten gefordert hätten“. Ein Kellner hatte das Treffen gemeldet und die Thyssens sahen sich bald als „profitgierige Heuchler“ und „Geldsackpatrioten“ bezeichnet; andere sagten, dies sei eine Verleumdung absolut treu-deutscher Industrieller. Das Verfahren gegen sie wurde eingestellt, offiziell, weil ihnen kein Hochverrat an Deutschland nachgewiesen werden konnte. Felix de Taillez schreibt der Kellner hätte gestanden, gelogen zu haben. Dass er dies eventuell tun musste, um seinen, oder überhaupt einen, Job zu behalten, scheint dem Autor nicht in den Sinn zu kommen. Fritz Thyssen, der laut de Taillez „für die deutsche Politik einen viel höheren Stellenwert als ein normaler Bürger“ hatte, wurde bald darauf vom Auswärtigen Amt in Berlin an den vertraulichen Nachverhandlungen einzelner Artikel des Vertragswerks des Versailler Friedensvertrags beteiligt.

 

Bereits kurz nach dem Krieg fing Fritz Thyssen auch an, sich in Argentinien einen Ausweichwohnsitz einzurichten, in dem er zunächst die Estancia Don Roberto Lavaisse in der Provinz San Luis erstand. Auch die Verbindung der Familie mit Südamerika reichte bereits in die Zeit vor dem ersten Weltkrieg zurück, als August Thyssen in Buenos Aires eine Zweigniederlassung der Firma Deutsch-Überseeische Handelsgesellschaft der Thyssen’schen Werke (Hamborn) gegründet hatte. Seit 1921 hieß die Tochterfirma dann Compania Industrial & Mercantil Thyssen Limitada. 1927 übernahm sie die Firma Lametal und „firmierte fortan unter Thyssen-Lametal S.A.“. Heinrich Thyssen-Bornemisza verkaufte sie laut de Taillez 1927 für 4,8 Millionen Gulden an die Vereinigte Stahlwerke AG. Auch in Brasilien hatte die Familie seit Jahren Besitz und warb für den wirtschaftlichen Handel dort.

 

Während des Ruhrkampfs 1923, den Fritz Thyssen angeblich als „legitime Abwehrmaßnahme gegen die ausländischen Neider“ interpretierte, ließ er sich vor dem alliierten Gericht durch Friedrich Grimm verteidigen, einem erklärten Antisemiten und späteren NS-Juristen, der laut de Taillez nach 1945 NS-Täter verteidigte und NS-Verbrechen verharmloste. In den Augen des Autors wurde Thyssen aber nur künstlich zur „Projektionsfläche“ einer „neuen deutschen Nationalidentität“ bzw. eines „freien Deutschtums“ „hochstilisiert“ , und zwar vor allem durch die New York Times und die Times of London. Dabei bildete der Ruhrkampf die erste Möglichkeit für Fritz, öffentlich aus dem Schatten seines bis dato allbestimmenden Vaters herauszutreten, der nun ernsthaft kränkelte. Dieses Selbstbefreiungsmotiv ist aus unserer Sicht im Zusammenhang mit Fritz Thyssen’s öffentlich zelebrierten Rechtsrucks ein nicht zu unterschätzender Faktor.

 

Wenn es nach de Taillez geht, muss konkret „offen bleiben“, „ob Fritz Thyssen von der Welt eines mitunter extremen Nationalismus, der sich in Deutschland im ersten Weltkrieg gebildet hatte, erfasst wurde“. Schade nur, dass seine Ehefrau Amelie Thyssen in dieser akademischen Reihe so wenig Beachtung findet, ausser als Co-Stifterin der Fritz-Thyssen-Stiftung. Laut Heini Thyssen’s persönlicher Aussage uns gegenüber war Amelie Thyssen jedenfalls alles andere als „hochstilisiert“, sondern tatsächlich während dieser „Inkubationszeit“ der 1920er Jahre in ihrem starken Deutschnationalismus nationalsozialistisch. Obwohl de Taillez immer wieder beschreibt, wie sehr Fritz von der Meinung seiner Frau abhing, lässt er die Möglichkeit der politischen Beeinflussung innerhalb dieser Paarbeziehung gänzlich unerwähnt. Da Amelie die treibende Kraft hinter der Wiedererlangung des Thyssen-Imperiums nach dem zweiten Weltkrieg war, würde auch jedes schlechte Licht auf sie, den mythologischen Ruf der Thyssens gefährden.

 

Grimm’s Argumentation vor Gericht war von der Aussage geprägt, dass „Privatbesitz wie die Ruhrkohle (…) rechtlich ohne Entschädigung der Eigentümer nicht einfach beschlagnahmt werden (könne), um staatliche Schulden zu tilgen. De Taillez behauptet, der Ruhrkampf habe in Fritz Thyssen ein „politisches Sendungsbewusstsein“ ausgelöst, „das weit über die Aktivitäten im Interesse des Geschäfts hinausging“. Er gesteht ein, dass Thyssen durch seine Aussagen, die deutsche Wirtschaft könne „nur durch größere Arbeitsleistung“ gesunden, SCHULD auf sich geladen habe. Er habe nämlich „durch solche öffentliche Äußerungen (…) auch zum Scheitern der Sozialpartnerschaft in den 1920er Jahren (beigetragen), was die demokratische Staatsform in Deutschland erheblich gefärdete“.

 

Später ließ Adolf Hitler Fritz Thyssen in dem Glauben, er dürfe für sein Konzept des korporativen Staats eine Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft führen. Diese nicht erwiderte Tätigkeit ermutigte Fritz zu beträchtlicher politischer Aktivität. Fritz war enttäuscht, als sein Projekt nicht umgesetzt wurde, aber, als er dies bei Hitler bemängelte, erwiderte dieser: „Es gibt nichts, wofür ich Ihnen dankbar sein müsste. Was Sie für unsere Bewegung getan haben, haben Sie zu Ihrem eigenen Nutzen getan und es als Versicherungsprämie abgeschrieben“. (Zitat bei Henry Ashby Turner Jr., siehe „Die Thyssen-Dynastie“, S. 138).

 

Laut de Taillez verfolgte Fritz Thyssen vorrangig seine eigenen Geschäftsinteressen, außer dann wenn für ihn nicht ganz klar war, „welcher Weg (diesen) am zuträglichsten sein würde“. In der Europäischen Verständigungspolitik beschreibt er ihn als „zweideutig“. Thyssen kritisierte die Weimarer Republik sowohl in der französischen Presse als auch in der amerikanischen Öffentlichkeit, bezeichnete die deutsche Regierung als „schwach und nicht vertrauenswürdig“ und fiel damit „der deutschen Außenpolitik in einer schwierigen Situation in den Rücken“. Andererseits kritisierte er die „kurzsichtige und engherzige egoistische Wirtschaftspolitik der Nordamerikaner“. Thyssen „wollte bilaterale Austauschverträge für den Rohstoffverkehr, die der internationalen Finanzspekulation das Handwerk legen und Unabhängigkeit vom Wechselkurs erreichen sollte“. Wenn Fritz aber „gegen die Finanztechnik (wetterte), die die wirkliche Wirtschaft störe“, so blendete er dabei praktischerweise aus, dass die Thyssen-Familie drei internationale Banken zu 100% kontrollierte und damit selbst ein Global Player in Sachen Finanztechnik war (was allerdings von de Taillez unbegreiflicherweise nicht erwähnt wird).

 

* * *

 

Obwohl seine Nachwuchsgruppenleiterin Simone Derix es in ihrem Band bereits ausgiebig widerlegt hat, behauptet Felix de Taillez wiederum dass Heinrich seinen Erbteil des Familienkonzerns vollkommen unabhängig vom Erbteil des Fritz Thyssen führte. Auch dass die beiden Brüder ein schlechtes Verhältnis gehabt hätten betont er häufig. Nun mag es ja sein, dass sie sich nicht über alles liebten. Es ist ganz normal, dass es zwischen Geschwistern gewisse Neidhaftigkeiten gibt. Heini Thyssen erzählte uns, wie sein Vater eines Tages die Zürcher Bahnhofstrasse entlang gelaufen und demonstrativ auf die andere Straßenseite gewechselt sei, als er seinen Bruder Fritz sah. Doch das hatte tatsächlich mehr mit Image als mit Realitäten zu tun. Auch Heini wollte ein Bild des Zwists bestärken, da sich seine, die Thyssen-Bornemisza Seite der Familie bis dahin erfolgreich aus jedweder Diskussion um den Nationalsozialismus herausgehalten hatte. Aber schon ein kurzer Blick auf ein Bild der drei Thyssen-Brüder im Jahr 1938 in unserem Buch und hier zeigt, dass es im Verständnis zwischen Heinrich und Fritz überhaupt kein Problem gab. Statt objektiv zu sein, plappert de Taillez althergebrachte, zu Dogmen erhobene Thyssen-interne Mythen nach. Was „bemerkenswert“ ist, da er doch eigentlich beide Männer als „eine Einheit geradezu komplementärer Gegenfiguren interpretieren“ will, deren „Sichtbarkeit bzw. Unsichtbarket“ (in dieser Perspektive) als „abgestimmte Strategie politischen Handelns (erscheint)“.

 

Nachdem Heinrich 1926 seine „exorbitante“ Erbschaft gemacht hatte, investierte er über wenige Jahre hinweg massiv in Gemälde und Kunstgegenstände, dem Vorbild seines Freunds Eduard von der Heydt folgend, der im gleichen Jahr in die Schweiz gezogen war. Obwohl seine Sammlung nie dort ansässig war nannte er sie „Sammlung Schloss Rohoncz“, um ihr den Anschein zu geben, als sei sie seit längerem organisch gewachsen und von noblem Format. Als solche ließ er sie 1930 in der Neuen Pinakothek in München ausstellen. Doch Friedrich Winkler von den Staatlichen Museen in Berlin rückte „Thyssen-Bornemiszas Methoden (…) in die Nähe von Napoleons Kunstraub“ und beschrieb ihn als „unbedarft, unwissend, beschränkt und abhängig von Händler- und Expertenurteilen“. Rudolf Buttmann, Abgeordneter der NSDAP im Bayerischen Landtag, nannte die Sammlung gar ein „von Händlern zusammengestelltes Ganzes“. Viele Zuschreibungsfehler und Fälschungen wurden angeprangert, was sich zum regelrechten „Medienskandal“ auswuchs. Die Münchner Pinakotheken zeigten sich, laut de Taillez, nur bei 60 der 428 Bilder nach Ende der Ausstellung bereit, sie vorübergehend in ihren eigenen Beständen zu zeigen.

 

Doch dies waren hochspekulative Zeiten mit einer „zunehmenden Kommerzialisierung des Kunstmarkts“. Allem Aufschrei zum Trotz ging Heinrich Thyssens „Kalkül“ auf, „öffentlich den Wert seiner Sammlung bestimmen zu lassen“ (50 Millionen RM – es ist allerdings nicht ersichtlich wie de Taillez von solch einem „Kalkül“ wissen will). Auch wurde sein Unterfangen als „nationale Tat“ beschrieben „an der ganz Deutschland interessiert sei“. Er sei ein „Retter deutschen Kulturguts“ und mit einem „bürgerlichen Bildungsauftrag“ ausgestattet. Während dessen war auffallend, dass Heinrich nirgendwo als Sohn des bekannten Ruhrindustriellen und Erschaffers des Familienvermögens, August Thyssen, vorgestellt wurde. Stattdessen wurde er als „großer Unbekannter“ gehandelt, als eine Person von ominösem Flair, von der niemand so richtig zu wissen schien, woher sie kam. Es musste gerade genug „Deutschtum“ angeheftet bleiben, um die konservativen Kreise Münchens zufrieden zu stellen, während man die Illusion von Heinrich’s adoptierten Magyarentum aufrecht erhielt. Was bedrückt, ist dass de Taillez dies nicht klar als die offensichtliche Thyssensche Manipulation öffentlicher Wahrnehmung outed, die es war.

 

Die Stadt Düsseldorf und ihr Kunstmuseum, die in den Weimarer Jahren „unter deutschen Großstädten führend“ waren im Hinblick auf ein „hoch entwickelte IInstrumentarium kommunaler Öffentlichkeitsarbeit“ nutzte Heinrich Thyssen über Jahre hinweg aus. Laut de Taillez hielt er sich „für eine so wichtige Persönlichkeit (…), um der lokalen Politik Forderungen zu stellen“. Aber de Taillez behauptet unsinnigerweise, die nationale Verortung Heinrichs in Deutschland wäre einzig und allein aufgrund der Pressearbeit seines Kunstberaters Rudolf Heinemann und des Düsseldorfer Oberbürgermeister Robert Lehr entstanden, und nicht in Heinrichs eigenem Sinn gewesen. Dabei gibt er im gleichen Werk an (siehe oben), dass Heinrich im Ausland „Propaganda im deutschen Sinn“ organisierte. Also verstand er sich sehr wohl als Deutscher, behielt ja auch seinen deutschen Pass (siehe „Die Thyssen-Dynastie“ S. 76 – von Simone Derix bestätigt) und kassierte deutsche Entschädigungszahlungen für Kriegsschäden an seine Firmen (siehe „Die Thyssen-Dynastie“, S. 256 – von Harald Wixforth bestätigt). Es ist unverständlich, warum de Taillez solch widersprüchliche Aussagen macht; es sei denn, die Kritik an dieser Reihe, sie sei durch die Quelle des Sponsoring – die Fritz Thyssen Stiftung – beeinflusst, könnte berechtigt sein.

 

Felix de Taillez geht weiter als er sollte, in dem er nicht nur existierende Thyssensche Manipulationen verschleiert, sondern sogar neue ins Leben ruft. Er schreibt: „Heinrich (reagierte) insofern auf das Ausstellungsdebakel, als er seine Kollektion danach zu großen Teilen umbaute, dabei die umstrittenen Bilder veräußerte, und somit erst den eigentlichen Durchbruch zu der heute weltbekannte Sammlung schaffte“. Dabei verweist er auf Johannes Gramlich’s Band „Die Thyssens als Kunstsammler“, Seiten 263-273. Dort allerdings wird nur von 32 Bildern gesprochen, die zwischen 1930 und 1937 verkauft worden sein sollen. Thyssen-interne Listen, die uns vorliegen zeigen, dass 405 Gemälde, die Heinrich bis einschließlich 1930 gekauft hatte 1948 von seinen vier Kindern geerbt wurden. Demnach wären theoretisch also nur 23 Bilder zwischen 1930 und 1948 verkauft worden.

 

Es kann demnach absolut keine Rede davon sein, Heinrich habe „seine Kollektion (nach dem Ausstellungsdebakel) ZU GROßEN TEILEN (umgebaut)“ und dabei „DIE umstrittenen Bilder (veräußert)“, was sich so anhört, als habe er ALLE umstrittenen Bilder der 1930er Ausstellung danach verkauft.

 

Das Thyssen-Bornemisza Museum in Madrid enthält noch heute mindestens 120 Bilder aus der Münchner Ausstellung von 1930. Wenn ein „Umbau“ stattfand, dann wurde dieser nicht von Heinrich Thyssen-Bornemisza aktiv durchgeführt, sondern fand passiv nach seinem Tod statt und zwar v.a. durch Erbteilung (1948, sowie 1992 nach dem Verkauf nur einer Hälfte der Thyssen-Bornemisza Sammlung an Spanien – die andere Hälfte ging an die Frau und vier Kinder von Heinrichs Sohn, Hans Heinrich).

 

Auch gab es einen Verkauf deutscher Bilder durch Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza in den 1950er Jahren, der sich nach der Nazi-Era noch stärker als sein Vater von Deutschland absetzen wollte (siehe „Die Thyssen-Dynastie“, S. 269). Ausserdem wurde Heini Thyssen natürlich ein Kunstsammler auf einer ganz anderen Ebene als sein Vater und kaufte tatsächlich einige sehr gute, v.a. moderne Gemälde.

 

Viele der fragwürdigen, 1930 ausgestellten Bilder sind jedoch in Thyssen-Besitz geblieben. De Taillez’s gegenteilige Behauptung ist irreführend.

 

Man muss auch daran erinnern, dass Heini Thyssen die meisten in der Erbteilung von 1948 verteilten Bilder von seinen Geschwistern zurück gekauft hat, sodass die meisten der fragwürdigen 1930er Bilder in seinem Besitz endeten. Die Einstellung der Thyssens war es immer, dass Bilder, sobald sie einmal in ihrem Besitz waren, nicht mehr hinterfragt werden durften. Darin versuchten sie, das Prestige, welches die Rothschilds besaßen, nachzuahmen. Die Öffentlichkeit und die Medien – die möglicherweise einem VIP-Äquivalent des königlichen Turnus’s unterworfen sind (wonach Journalisten vom Zugang zu Mitgliedern des Königshauses ausgeschlossen werden, wenn sie negative Stories publizieren) – schienen diese Version der Realität meist zu akzeptieren.

 

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Was an diesem Buch und an der Serie auffällt ist, dass sie nicht ein einziges Originalstatement eines lebenden Mitglieds der Thyssen Familie enthällt. Tausende Seiten neuer Geschichte werden zu ihrem Thema geschrieben, und man frägt sich, wie die Thyssens sich wohl fühlen, jetzt da einige der Teller, die über so einen langen Zeitraum hinweg und in so kostspieliger Weise in der Luft jongliert wurden, plötzlich mit einigem Getöse auf den Boden zu fallen drohen.

 

Doch Felix de Taillez wäre nicht Felix de Taillez wenn er uns nicht noch mit einer weiteren schönfärberischen Einschätzung aus dem Reich der Thyssen-Kunst entlassen würde. Verschiedene Kunstberater, Museumsdirektoren und der Baron selbst hatten widersprüchliche Aussagen gemacht, wann genau die Gemälde erstanden worden waren. Waren sie je im Rechnitzer Schloss gewesen, wie es der Name der Sammlung suggerierte? Manchmal hieß es ja, manchmal nein. Die uns vorliegenden Thyssen-internen Listen zeigen, dass das erste Bild von ihm 1928 erstanden wurde und alle Werke bis zur Ausstellung im Jahr 1930 in verschiedenen Depots verwahrt wurden (das Vorwort des Ausstellungskatalogs macht die sehr deutlich – siehe hier). Was allerdings den Baron nicht davon abhielt, manchmal 1906 für seinen ersten Kauf anzugeben, das Jahr seiner Verheiratung nach Ungarn.

 

Und Ähnliches tat sein Rechtsanwalt auch in den 1930er Jahren mit den Schweizer Behörden: „Im Zusammenhang mit Heinrich Thyssen-Bornemiszas Umzug in die Schweiz ist weiterhin bemerkenswert, dass ihm die erste Ausstellung seiner Sammlung in München in finanzieller Hinsicht von Nutzen war. Anlässlich der Einfuhr seiner Gemälde und anderer Kunstgegenstände in die Schweiz diente ihm bei den eidgenössischen Behörden der Hinweis auf die Ausstellung mit besagtem Katalog als Beweis dafür, dass sich rund 250 wertvolle Gemälde schon länger in seinem Besitz befänden. Durch diesen Schachzug gelang es ihm, die Kunstgegenstände ‘zum persönlichen Gebrauch’ zollfrei nach Lugano schaffen zu lassen“.

 

(Der Name von Heinrich Thyssen-Bornemisza’s Tessiner Anwalt war Roberto van Aken, und es war nicht das einzige mal, dass er es für seinen Kunden mit der Wahrheit nicht so genau nahm).

 

Rekapitulatierend: Heinrich Thyssen trickst über seinen geschmeidigen Anwalt die Schweizer Zollbehörden aus, Felix de Taillez applaudiert dies, gibt anscheinend als Grund dafür, dass angeblich nicht 428, sondern 250 Gemälde in die Schweiz geschafft wurden an, der Baron habe die fragwürdigen verkauft und lässt uns gleichzeitig ebenso wie Johannes Gramlich im Dunkeln, wann und wie genau der Transfer der Güter aus Deutschland heraus stattgefunden hat. Da die Sammlung bei der Erbteilung 1948 insgesamt 542 Bilder enthielt lässt de Taillez auch offen, woher die anderen knapp 300 Bilder stammten und wann sie in die Schweiz gekommen sein sollen.

 

Dass die Thyssens selbst sich so intransparent gaben, leuchtet ein. Dass allerdings Akademiker, die 80 Jahre nach den Geschehnissen beauftragt wurden, den Sachverhalt angeblich „unabhängig“ aufzuarbeiten genauso vorgehen, ist nicht hinnehmbar. Zumal kein Mitglied der Familie befragt wurde.

 

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Alles in allem ist Felix de Taillez erstaunlich stur dabei, die Heinrich Thyssen-Bornemisza umgebenden Mythen zu verlängern, während er bei der Presentation von Fritz viel direkter ist. Wir unterstellen nicht, dass die Fritz Thyssen Stiftung oder die Stiftung zur Industriegeschichte Thyssen die Ergebnisse dieser akademischen Untersuchungen gesteuert haben. Aber die Tatsache, dass Zugang zu Quellen und finanzieller Unterstützung durch diese Einheiten gewährt wurde (in deren Vorständen nur EIN Mitglied der Thyssen Familie sitzt, nämlich Georg Thyssen-Bornemisza, ein Nachfahr von Heinrich, nicht von Fritz) muss die Autoren sicherlich dazu geführt haben, bei ihren Schlussfolgerungen „Vorsicht“ walten zu lassen.

 

Befassen wir uns weiter mit Fritz, so schauen wir nach dem Putsch von General Jose Felix Uriburu 1930 in Argentinien auf ein „undemokratisches Jahrzehnt“, in dem es zu einer „starken ökonomischen Verflechtung mit Deutschland“ kam. Seit den 1890er Jahre, so de Taillez, gab es dort „starke rechtsextreme Bewegungen“ und „bereits vor der Machtübernahme in Deutschland“ fasste die Auslandsorganisation der NSDAP in Argentinien „besonders gut Fuß“ (siehe auch „Die Thyssen-Dynastie“, S. 250). Später berichtete die La Plata Zeitung, dass Fritz Thyssen 1930 in der argentinischen Öffentlichkeit die „Morgenröte des kommenden neuen Deutschlands“ unter Hitler ausgemalt habe. Im Argentinischen Tageblatt forderte er 1934 die „unumschränkte Macht der neuen (deutschen) Regierung zur Ankurbelung der Wirtschaft“, was de Taillez „bemerkenswert“ findet, habe er doch „sonst immer auf große Freiräume für the Privatwirtschaft“ bestanden. De Taillez weiter: „Die Machtkonzentration im NS-Staat bot laut Thyssen den wesentlichen Vorteil, Entscheidungen zu trefen, ohne wie im ‘marxistisch verseuchten Parteienstaat’ ‘Halbheiten’ machen und Kompromisse schließen zu müssen“. Wobei Fritz die extremistische Sprache der Nationalsozialisten gegen ihre politischen Feiden verwendete.

 

Während der Gelsenberg-Affäre 1932 gab es Presseberichte, angefeuert vom ehemaligen Reichsfinanzminister Hermann Dietrich, wonach Fritz Thyssen für die Vereinigten Stahlwerke AG ein Geschäft mit französischen und niederländischen Investoren ausgehandelt hätte, welches die Reichsregierung aber verhindern wollte, da sie keinen ausländischen Einfluss auf das Unternehmen wünschte. Indem er einen Brief an die deutsche Öffentlichkeit schrieb, „dass er lediglich Kreditsondierungen vorgenommen habe“, so de Taillez, „stellte er bewusst die Reichsregierung bloß“. De Taillez argumentiert, dass Thyssens Angaben demontiert wurden, als ein Brief von Friedrich Flick an ihn der Frankfurter Zeitung zugespielt wurde, welcher aufzeigte, dass Flick „Thyssens Vorschlag (abgelehnt hatte) gerade wegen der damit verknüpften Geldquelle“. Die Düsseldorfer Volkszeitung brandmarkte ihn daraufhin als „unpatriotisch“.

 

Anfang 1932, während sein Bruder Heinrich die Villa Favorita in Lugano erwarb, schwenkte Fritz „demonstrativ zum Nationalsozialismus um“. Seine Frau war bereits seit 01.03.1931 Parteimitglied, Fritz wurde es offiziell am 07.07.1933. Auf den Ruhrkampf zurückblickend schloss er laut de Taillez, dass dies ein „Vorläufer für das nationalsozialistische Gedankengut des neuen Deutschlands“ war. „Anders als 1923 stehe nun nicht nur das Ruhrgebiet entschlossen da, sondern ganz Deutschland werde den Weg gehen, den der ‘Führer’ vorschreibe. Die Zerschlagung des Marxismus im Innern sei allein Hitler, der SA und der SS zu verdanken“ (aus einem Artikel in der Kölnischen Zeitung, „Fritz Thyssen über den Klassenkampf“, am 02.05.1933).

 

So wurde Thyssen zum „Medialen Akteur“, der dann unter Hitler „erheblich von der Abschaffung der Pressefreiheit“ profitierte, da bald niemand mehr seinen verbalen Roheiten etwas entgegensetzen durfte. In Buenos Aires führte er während dessen Verhandlungen „mit hohen staatlichen Stellen“ wie „General Agustin Pedro Justo, dem nach gefälschten Wahlen seit 1932 amtierenden Staatspräsidenten“. Nachfolgend wurde im November 1934 ein Argentinisch-Deutsches Handelsabkommen samt Verrechnungs- und Kompensationsverfahren unterzeichnet, wodurch der Handel zwischen den beiden Ländern drastisch anstieg. Es scheint, dass Thyssen hier versuchte, einen Gegenpol zur allmächtigen anglo-amerikanischen Wirtschaftsmacht aufzubauen. Felix de Taillez wertet dies allerdings nur dahingehen, der extremst egoistische Fritz habe sich hierin ausschließlich um den Aufbau seines öffentlichkeitswirksamen „Image“ als „einflussreicher Wirtschaftsführer“ gekümmert, um nur für sich persönlich viel öffentliche Beachtung zu finden.

 

Doch nicht die gesamte südamerikanische Presse war den Thyssens hold. Das Argentinische Tagesblatt sprach 1934 von einer „Bindung gemeinsamer Pleiten“, die Anfang 1933 stattgefunden hätte, als die Vereinigten Stahlwerke bankrott und die NSDAP hoffnungslos verschuldet gewesen seien. „Die Zeitung warf der Vereinigten Stahlwerke AG, under Thyssens Ägide als Aufsichtsratsvorsitzender, Bilanzfälschung in erheblichem Ausmaß vor“ (aus dem Artikel „Geschäfte eines Staatsrats“, vom 08.11.1934). Die Kölner Kulturzeitschrift Westdeutscher Scheinwerfer bescheinigte Fritz Thyssen gar eine „Selbstherrschernatur“ und „führte als Hauptgrund für die Krise bei der Vereinigte Stahlwerke AG die problematische persönliche Politik des Fritz Thyssen an“. Seine Kritiker in den Medien „erklärten Fritz Thyssen in wirtschaftlichen und politischen Fragen für unfähig“ und „machten ihn für die hohen Verlust der Vereinigte Stahlwerke AG verantwortlich“.

 

Es war genau das, wovor sein Vater August, der keinerlei gesellschaftliche Ambitionen hatte und ausschließlich für seine Werke lebte, Jahre zuvor gewarnt hatte. Er hatte sicher gestellt, dass sein Sohn Fritz nur Aufsichtsratsvorsitzender, nicht aber Geschäftsführer der Vereinigten Stahlwerke AG wurde, um den Schaden zu mindern, den er der Firma zufügen würde. August glaubte, dass Heinrich nur minimal besser als Fritz geeignet war, das Thyssen Imperium zu führen (siehe „Die Thyssen-Dynastie“, S. 95).

 

Nach dem Krieg beschuldigten die Alliierten die Vereinigte Stahlwerke AG, die NSDAP finanziell kontinuierlich und vorbehaltlos unterstützt zu haben (siehe „Die Thyssen-Dynastie“, S. 106). Fritz schleuderte quasi den Ball zurück in die alliierte Hälfte als er 1950 schrieb „Meiner Meinung nach dienten die Nürnberger Prozesse nur dazu, Sündenböcke für Hitlers Kriegspolitik zu finden. Es wäre für die Amerikaner beschämend gewesen, hätten sie zugeben müssen, dass sie die deutsche Wiederaufrüsung von Anfang an unterstützt hatten, weil sie einen Krieg gegen Russland wollten“ (siehe „Die Thyssen-Dynastie“, S. 294).

 

Was „bemerkenswert“ ist für einen Mann, dessen Ruf von der Glaubwürdigkeit seiner anti-KriegsPosition abhängt: Als die Nationalsozialisten Wilhelm von Keppler und Kurt von Schröder Unterschriften für die Eingabe bei Paul von Hindenburg zusammentrugen, Adolf Hitler zum Reichskanzler zu ernennen, war Fritz Thyssen einziges Mitglied der Ruhrlade (Verbindung 12 wichtiger Ruhrindustrieller, die 1928-1939 existierte), der unterschrieb. Im Umgang mit anderen Unternehmern konnte er schroff und unmanierlich sein. Er ermahnte v.a. solche Kollegen zur „Disziplin“ die in seinen Augen „liberalistisch“ agierten. Leute wie Gustav Krupp zu Bohlen und Halbach, der sich bis zuletzt gegen Hitler sträubte und, wie Richard Freudenberg und viele andere auch, sich erst dem Nationalsozialismus ergab, nachdem die Diktatur mit Hilfe der Thyssens und ihrer Gesinnungsgenossen installiert worden war. „Etwaigen Störern“, so de Taillez, „drohte (Thyssen) mit seinem neuen Einfluss auf die zuständigen staatlichen Organe“, i.e. er drohte, sie bei Hermann Göring anzuschwärzen.

 

Dies ist ein Eingeständnis durch den Thyssen Komplex einer hochgradig herrischen Verhaltensweise des Fritz Thyssen die, als solche, tatsächlich bemerkenswert ist.

 

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Selbst katholischen Geistlichen, eigentlich Verbündete, drohte Fritz Thyssen, so zum Beispiel Kardinal Schulte im März 1933, als er verlauten ließ, seine Familie würde dem Gottesdients fernbleiben „solange die ungerechte Behandlung der Führer & Mitglieder der NSDAP andauert“. Er nahm an soziologischen Sondertagungen in Maria Laach unter dem Abt Ildefons Herwegen und dem Kreis ‘anti-demokratischer Rechtskatholiken’ teil, die laut de Taillez zu den Nationalsozialisten „anschlussfähig“ waren. Diese waren „gegen die Aufklärung, die allgemeinen Menschenrechte, Demokratie, Liberalismus, Sozialismus, Kommunismus, dezidiert anti-semitisch“ und für einen „autoritären Korporatismus“. Sie versuchten eine „Reichstheologie“ zu entwickeln, „getragen vom katholischen Akademikerband“.

 

Dies erinnert uns wieder einmal daran, dass Mitglieder der akademischen Berufe, wie z.B. Rechtsanwälte, besonders frühe und begeisterte Anhänger der Nazi Ideologie wurden.

 

Trotz all dieser Drohgebährden behauptet Felix de Taillez – nicht sehr überzeugend -, Fritz Thyssen habe den Nationalsozialismus „konservativ“ ausgelegt. Anscheinend sah er ihn als „Wiedergeburt des verloren gegangenen Staates und der Volksgemeinschaft“. Der Nationalsozialismus sei für ihn keine Weltanschauung gewesen, sondern eine „HELDISCHE KRAFT“, wonach ein „staatstragender Stand von Menschen“ wieder erstanden sei, der den „Kampf gegen die Totengräber des Staates“ aufgenommen haben. – Anklänge an die instrumentalisierenden, proto-faschistischen Veteranenverbände nach Angel Alcalde sind hier deutlich zu vernehmen -. Doch im gleichen Paragraphen enthüllte Fritz Thyssen dann seine elitäre Vorstellung seiner Rolle im Nationalsozialismus, wenn er sagte man würde diesem Stand allerdings „seine Würde und seinen Vorrang nehmen, wenn man versuchen wollte, durch weltanschauliche Propaganda 64 Millionen Menschen in die gleiche Würde hineinzuheben“.

 

Für die Rheinische Zeitung hieß das, Thyssen war ein Faschist, aber „kein Radau-Nazi“. In Wirklichkeit war es so, dass er sich selbst und seine Familie als Teil des Staates, nicht aber als Teil der Volksgemeinschaft sah, die er in einem deutlich untertänigen Rang zu sich und seinen Partnern wähnte. Es hört sich weniger wie eine konservative und mehr wie eine FEUDALE Auslegung des Nationalsozialismus an.

 

Mit dem Ingangkommen der Diktatur bat der Gauleiter von Essen, Josef Terboven, in einem Schreiben an Rudolf Hess, „Thyssen durch den ‘Führer’ zum wirtschaftspolitischen Bevollmächtigten für das Ruhrgebiet ernennen und sein Amt mit unbedingter Autorität ausstatten zu lassen“. Anscheinend gab es ein Power-Dreieck bestehend aus Hermann Göring, Gauleiter Terboven und Fritz Thyssen, dessen mediales Sprachrohr die National-Zeitung war. Fritz Thyssen nahm laut de Taillez an den Nürnberger Reichsparteitagen teil. Er war Mitglied des Zentralausschuss der Reichsbank, der Akademie für deutsches Recht und des Sachverständigenbeirats für Bevölkerungs- und Rassenpolitik (siehe auch hier). Bis 1938 hatte Fritz auf sich so viele Aufsichtsratsmandate versammelt, „dass er hinter dem Vereinigte Stahlwerke AG Vorstandschef Albert Vögler und dem Bankdirektor der Berliner Handelsgesellschaft, Wilhelm Koeppel, den dritten Rang der Einzelpersonen (einnahm), die im Zentrum der Netzwerke der reichsweiten Wirtschaftselite positioniert waren“.

 

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Die bahnbrechende These von Felix de Taillez ist, dass es ein langer Weg gewesen sei, bis Fritz Thyssen den Bruch mit den Nazis vollzogen habe: „Die 1948 im Spruchkammer-Verfahren von ihm und Weggefährten vorgebrachten Beteuerungen, sich bereits im Laufe der 1930er Jahre demonstrativ abgewendet zu haben (erscheinen) so nur als vorgeschobene leicht durchschaubare Verteidigunsversuche“. Noch 1936 habe er Hitler in einer Tischrede im Düsseldorfer Industrie-Club geradezu manisch verteidigt und dabei sogar Zitate aus „Mein Kampf“ verwendet. Im gleichen Jahr gab er sich in den Worten des Autors „unbelehrbar“, als er denjenigen, die in der Rüstungspolitik der Nazis Vorboten von Krieg sahen vorwarf, sich zu irren. „Hitler allein sei es zu verdanken“, so Thyssen, „dass Deutschland international wieder als gleichwertiger Partner gesehen werde“. Sowohl Gottfried Niedhart in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als auch der Perlentaucher haben die Interpretation freudig aufgegriffen, Fritz Thyssen sei „keineswegs der mächtige Mann hinter Hitler“, sondern nur „geblendet“ gewesen und habe „wohl wirklich geglaubt, die Aufrüstung diene nicht der Kriegsvorbereitung, sondern dem Ziel, „bündnisfähig zu werden“.

 

Doch weshalb sollte man es glauben, dass ein Mann, dessen Gedankengänge ansonsten so wechselhaft und unzuverlässig waren, ausgerechnet in diesem EINEN, für die deutsche Volksseele so zentralen Punkt (die Befürwortung des Kriegs und der Nazi-Greuel), klar gesehen und wahrhaftig gewesen sein soll? Hört es sich nicht eher wie einen weiteren Versuch an, die lang anhaltende Unterstützung des Nazi-Regimes durch die Thyssens zu verschleiern? Vor allem da Fritz’s angebliches Engagement gegen den Krieg so wichtig für die Fähigkeit der Thyssens war, ihr Eigentum nach dem Krieg von den Alliierten zurück zu erhalten.

 

Und warum, wenn Fritz wusste, wie er 1950 schrieb, dass die Amerikaner Deutschland wiederbewaffnen wollten, um gegen Russland in den Krieg zu ziehen, sagte er sich nicht früher von dieser unheilvollen Allianz los?! Weil auch er einen Krieg gegen die Sowjetunion befürwortete? Oder weil es für ihn wichtiger war, die wirtschaftlichen Gewinne einzufahren, als einen moralischen Standpunkt einzunehmen? Und falls dies so war, wieso geben diese offiziellen Thyssen Biographen weiterhin an, seine Flucht aus Deutschland, als sie denn endlich stattfand, habe einer sittlichen Positionierung entsprochen, nicht einer simplen Bequemlichkeit, wo Fritz doch, so de Taillez, so viele frühere Gelegenheiten versäumt hatte, sich Hitler’s Plänen entgegen zu stellen?!

 

Nachdem Hermann Göring im Sommer 1938 die kriegswirtschaftliche Mobilmachung ausgesprochen hatte, verbreitete Thyssen, so de Taillez, „diese Propaganda durch sein klares Bekenntnis zum Vierjahresplan medial weiter“. Im Februar 1939 wurde er durch Walther Funk, einem Kunden der August Thyssen Bank (siehe „Die Thyssen-Dynastie“, S. 115) zum Wehrwirtschaftsführer ernannt. Die im Denazifizierungsverfahren vorgebrachten Eingaben, Thyssen „habe sich mit ernsthaften Umsturzgedanken“ getragen und sei mit Widerstandkreisen in Kontakt gewesen bezeichnet de Taillez als müßig, da „verlässliche Quellen fehlen“. Vielmehr bescheinigt de Taillez Thyssen absolute „Tatenlosigkeit“ nach außen bis November 1939, also bis zwei Monate nach Ausbruch des Krieges. Auch bei einer Vorgabe, „nach dem November-Pogrom 1938 habe Thyssen General von Kluge eine enge Kooperation zwischen Industrie und Armee vorgeschlagen, um der NS-Politik ein Ende zu bereiten“ fügt er klärend hinzu: „aufgrund der Quellenlage ist es mehr als fraglich, ob es einen solchen Plan überhaupt gegeben hatte“.

 

Im Prinzip demontiert Felix de Taillez damit komplett die bisher „erfolgreiche Umdeutung“ des Fritz Thyssen zu einem „Bild eines außergewöhnlich frühen ‘fanatischen Gegners’ des Nationalsozialismus, der bereits 1936 im Widerstand aktiv war“, wie sie ab 1948 von Thyssens Rechtsanwalt und PR-Beauftragten Robert Ellscheid herausgegeben worden war (siehe auch hier).

 

Und das ist wirklich „bemerkenswert“!

 

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Laut de Taillez berichtete die englische Presse nach der Flucht Fritz Thyssens in die Schweiz im September 1939, es läge ein internationaler Haftbefehl gegen ihn für Diebstahl, Veruntreuung, Steuerhinterziehung und Bruch deutscher Währungsrestriktionen vor. Thyssen aber drohte Hitler ausgerechnet mit der internationalen öffentlichen Meinung, während er sich gleichzeitig als „stolzer“ Deutscher „mit jeder Faser seines Seins“ dargestellte. Er wolle „die Unschuld der ‘German nation’ an den Entwicklungen“ aufzeigen, schrieb er, während er gleichzeitig sagte, „das deutsche Volk habe in der Zwischenkriegszeit bewiesen, dass es ‘incapable of adjusting itself to democratic institutions’ sei“ (Selbst während seines Denazifizierungsverfahrens 1948 „stand Fritz Thyssen weiterhin auf dem Standpunkt, dass Demokratie keine geeignete Staatsform für Deutschland sei“!).

 

De Taillez qualifiziert seine Einstellung als „naiv“. „Schizophren“ und „dreist“ wäre aus unserer Sicht eindeutig angebrachter. Typisch für den Thyssenschen Allmachtsglauben ist sicherlich auch, dass Fritz zu meinen schien, der Lauf eines von solch langer Hand geplanten Krieges ließe sich durch ein paar simple Äußerungen seinerseits ändern. Die Tatsache, dass es seinem Bruder Heinrich so elegant gelungen war, über seine ungarische Nationalität und seinen sicheren, bequemen schweizer Wohnsitz, sich aus allem Politischen herauszuhalten und dennoch alle finanziellen Vorteile der Thyssen-Unternehmungen im Krieg zu genießen, muss Fritz immens geärgert haben. Dieser Verdruss mag sogar ein Auslöser seiner Flucht gewesen sein. So erstaunt es auch nicht, dass er keine Rücksicht auf Heinrich’s Stillschweigeabkommen mit den Schweizer Behörden nahm (siehe „Die Thyssen-Dynastie“, S. 132), das er durch seine laute Flucht gefährdete.

 

De Taillez erläutert nun, dass Fritz Thyssen über „geheime Kanäle“ „Kontakt zu Altkanzler Joseph Wirth und westlichen Agenten“ aufgenommen habe und so „in gewisser Weise Teil von Wirths Sondierungsversuchen mit Frankreich und England“ geworden sei. Dann aber sei General Halder, der „bis dahin Anführer der geheimen militärischen Opposition zum Dritten Reich“ gewesen sei „Anfang 1940 eingeknickt“. Der französische Geheimdient, so de Taillez, vermutete hingegen, „dass Fritz Thyssen Kopf einer weitläufigen Geheimorganisation sei, die Deutschland in der Schweiz aufbaue, um den französischen und britischen Einfluss in Europa zu unterminieren“. Gleichzeitig glaubt de Taillez, „unter normalen Umständen wäre Thyssen die Einreise nach Frankreich während des Kriegs verweigert worden. Sein Glück war, dass er den französischen Geheimdienst in der Schweiz hatte überzeugen können, über wichtige Informationen und Einschätzungen zu verfügen, die den Alliierten im Kampf gegen das Dritte Reich nützten“.

 

Es war stets typisch für die ultra-vermögenden Thyssens, sich bei allen wichtig zu machen. Nur dass es diesmal um Krieg ging. Um Zugehörigkeit ging es den Thyssens nie. Sie waren transnational und nur sich selbst, aber keiner einzigen Nation verpflichtet.

 

Gut ablesen lässt sich das auch aus dem Buch „I Paid Hitler“, welches Fritz Thyssen zusammen mit Emery Reves 1940 verfasste und Letzterer 1941 in London und New York veröffentlichte (siehe auch hier). Reves arbeitete laut de Taillez seit 1937 auch mit Winston Churchill zusammen. 1940 soll Churchill Reves „mit dem Aufbau des britischen Propagandaapparats in Nord- und Südamerika“ beauftragt haben (!). De Taillez weiter: „Reves weihte Churchill in die zentrale These Fritz Thyssen’s zur Wiederherstellung des Friedens in Europa ein, die bald öffentlich proklamiert würde: Deutschlands Teilung“ – und zwar in „ein protestantisches Ostdeutschland und ein katholisches Westdeutschland unter einem Wittelsbacher“. Churchill soll diese Ansichten an seinen Geheimdienstberater Major Desmond Morton weiter geleitet haben – obwohl man hier doch wohl Zweifel hegen könnte, wieviel davon O-Ton Fritz Thyssen gewesen wäre, und wieviel eher britischer Propaganda zuzuschreiben sein mag…

 

Dass Fritz Thyssen auch manchmal „bewusst die Unwahrheit gesagt“ (sprich gelogen) haben könnte, ist etwas, was Felix de Taillez auf Seite 459 im Zusammenhang mit Thyssens Aussagen zur Entstehungsgeschichte von „I Paid Hitler“ in den Raum stellt. Es ist ein Anflug von Ehrlichkeit, die eben auch mit „Ehre“ zu tun hat, und die bei so vielen Aussagen der Thyssens und ihrer offiziellen Biografen bislang sehr vermisst wurde. Nachdem sich Thyssen und seine Anwält von dem Buch distanzierten, bestätigte Reves der Spruchkammer, es sei insgesamt von Thyssen diktiert und zu zwei Dritteln von ihm korrigiert worden. Reves bestritt, ein Ghostwriter zu sein, und bezeichnete sich als Herausgeber und Presseagent. Auch brachte er vor, Anita Zichy-Thyssen habe ihm mehrfach für die Veröffentlichung gedankt. Bis heute preisen die Nachfahren von Anita in Süd-Amerika das Buch an und verunglimpfen jeden, der sich kritisch über Fritz Thyssen äussert (siehe hier).

 

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De Taillez hält fest, dass Fritz Thyssen nach seiner Ingewahrsamnahme durch die Alliierten „in Britischen und US-Amerikanischen Wochenschauen als mutmaßlicher Kriegsverbrecher präsentiert“ wurde. Sodann behauptet er: „offenbar taten sich die Amerikaner sowohl mit einer einheitlichen Einschätzung von Thyssens Fall als auch in der Koordination mit den deutschen Behörden noch schwer“. Dies blendet aus, dass der Fall vor allem dadurch erschwert wurde, dass ein Zugriff auf Heinrich Thyssen-Bornemisza in der Schweiz für die Alliierten nicht möglich war und auch, dass es Diskrepanzen zwischen den Briten und den Amerikanern gab, wie die Thyssens zu behandeln seien (die Briten tendierten mehr zu deren Bestrafung). Wilhelmus Groenendijk, der von 1957 bis 1986 dem Finanzmanagement der Thyssen-Bornemisza Gruppe angehörte, erklärte uns gegenüber: „Heinrich wie Fritz waren als Kriegsverbrecher erfasst. Aber von den Niederlanden aus haben wir es geschafft, dass ihre Namen auf der Liste immer weiter nach unten rutschten, bis wir behaupten konnten, dass ihr Vermögen in Wahrheit alliiertes Eigentum sei“ – und daher unmöglich den deutschen Kriegsanstrengungen zugute gekommen sein konnte…. (siehe „Die Thyssen-Dynastie“, S. 240).

 

De Taillez resumiert für Fritz Thyssen dass er sich „trotz erheblicher Differenzen (…) lange Zeit mit dem Dritten Reich arrangierte, da es einen Sockel an Gemeinsamkeiten gab“, nämlich das Ideal des autoritären Staats, die Entmachtung der sozialistischen Arbeiterbewegung und die Revisionspolitik. Dazu kam die Aussicht auf Gewinnsteigerungen der Stahlindustrie. Er schildert dass „der ehemalige Reichskanzler (Heinrich) Brüning (im Nachkriegs-Spruchkammerverfahren gegen Fritz Thyssen) schriftlich erklärte, dass für den Aufstieg Hitlers die Finanzierung aus dem Ausland ausschlaggebend gewesen sei“. Und doch behaupten verschiedene Autoren dieser Serie, inklusive de Taillez, Letzteres sei nichts weiter als eine Verschwörungstheorie. Nichtsdestotrotz macht de Taillez gleichzeitig die bemerkenswerte Feststellung, dass „die oft polarisierenden Äußerungen des Fritz Thyssen in der weltweit am einflussreichsten anglo-amerikanischen Medienwelt bis 1933 positiver bewertet wurden als in der deutschen Öffentlichkeit“ – was doch auf eine Unterstützung des deutschen Rechtsrucks gerade in Großbritannien und den Vereinigten Staaten hinweisen würde.

 

De Taillez schildert Fritz weitaus intimer als Heinrich, und zwar als absurd, agitierend, ambivalent, einflussreich, fast manisch, polarisierend, realitätsfern, eine Reizfigur, selbstüberschätzend, skrupellos, unbelehrbar, uneinsichtig, unklar, ein Unruhestifter, UNSINNIG, zusammenhanglos, zynisch, und, in einer Beschreibung durch Andere, als von einer „mehr als sonderbaren Art“. Viele dieser Charakteristiken treffen sicher auch auf Heinrich zu, denn sie sind nicht zuletzt auf den gierigen Luxus der Familie und die resultierende, hubristische Wirklichkeitsfremdheit zurückzuführen. Nur war Heinrich intelligenter als Fritz und er wusste vor allem, dass man sich in einer gewissen Zurückgezogenheit viel besser tarnen kann, vor allem wenn man in Wahrheit noch skrupelloser ist als sein überlauter Bruder.

 

Felix de Taillez’ Kollege Jan Schleusener („Die Enteignung Fritz Thyssens“) bewertet Fritz Thyssen hingegen als Helden: er sei „der einzige Reichstagsabgeordnete (gewesen), der gegen die Entfesselung des Krieges offen Protest erhob“, was an Thomas Rother’s gleichsam unpassende Aussage erinnert, Thyssen sei der einzige Industrielle in Deutschland gewesen, der an Hitler’s Krieg nicht verdient hätte. Gegenüber Norman Cousins gab Fritz Thyssen, laut de Taillez, anscheinend ein einziges Mal zu, “dass er sich wegen seiner finanziellen Unterstützung Hitlers in den späten 1920er Jahren für den Nationalsozialismus mitverantworlich fühle“. Doch Cousins fiel gleichzeitig unangenehm auf, dass Thyssen „nicht die vielen Verbrechen seit 1933, die politischen Morde, die Zerstörung bürgerlicher Freiheiten und die Verfolgung der Juden als ausschlaggebend für seine Abwendung vom Nationalsozialismus nannte“. Von Heinrich Thyssen-Bornemisza sind zu diesen Thematiken überhaupt keine Äußerungen überliefert.

 

Mehr muss man eigentlich nicht wissen, um einschätzen zu können, ob die angeblich heldenhafte, anti-nationalsozialistische, antimartialische Gesinnung der Thyssens wahrhaftig ist oder ob sie den artifiziellen Diskulpierungen zu verschonender Kriegsprofiteure/-verbrecher (denn sie müssen gewusst haben, dass Hitler’s Krieg ein Vernichtungskrieg sein würde) durch ihre Untergebenen entstammt.

 

Die herausragende Leistung dieses Buches ist es jedenfalls, dass sie die äußerst elitäre Perspektive dargestellt, aus der die Thyssens ihre Rolle im Nationalsozialismus sahen. Bisher ist es der einzige Band der Serie, der nicht nur in akademischen Kreisen, sondern auch in einer der größten deutschen Tageszeitungen besprochen worden ist.

 

Eine ehrliche deutsche Sicht (Foto copyright Lizas Welt:  internet/lizaswelt.net/2011/02/28/volksgemeinschaft-gegen-rechts/

 

 

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Book Review: Thyssen in the 20th Century – Volume 6: ‘Two Burghers’ Lives in the Public Eye: The Brothers Fritz Thyssen and Heinrich Thyssen-Bornemisza’, by Felix de Taillez, published by Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn, 2017

 

The official Second World War history put out by the Thyssen complex has always been that Fritz Thyssen supported the Nazis for a while but, being against war, fled Germany only to be recaptured and locked up in a concentration camp. Of his brother Heinrich it was said he was a Hungarian living in Switzerland with no connection to either Germany or the Nazis. When we revealed in our book ‘The Thyssen Art Macabre’ (2007) that this was far from the truth, the Fritz Thyssen Foundation launched an academic response, which this book forms part of. It is mostly concerned with the press coverage of the Thyssens and, at 546 pages, is the longest in the series, which is why this review runs to 20 pages. The book continues the general theme that, while the various authors are revealing information contradicting the old Thyssen myths, overall these myths are nonetheless kept very much alive.

 

As we will see, Felix de Taillez would qualify this as being ‘entirely understandable’, since the Thyssens and the Thyssen company had ‘a reputation to defend’. (In 1997 Thyssen AG merged with Krupp AG to become thyssenkrupp, which is currently in major economic turmoil). De Taillez’s favourite tool in avoiding the making of justified criticism is to say that something is „remarkable“. He uses the term exceedingly frequently throughout the book, which comes across as highly staged. It is a vague term not expected with such high frequency in an academic work. De Taillez seems to use it to create an atmosphere of ‘spin’ which can beguile people with no previous knowledge of the subject matter. It harbours the danger of turning his otherwise excellent work of history into one of public relations.

 

To the general public, De Taillez pulls off these two faces particularly well and it comes as no surprise that he has landed a prestigious job as an advisor – presumably on German history – at the University of the German Armed Forces in Munich, which oversees the training of the officers corps. But there are inconsistencies in his book presentation and the fact his theories now seem to feed into the country’s state-sponsored history make these particularly concerning. His official online presence at the Ludwig Maximillian University promises:

 

‘(This project) will interpret the brothers Fritz and Heinrich Thyssens as a UNIT OF ALMOST COMPLEMENTARY OPPOSITE NUMBERS, BECAUSE THE APPARENTLY APOLITICAL HEINRICH ACTED, EVEN THOUGH IN A CONCEALED MANNER, AT LEAST AS LASTINGLY, IN POLITICAL TERMS, AS FRITZ. Visibility, respectively invisibility’ appears, (from this perspective), as A ‘COORDINATED STRATEGY OF POLITICAL ACTION’.

 

This statement appears to promise a new honesty and yet leaves one puzzled, as it does not appear in the book itself and is not, in fact, representative of the elaborations in the book. There, Heinrich Thyssen-Bornemisza’s absence in the media is still principally explained by his involvement in a court case in London as a young man, in which he is said to have made such bad experiences with the press, that he subsequently – with his marriage in 1906 – retreated completely from public (especially German!) life, to be an apolitical, Hungarian nobleman.

 

This is also the version which family members have propagated ever since. Again recently Francesca Habsburg née Thyssen-Bornemisza, let herself be fêted in the pages of the Financial Times Weekend Magazine as pretender to the Austrian throne and ‘grand-daughter of a Hungarian Baron’. Which is certainly more pleasant than having to expose Heinrich Thyssen-Bornemisza correctly as a German commoner, weapons manufacturer and Nazi banker; especially when one suns oneself, as Habsburg-Thyssen does, in the beautiful appearance of the expensive art the family bought, at least in part, with the profits of these reprehensible activities.

 

Even the title chosen by Felix de Taillez is noticeably misleading, as it suggests that both brothers were anchored equally and intentionally, and as bourgeois members of society, within the public sphere. Yet these Thyssen brothers in particular, really did not see themselves as part of the middle class at all. Also less than one quarter of the book deals with Heinrich Thyssen-Bornemisza and then only with his explicitly authorised visibility in the exclusive, only partially public spheres of art collecting (which was already monitored comprehensibly by Johannes Gramlich) and horse racing (which we will deal with in a separate article following this review).

 

We expected de Taillez to show how, apart from his presence in these two domains, Heinrich Thyssen managed to stay consistently out of the media, and what he aimed to withhold from general view. After all, the newly created archive of the Thyssen Industrial History Foundation in Duisburg has an astonishing 840 continuous meters of hitherto unaccessed material (except by us) on the Thyssen-Bornemisza complex. But instead of letting the wind of Aufarbeitung blow through the holdings of the ThyssenKrupp AG archives and these newly acquired files, the public is once again fobbed off with crumbs.

 

In this volume, as so far in the series, the politico-economical actions especially of Heinrich Thyssen-Bornemisza, remain mostly camouflaged, this time, as befits the subject matter, behind the statement that the brothers were ‘victims of biased reporting’ and ‘helplessly exposed to media mechanisms’. Felix de Taillez does not mention Heinrich’s involvement in private banking, which is by its very nature, highly secretive. He leaves his close friendship with Hermann Göring (a client of the August Thyssen Bank) untackled and keeps silent about the use of the bank by the ‘Abwehr’, the German counter-intelligence service. In so doing, he avoids giving any information about the mechanisms used in turn by the Thyssens, and particularly Heinrich, in order to manipulate the media and keep their activities out of its spotlight.

 

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One of the insightful descriptions in this book is the statement that during the Ruhrkampf battle in 1923, Heinrich ‘cast his political lot in with Fritz’, that ‘in certain respects (…) he was even more radical than his brother (Fritz), as he rejected negotiations with the occupation force outright’. ‘Behind the scenes’, says de Taillez, Heinrich, ‘together with his associates, who had all linked together in a “patriotic movement of the Ruhr“, met leading members of the army and politicians in Berlin (…)’. – For unknown reasons, de Taillez does not mention who these “associates“ were -. As ‘finance administrator’ of the ‘Ruhr Protection Association’, Taillez continues, Heinrich Thyssen-Bornemisza ‘helped organise propaganda in favour of Germany in all occupied territories’, (as well as in) ‘Holland, Switzerland, Alsace-Lorraine and Italy’.

 

One would like to ask Frau Habsburg why a man, who was allegedly a Hungarian Baron, would do such a thing. And why has it taken a century for these attitudes and actions of Heinrich Thyssen-Bornemisza to see the light of day? Because over the years, a conscious strategy was at play, whereby the Thyssen complex portrayed the Thyssen brothers as if Fritz had been the German national hero and Heinrich free of all ‘German evil’. It is the ideal way in which to confuse the public concerning questions of power and guilt.

 

But as advantageous as such kinds of ‘legends of convenience’ might be, it is very time-consuming to uphold them. Because, if you believe Felix de Taillez, the world is full of ‘merciless’ left-wing writers who, for some unfathomable reason, insist on questioning things. This, according to him, is also the reason why, of all papers, ‘the social democrat paper “Vorwärts“’ in 1932 was leaked by a Dutch insider (and printed the information) that the Thyssen company ‘Vulcaan (was) favoured for the ore freight traffic of (the United Steelworks), by being the only shipping company enjoying very long-term contracts with the Düsseldorf steel giant. Furthermore the (United Steelworks) paid rates for this service, which were far above going market prices’.

 

One would assume that the fact part of the Thyssen fortune, which has been described so pointedly by Christopher Neumaier as ‘exorbitant’, seems to have been based on some dishonest business practices, should be condemned. But de Taillez allows himself instead the following comment: ‘Thus business connections were uncovered which the Thyssens had tried to camouflage under considerable efforts.’ As if acts of economic crime were an achievement and the real scandal their disclosure by those seeking the truth.

 

And de Taillez adds yet another layer to this twisted approach. Fritz Thyssen declared the lack of capital to be the Weimar Republic’s biggest economic problem. But when asked about his own capital flight from Germany, for instance in a 1924 interview with Ferdinand de Brinon, he circumvented the question. Absolutely understandable, in the eyes of de Taillez, as he had to maintain his reputation as a ‘dutyful German entrepreneur’. Whereby the artificiality of the Thyssens’ reputation, in the twinkling of an eye, receives an academic and, because of the author’s current position, a quasi stately seal of approval.

 

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The lives of the Thyssen brothers Heinrich and Fritz teem with artificiality. There is their militarism, which de Taillez explains as their internalised connection to ‘army, tradition, faith and military practices’. Both trained in Hohenzollern elite regiments, however Heinrich declined war service and Fritz escaped it early by ‘having himself charged, on his own suggestion, with an official order by the Foreign Office to clarify the raw material situation for the Reich in the orient (Ottoman Empire)’. Stephan Wegener’s assertion that the Thyssens suffered high material losses through World War One is nothing but family folklore designed to shield unpalatable truths. Wegener, a member of the Josef Thyssen side of the family, conveniently leaves out that they were not only compensated by the German state, but made huge, fully audited profits supplying steel, armaments and submarines, with the assistance of forced labour. It is unforgivable that an academic such as Felix de Taillez and others in the series repeat the family legends of overall material war loss, as if they were fact.

 

The issue of Heinrich Thyssen-Bornemisza’s adopted nationality shows most clearly what kinds of self-staging the family used. As he had to position himself as a ‘Hungarian’ to contrast Fritz, Heinrich insisted unforgivingly on his castle in Burgenland being called by its Hungarian name ‘Rohoncz’. He said he found the German version too ‘socialist’ (implying falsely that the German term had only come about in 1919 with the proclamation of the republic, see ‘The Thyssen Art Macabre’, page 123). According to de Taillez, Heinrich even got into fights with the Burgenland County Government, the Austrian Federal Monuments Office, the Bavarian State Ministry for Education and Culture and the Foreign Office in Berlin. Ironically the castle administration sat somewhere completely different, namely with Rotterdamsch Trustees Kantoor in Rotterdam. ‘The Baron’ camouflaged himself twice and threefold; sedentary officials had no tools to counteract such extravagant strategies.

 

Fritz too opposed the abolishment of the German and Austrian monarchies and the rise of social democracy. According to de Taillez he saw Germany as a hard-pressed center surrounded by a tight circle formed by England, France, Italy and Russia and was of the opinion that ‘the big pressure from outside did not allow for the German national unification to proceed by democratic means’. Fritz thought social democrats as ‘moderate revolutionaries’ were ‘just as dangerous’ as more radical subversives. According to de Taillez, Thyssen wanted the ‘spirit of the worker’ to be ‘German’ and no more. While the unions were requesting increased rationalisations, shortening of working hours and increased wages, he wanted a ’Volk’ (people) strengthened by the increase of the working day from 8 to 10 (!) hours and an end to participative management (a German speciality, whereby workers representatives sit on the management board). But how could this be made palatable for the men returning from the horrors of the First World War, who were turning in droves to pacifist and democratic organisations?

 

According to Niels Löffelbein, George Mosse explains the rise of fascism with a ‘brutalisation’ of post-war political culture through the mass of soldiers, which led to a ‘dissolution of boundaries and a radicalisation of political might’. Angel Alcalde counters that the world war participants were increasingly ‘instrumentalised’ as anti-bolshevik fighters by the extreme right and the veterans organisations. This, says Alcalde, happened during the ‘mytho-motoric incubation period’ of the 1920s. Thus the connection between radical nationalism and war was celebrated within the cult for the fallen heroes (and those still willing to fight on). According to de Taillez, as early as October 1917, Fritz Thyssen submitted an enrollment declaration to the right-wing, nationalist Deutsche Vaterlandspartei (DVLP, German Patriotic Party). In 1927 he gave a speech during an event of the ‘Stahlhelm Bund der Frontsoldaten’ (Steel Helmet Association of Front-Line Soldiers), the ‘fighting force ready for violence’ of the Deutschnationale Volkspartei (DNVP) in his hometown of Mülheim. He is also said to have been ‘very close’ to the ‘Association of the anti-democratic, extreme right-wing Harzburger Front’.

 

Felix de Taillez writes that Thyssen supported the Austro-fascist home guard militias: ‘Via Anton Apold, the general manager of the Austrian-Alpine Mining Company (Österreichisch-Alpine Montangesellschaft) (…), which in its majority belonged to the United Steelworks, (…) there was a connection of Thyssen with the radical right-wing home guards of Austria’. ‘The Düsseldorf Peoples Paper (Düsseldorfer Volkszeitung) insinuated that the big German industrialist wished to test out, “on the limited battle field of Austria“, how the unions’ influence could be broken’.

 

Without the shadow of a doubt, these associations would have been backed by Heinrich as well, but as a purported Hungarian privatier, he managed to keep out of all media reports about the topic and thus was not publicly perceived as a supporter of the extreme right in the German-speaking world. By not clarifying this circumstance, de Taillez adds to the picture of Heinrich drawn by the series as not being in any way a sympathiser of the far right. It is an allegation based purely on the absence of public sources, which was deliberately engineered by Heinrich and his associates. Absence of proof is not proof of absence and this should have been exposed by de Taillez. It is not, as exposing Heinrich’s far right-wing sympathies would destroy the Thyssen family mythological reputation.

 

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For the Thyssens, there were always conflicts of interests between their national affiliation and their economic ambitions. After they had transposed the ownership structures of their works to the neutral Netherlands before the First World War, Fritz and his father August participated shortly after the war in talks about the formation of a Rhenanian Republic. According to de Taillez, the accusation by the Workers and Soldiers Council was that they ‘had requested the separation of Rhenania-Westphalia and the occupation of the Ruhr by the Allies’. A waiter had reported the meeting and the Thyssens were soon accused of being ‘greedy hypocrites’ and ‘money bag patriots’; others said this was a slur on the loyally German industrialists. The case against them was dismissed (see ‘The Thyssen Art Macabre’, p. 56) and Felix de Taillez writes that the waiter admitted to having lied. It does not cross his mind that this man might have needed to do so in order to keep his, or indeed any, job. Afterwards, Fritz Thyssen, who, according to de Taillez, ‘had a much higher status for German politics than a normal citizen’, was commissioned by the Foreign Office in Berlin to participate in the confidential follow-up negotiations for individual articles of the Versailles Peace Treaty.

 

Soon after the war, Fritz Thyssen also began to establish for himself an alternative domicile in Argentina by buying, first of all, the Estancia Don Roberto Lavaisse in the province of San Luis. The family’s connections with South America went back to pre-war times, when August Thyssen had founded in Buenos Aires a branch of the German-Overseas Trading Company of the Thyssen Works (Hamborn) (Deutsch-Überseeische Handelsgesellschaft der Thyssen’schen Werke). Since 1921 the company was called Compania Industrial & Mercantil Thyssen Limitada. In 1927 it took over the Lametal company and from them on ‘went under the name of Thyssen-Lametal S.A.’. According to de Taillez, Heinrich Thyssen-Bornemisza sold it in 1927 for 4.8 million guilders to the United Steelworks. In Brazil too the family had owned property for years and advertised commercial trade there.

 

During the Ruhrkampf (battle against the Ruhr occupation) of 1923, which Fritz Thyssen allegedly saw as a ‘legitimate defence measure against foreign begrudgers’, he let himself be represented in the allied court by Friedrich Grimm, an avowed anti-semite and subsequent Nazi lawyer who, according to de Taillez, defended Nazi perpetrators after 1945 and downplayed Nazi crimes. In the eyes of the author, Thyssen was merely ‘talked up’ artificially as a ‘projectory surface’ for a ‘new German national identity’, respectively for a ‘free Germanness’, particularly by the New York Times and the Times of London. But the Ruhrkampf was the first occasion for Fritz to move out very publicly from the shadow of his almighty father, whose health had started to deteriorate, In our opinion, this motive of self-liberation is a factor in Fritz Thyssen’s publicly celebrated swing to the right that should not be underestimated.

 

If you listen to de Taillez, it must ‘remain open’, ‘whether Fritz Thyssen was captured by the world of a sometimes extreme nationalism, which had formed in Germany during the First World War’. What a pity that his wife Amelie Thyssen gets so little attention in this series, apart from her role as co-founder of the Fritz Thyssen Foundation. According to a statement made by Heini Thyssen to us, there was certainly nothing ‘talked up’ about Amelie Thyssen’s politics and she indeed seems to have been national socialist in her strong German nationalism during this ‘1920s incubation period’ and beyond. Although time and again de Taillez describes how much Fritz depended on his wife’s opinions, he leaves the possibility of political influencing within this couple’s relationship completely unmentioned. Since Amelie was the driving force in successfully reclaiming the Thyssen organisation after the Second World War, any bad light on her would, once again, harm the Thyssen family mythological reputation.

 

Grimm’s argument before the court was characterised by his statement that ‘private assets such as Ruhr coal (…) legally could not simply be confiscated, in order to settle state debts, without compensating the owners’. Taillez alleges that the Ruhrkampf set in motion in Fritz Thyssen a ‘sense of political mission’, which ‘surpassed by far the activities in the interests of the business’. He concedes that Thyssen, by saying that the German economy could only recover ‘through even greater working output’, had incurred guilt: ‘through such public statements (…) he also contributed to the failing of the social partnership in the 1920s, which gravely endangered the democratic form of government in Germany’.

 

Eventually, Fritz would be indulged by Adolf Hitler with a promise to establish a Research and Development Department for Fritz’s concept of a corporate state. This unrequited activity encouraged Fritz in considerable political activity. Fritz was disappointed by his project’s lack of action, but, when he pointed this out to Hitler, was told: ‘I never made you any promises. I’ve nothing to thank you for. What you did for my movement you did for your own benefit and wrote it off as an insurance premium’ (quoted by Henry Ashby Turner Jr., see ‘The Thyssen Art Macabre’, p. 108).

 

According to de Taillez, Fritz Thyssen followed his own business interests above all else, apart from situations when it was not completely clear to him ‘which path would served (these) most’. Within European rapprochement politics, he describes him as ‘ambiguous’. Thyssen critised the Weimar Republic in the French press as well as the North-American public sphere, described the German government as ‘weak and not trustworthy’ and thus ‘stuck the knife into German foreign politics in a difficult situation’. On the other hand, he criticised the ‘short-sighted and mean-spirited, selfish economic politics of the North Americans’. Thyssen ‘wanted bilateral exchange contracts for the traffic of raw materials, which were to put a stop to international financial speculations and achieve independence from exchange rates’. But when Fritz ‘(ranted) against finance techniques which (he said) were getting in the way of the real economy’, he failed to mention that the Thyssen family controlled 100% of three international banks and thereby was itself a global financial player (which, strangely, Felix de Taillez does not mention).

 

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Although his group leader, Simone Derix, refuted this comprehensively, de Taillez continues to allege that Heinrich managed his inherited share of the family concern independently from Fritz’s. He says the relationship between the two brothers was bad. Now they might not have loved each other wholeheartedly; it is normal for there to be certain jealousies between siblings. Heini Thyssen told us how his father walked down Bahnhofstrasse in Zürich one day and changed to the other side of the street when he saw his brother Fritz. But this had indeed more to do with image than realities. Heini too wished to give the impression of discord, because his own, the Thyssen-Bornemisza side of the family, had managed to keep disassociated from discussions about the Third Reich. A photograph of the three brothers in 1938 (see ‘The Thyssen Art Macabre’, p. 128) and here shows that there were no problems in their relationship. Instead of being objective, de Taillez repeats parrot-like old Thyssen-internal myths, which have become dogma. This is particularly ‘remarkable’ as he tells us, on the other hand, that he wants to ‘interpret’ both men as ‘a unit of almost complementary opposite numbers’, whose ‘visibility respectively invisibility’ appears (from this perspective) as a ‘coordinated strategy of political action’.

 

After Heinrich received his ‘exorbitant’ inheritance in 1926, for a few short years he invested massively into paintings and works of art, thereby following the example of his friend Eduard von der Heydt, who had moved to Switzerland that same year. Despite it never being housed there, he called his collection ‘Rohoncz Castle Collection’, to give the impression of it having grown organically over a long period of time, and being of an aristocratic cachet. As such he had it exhibited in 1930 in the Neue Pinakothek in Munich. But Friedrich Winkler of the State Museums in Berlin compared ‘Thyssen-Bornemisza’s methods (…) to Napoleon’s art theft’ and described him as ‘clueless, uninformed, limited and dependent on the opinions of dealers and experts’. Rudolf Buttmann, delegate of the Nazi party in the Bavarian County Parliament, called the collection ‘an entity gathered by dealers’. Many false attributions and fakes were decried and the whole thing descended into a veritable ‘media scandal’. According to de Taillez, the Munich Pinakothek was willing only in the case of 60 out of 428 paintings to take them temporarily into their own stock after the end of the exhibition.

 

But these were highly speculative times with an ‘increasing commercialisation of the art market’. Despite all the hoo-ha, Heinrich’s ‘calculation to have the value of his collection determined publicly’ came good (at 50 million RM – without de Taillez explaining how he would know of such a ‘calculation’). His enterprise was described as a ‘national deed’ in which ‘the whole of Germany was said to be interested’. He was described as a ‘saviour of German cultural goods’, who was endowed with a ‘bourgeois educational mandate’ over the public. Meanwhile, it was striking that Heinrich was not presented anywhere as the son of the famous Ruhr industrialist and creator of the family fortune, August Thyssen. Instead, he was made out to be ‘the great stranger’, a person of ominous flair who nobody seemed to know exactly where he came from. There needed to be just enough ‘Germanness’ tagged onto him to keep conservative Munich audiences happy, while still maintaining the illusion of Heinrich’s adopted Hungarianness. What is troubling is that de Taillez does not openly decry this as the obvious Thyssen manipulation of public perception that it was.

 

The town of Düsseldorf and its art museum, which were ‘leading amongst big German cities’ during the Weimar years in view of a ‘highly developed apparatus of communal public relations’, was used by Heinrich Thyssen over many years, according to de Taillez. He took himself for ‘such an important personality (…), that he could make demands on the local political sphere’. It appears nonsensical that de Taillez equally alleges that the national positioning of Heinrich in Germany was only down to the materials handed out to the press by his art advisor Rudolf Heinemann and the Düsseldorf mayor Robert Lehr and that it was not in Heinrich’s own sense. Heinrich had organised propaganda in favour of Germany, he also kept his German passport (see ‘The Thyssen Art Macabre’, p. 55 – confirmed by Simone Derix) and accepted German compensation payments for war damages to his enterprises (see ‘The Thyssen Art Macabre’, p.201 – confirmed by Harald Wixforth). It is incomprehensible why de Taillez makes such contradictory statements; unless the accusations levelled at the series’ output of having been influenced by the source of their sponsorship – the Fritz Thyssen Foundation – might be justified.

 

Felix de Taillez goes way further than he should by not just obfuscating existing Thyssen manipulations but even generating new ones. He writes: ‘Heinrich (reacted) to the debacle of the exhibition, namely by restructuring big parts of his collection afterwards, selling THE controversial paintings and only thereby creating the actual breakthrough to the collection which is today world renowned’. His underpinning reference is to Johannes Gramlich’s volume ‘The Thyssens As Art Collectors’, pages 263-273. There, however, only 32 paintings are mentioned as having been sold between 1930 and 1937. Thyssen-internal lists available to us show that 405 paintings bought by Heinrich up to 1930 were inherited by his children in 1948. This would mean that only 23 paintings had theoretically been sold between 1930 and 1948.

 

So there can be no talk of Heinrich ‘restructuring big parts of his collection (after the exhibition debacle)…….selling THE controversial paintings’, which makes it sound like ALL the controversial pictures exhibited by Thyssen in 1930 were subsequently sold by him.

 

Even today, the Thyssen-Bornemisza Museum in Madrid contains at least 120 paintings from the 1930 Munich Exhibition. If there was any ‘restructuring’ of the 1930 collection, it was not done actively by Heinrich Thyssen-Bornemisza, but happened passively following his death, mainly through inheritance share-outs (1948, as well as 1993 after Hans Heinrich (‘Heini’) Thyssen sold only half the Thyssen-Bornemisza Collection to Spain – the other half went to his wife and four children).

 

There was also a sale specifically of German paintings in the 1950s by Heini Thyssen who, after the Nazi period, wanted to be seen as being even more disconnected from Germany (see ‘The Thyssen Art Macabre’, p. 269). And of course, Heini Thyssen became an art collector on a completely different scale to his father and did indeed buy some very good, mostly modern, paintings.

 

Many of the questionable paintings exhibited in 1930, however, remained in Thyssen ownership and de Taillez’s assertion that they did not is misleading.

 

It must be remembered in this context that Heini Thyssen bought back most of the paintings that went to his siblings in the 1948 inheritance share out, so that most of the questionable 1930 paintings would have ended up in his possession. The Thyssens’ attitude has always been that once a painting had entered their inventory it was to be seen as beyond reproach. In this, they sought to emulate the prestige which the Rothschilds possessed. Most members of the general public, influenced by the media – who are possibly submitted to a VIP equivalent of the royal rota (whereby journalists are excluded from access to members of the royal family if they publish negative stories) -, have always seemed to accept this version of reality.

 

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What is noticeable throughout the book and the series as a whole is that it comprises not a single personal quote from a living member of the Thyssen family. So much new history is being written about them and one wonders what they feel now that some of the plates that had, for so long and at great expense, been kept spinning in the air are starting to come tumbling down.

 

But Felix de Taillez would not be Felix de Taillez if he did not release us from the world of Thyssen art with yet another piece of white wash. Various art advisors, museum directors and the Baron himself had made contradictory statements about when exactly the paintings had been bought. Had they ever been at Rechnitz Castle, as the name of the collection suggested? Sometimes they said yes, sometimes no. The Thyssen-internal lists available to us show that he bought his first painting in 1928 and all works remained in safe deposits until the 1930 exhibition (the foreword to the exhibition catalogue makes this very clear – see here). Which did not, however, stop the Baron from saying sometimes that he had made his first art purchase in 1906, the year he married into Hungary.

 

In the 1930s, his lawyer did something similar with the Swiss authorities: ‘In connection with Heinrich Thyssen-Bornemisza’s move to Switzerland it is furthermore remarkable that the first exhibition of his collection in Munich was of financial use to him. For the import of his paintings and other works of art into Switzerland he was able to use, vis-a-vis the Swiss authorities, the reference to the exhibition with said catalogue as proof that around 250 valuable paintings had been in his possession already for a longer period of time. Through this gambit he was able to have the works of art moved to Lugano “for his personal enjoyment“ and exempt from customs duties’.

 

(The name of Heinrich Thyssen-Bornemisza’s Ticino lawyer was Roberto van Aken, and it was not the only time he bent the truth on behalf of his client),

 

To recapitulate: Felix de Taillez applauds the outwitting of the Swiss customs authorities by Heinrich Thyssen’s malleable lawyer, seems to give as a reason why allegedly 250, not 428 paintings were moved to Switzerland, that the Baron had sold the questionable paintings and, at the same time, like Johannes Gramlich, leaves us completely in the dark as to when and how exactly this transfer of goods out of Germany is supposed to have taken place. As the collection at the time of the 1948 inheritance share-out contained a total of 542 paintings, he also leaves unexplained where the other almost 300 paintings are supposed to have come from and when they got into Switzerland.

 

The fact the Thyssens themselves were intransparent concerning this matter is understandable. But it is unacceptable that academics, having been commissioned almost a century later to work through the events in a claimed ‘independent’ manner, are behaving in the same way. Particularly as no family members have been quoted.

 

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On the whole, while Felix de Taillez is remarkably obstinate in prolonging the myths surrounding Heinrich Thyssen-Bornemisza, he seems somewhat more direct in his presentation of Fritz. We dont suggest the Fritz Thyssen Foundation or the Thyssen Industrial History Foundation have steered the results of these academic investigations. But the fact access to source materials and financial sponsorship were granted by these entities (on whose boards sits only ONE Thyssen family member, namely Georg Thyssen-Bornemisza, a descendant of Heinrich, not Fritz) must have led the authors to tread with a degree of ‘caution’ in their ultimate assessments.

 

Continuing on the theme of Fritz, following the putsch by General Jose Felix Uriburu, an ‘undemocratic decade’ began in Argentina in 1930, during which a ‘strong economic integration with Germany’ came about. According to de Taillez, ‘strongly extreme right-wing movements’ existed there from the 1890s onwards, and ‘already before the seizure of power in Germany’ the foreign organisation of the Nazi party ‘took hold (in Argentina) particularly well’ (see also ‘The Thyssen Art Macabre’, p. 195). Lateron the La Plata newspaper reported that Fritz Thyssen in 1930 (!) proclaimed the ‘dawn of the coming, new Germany’ under Hitler in the Argentinian public. In 1934 he demanded in the Argentinian Journal (Argentinisches Tageblatt) the ‘unlimited power of the new (German) government in order to boost the economy’, which de Taillez describes as ‘remarkable’, after all he had ‘normally always insisted on big freedoms for the private economy’. De Taillez continues: ‘According to Thyssen, the concentration of power in the Nazi state offered the important advantage, of making decisions, without having to take “half-measures“ and “make compromises“ like in the “party state contaminated by Marxism“’. By which Fritz used the extremist language of the National Socialists against political opponents.

 

During the Gelsenberg affair in 1932 there were press reports, encouraged by the former Reich Finance Minister Hermann Dietrich, that Fritz Thyssen had negotiated a deal for the United Steelworks with French and Dutch investors, but that the Reich government wanted to prevent this, because it did not wish for foreign influence on the enterprise. By writing a letter to the German public, that he had ‘only explored the possibility of obtaining loans’, Thyssen ‘consciously exposed the Reich government’, writes de Taillez. The author argues that Thyssen’s statements were dismantled when a letter by Friedrich Flick to him was leaked to the Frankfurter Zeitung, which showed that Flick ‘had (rejected) Thyssen’s suggestion precisely because of the source of the money connected with it’. The Düsseldorf Volkszeitung newspaper reacted by calling Thyssen ‘unpatriotic’.

 

At the beginning of 1932, while his brother Heinrich bought Villa Favorita in Lugano, Fritz ‘veered demonstratively towards National Socialism’. His wife had already joined the party on 01.03.1931. He would do so officially on 07.07.1933. Looking back at the Ruhrkampf, Fritz concluded, according to de Taillez, that this was ‘a preliminary for the national socialist body of thought of the new Germany’: ‘In contrast to 1932 now it is not just the Ruhr area standing firm, but the whole of Germany will go the path that the “Führer“ is prescribing. The shattering of Marxism in the country was only down to Hitler, the SA and the SS’ (from an article in the Kölnische Zeitung newspaper ‘Fritz Thyssen about the class struggle’, on 02.05.1933).

 

Thus Thyssen became a ‘media player’, who under Hitler ‘profited considerably from the abolition of the freedom of the press’, as soon nobody was allowed any longer to set anything against his verbal crudeness. Meanwhile, he led negotiations in Buenos Aires ‘with high state organs’ such as ‘General Agustin Pedro Justo, the President in power since 1932 after rigged elections’. Subsequently an Argentinian-German trade agreement, including offsetting and compensation procedures, was signed in November 1934, whereby trade between the two countries increased drastically. It seems Thyssen was trying to help form an antipole to Anglo-American economic might. But Felix de Taillez believes Fritz, utterly selfishly, was just helping construct his own ‘image’ as an ‘influential economic leader’, to bring great publicity to himself.

 

Not all of the South-American press was positive about Thyssen. The Argentinian Tagesblatt paper in 1934 talked about a ‘coming together of joint bankruptcies’ having taken place in 1933, when the United Steelworks were bankrupt and the Nazi party was ‘hopelessly in debt’. ‘The newspaper accused the United Steelworks under Thyssen’s leadership as chairman of the supervisory board to have carried out extensive accounting fraud.’ (from their article ‘Business deals of a State Councillor’, dated 08.11.1934). The Cologne cultural magazine ‘Westdeutscher Scheinwerfer’ described Fritz Thyssen as an ‘autocrat’ and ‘said the main reason for the crisis at the United Steelworks was the contentious personal politics of Fritz Thyssen’. His critics in the media ‘declared Fritz Thyssen to be incapable in economic and political affairs’ and ‘made him responsible for the high losses at United Steelworks’.

 

It was the very thing his father August, who had no social ambition but lived entirely for his works, had warned about many years earlier. He had ensured Fritz was only head of the supervisory board, not the management board, in order to minimise the damage August was convinced Fritz would do to the company. August believed Heinrich was only marginally more adequate than Fritz to be head of the Thyssen empire (see ‘The Thyssen Art Macabre’, p. 70).

 

Meanwhile, after the war, the Allies would accuse the United Steelworks of ‘consistently giving their full financial support to the militarily-minded National Socialist Party’. Loping the ball back into the allied court, Fritz Thyssen would write in 1950 ‘In my opinion, the Nuremberg trials were conducted mainly to find someone to blame for Hitler’s WAR policy. It would have been very embarrassing for the Americans to have to admit that they had supported the German rearmament from the very first, because they wished for a WAR against Russia’ (see ‘The Thyssen Art Macabre’, pages 80 and 230).

 

‘Remarkably’ for a man whose credibility depends on the assertion that his anti-war stance led him eventually to breaking with the Nazis, when the national socialists Wilhelm von Keppler and Kurt von Schröder collected signatures to ask Paul von Hindenburg to make Adolf Hitler Reich Chancellor, Fritz Thyssen was the ONLY member of the Ruhrlade (association of the 12 most important Ruhr industrialists that existed from 1928 to 1939) to sign. In his dealings with other industrialists he could be gruff and rude. He warned colleagues to be ‘disciplined’, especially those who he thought were being ‘liberalistic’. People such as Gustav Krupp von Bohlen und Halbach, who strove against Hitler as long as he could and who, like Richard Freudenberg and many others, only surrendered to national socialism once it had been installed, as a dictatorship, with the help of the Thyssens and their associates. According to de Taillez ‘(Thyssen) threatened possible interferers citing his new influence on the state organs in charge’, i.e. he told them he would report them to Hermann Göring.

 

This is an admission of extremely overbearing Thyssen behaviour issued by the Thyssen complex as official historiography, which, as such, really is remarkable.

 

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And it does not stop there. Fritz Thyssen also threatened catholic priests, who were normally his allies. In March 1933, for instance, he let it be known to Cardinal Schulte that his family would not take part in any more church services ‘as long as the unjust treatment of the Führer & members of the Nazi party endured’. He took part in sociological special meetings in Maria Laach under the Abbott Ildefons Herwegen and the circle of ‘anti-democratic rightwing catholics’, who, according to de Taillez, were ‘annexable by the national socialists’. These were ‘against the enlightenment, universal human rights, democracy, liberalism, socialism, communism, decidedly anti-semitic’ and in favour of an ‘authoritarian corporatism’. They were trying to develop a ‘Reich Theology’, ‘supported by the association of catholic academics’.

 

Reminding us once again that it was the professions, such as the legal community, who took particularly early and enthusiastically to the Nazi ideology.

 

Despite all this threatening behaviour, Felix de Taillez alleges – not very convincingly – that Fritz Thyssen interpreted national socialism ‘in a conservative manner’. Apparently, he saw it as the ‘renaissance of a lost State and of the Volksgemeinschaft (Peoples Community)’. He writes that for Thyssen, national socialism was not so much an ideology as a ‘HEROIC FORCE’, whereby a ‘class of people underpinning the state’ had been resurrected, who had taken up the ‘battle against the gravediggers of the state’. – This is reminiscent of the intrumentalising slogans, used by proto-fascist veterans’ associations as mentioned by Angel Alcalde -. But in the same paragraph, Fritz Thyssen then divulged his elitist understanding of his role within national socialism, when he said that one would, however, take away ‘the dignity and primacy of this class of people if one were to try and lift up 64 million people into the same dignity through ideological propaganda’.

 

For the Rheinische Zeitung newspaper, this meant that Thyssen was a fascist, but no ‘roister Nazi’. In reality it meant that he saw himself and his family as part of the State, but not as part of the Volksgemeinschaft (Peoples’ Community), which he thought should be kept subservient to himself and his associates.

It sounds less like a conservative and more like a FEUDAL understanding of national socialism.

 

As the dictatorship gathered momentum, the Gauleiter of Essen, Josef Terboven, asked Rudolf Hess in a letter ‘to have the “Führer“ name Thyssen as politico-economic plenipotentiary for the Ruhr area and to have his position endowed with unconditional authority’. There seems to have been a power triangle of Hermann Göring, Gauleiter Terboven and Fritz Thyssen, whose media voice piece was the National-Zeitung newspaper. According to de Taillez, Thyssen took part in the Nuremberg party rallies. He was a member of the Central Committee of the Reichsbank, of the Academy of German Law and of the Expert Committee on Questions of Population and Racial Policy (see also here). By 1938, Fritz had assembled so many supervisory board mandates for himself, ‘that he was positioned as an individual in the centre of a network of the Reich economic elite, on third place after the chairman of the United Steelworks, Albert Vögler, and the bank director of Berliner Handelsgesellschaft, Wilhelm Koeppel’.

 

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The groundbreaking thesis of Felix de Taillez is that it took a long time for Thyssen to break with the Nazis: ‘The assertions uttered by him and by his associates during the 1948 denazification proceedings that he had already turned away demonstratively during the 1930s (thus appear) as no more than pretextual, easy to see through, defensive attempts.’ Even in 1936, de Taillez writes, Thyssen still defended Hitler at the Industry Club in Düsseldorf ‘almost manically’, using quotations from “Mein Kampf“. In the same year, he showed himself to be ‘unteachable’, as he accused those who saw the Nazis’ armaments policies as harbingers of war, of being wrong. According to Thyssen, ‘it was only owing to Hitler that Germany was once again seen internationally as an equal partner’. Gottfried Niedhart and the Perlentaucher (elitist culture blog) have taken up joyfully the interpretation that Fritz Thyssen ‘was not at all the powerful man behind Hitler’, but only ‘blinded’ by him, and that ‘he really seems to have thought that the rearmament did not serve the preparation of war, but the goal of “becoming capable of forming alliances“’.

 

But why should one believe that a man, whose views were otherwise so changeable and untrustworthy, should have seen clearly and been truthful in his anti-war stance, which just so happens to hit at the central agony of the German nation (namely the question of their responsibility for the Nazis’ war and its horrors)? Does it not, rather, seem like yet another attempt at obscuring the Thyssens’ long-lasting support of the National Socialist regime? Particularly as his alleged anti-war stance was central also to the Thyssens’ ability of regaining their assets from the allies after the war.

 

And why, if Fritz knew, as he wrote in 1950, that the Americans wanted to rearm Germany to go to war with Russia, did he not break away from this evil alliance earlier on?! Because he too was for a war against the Soviet Union after all? Or because it was more important for him to reap the economic benefits than to take a moral stance? And if so, why are these official Thyssen biographers overall still alleging his flight from Germany, when it finally came, to have been a moral stance, rather than one of convenience, when according to de Taillez, he had missed out so many earlier opportunities at opposing Hitler’s plans?

 

In the words of de Taillez, when Hermann Göring declared the mobilisation of the wartime economy in the summer of 1938, Thyssen propagated ‘this propaganda in the media through his clear avowal of allegiance to the Four-Year-Plan’. In February 1939 he was named by Walther Funk (who was a client of the August Thyssen Bank, see ‘The Thyssen Art Macabre’, p. 87) as a Leader of the Wartime Economy. The assertions presented at the denazification trial that Thyssen had harboured ‘serious thoughts of subversion’ and had been in contact with resistance circles is described by de Taillez as ‘idle’, because ‘reliable sources do not exist’. Rather, de Taillez testifies to Thyssen remaining absolutely ‘inactive’ until November 1939, i.e. until two months after the start of the war. An assertion that ‘Thyssen proposed a close cooperation between industry and the army to General von Kluge after the November pogrom of 1938, in order to put an end to Nazi politics’ is clarified by him thus: ‘based on the situation with the sources, it is more than questionable, whether such a plan existed at all’.

 

Felix de Taillez thus dismantles the so far, in his own words, ‘successful reframing’ of Fritz Thyssen in an ‘image of an extraordinarily early “fanatical opponent“ of National Socialism, who was already active in the resistance in 1936’. (This being an image issued to the public from 1948 onwards by Thyssen’s solicitor and PR-advisor, Robert Ellscheid (see also here)).

And that is truly ‘remarkable’!

* * *

 

According to de Taillez, following Fritz Thyssen’s flight to Switzerland in September 1939, the English press reported that an international arrest warrant had been issued against him for ‘theft, embezzlement, tax evasion and contraventions against German currency restrictions’. Thyssen, however, threatened Hitler with precisely this international public opinion, while simultaneously presenting himself as a ‘proud’ German ‘with every fibre of his being’. He said he wanted to show ‘the innocence of the “German nation“ concerning recent developments’, while at the same time saying that ‘the German people had shown in the inter-war years that it was „incapable of adjusting itself to democratic institutions“’. (Even during his denazification proceeding in 1948 ‘Thyssen continued to ascertain his view that democracy was not a form of government suitable to Germany’!).

 

De Taillez qualifies his attitude as being ‘naive’…. ‘Schizophrenic’ and ‘impudent’ would be more adequate adjectives from our point of view. It is typical for Thyssen’s belief in his own omnipotence, that he seemed to think that the course of a war, that had been planned by such a long hand, could be changed by a few of his statements. The fact that his brother Heinrich had managed so elegantly, through his Hungarian nationality, and his secure, comfortable domicile in Switzerland, to keep out of public politics, while still enjoying all the financial rewards the Thyssen enterprises were reaping from the war, must have made Fritz very angry. This vexation might even have been one trigger for his flight. And so he showed no consideration for Heinrich’s standstill agreement with the Swiss authorities (see ‘The Thyssen Art Macabre’, p. 103) which he endangered by his noisy flight to Switzerland.

 

De Taillez then explains that Fritz Thyssen, via ‘secret channels’, ‘got in touch with former Chancellor Joseph Wirth and western agents’ and thus ‘became, in a certain way, a part of Wirth’s attempts at sounding out France and England’. But then, he says, General Halder, who had been ‘until that time, head of the secret military opposition to the Third Reich’, ‘buckled at the beginning of 1940’. According to de Taillez, the French secret service, however, assumed ‘that Fritz Thyssen was the head of a far-reaching secret organisation being built up in Switzerland by Germany, in order to undermine the influence of the French and the British in Europe’. At the same time, de Taillez believes that ‘under normal circumstances, the entry of Thyssen into France during the war would have been refused. It was his luck that he had been able to convince the French secret service in Switzerland that he held important information and assessments, which would be useful to the allies in their fight against the Third Reich’.

 

It was always typical for the ultra-rich Thyssens to make themselves look important with everyone that mattered. Only this time, it was about war. Any kind of allegiance was never at the forefront of their mind. The Thyssens were transnational and committed to no single nation – only to themselves alone.

 

This fact can be gaged from the book ‘I Paid Hitler’, which Fritz Thyssen elaborated together with Emery Reves in 1940 and which was published by the latter in 1941 in London and New York (see also here). According to de Taillez, since 1937 Reves also worked with Winston Churchill. He writes that in 1940 Churchill ‘commissioned (Reves) with building up the british propaganda apparatus in North and South America’ (!). De Taillez continues: ‘Reves told Churchill about the central theory of Fritz Thyssen for the reimplementation of peace in Europe, which would soon be proclaimed publicly: the partition of Germany’ – namely into ‘a protestant Eastern Germany and a catholic Western German under a Wittelsbach’. Churchill is said to have passed on these views to his secret service advisor Major Desmond Morton – although one could have one’s doubts about how much of this was actually a direct quote from Thyssen and how much might be ascribed to British propaganda (!)…

 

The fact that Fritz Thyssen might also sometimes have ‘consciously spoken the untruth’ (i.e. that he sometimes lied) is a suggestion that Felix de Taillez floats in connection with Thyssen’s statements after the war concerning the creation of ‘I Paid Hitler’. It is a tinge of honesty, of openness that has also to do with „honour“ after all, and which has been missing from so many of the statements made by Thyssens and their self-proclaimed official biographers in the past. While Thyssen and his lawyers distanced themselves from the book, Reves confirmed to the denazification court that all of the book had been dictated by Thyssen and that two thirds of it had been proof-read by him. Reves rejected the idea of being a ghostwriter and described himself as publisher and press agent. He also argued that Anita Zichy-Thyssen had repeatedly thanked him for his publishing the book. To this day Anita’s descendants in South America praise the book and slander anyone critical of Fritz Thyssen (see here).

 

* * *

 

De Taillez records that following his being taken into custody by the Allies in 1945, Fritz Thyssen ‘was presented in the British and US-American weekly newsreels as an alleged war criminal’. Then, presumably in order to explain this, in his view, mistaken stance, he alledges: ‘apparently the Americans were still having difficulties in assessing the Thyssen case in a consistent way, as well as in their coordination with the German authorities’. This blocks out the fact that the Thyssen case was fraught because the allies could not access and question Heinrich in his Swiss safehaven, and because there were discrepancies between the British and the American views of how the Thyssens should be dealt with (in general, the British were much more in favour of their punishment). Wilhelmus Groenendijk, who was part of the Thyssen-Bornemisza Group finance division from 1957 to 1986 told us: ‘BOTH Heinrich and Fritz were listed as war criminals. But from the Netherlands, we managed to get their names brought further down and down on that list, until we were able to claim that the assets were in fact allied property’ – and therefore could not possibly be seen as having abetted the German war effort (see ‘The Thyssen Art Macabre’, p. 188).

 

De Taillez summarises for Fritz Thyssen that ‘despite considerable differences (…) he arranged himself with the Third Reich for a long time, because there was a basis of common ground’, namely the ideal of the authoritarian state, the disempowerment of the socialist workers movement and the revisionist policies. To this was added the prospect of profit increases in the steel industry. He describes that ‘the former Reich Chancellor (Heinrich) Brüning declared in writing (during the post-war denazification proceedings against Fritz Thyssen) that financing by foreign powers was decisive for Hitler’s ascent to power’. And yet various authors of this series, including de Taillez alledge that this is nothing more than a conspiracy theory. Notwithstanding, de Taillez makes the remarkable assertion that ‘the often polarising statements made by Fritz Thyssen were judged more positively in the anglo-american media, which is the most powerful media in the world, until 1933, than by the german public’ – which would of course indicate that, contrary to what is said today, there was indeed support for the German move to the extreme right in Great Britain and the United States after all.

 

De Taillez describes Fritz much more intimately than he does Heinrich, namely as absurd, agitating, ambivalent, influential, almost manic, polarising, divorced from reality, controversial, sophomoric, unteachable, unreasonable, unclear, a troublemaker, NONSENSICAL, incoherent, cynical, and, in a description by thirds, of having a ‘more than peculiar manner’. Many of these characteristics certainly applied to Heinrich also, because they went back not least to the greedy luxury of the family and its resulting, hubristic mannerisms. Only, Heinrich was more intelligent than Fritz and he knew in particular that one can camouflage oneself much better within a certain seclusion, especially when one is in truth even more unscrupulous than his vociferous brother.

 

Felix de Taillez’s colleague Jan Schleusener (‘The Expropriation of Fritz Thyssen’), rates Fritz Thyssen as a hero: he was, says Schleusener, ‘the only delegate of the Reichstag who raised objections to the launching of the war’, which reminds one of Thomas Rother’s equally unsuitable statement whereby Thyssen was ‘the only industrialist in Germany not to profit from Hitler’s war. According to de Taillez, it appears that Fritz Thyssen admitted one single time, towards Norman Cousins, ‘that he felt co-responsible for national socialism, because of his financial support of Hitler IN THE LATE 1920s’. But at the same time, Cousin noticed that Thyssen ‘did not mention the many crimes committed since 1933, the political murders, the destruction of the bourgeois freedoms and the persecution of the Jews as decisive motives for his break with national socialism’. As far as Heinrich Thyssen-Bornemisza is concerned, not a single statement at all concerning these topics has been handed down.

 

This is to be weighed up when assessing whether the alleged heroical, anti-national socialist, anti-war stance of the Thyssens was real, or whether these were exonerations issued on behalf of ruthless war opportunists (/criminals – as they must have known Hitler’s war was to be one of annihiliation) by their sycophantic underlings to ensure their bosses would not suffer any retribution.

 

The outstanding contribution of this book, meanwhile, is in its explanation of the utterly elitist perspective from which the Thyssens saw their role within National Socialism. So far, it is the only volume to have been reviewed, not only in academic circles, but also by a major German newspaper.

 

An honest German view (photo copyright: Lizas Welt – internet:lizaswelt.net/2011/02/28/volksgemeinschaft-gegen-rechts/)

 

 

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Book Review: Thyssen in the 20th Century – Volume 4: ‘The Thyssens. Family and Fortune’, by Simone Derix, published by Schöningh Verlag, Germany, 2016

Reviewing this book is a huge aggravation to us, as so much of it has been derived from our groundbreaking work on the Thyssens, published a decade earlier, for which the author grants us not a single credit. It is surprising that Simone Derix does not have the respect for professional ethics to acknowledge our historiographic contribution; especially since she stated in a 2009 conference that non-academic works, whilst creating feelings of fear amongst academics of losing their prerogative to interpret history, are taking on increasing importance.

Ms Derix herself is not the fearful type of course, though somewhat hypocritical. She appears to be preemptively obedient and committed to pleasing her presumably partisan paymasters, in the form of the Fritz Thyssen Foundation. Alas, she is clearly not the smartest person either; writing, for instance, that Heinrich Lübke, Director of the August Thyssen Bank (he died in 1962), was the same Heinrich Lübke who was President of Germany (in that position until 1969).

But Ms Derix’s intellectual shortcomings are much more serious than simple factual errors, which should, in any case, have been picked up by at least one of her two associate writers, three project leaders, four academic mentors and six research assistants. She is in all seriousness trying to convince us that research into the lives of wealthy persons is a brand new branch of academia, and that she is its most illustrious, pioneering proponent. Does she not know that recorded history has traditionally been by the rich, of the rich and for the rich only? Has she forgotten that even basic reading and writing were privileges of the few until some hundred and fifty years ago?

At the same time, contrary to us, Derix does not appear to have had any first hand experience of exceptionally rich people at all, particularly Thyssens. Her sponsorship, earlier in her studies, by the well-endowed Gerda Henkel Foundation, was presumably an equally ‘arm’s length’ relationship. Rich people only mix with rich people, and unless Derix got paid by the word, there is no evidence that she ever in any way qualified for serious comment on their modus operandi.

What is new, of course, is that feudalism has been swept away and replaced by democratic societies, where knowledge is broadly accessible and equality before the law is paramount. Yes, her assertion that super-rich people’s archives are difficult to access is true. They only ever want you to know glorious things about them and keep the realities cloaked behind their outstanding wealth. To suggest that this series is being issued because the Thyssens have suddenly decided to engage in an exercise of honesty, generously letting official historians browse their most private documents, however, is ludicrous. The only reason why Simone Derix is revealing some controversial facts about the Thyssens is because we already revealed them. The difference is that she repackages our evidence in decidedly positive terms, so as to comply with the series’ overall damage limitation program.

Thus, Derix seems to believe she can run with the fox and hunt with the hounds; a balancing act made considerably easier by her pronouncement, early on, that any considerations of ethics or morality are to be categorically excluded from her study. The fact that the Thyssens camouflaged their German companies (including those manufacturing weapons and using forced labour) behind international strawmen, with the benefit of facilitating the large-scale evasion of German taxes, is re-branded by Derix as being a misleading description ‘made from a state perspective’ and which ‘tried to establish a desired order rather than depict an already existing order’. As if ‘the state’, as we democrats understand it, is some kind of devious entity that needs fending off, rather than the collective support mechanism of all equal, law-abiding citizens.

It is just one of the many statements that appears to show how much the arguably authoritarian mindset of her sponsors may have rubbed off on her. The fact that academics employed by publicly funded universities should be used thus as PR-agents for the self-serving entities that are the Fritz Thyssen Foundation, the Thyssen Industrial History Foundation and the ThyssenKrupp Konzern Archive is highly questionable by any standards, but particularly by supposedly academic ones. Especially when they claim to be independent.

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In Derix’s world, the Thyssens are still (!) mostly referred to as ‘victims’, ‘(tax) refugees’, ‘dispossessed’ and ‘disenfranchised’, even if she admits briefly, once or twice in 500 pages, that ‘in the long-term it seems that they were able always to secure their assets and keep them available for their own personal needs’.

As far as the Thyssens’ involvement with National Socialism is concerned, she calls them ‘entangled’ in it, ‘related’ to it, being ‘present’ in it and ‘living in it’. With two or three exceptions they are never properly described as the active, profiting contributors to the existence and aims of the regime. Rather, as in volume 2 (‘Forced Labour at Thyssen’), the blame is again largely transferred to their managers. This is very convenient for the Thyssens, as the families of these men do not have the resources to finance counter-histories to clear their loved ones’ names.

But for Simone Derix to say that ‘from the perspective of nation states these (Thyssen managers) had to appear to be hoodlums’ really oversteps the boundaries of fair comment. The outrageousnness of her allegation is compounded by the fact that she fails to quote evidence, as reproduced in our book, showing that allied investigators made clear reference to the Thyssens themselves being the real perpetrators and obfuscators.

Yet still, Derix purports to be invoking German greatness, honour and patriotism in her quest for Thyssen gloss. She alleges bombastically that the mausoleum at Landsberg Castle in Mülheim-Kettwig ‘guarantees (the family’s) presence and attachment to the Ruhr’ and that there is an ‘indissoluble connection between the Thyssen family, their enterprises, the region and their catholic faith’. But she fails to properly range them alongside the industrialist families of Krupp, Quandt, Siemens and Bosch, preferring to surround their name hyperbolically with those of the Bismarck, Hohenzollern, Thurn und Taxis and Wittelsbach ruling dynasties.

In reality, many Thyssen heirs chose to turn their backs on Germany and live transnational lives abroad. Their mausoleum is not even accessible to the general public. Contrary to what Derix implies, the iconic name that engenders such a strong feeling of allegiance in Germany is that of the public Thyssen (now ThyssenKrupp) company alone, as one of the main national employers. This has nothing whatsoever to do with any respect for the descendants of the formidable August Thyssen, most of whom are, for reason of their chosen absence, completely unknown in the country.

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In this context, it is indicative that Simone Derix categorises the Thyssens as ‘old money’, as well as ‘working rich people’. But while in the early 19th century Friedrich Thyssen was already a banker, it was only his sons August (75% share) and Josef (25% share), from 1871 onwards (and with the ensuing profits from the two world wars) who created through their relentless work, and that of their employees and workers, the enormous Thyssen fortune. Their equal was never seen again in subsequent Thyssen generations.

Thus the Thyssens became ‘ultra-rich’ and were completely set apart from the established aristocratic-bourgeois upper class. They could hardly be called ‘old money’ and neither could their heirs, despite trying everything in their power to adopt the trappings of the aristocracy (which beggars the question why volume 6 of the series is called ‘Fritz and Heinrich Thyssen – Two bourgeois lives in the public eye’). This included marrying into the Hungarian, increasingly faux aristocracy, whereby, even Derix has to admit, by the 1920s every fifth Hungarian citizen pretended to be an aristocrat.

The line of Bornemiszas, for instance, which Heinrich married into, were not the old ‘ruling dynastic line’ that Derix still pretends they were. The Thyssen-Bornemiszas came to be connected with the Dutch royals not because Heinrich’s wife Margit was such a (self-styled) ‘success’ at court, but because the Thyssens had important business interests in that country. Thus Heinrich became a banker to the Dutch royal household, as well as a personal friend of Queen Wilhelmina’s husband Prince Hendrik.

The truth is: apart from such money-orientated connections, neither the German nor the English or any other European nobility welcomed these parvenus into their immediate ranks (religion too played a role, of course, as the Thyssens were and are catholics). Until, that is, social conventions had moved on enough by the 1930s and their daughters were able to marry into the truly old Hungarian dynasties of Batthyany and Zichy.

But until that time, based on their outstanding wealth, this did not stop the brothers from adopting many of the domains of grandeur for themselves. Fritz Thyssen, according to Derix, even spent his time in the early 1900s importing horses from England, introducing English fox hunting to Germany and owning a pack of staghounds. He also had his servant quarters built lower down from his own in his new country seat, specifically to signal class distinction.

These are indeed remarkable new revelations showing that the traditional image put out by the Thyssen organisation of bad cop German, ‘temporarily’ fascist industrialist Fritz Thyssen, good cop Hungarian ‘nobleman’ Heinrich Thyssen-Bornemisza is even more misleading than we always thought.

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Truly lamentable are Derix’s attempts to portray Fritz Thyssen as a devout, christian peacenik and centrist party member. And so are her lengthy contortions in presenting Heinrich Thyssen-Bornemisza as the perfectly assimilated Hungarian country squire. She does, however, report that Heinrich’s wife had stated he did not speak a word of the language, which does not stop Felix de Taillez in volume 6 writing that he did speak Hungarian. ‘If you can’t beat them, confuse them’ was Heini Thyssen’s motto. Clearly, it has also become the motto of these Thyssen-financed academics.

Meanwhile, Derix’s book is the first work supported by the Thyssen organisation to confirm that Heinrich Thyssen-Bornemisza did retain his German (then Prussian) citizenship. She also does venture to state that his adoption of the Hungarian nationality ‘might’ have been ‘strategic’. But these gems of truthfulness are swamped under the fountains of her gushing propaganda designed to make the second generation Thyssens look better than they were. This includes her development of August Junior’s role from black sheep of the family to committed businessman.

On the other hand, the author still fails to explain any business-related details on the much more important Heinrich Thyssen’s life in England at the turn of the century (cues: banking and diplomacy). How exactly did the family come to be closely acquainted with the likes of Henry Mowbray Howard (British liaison officer at the French Naval Ministry) or Guy L’Estrange Ewen (special envoy to the British royals)? A huge chance of genuine transparency was wasted here.

Derix also fails to draw attention to the fact that the August Thyssen and Josef Thyssen branches of the family developed in very different ways. August’s heirs exploited, left and betrayed Germany and were decidedly ‘nouveau riche’, except for Heinrich’s son Heini Thyssen-Bornemisza and his son Georg Thyssen, who really did involve themselves in the management of their companies.

By contrast, Josef’s heirs Hans and Julius Thyssen stayed in Germany (respectively were prepared to return there in the 1930s from Switzerland when foreign exchange restrictions came into force), paid their taxes, worked in the Thyssen Konzern before selling out in the 1940s, pooling their resources and adopting careers in the professions. Only the Josef Thyssen side of the family is listed in the German Manager Magazine Rich List; but for unexplained reasons Derix leaves these truly ‘working rich’ Thyssens largely unmentioned in her book.

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Fortunately, Derix does not concentrate all her efforts in creative fiction and plagiarisation, but manages to provide at least some substantive politico-economic facts as well. So she reveals that Heinrich Thyssen-Bornemisza was a member of the supervisory board of the United Steelworks of Düsseldorf until 1933, i.e. until after Adolf Hitler’s assumption of power. This, combined with her statement that ‘Heinrich seems to have orientated himself towards Berlin on a permanent basis as early as 1927/8 (from Scheveningen in The Netherlands)’ pokes a hole in one of the major Thyssen convenience legends, that of Heinrich Thyssen-Bornemisza having had his main residence in neutral Switzerland from 1932 onwards (i.e. conveniently from before Hitler’ assumption of power; having ‘left Germany just in time’); though this does not stop Derix from subsequently repeating that fallacy just the same (- ‘If you can’t beat them, confuse them’-).

Fact is that, despite buying Villa Favorita in Lugano, Switzerland in 1932, Heinrich Thyssen continued to spend the largest amounts of his time living a hotel life in a permanent suite in Berlin and elsewhere and also kept a main residence in Holland (where Heini Thyssen grew up almost alone, except for the staff). His Ticino lawyer Roberto van Aken had to remind him in 1936 that he still had not applied for permanent residency in Switzerland. It was not until November 1937 that Heinrich Thyssen and his wife Gunhilde received their Swiss foreigner passes (see ‘The Thyssen Art Macabre’, page 116).

Derix also readjusts the old Thyssen myth that Fritz Thyssen and Heinrich Thyssen-Bornemisza went their separate ways in business as soon as they inherited from their father, who died in 1926. We always said that the two brothers remained strongly interlinked until well into the second half of the 20th century. And hey presto, here we have Simone Derix alleging now that ‘historians so far have always assumed that the separation had been concluded by 1936’. She adds ‘despite all attempts at separating the shares of Fritz Thyssen and Heinrich Thyssen-Bornemisza, the fortunes of Fritz and Heinrich remained interlocked (regulated contractually) well into the time after the second world war’.

But it is her next sentence that most infuriates: ‘Obviously it was very difficult for outsiders to recognise this connection’. The truth of the matter is that the situation was opaque because the Thyssens and their organisation went to extraordinary lengths and did everything in their power to obfuscate matters, particularly as it meant hiding Fritz Thyssen’s and Heinrich Thyssen-Bornemisza’s joint involvement in supporting the Nazi regime.

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Amongst the Thyssens’ many advisors, the author introduces Dutchman Hendrik J Kouwenhoven as the main connecting link between the brothers, who ‘opened up opportunities and thought up financial instruments’. He worked from 1914 at the family’s Handels en Transport Maatschappij Vulcaan and then at their Bank voor Handel en Scheepvaart (BVHS) in Rotterdam from its official inception in 1918 to his sacking by Heinrich Thyssen-Bornemisza during the second world war.

The asset management or trust company of BVHS was called Rotterdamsch Trustees Kantoor (RTK), which Derix describes as ‘repository for the finance capital of the Thyssen enterprises, as well as for the Thyssens’ private funds’. She does not say when it was created. ‘Its offices and all the important papers that Heinrich Thyssen-Bornemisza had lodged (at RTK) were all destroyed in a German aerial bombardment of Rotterdam on 14.05.1940’, according to Derix. To us this sounds like a highly suspicious piece of information.

Of the files of BVHS she curtly says that ‘a complete set of source materials is not available’. How convenient, especially since no-one outside the Thyssen organisation will ever be able to verify this claim truly independently; or at least until the protective mantle of Professor Manfred Rasch, head of the ThyssenKrupp Konzern Archive, retires.

Derix alludes to ‘the early internationalisation of the Thyssen Konzern from 1900’, ascribing her knowledge of its bases in raw material purchases and the implementation of a Thyssen-owned trading and transport network to Jörg Lesczenski, who published two years after us (and whose work, like that of Derix herself, was backed by the Fritz Thyssen Foundation). But she leaves cross-references aside concerning the first tax havens (including that of The Netherlands) which were set up in the outgoing 19th century, conveniently referring this area to ‘research that should be carried out in the future’.

Derix names the 1906 Transportkontor Vulkan GmbH Duisburg-Hamborn with its Rotterdam branch (see above) and the 1913 Deutsch-Überseeische Handelsgesellschaft der Thyssenschen Werke mbH of Buenos Aires (by the way: to this day ThyssenKrupp AG is a major trader in raw materials). She also states that American loans to the Thyssen Konzern started in 1919 via the ‘Vulcaan Coal Company’ (failing to mention that this company was based in London).

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According to Derix, August Thyssen began transferring his shares in the Thyssen companies to his sons Fritz and Heinrich in 1919, first those of Thyssen & Co. and from 1921 onwards those of the August Thyssen smelting works. She then adds that existing Thyssen institutions outside of Germany were used in order to carry out this transfer.

From 1920 onwards, Fritz Thyssen began to buy real estate in Argentina. Meanwhile, the Thyssens’ Union Banking Corporation (UBC), founded in 1924 in the Harriman Building on New York’s Broadway, is described solely in the language of the ‘transnational dimension of the Thyssens’ financial network’ and as being ‘the American branch of the Bank voor Handel en Scheepvaart’.

We had already detailed in our book how Heinrich Thyssen-Bornemisza, via Hendrik Kouwenhoven, set up in Switzerland the Kaszony Family Foundation in 1926 to lodge his inherited participations and the Rohoncz Collection Foundation in 1931 to place art works he bought as easily movable capital investments from 1928 onwards. Now Derix writes that the Rohoncz Foundation too was founded in 1926. This is astonishing, since it means that this entity was set up a whole two years prior to Heinrich Thyssen buying the first painting to find its way into what he called the ‘Rohoncz Castle Collection’ (despite the fact that none of the pictures ever went anywhere near his Hungarian, then Austrian castle, in which he had stopped living in 1919).

The timing of the creation of this offshore instrument just proves how contrived Heinrich’s reinvention as a ‘fine art connaisseur and collector’ really was.

Derix even freely admits that these Thyssen family foundations were ‘antagonists of states and governments’. However, just like Johannes Gramlich in volume 3 (‘The Thyssens as Art Collectors’), she too leaves the logistics of the transfer of some 500 paintings by Heinrich Thyssen-Bornemisza into Switzerland in the 1930s completely unmentioned, including the fact that this represented a method of massive capital flight out of Germany. The associated topics of tax evasion and tax avoidance stay completely off her academic radar; ignoring our documented proof.

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In another bold rewriting of official Thyssen history the author states that the Thyssen brothers frequently acted in parallel in their financial affairs. And so it was that the Pelzer Foundation and Faminta AG came to be created , by Kouwenhoven, in Switzerland, on behalf of Fritz Thyssen and his immediate family. (Derix is hazy about exact dates. We published: 1929 for Faminta AG and the late 1930s for the Pelzer Foundation).

Derix points out that these two instruments also allowed secret transactions between the Thyssen brothers. She adds enigmatically that ‘Faminta protected the foreign assets of the August Thyssen smelting works from a possible confiscation by the German authorities’, whilst withholding any reference to a time scale of when such a confiscation might have been on the cards (is she suggesting a possibility prior to Fritz Thyssen’s flight in September 1939, i.e. anytime during the period 1929-1939?).

At the same time, in the 1920s, Fritz and Amelie Thyssen established a firm base in the south of the German Reich, namely in Bavaria – far away from the Thyssen heartland of the Ruhr – which Derix brands as a fact which has ‘so far been almost completely ignored by historians’. Of course, not only was this most royalist of German states close to Switzerland, but it was also, at that time, the cradle of the Nazi movement. Adolf Hitler also much preferred Munich to Berlin.

All the family’s financial instruments, meanwhile, continued to be administrated by Rotterdamsch Trustees Kantoor in The Netherlands. ‘These new Thyssen banks, companies, holdings and foundations created since the 1920s were connected to the Thyssen industrial enterprises (in Germany) through participations’, Derix continues.

These enterprises etc. were also supportive of the rising Nazi movement of course, such as when their Bank voor Handel en Scheepvaart around 1930 demonstrably made a loan of some 350,000 RM to the Nazi party, at a time when both Fritz Thyssen and Heinrich Thyssen-Bornemisza had controlling interests in BVHS.

According to Derix, it was starting in 1930 that Heinrich Thyssen sold his shares in the United Steelworks to Fritz while Fritz sold his Dutch participations to Heinrich and as a result Heinrich Thyssen alone was in control of the Bank voor Handel en Scheepvaart from 1936 onwards.

Specifically, it was a Thyssen entity called Holland-American Investment Corporation (HAIC) which facilitated Fritz Thyssen’s capital flight from Germany. According to Derix, ‘(in the autumn of 1933, the Pelzer Foundation acquired) shares in HAIC from Fritz and therefore his Dutch participations which were pooled therein. This was done in agreement with the German authorities who knew of HAIC. But in 1940, the Germans found out that there was a considerable discrepancy between the 1,5 million Reichsmark of Dutch participations held in HAIC as had been stated and the actual, true value, which turned out to be 100 to 130 million RM.’

This is staggering, as the modern day equivalent is many hundreds of millions of Euros!

Considering that Heinrich’s wife stated that he had taken some 200 million Swiss Francs of his assets into neutral countries, this would mean that, together, the Thyssen brothers possibly succeeded in extracting from Germany the cash equivalent of close to the complete monetary value of the Thyssen enterprises! This is not, however, a conclusion drawn by Simone Derix.

One begins to wonder what there was actually left to confiscate from Fritz Thyssen once he fled Germany at the onset of war in 1939. Derix admits that his flight happened not least because he preferred to complete his self-interested financial transactions from the safety of Switzerland, with the help of Heinrich Blass at Credit Suisse in Zurich.

Although we had managed to unearth several leads, we did not know that the real overall extent of the Thyssen brothers’ capital flight was quite this drastic. For Simone Derix to point this out on behalf of the Thyssen organisation is significant; even if she fails to draw any appropriate conclusions, as they would most likely be at odds with her blue-sky remit.

Truly, and in the words of the far more experienced Harald Wixforth no less: for these ‘mega-capitalist(s) (…) the profit of their enterprises (i.e. their own) always assumed far greater priority than the public’s welfare’.

Needless to say that we await Harald Wixforth’s and Boris Gehlen’s volumes on the Thyssen Bornemisza Group 1919-1932, respectively 1932-1947 with great interest.

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In this readjusted official light, Derix’s admission that Fritz and Amelie Thyssen’s ‘expropriation’ in late 1939 ‘did not directly result in any curtailment of their way of life’ no longer comes as any surprise.

The author also finally reveals for the first time official departure details of Fritz Thyssen’s daughter Anita, her husband Gabor and their son Federico Zichy to Argentina. Apparently they travelled from Genua, sailing on 17.02.1940 on board the ship Conte Grande, bound for Buenos Aires. In order to provide her with befitting financial support, shares in Faminta AG had been transferred to the Übersee-Trust of Vaduz shortly beforehand, of which Anita Zichy-Thyssen, a Hungarian national, was the sole beneficiary.

Derix then states that by April 1940, Fritz Thyssen ‘used his political knowledge on the German Reich and the German armaments industry as an asset that he could use in exchange for support for his personal wishes’. But what exactly were those wishes? The hubristically delusional Fritz obviously thought he could get rid of Hitler as easily as he had helped him get into power. For this, he was prepared to share German state secrets with French Foreign Minister Alexis Leger and Armament Minister Raoul Dautry in Paris. But for Derix, rather than being anything as contentious as active treason or an expression of power, his behaviour is nothing more than an ultra-rich man’s legitimate right to express his elevated lifestyle choices.

While all previous Thyssen biographers, apart from us, have purported that Fritz and Amelie Thyssen suffered tremendous ‘excrutiations’ during their time in concentration camps, Derix confirms our information that they spent most of their German captivity in the comfortable, private sanatorium of Dr Sinn in Berlin-Neubabelsberg. She writes that they were kept there ‘on Hitler’s personal orders’ and ‘on trust’, though Fritz and Heinrich’s personal friend Hermann Göring, during his post-war allied interrogations, stated that their privileged treatment had been down to his initiative. After Neubabelsberg, they were taken to different concentration camps, but Derix is now forced to admit that they enjoyed ‘a special status’ which is retraceable ‘for each and every location’. Which makes one wonder, why German historians previously felt the need to misrepresent these facts.

Derix’s list of Fritz Thyssen’s allied, post-war interrogations is particularly noteworthy. It illustrates the seriousness in which he was considered to have been guilty of (albeit blue collar) war crimes, which should have been punishable by incarceration:

In July 1945 he was taken to Schloss Kransberg near Bad Nauheim, namely to the so-called ‘US/UK Dustbin Centre for scientists and industrialists’. In August, he went on to Kornwestheim before being taken, in September, to the 7th Army Interrogation Center in Augsburg.

Derix also vagely asserts that Fritz Thyssen was interrogated at some point ‘in 1945’ by Robert Kempner, chief prosecutor of the Nuremberg trials.

Thyssen suffered a collapse and had to go into medical care. He was taken to the US prisoners’ camp of Seckenheim, then to Oberursel. His health deteriorated. From April to November 1946 he went through various hospitals and convalescent homes between Königstein (where he made a surprise recovery) and Oberursel. From November 1946 onwards, he was at the Nuremberg follow-up trials as a witness (one presumes in the cases of Alfried Krupp and Friedrich Flick amongst others), while receiving continuous hospital treatment in Fürth.

On 15.01.1947 Fritz Thyssen was released to join his wife Amelie in Bad Wiessee. This was followed by his German denazification proceedings in Königstein, where he and Amelie lived at the sanatorium of Dr Amelung. In that court, as befitting his insincere character, Fritz Thyssen described himself as penniless.

Meanwhile, according to Derix, Anita Zichy-Thyssen made contact with Edmund Stinnes, who lived in the US and his brother-in-law Gero von Schulze-Gaevernitz, a close collaborator of US-secret service chief Allen Dulles. In the spring of 1947, ‘hoping to facilitate exit permits for her parents to go to America’, she met former US-senator Burton K Wheeler in Argentina, who travelled to Germany in 1948 ‘in order to help Fritz Thyssen out of his denazification problems’. It is certainly an aspect of high-level influence which we documented even more intensively, but which, astonishingly, Johannes Bähr in volume 5 (‘Thyssen in the Adenauer Period’) of the series has totally rejected.

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Another Thyssen who should have had problems with his denazification, but didn’t, was Heinrich’s son Stephan Thyssen-Bornemisza.

While his brother Heini Thyssen went to the German school in The Hague, Stephan had boarded at the Lyceum Alpinum in Zuoz, Switzerland, where most pupils were from German speaking Switzerland, The Netherlands and the German Reich, respectively were Germans living abroad. Consequently, the school ran three houses named ‘Teutonia’, ‘Orania’ and ‘Helvetia’. After studying chemistry in Zurich and at the Massachusetts Institute of Technology, he became an assistant at a research laboratory of the Shell Petroleum Company in St Louis. He then wrote his dissertation at Budapest University and began working in natural resources deposit research.

Since 1932, whilst living in Hanover, Stephan worked for Seismos GmbH, a prospecting company founded in 1921 by Deutsch-Lux, Phoenix, Hoesch, Rheinstahl and Gelsenkirchener Bergwerks AG. Derix writes: ‘From 1927 Gelsenkirchener, which belonged to the United Steelworks founded in 1926, was the main shareholder, holding 50% of the shares. This means Seismos came under Fritz Thyssen’s part of the family inheritance. (…) In the 1920s, prospecting groups of Seismos worked for oil companies such as Royal Dutch Shell or Roxana Petroleum in Texas, Louisiana and Mexico, looking for Oil. (…) Its radius then extended to the Near East, South-Eastern Europe and England’.

In 1937, Seismos was bought for 1.5 million RM by Heinrich Thyssen and incorporated into his Thyssensche Gas- and Waterworks. During the war, according to Derix, the company was ‘involved in the exploitation of raw materials in the (Nazi) occupied territories (…) During their withdrawal from the Eastern Ukraine during the 1943 tank battle of Kursk they had to leave behind much equipment’.

So, of no little importance for a company which so far, in Thyssen-backed histories, had been portrayed, if at all, as being of little consequence.

And not for the secretive Heinrich Thyssen-Bornemisza either, whose son Heini Thyssen shortly after the war would get his Swiss lawyer Roberto van Aken to lie to the US visa application department thus: ‘From the advent of the Nazis’ rise to power, and particularly from 1938 onwards, Dr Heinrich Thyssen-Bornemisza’s (…) corporations were directed with the definitive purpose of minimising the Nazi armament efforts’ (The Thyssen Art Macabre, page 207).

It is, if anything, in that same obfuscating spirit that Derix still conceals the fact that the Seismos company moved its headquarters from Hanover to the Harz mountains during the war, where the Nazis’ weapons of mass destruction program (V-rockets) would come to be based.

Derix reveals that Stephan Thyssen-Bornemisza was a member of the Nazi Aircorps and confirms he was a contributing member of the SS. Nazi officials apparently declared Stephan Thyssen’s political stance to be ‘beyond all doubt’. But Derix cannot bring herself to even mention, let alone detail his additional involvement with another company, namely Maschinen- und Apparatebau AG (MABAG) of Nordhausen, also in the Harz.

We had already established that Stephan Thyssen had become chairman of the supervisory board of MABAG in the early years of the war. This company, in conjunction with IG Farben, ‘had built a vast network of caves and tunnels in the Kohnstein mountain near Nordhausen equipped with tanks and pumps (…). From Februar 1942, Armaments and Munitions Minister Albert Speer recommended all possible support for the development of rockets. This represented massively ambitious armaments manufacturing plans and a great deal more work for MABAG, who, under the control of the Wehrmacht, were now also producing turbo fuel pumps for V-rockets’ (The Thyssen Art Macabre, page 160).

We had speculated that Stephan’s position of chairman of MABAG must have been due to a major investment made by his father Heinrich. While Simone Derix entirely fails to address any aspects of this topic, the lawyer and historian Frank Baranowski has unearthed a highly important document and explains on his website:

‘In 1940, the Deutsche Petroleum Konzern, following a change in their management, divested itself of all its works which did not fit into their framework of petroleum and coal extraction, including MABAG. Deutsche Bank negotiated the transfer of the share capital of 1 million Reichsmark into various hands. The majority was acquired by the solicitor and notary Paul Langkopf of Hanover (590,000 RM), which was most likely done on the orders of a client who wished to remain anonymous. Smaller share parcels were held by the Deutsche Bank in Leipzig (158,000 RM) and in Nordhausen (14,000 RM) as well as by Stephan Thyssen-Bornemisza in Hanover (50,000 RM). On 14.09.1940 MABAG elected its new supervisory board: Director Schirner, Paul Langkopf, Stephan Thyssen-Bornemisza and the Leipzig bank director Gustav Köllmann. (MABAG came to see itself as a company entirely geared to the production of armaments, …..including grenades, grenade launchers …….and turbo pumps for the A4-rockets)’.

It just so happens that Paul Langkopf was a professional whose services had been engaged by various members of the Thyssen family over the years. It can be presumed with near certainty that the ‘anonymous’ shareholder was Heinrich Thyssen-Bornemisza. The secrecy of the transaction fits his style completely. And while Baranowski’s and our views on the use of forced labour by MABAG differ, his evidence is another indication towards the fact that Heinrich was definitely 100% pro-Nazi during the war, even while he was apparently retiring from the world, far away in his Swiss safehaven, pretending to have nothing to do with anything.

The great Simone Derix, meanwhile, prefers to concentrate on relatively trivial revelations such as the fact that Stephan’s mother Margit also lived in Switzerland with her second husband, the ‘germanophile’, ‘antisemitic’ Janos Wettstein von Westersheimb, who lost his job at the Hungarian embassy in Berne when the war turned in 1943. Apparently, she lobbied ‘for Stephan to be allowed out of Germany (after the war) via Heinrich Rothmund, who during the war had been responsible in large parts for the anti-Jewish asylum policies of Switzerland’.

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Finally Simone Derix covers two other important topics in her book – as did we, albeit to a different degree -; namely: 1.) The Thyssens’ pre-war London gold deposits and their fate during, respectively after the war and 2.) the removal of the Thyssens’ and Dutch royals’ share certificates from the Bank voor Handel en Scheepvaart in Rotterdam to the August Thyssen Bank in Berlin during the war, and their return to Rotterdam after the war, through an illegal act by a Dutch Military Mission, code named ‘Operation Juliana’. We will analyse the coverage of those topics more adequately in our reviews of Jan Schleusener’s, Harald Wixforth’s and Boris Gehlen’s forthcoming volumes.

In both matters, members and associates of the Thyssen family played questionable roles, using their high-level (diplomatic and other) positions, to help the Thyssens play off one host nation against another, in their pursuit of limitless personal advantage. Simone Derix only takes her critical analysis as far as to say that these interferences allowed smaller states such as The Netherlands or Switzerland to pressurise victorious powers of the second world war in order to safeguard their own national interests in the Thyssens’ fortune.

While our book has been called a possible ‘handbook for revolution’, Derix describes hers as ‘a model showing the way concerning the central, investigative strands for a history of the infrastructures of wealth’. She evokes the driving forces of ‘jealousy’ à la Ralf Dahrendorf, by the general public towards the super-rich, while ignoring the concept of ‘anger’ at their selfish sense of perennial legal immunity, as described by many such as Tom Wohlfahrt.

Simone Derix’s writing style is very clear and during her book presentation at the Historisches Kolleg in Munich, the suave voice of the specially engaged Bavarian Radio reader made the passages sound like high literature, marinated in integrity. However, this academic, who was introduced to the audience by Professor Margit Szöllösi-Janze as ‘elite researcher’, definitely arrogates to herself a greater authority in broadcasting historical judgements than she is currently entitled to.

At the subsequent podium conversation with the historian and journalist Dr Joachim Käppner of the Süddeutsche Zeitung, Derix rejected the concepts of power and of guilt unequivocally on behalf of the Thyssen family. In doing so, however, she had to be coaxed by Käppner repeatedly to focus her extremely hesitant flow of answers, which gave every impression, nevertheless, of having been pre-agreed.

Let’s hope Simone Derix does not remain the only contributor of the series to formulate answers to these important questions – But with more honesty, hopefully, if not greater independence from the questionable role of the Fritz Thyssen Foundation.

Fritz Thyssen and Hermann Göring in Essen, copyright Stiftung Ruhr Museum Essen, Fotoarchiv

Heinrich Thyssen-Bornemisza and Hermann Göring at the German Derby, 1936, copyright Archive David R L Litchfield

Batthyany-Clan, ca. 1930s, third from left Ivan Batthyany, husband of Margit Thyssen-Bornemisza, copyright Archive David R L Litchfield

Hendrik J. Kouwenhoven, general representative of Heinrich Thyssen-Bornemisza, copyright Stadsarchief Rotterdam

Three Thyssen brothers in harmony: from left Heinrich Thyssen-Bornemisza, August Thyssen Junior, Fritz Thyssen, Villa Favorita, Lugano, September 1938, copyright Archive David R L Litchfield

 

Stephan Thyssen-Bornemisza with his wife Ingeborg, Hanover, ca. 1940s (Foto Alice Prestel-Hofmann, Hanover), copyright Archive David R L Litchfield

Thyssen Bank voor Handel en Scheepvaart Rotterdam, Year End Report 1929, copyright Archive David R L Litchfield

Thyssen Bank voor Handel en Scheepvaart Rotterdam, Supervisory Board and Management Board 1929, copyright Archive David R L Litchfield

Thyssen Bank voor Handel en Scheepvaart Rotterdam, Bank Counters, copyright Archive David R L Litchfield

Thyssen Bank voor Handel en Scheepvaart Rotterdam, 1929, Reception Room, copyright Archive David R L Litchfield

Thyssen Bank voor Handel en Scheepvaart Rotterdam, 1929, Steel Vaults, copyright Archive David R L Litchfield

 

 

 

 

 

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Rechnitz Revisited I

Neben der Publikation unseres Buches „Die Thyssen-Dynastie. Die Wahrheit hinter dem Mythos“ gibt es ein besonderes Ereignis, das sowohl symbolisch als auch real die Thyssens, sowohl als Unternehmen wie auch privat, dazu gebracht hat, ihre Geschichte umzuschreiben. Und zwar das sogenannte Massaker von Rechnitz, wie es jetzt genannt wird, also der Mord an hundert achtzig ungarischen, jüdischen Zwangsarbeitern nach einem Fest, welches Margit Batthyany-Thyssen im März 1945 unter anderem für SS-Offiziere gab, welche im Thyssen-finanzierten Schloss Rechnitz im Burgenland untergebracht waren; nicht nur das Ereignis selbst, sondern ein Artikel, den wir im Oktober 2007 über die Rolle Margit Thyssens bei diesem Verbrechen für die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieben.

Als die FAZ den Artikel veröffentlichte stritten manche Akademiker, wie Professor Wolfgang Benz von der Universität Berlin, das ganze Ereignis ab, während Manfred Rasch, der Archivleiter der ThyssenKrupp AG uns später als sensationsorientierte Journalisten abtat, die die Rolle der Thyssens mit Hilfe von „Sex and Crime“ Journalismus aufgebauscht hätten. Dies machte uns aber nur noch entschlossener, die Anschuldigungen zu widerlegen, wir hätten gelogen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, die nicht nur das Schloss besaßen, welches sie während des Krieges mit Geldern aus Thyssen Unternehmen finanzierten, sondern auch das umliegende Landgut und damit einen bedeutenden Teil des Städtchens.

Nun hatte der Bericht über die Beteiligung der Thyssens sich in der europäischen Presse verbreitet, dies natürlich auch online, und als die ThyssenKrupp AG (für die Unternehmen) und die Thyssen Bornemisza Gruppe (für die Familie) sich bewusst wurden, dass eine größere Kampagne der Schadensbegrenzung von Nöten sein würde, wurde ein Team von Akademikern beauftragt, nicht nur das Massaker von Rechnitz aufzuarbeiten, sondern die gesamte unternehmerische und Familiengeschichte (oder zumindest die bis zu einem passend flexiblen Zeitpunkt), und zu versuchen über die Fritz Thyssen Stiftung einen akademisch anerkannten historischen Präzedenzfall zu etablieren.

Doch obwohl es in den Büchern der Serie „Thyssen im 20. Jahrhundert – Familie, Unternehmen, Öffentlichkeit“ bisher schon mehrere Gelegenheiten gab, eine entsprechend reingewaschene Version der Geschichte des Massakers von Rechnitz aufzunehmen, ist dies nicht geschehen.

Dann wurden wir vor nicht all zu langer Zeit darauf aufmerksam, dass im Mai 2014 eine nicht sehr publik gemachte Veranstaltung an der Universität von München stattgefunden hat, nämlich eine zweitätige Konferenz unter dem Titel „Rechnitz Revisited“, welche von der vielseitigen und omnipräsenten „Nachwuchsgruppenleiterin“ Dr Simone Derix veranstaltet wurde. Als uns bewusst wurde, dass das Thema der Konferenz das Massaker von Rechnitz war und sie von der Fritz Thyssen Stiftung gefördert worden war, wurde alles klar.

Es war offensichtlich eine Entscheidung gefällt worden, dass, solange das Thema Rechnitz so kontrovers und die Beteiligung der Thyssens so offensichtlich waren, es viel zu gefährlich war, „wissenschaftlich“ belegte Aussagen zu treffen, die ihre Beteiligung oder die Genauigkeit der Fakten in unserem Buch (und in unserem FAZ Artikel) anfochten. Fakten wie zum Beispiel die Details, dass Heinrich Thyssen über seine August Thyssen Bank einen RM 400,000 Kredit als „Beihilfe Rechnitz“ gewährt hatte, zu einer Zeit, als das Schloss bereits von der SS requiriert war, oder die jährliche Grundzahlung an Margit von RM 30,000 und „wandelbaren“ RM 18,000 zur Schlossunterhaltung, während das Gut „von Thyssengas weiterhin betreut“ wurde (damals Thyssensche Gas- und Wasserwerke) (siehe auch hier).

Das hinderte die Personen, die für den Inhalt der Konferenz verantwortlich waren, jedoch nicht daran, es dennoch zu versuchen und während unser Buch und unser Artikel mit keinem Wort erwähnt wurden, so wurden doch einige, allzu offensichtliche Andeutungen gemacht, nämlich an „überzeichnete mediale Darstellung“; sexbesessene Schlossherrin; skandalisierende Medienberichte; überzeichnete Fokussierung auf einzelne Personen, insbesondere Margit Batthyany-Thyssen; die große Diskrepanz zwischen den phantasievollen Berichten und der historischen Rekonstruktion des Geschehens; Phantasien und spekulative Projektionsfläche“.

Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, um das Konzept voran zu treiben, dass das Geschehene auf keinen Fall in die Verantwortlichkeit der ehrenwerten Thyssens und Batthyanys fallen kann, sondern dass jede Schuld an dem Verbrechen sicher bei den weniger privilegierten Teilen der Bevölkerung zu verorten ist. Es ist eine Strategie, die in der Reihe „Thyssen im 20. Jahrhundert“ ebenso praktiziert wird, und die mittlerweile den Lesern unserer Rezensionen dieser Bücher bekannt sein dürfte.

Im Grunde schien das bewusste Format dieser Konferenz nicht zu sein, spezifische Fragen zu beantworten oder irgendeine Form einer verbindlichen Aussage zu treffen. Vielmehr sollte ein akademisches „work in progress“ etabliert werden. Es ist eine Verfahrensweise, welche auch das österreichische Innenministerium seit Jahren angewandt hat, um einen Wall aufzubauen, hinter dem unangenehme Dinge versteckt werden können wie z.B. die Frage, wo die Toten des Massakers von Rechnitz begraben sind.

Zur Konferenz wurden eine Reihe von Akademikern eingeladen, die von der Fritz Thyssen Stiftung autorisiert wurden – allen voran Eleonore Lappin-Eppel und Claudia Kuretsidis-Haider – ausserdem Sacha Batthyany, ein Journalist, dessen Familie ursprünglich sowohl das Städtchen wie auch das Schloss besaßen und von ihrer Verbindung mit den Thyssens profitierten, und die auch ein gewisses Ausmaß an Macht und Einfluss in der Gegend behalten haben. Sacha Batthyany hatte einen ernsthaften Interessenkonflikt, gab jedoch der Veranstaltung einen gewissen noblen Status und half dabei, die Aufmerksamkeit von den Thyssens weg zu lenken und auch von seiner eigenen, anscheinend schuldfreien Familie; von der einige Mitglieder (so hatte er uns einmal gesagt) weiterhin an „jüdische Verschwörungen“ im Zusammenhang mit dem ungelösten Fall glauben.

Es ist anzunehmen, dass die Fritz Thyssen Stiftung diese Konferenz nun alle paar Jahre wiederholen wird bis ihre Version der Geschehnisse, welche jedwede Erwähnung der Beteiligung der Thyssen Familie am Rechnitzer Verbrechen ausschließt, akzeptiert worden ist.

Oder bis zum unwahrscheinlich Fall dass erkannt wird, dass ihre akademischen Verleugnungen nicht überzeugen und nur unsere Bestimmtheit vergrößern, dafür zu sorgen, dass die Thyssens, die persönlich übrigens nie die Genauigkeit unserer Fakten bestritten oder uns der Übertreibung bezichtigt haben, den ihnen gebührenden Grad an Verantwortung und Schuld übernehmen.

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Rechnitz Revisited I

Apart from the publication of our book, „The Thyssen Art Macabre“, if there was one event above all others that both symbolically and in reality persuaded the Thyssens, both corporately and privately, to rewrite their history, it is what has now become known as „The Rechnitz Massacre“, or the slaughter of one hundred and eighty Hungarian Jewish slave workers, following a party given by Margit Batthyany-Thyssen for SS officers stationed at the Thyssen-owned Rechnitz castle in Burgenland, Austria, in March 1945, amongst others; not just the event itself but an article we wrote for Frankfurter Allgemeine Zeitung in October 2007 concerning Margit’s role in the atrocity (the english version was published by the Independent on Sunday).

When FAZ first published the story in German, some academics, such as Professor Wolfgang Benz from Berlin University, denied the whole event, while Manfred Rasch, ThyssenKrupp’s archivist, subsequently wrote us off as sensationalist journalists who had exaggerated the Thyssens’ involvement with the use of „sex and crime“ style journalism. But this only succeeded in motivating our determination to refute the accusations that we had lied and expose those responsible; who owned not only the castle, which they continued to finance with Thyssen corporate money throughout the war, but the surrounding estate and thus much of the town.

By now the story of the Thyssens’ involvement had flooded the European press and gone online and the realisation that they needed to mount a major campaign of damage limitation had motivated ThyssenKrupp AG (representing the corporation) and the Thyssen Bornemisza Group (representing the family) to authorise a team of academics to write not just of the Rechnitz Massacre, but the entire (or up until a somewhat conveniently flexible date) corporate and private history and establish, or attempt to establish, via the Fritz Thyssen Foundation, an academically approved, historical precedent.

But while there have been various opportunities for the inclusion of a suitably white-washed version of the history of the Rechnitz Massacre in the books of the series „Thyssen in the 20th Century – Family, Enterprise, Public“, such a thing has so far been conspicuous by its absence.

Then, quite recently, we became aware of a little publicised event that had taken place in May 2014 at Munich University, organised by the versatile and omnipresent „Junior Research Group Leader“ Dr Simone Derix, in the form of a two-day conference entitled „Rechnitz Revisited“. When we noticed that the event concerned the Rechnitz Massacre and had been sponsored by the Fritz Thyssen Foundation, an organisation which up until the publication of our book never appeared to have previously become involved in financing any in-depth research into the history of the Thyssen family or its corporate past, all became clear.

A decision had obviously been made that as long as the Rechnitz subject remained so contentious and the Thyssens’ involvement so obvious, it was far too dangerous to attempt to make „scientifically“ supported statements that refuted their involvement and/or the accuracy of the facts contained in our book (and the subsequent article in FAZ). Facts that included such details as Heinrich Thyssen’s RM 400,000 loan (via the August Thyssen Bank) towards the upkeep of the castle when it had already been requisitioned by the SS, or Margit’s annual RM 30,000 wartime remit, plus an extra RM 18,000 „flexible“ contribution for maintaining the castle, it being „generally looked after by Thyssengas” (then called Thyssensche Gas- und Wasserwerke) (see also here).

But this did not stop those responsible for the content of the conference from trying, of course, and while our book or our article in FAZ were not named, there were various, all too obvious references to „exaggerated media presentation; sex-crazed chatelaine; scandalous news coverage; exaggerated focus on individuals, especially Margit Batthyany-Thyssen; the large discrepancy between the fanciful reports and historical reconstruction of events; fantasies and speculative projections“.

They also took the opportunity to promote the concept that far from being the responsibility of the honourable Thyssens and Batthyanys, any blame for the crime should more accurately be shouldered by the less privileged members of the population. It is a conscious strategy that is pursued equally in the „Thyssen in the 20th Century“ series and which will by now have become familiar to the readers of our reviews of these books.

Basically the format of the conference in Munich appeared to be geared towards the establishment of an academic „work in progress“, rather than the answering of specific questions or making any form of committed statement whatsoever. It was a ploy that the Austrian Ministry of the Interior has been using for years as a screen behind which they can hide potentially embarrassing details of such things as where the bodies of the victims of the Rechnitz Massacre were buried.

Those invited to the conference were a group of authorised (by Fritz Thyssen Stiftung) academics, such as Eleonore Lappin-Eppel and Claudia Kuretsidis-Haider, plus Sacha Batthyany, a journalist whose family had originally owned both town and castle and profited from their relationship with the Thyssens, while retaining their power and influence in the Rechnitz area. Sacha suffered from a serious conflict of interest but gave the proceedings a degree of noble status and assisted in steering attention away from the Thyssens and his own, apparently guiltless family; many of whom (or so he had originally assured us) still believe in „Jewish conspiracies“ surrounding the unresolved case.

Doubtless the Fritz Thyssen Foundation will now repeat the conference once every few years until their version of events, which excludes any mention of the Thyssen family’s involvement in the Rechnitz crime, has been accepted.

Or until the unlikely event that they acquiesce to the fact that their academic denials lack conviction and only serve to fuel our determination that the Thyssens, who have personally never actually accused us of inaccuracies or exaggerations, accept their appropriate degree of responsibility and guilt.

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Buchrezension: Thyssen im 20. Jahrhundert – Band 2: “Zwangsarbeit bei Thyssen. ‘Stahlverein’ und ‘Baron-Konzern’ im Zweiten Weltkrieg”, von Thomas Urban, erschienen im Schöningh Verlag, 2014.

Wenn es ein Thema in dieser Serie von akademischen Abhandlungen über die Firmen, politischen Ansichten, den persönlichen Reichtum, die Beziehungen zur Öffentlichkeit und die Kunstsammlung(en) der Thyssens gibt, bei dem Feingefühl und Offenheit gefragt gewesen wären, dann ist es dieses eine. In der Tat spiegeln die ensetzlichen Bedingungen, unter denen Ausländer (Sowjetische Staatsangehörige, Franzosen, Niederländer, Belgier, etc.) während des zweiten Weltkriegs in Thyssen Unternehmungen, und der Produktion von Waffen und Munition im Besonderen, arbeiten mussten deutlich die unmenschlichen Auswüchse des Nationalsozialismus wider. Die Rezension fällt ob des wichtigen Themas etwas länger aus.

30 Jahre nach Ulrich Herberts bahnbrechenden Arbeiten zur Zwangsarbeit und sieben Jahre nach Erscheinen unseres Buches blieb die Thyssen Familie bis jetzt eine von sehr wenigen, die sich beharrlich weigerten, diesen Teil ihrer Geschichte offen anzusprechen. Stattdessen hat sie immer behauptet, weitgehenst unbeteiligt an der Herstellung von Waffen und Munition und der Verwendung von Zwangsarbeitern gewesen zu sein. Sie behauptete auch, Hitler nicht unterstützt zu haben, oder ihre Unterstützung nach einer gewissen Zeit eingestellt zu haben. Sie ging sogar so weit, sich selbst auf eine Stufe mit den Verfolgten des Regimes zu stellen, in dem sie behauptete, selbst auch verfolgt und enteignet worden zu sein.

Ausserdem behauptete der Thyssen-Bornemisza Zweig der Familie, ungarischer Nationalität zu sein, und mit Deutschland überhaupt nichts zu tun zu haben. Aber dies waren alles falsche Behauptungen, die darauf ausgerichtet waren, die Aufmerksamkeit von den Fakten abzulenken. Und makabrer Weise war es gerade diese „kosmopolitische“ Seite der Dynastie, die die Nazis ganz besonders unterstützt hat, durch Finanz- und Bankgeschäfte, durch die Produktion von U-Booten und V-Waffen-Teilen, und durch eine persönliche Verbindung mit der SS und hoch-rangingen Nationalsozialisten. Über 1.000 KZ-Häftlinge starben in Bremen beim Bau des „Valentin“ Bunkers, in dem Heinrich Thyssen-Bornemisza’s Bremer Vulkan Werft eine Steigerung der Produktion auf 14 U-Boote pro Monat plante, um im Angesicht Hitler’s drohender Niederlage einen verzweifelten deutschen Endsieg zu erringen.

Angesichts ihrer weitgreifenden industriellen und finanziellen Macht und Sonderstellung hatten Fritz Thyssen und Heinrich Thyssen-Bornemisza eine überwältigende Verantwortung, sich ihren Mitbürgern gegenüber respektvoll zu verhalten. Wir glauben, dass sie in dieser Stellung aufgrund ihrer unerschöpflichen Gier, ihres finanziellen Opportunismus und ihrer unmoralischen Arroganz scheiterten. Von allen Thyssen-Erben ist jetzt anscheinend nur einer, nämlich GEORG THYSSEN-BORNEMISZA, bereit, die Verantwortung einzugestehen, indem er dieses Projekt unterstützt. Aber diese kläglichen 170 Seiten mit unvollständigem Register (nur Personen, nicht Unternehmen, was die Analyse so schwierig macht) sind nur ein Tropfen auf den heissen Stein in der Korrektur des offiziellen Bildes und halten einer internationalen Begutachtung nicht Stand.

Thomas Urban akzeptiert die Zulässigkeit unserer Biografie nicht und meint immer noch behaupten zu müssen, dass das Thema Zwangsarbeit in den Darstellungen zur Thyssen-Geschichte bis Anfang des 21. Jahrhunderts „unberücksichtigt“ blieb. In Wahrheit scheint es, dass das Thema mit Absicht unterdrückt wurde, so weit dies möglich war, um unerwünschte Aufmerksamkeit und mögliche Schadenersatzforderungen abzuwenden. Es ist auch der Grund, weshalb die Thyssen-Bornemisza Seite der Familie bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung unseres Buches von der akademischen Forschung ferngehalten wurde (was Dr Urban als „verwunderlich“ beschreibt).

Als Michael Kanther speziell für die August Thyssen Hütte 1991 über Zwangsarbeit schrieb konnte er anscheinend bis 2004 nicht publizieren, und dann in den “Duisburger Forschungen”. Und zehn Jahre später werden aus der großen Fülle von Thyssen Unternehmungen nur einige wenige als schuldig preisgegeben, nämlich die Werften Bremer Vulkan und Flensburger Schiffsbaugesellschaft, das Kohlebergwerk Walsum und die August Thyssen Hütte.

Die Press- und Walzwerk AG Reisholz und die Oberbilker Stahlwerke werden nur flüchtig erwähnt, aber nicht die Beteiligung an der Produktion von V-Waffen oder eine Zusammenarbeit mit der MABAG (Maschinen- und Apparatebau AG) Nordhausen, wo Heinrich’s Sohn Stephan Thyssen-Bornemisza mit der SS zusammen arbeitete und 20,000 KZ-Häftlinge ums Leben kamen. Eine interessante Information ist jedoch, dass der technische Direktor der Press- und Walzwerk AG Reisholz, Wilhelm Martin, „in seiner Eigenschaft als ‘Abwehrbeauftragter’ einen ‘politischen Stoßtrupp’ aus Betriebsangehörigen eingerichtet“ haben soll, „der im Falle möglicher Unruhen in der Belegschaft, mit so genannten Totschlägern bewaffnet, zum Einsatz kommen sollte“ – anscheinend der einzig bekannte Fall einer solchen Einrichtung in der gesamten Nazi-Rüstungswirtschaft. Es ist ein erstaunliches Eingeständnis.

Als deutsche Arbeiter in den Krieg zogen wurden sie durch insgesamt 14 Millionen Zwangsarbeiter, ersetzt, darunter auch Frauen und Kinder und in Thyssen Unternehmen arbeiteten diese in Verhältnissen zwischen einem Drittel und einem erstaunlichen zwei Drittel (in der Zeche Walsum, wie wir als Erste berichteten) der Gesamtbelegschaft. In Anbetracht der Größe der Thyssen Konzerne müssten dort insgesamt bis zu mehrere zehntausend Zwangsarbeiter gearbeitet haben, aber Dr Urban versucht noch nicht einmal, eine ungefähre Gesamtziffer zu ermitteln. Stattdessen wird das jämmerliche Schwarze-Peter-Spiel mit Krupp weiter geführt, wonach die Bezeichnung „Zwangsarbeiter“, die durchweg in diesem Buch benutzt wird, plötzlich zu „Sklavenarbeiter“ wird, sobald der Name Krupp fällt. Währenddessen verliert sich die jetzt angeführte Tatsache, dass bei Thyssen in Hamborn viel größere Mengen an Granatstahl hergestellt wurden als bei Krupp in Rheinhausen im Kleingedruckten.

In der August Thyssen Hütte und dem Thyssen Werk Mülheim, die mehr zum Einflussbereich Fritz Thyssen’s gehörten, dessen Macht durch seine privilegierte Haft während des Krieges nicht so vollständig eingeschränkt war wie diese offiziellen Thyssen Veröffentlichungen es uns immer noch weismachen wollen, heisst es, habe es eine „hohe Sterblichkeit“ bei sowjetischen Kriegsgefangenen gegeben. Aber die von Dr Urban erwähnten Zahlen übersteigen nie acht oder weniger für die wenigen Zwischenfälle, die er beschreibt.

Wegen der Rassenideologie wurden sowjetische Kriegsgefangene, von KZ-Häftlingen abgesehen, am schlechtesten behandelt, bis zu einem Punkt, wo diese in Heinrich Thyssen-Bornemisza’s Bremer Vulkan Werft, aus Furcht vor Sabotage, so Dr Urban, zunächst in einem Stacheldrahtkäfig festgehalten wurden, wo andere sie „wie die Affen (im Zoo anguckten)“. (Diese Information kam von einem Schulprojekt in Bremen aus dem Jahr 1980 und wurde von Dr Rolf Keller von der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten in Celle an Dr Urban weiter gegeben). Aber trotz solcher verstörender Ausprägungen eines extremen Rassismus hatten Gesten der Humanität von seiten der Ortsansäßigen gegenüber den Gefangenen stattgefunden, wie unsere Lektorin beim Asso Verlag Oberhausen, Ulli Langenbrinck, uns vor Jahren schilderte, aus dem einfachen Grund, dass sie unter gefährlichen Bedingungen (z.B. in Kohlegruben und an Hochöfen) zusammen arbeiten mussten und es daher besser war, rücksichtsvoll gegenüber Menschen zu sein, von denen das eigene Leben abhängen konnte.

Leider bringt es Thomas Urban fertig, zu suggerieren, solche Erinnerungen könnten nichts weiter als Spiegelungen nachträglicher Dienlichkeit sein und man fragt sich, ob er jemals nachgedacht hat, wie es wohl gewesen sein musste, unter Bedingungen zu arbeiten, wo die rassische, ideologische und nationale Diskriminierung die sowieso schon schwierigen Arbeitsverhältnisse nochmals erheblich erschwerten. Bedingungen, die wegen größenwahnsinnigen Politikern und gleichsam größenwahnsinnigen Industriellen existierten und von denen die Menschen vor Ort genau wussten, dass sie kontra-produktiv waren. Sicherlich brauchte es nicht den Anblick von KZ-Häftlingen, um demoralisiert zu sein – Dr Urban sagt, dies sei in jener Zeit behauptet worden – von denen anscheinend „75“ beim Bremer Vulkan selbst verwendet wurden (was eine weitaus angenehmere Zahl ist als die 1,000 oben erwähnten Todesopfer). Die irrsinnige Situation, die man erlitt, wenn man ob des Schicksals der im fernen Feld stehenden eigenen „Herrenmenschen“ bangen musste, während die „untermenschlichen“ Feinde deren Waffen und Munition daheim produzierten muss schon verstörend genug gewesen sein, um Menschen zu demoralisieren – und zwar für beide Seiten!

Am anderen Ende der Skala werden die Thyssens, die in der Vergangenheit mit ihren geschichtlichen Aufzeichnungen „sparsam“ umgegangen sind, mit Glacéhandschuhen angefasst, was eine fortgesetzte Mentalität der Sympathie und Unterwürfigkeit bezeugt, die weit über alles geht, was man von einer sogenannten unabhängigen akademischen Beauftragung erwarten sollte. Selbst eine Rezensentin der Universität Duisburg-Essen, Jana Scholz, scheint zu hinterfragen, wieso das einzig Richtige nicht getan wurde, nämlich die Verantwortung eindeutig bei den Thyssens zu verorten. Statt dessen wird die Verwendung und Behandlung von Zwangsarbeitern Lagerführern, Vorarbeitern und Managern angelastet, Menschen wie Wilhelm Roelen und Robert Kabelac, und man fragt sich, was deren Familien wohl davon halten. Vor allem im Fall Roelen, da in der Ruhr eine Bewegung gegen die Erinnerung an ihn aufgekommen ist, nachdem nachgewiesen wurde, dass unter seiner Aufsicht mehr als 100 sowjetische Kriegsgefangene in der Zeche Walsum umgekommen sind. Signifikanter Weise sind keine Familienmitglieder dieser Manager befragt worden. Und auch keine Mitglieder der Thyssen Familie.

In einer anderen Rezension fragt sich Jens Thiel, der es als Experte in Medizinethik besser wissen müsste, allen Ernstes ob es sich heutzutage noch lohnt, mit Forschungen zum Thema Zwangsarbeit „wissenschaftliche Meriten“ zu ernten. Er preist die „nüchternen Beschreibungen“ in diesem Buch. Es ist aber absolut nicht nachvollziehbar, was nüchtern an der Beschreibung von hungernden Russen sein soll, die rohen Fisch essen, der durch Bomben getötet wurde, nachdem sie mitten im Winter in den eisigen Fluss gesprungen waren, um ihn einzusammeln. Oder an der Erinnerung von Ortsansässigen, wie sie als Kinder sahen, wie Leiterkarren aus einem Thyssen-Werk herausgefahren wurden, bei denen auf der Seite Beine und Arme heraushingen und sie sich beissend fragten, ob diese Menschen tot oder noch lebend waren.

Oder an der Beschreibung von Galgen, die vor dem Zehntweglager des Thyssen-Werks Mülheim aufgestellt wurden (welches von einem besonders sadistischen Vater-Sohn-Team von Kommandanten regiert wurde) und sowjetische Jugendliche dort für Diebstahl „in Anwesenheit eines Gestapo-Mannes und eines SS-Unteroffiziers“ in apokalyptischen Szenarien gehängt wurden – wiederum beobachtet von ortsansässigen Kindern. Alle drei Beschreibungen entstammen persönlichen Befragungen, die Dr Urban bei Zeitzeugen durchgeführt hat und die eines der wenigen rettenden Elemente dieses Buches sind. Er beschreibt auch andere Opfer, darunter Frauen, die in Thyssen-Werken erschossen wurden, z.B. wegen Diebstahls von Nahrungsmitteln.

Obwohl dieses Buch darauf nicht eingeht steht es ausser Frage, dass Fritz Thyssen und Heinrich Thyssen-Bornemisza mit den außerordentlichen Mitteln aus dem Schaffenswerk ihres genial-dementen Vaters äußerst privilegierte Lebensstile führten. Beide blickten rückwärts und sahen sich als feudale Oberherrn, die ihre ganz privaten Lehnsgüter regierten. Sie waren entschlossen, Arbeiterrechte konsequent zu bekämpfen, egal ob diese nun Deutsche oder Ausländer waren. Deshalb unterstützten sie den Faschismus, inklusive des Regimes von Admiral Horty in Ungarn. Deshalb finanzierten sie auch ihr SS-requiriertes Schloss Rechnitz im Burgenland, wo Heinrich’s Tochter Margit Batthyany während des Krieges ihr ganz eigenes Terror-Regime führte und in eine Greueltat an über 180 jüdischen Zwangsarbeiter im März 1945 verwickelt war, die bis zum heutigen Tag in keiner offiziellen Thyssen Publikation Erwähnung findet.

Die Thyssen Manager reichten diesen autokratischen Führungsstil nach unten weiter, während sie die gleichzeitigen Kriegsanforderungen der Sieges-wichtigen Plansolls und Gewinnerwartungen der Eigentümer zu erfüllen versuchten. Sie adressierten die Mahnung „Wenn Du nicht spurst, Farge (ein Arbeitserziehungslager in der Nähe von Bremen) ist dichtebei!“ sowohl an deutsche wie auch ausländische Arbeiter. Aber letztere waren immer mehr benachteiligt weil die Nazis das Führerprinzip durch alle Schichten hindurch anwendeten, sodass jeder Deutsche automatisch zum Boss seines nächsten ausländischen Arbeiters wurde. Ausländer mussten auch schwerere, gefährlichere Arbeiten verrichten und hatten schlechtere Rationen, Unterkünfte und Luftschutzvorkehrungen. Während eines großen Luftangriffs auf das Thyssen Werk in Hamborn am 22.01.1945 waren 115 der 145 Todesopfer Kriegsgefangene. Im Ausländerlager der Thyssen-Bornemisza Zeche in Walsum fanden ein Staatsarzt und ein Nazi-Funktionär bei ihrer Visite 1942 solch untragbaren hygienischen Zustände vor, dass sie das Thyssen Management beorderten, sofortige Abhilfe zu schaffen.

Die Ertragskraft der Thyssenschen Kriegsproduktion und speziell des Schiffbaus wird erwähnt, doch Thomas Urban sagt überprüfbare Zahlen seien „nicht verfügbar“. Aber einige dieser Zahlen sind in den Protokollen der Vorstandssitzungen enthalten, welche vierteljährlich in Flims, Davos, Lugano und Zurich stattfanden (nicht lapidar „in der Schweiz“ – mit anderen Worten Heinrich war nicht zu krank, um herum zu reisen, er wollte nur nicht mehr aus der Schweiz ausreisen; aus Gründen des Komforts, nicht weil er “anti-Nazi” war) mit vier Beteiligten (Baron Heinrich, Wilhelm Roelen, Heini Thyssen und Heinrich Lübke, dem Direktor der August Thyssen Bank Berlin – wobei die letzten zwei von Urban heruntergespielt werden). Und die Mitschriften wurden nicht von einem anonymen „Privatsekretär“ angefertigt sondern aller Wahrscheinlichkeit nach von Wilhelm Roelen, was erklärt, dass sich Kopien sowohl im Unternehmens- wie auch im Privatarchiv befinden. Wir sind sicher, dass sich auch noch weitere relevante Informationen zur Profitabilität im ThyssenKrupp Archiv wie auch im Archiv der Stiftung zur Industriegeschichte Thyssen befinden, zum Beispiel im Nachlass von Dr Wilhelm Roelen, welche aber aus irgend einem Grund nicht veröffentlicht werden.

Es wird hier auch behauptet, dass „sich Thyssen-Unternehmen nach heutigem Kenntnisstand während der NS-Zeit (keine) ‘arisierte(n)’ Betriebe aneigneten“. Aber in Wirklichkeit wurde Heinrich’s Rennstall Erlenhof bei Bad Homburg für ihn im November 1933 von seinem Finanzinstrument Hollandsch Trust Kantoor aus dem Nachlass des Juden Moritz James Oppenheimer gekauft, der zuerst in den Konkurs getrieben und danach ermordet wurde. Eine sehr unangenehme Jahreszahl, wenn die offizielle Aussage immer war und immer noch ist, dass Heinrich Thyssen-Bornemisza ab 1932, also vor der Machtergreifung Hitlers, in der Schweiz lebte.

Der Autor versucht, einen Punkt zur Entlastung von Heinrich Thyssen-Bornemisza heraus zu arbeiten, indem er sagt, dieser sei nie bei Veranstaltungen in seinen Werken zugegen gewesen, wenn z.B. „Auszeichnungen durch das NS-Regime“ stattfanden. Aber während Heinrich nach 1938 die Schweiz nicht mehr verlassen haben mag so erzählte uns doch sein Sohn Heini, dass er 1942 für die Feierlichkeiten zum 100ten Geburtstag seines Großvaters nach Schloss Landsberg gereist war, an denen auch Nazi-Funktionäre teilnahmen (Bilder der Veranstaltung existieren). Danach konnte er ungehindert in die Schweiz zurückreisen. Aber dieser Vorfall bleibt hier unerwähnt, vermutlich weil man die unternehmerische Verstrickung Heini Thyssens während des Krieges nicht publik machen will.

Thomas Urban besitzt weiterhin die Kühnheit, zu unterstellen dass der Kontakt zwischen Heinrich Thyssen-Bornemisza und Hermann Göring „wohl auf den Pferdesport beschränkt“ gewesen sei und dass er „diesem Regime wohl nicht nur geografisch distanziert gegenüberstand“. Als ob Heinrich’s privilegierte Position in der Schweiz etwas sei, was in diesem Zusammenhang auch noch Bewunderung verdiene. Diese willkürliche Einschätzung durch einen deutschen Akademiker für diesen entscheidenden Punkt ist eine regelrecht obszöne Behauptung und tief abstoßend sowohl für die Erinnerung an die Opfer wie auch für alle Menschen, denen an der historischen Wahrheitsfindung gelegen ist.

Die Bankkontakte zwischen beiden Männer persönlich und mit dem Regime generell über Heinrich’s August Thyssen Bank in Berlin (welche später in der BHF-Bank aufging), seine Union Banking Corporation in New York und seine Bank voor Handel en Scheepvaart in Rotterdam und andere bleiben bisher in dieser Serie absolut unerwähnt. Wir nehmen an, das wird sich mit dem Buch von Simone Derix über das Vermögen und die Identität der Thyssens (Erscheinungsdatum 2016) oder mit Harald Wixforth’s Arbeit über die Thyssen Bornemisza Gruppe (Erscheinungsdatum unbekannt) ändern.

Man mag es als verständlich ansehen, dass die Thyssens in der Vergangenheit ihre Verbindungen zu Nazi Führern geleugnet und ihre Manager gleichfalls so argumentiert haben, um nach dem Krieg einer Vergeltung durch die Allierten zu entgehen, dass aber im Jahr 2014 ein solches akademisches Projekt immer noch in der selben Art über die wichtigsten Punkte der Aufarbeitung der Thyssen Geschichte hinweg geht ist unentschuldbar. Es ist ebenfalls unklar, wieso Dr Urban bei wichtigen Punkten so vage bleibt, wie z.B. bei der Frage der Entlohnung der Zwangsarbeit. Diese erwähnt er, gibt aber keinerlei Details, was unentschuldbar ist.

Immer und immer wieder erwähnt Dr Urban Probleme mit Quellen und dass es deshalb unmöglich sei, das Thema mit der nötigen Subtanz und Gewissheit zu behandeln. Seine Aussage dass „man in den Baustoffwerken (der Thyssens), zumal im Berliner Raum, durchaus einen höheren Anteil an Zwangsarbeitern vermuten“ kann ist inakzeptabel, zumal gesagt wird, die relevanten Archive seien „noch im Aufbau“, was 70 Jahre nach Kriegsende eine unglaubliche Aussage darstellt, auch wenn es eine ist, die wir bei unseren Arbeiten zum Thema Thyssen oft zu hören bekommen haben.

Als der Bremer Vulkan in den späten 1990er Jahren Pleite ging sahen weder die Thyssen Bornemisza Gruppe noch ThyssenKrupp eine Notwendigkeit, die Archive zu übernehmen. Statt dessen wurden diese einem „Freundeskreis“ („Wir Vulkanesen e.V.“) überlassen, der wichtige Akten, unter anderem Belegschaftsakten aus der Kriegszeit, welche auch Aufzeichnungen über Zwangsarbeiter enthielten, vernichtete – aus „Datenschutzgründen“ wie es hiess. Erst nach dieser Säuberung wurden die Akten dem Staatsarchiv Bremen überlassen. Auch die Überlieferungen der Zeche Walsum werden hier als „äusserst lückenhaft“ beschrieben, was angesichts der Tatsache, was für ein akribischer Technokrat Wilhelm Roelen war unwahrscheinlich, auf Kriegseinwirkungen zurückzuführen, oder durch willkürliche Zerstörung belastender Beweise zu erklären ist

Und so fiel es einzelnen Zwangsarbeitern selbst zu, die den Mut hatten, mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit zu treten (und welche von verschiedenen örtlichen deutschen Geschichtsprojekten – manchmal sogar in Schulen – aufgegriffen und tatsächlich unabhängig von irgendwelchen Thyssen Organen bearbeitet wurden), die eindringlichsten Portraits der Zwangsarbeit bei Thyssen zu zeichnen.

Als der Niederländer Klaas Touber 1988 an den Bremer Vulkan schrieb (dessen Ehrenvorsitzender Heini Thyssen war) und um DM 3,000 Schadenersatz für seine Zwangsarbeit im Krieg bat, wurde dies abgelehnt mit der Begründung man könne „keine konkreten Tatsachen erkennen (…), die für uns eine Schadenersatzverpflichtung begründen“. Es wurde ihm mitgeteilt, die Werft sei „wirtschaftlich angeschlagen“ und „wenn man ihn entschädigen würde, müsste man auch den vielen anderen Menschen, die damals mit Ihnen diese Zeit durchgemacht haben….Geldzahlungen zukommen lassen“, wozu man „finanziell nicht in der Lage“ wäre. Dies zu einem Zeitpunkt, als Heini Thyssen seine Kunstsammlung zum Kauf anbot und anklingen ließ, sie sei bis zu 2 Milliarden Dollar wert. Klaas Touber, der zu einem Zeitpunkt seiner Zwangsarbeit beim Bremer Vulkan auf 40 Kg abgemagert war, hatte Zeit seines Lebens ein psychisches Trauma behalten, was nicht zuletzt daher rührte, dass einer seiner Landsmänner, der ihm bei einem Streit in der Kantine zu Hilfe gekommen war, im KZ Neugamme ermordet wurde. (Die Informationen wurden Dr Urban zum Teil durch Dr Marcus Meyer, Leiter des Denkorts „Valentin“ Bunker der Bremer Landeszentrale für politische Bildung überlassen – Klaas Touber war sehr in der Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit engagiert – und zum Teil von ihm einer Veröffentlichung des Landesverbands der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten Bremen e.V. entnommen).

Das vielleicht erschütternste und gleichzeitig hoffnungsvollste Schicksal ist das des Weissrussen Wassilij Bojkatschow. Als er 12 Jahre alt war nahmen die Deutschen sein Dorf ein, wobei sowohl sein Vater wie auch sein Großvater ermordet wurden. Beim Thyssen Werk der Deutsche Röhrenwerke AG musste er die gefährlichste Arbeit verrichten nämlich nicht explodierte Bomben entschärfen. 1995 schrieb er seine Memoiren und reiste 1996 nach Mülheim, wo er den Bürgermeister und ortsansässige Menschen traf, die Geld für seinen Besuch und den seiner Frau gesammelt hatten. Er beschrieb viele traumatische Erlebnisse, erinnerte sich aber auch an „viele Bilder menschlichen Mitleids und Güte“. Es scheint, dass er noch nicht einmal um Schadenersatz warb. (Dr Urban hat diese Informationen aus dem Jahrbuch der Stadt Mülheim entnommen).

Im Jahr 2000 schrieb eine Ukrainerin, Jewdokija Sch., an das Staatsarchiv Bremen: „Die Arbeit (beim Bremer Vulkan) war sehr, sehr schwer – ich arbeitete als Schweißerin, 12 Stunden täglich, in Holzschuhen, ganz erschöpft vom Hunger! Ich war schon 1944 wie ein Gespenst!“.

Nach ihrem Zusammenschluss trat die ThyssenKrupp AG im Jahr 2000 der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft bei, welche zur Entschädigung von Zwangsarbeitern finanziert wurde. Diesbezügliche Akten seien noch weitere 30 Jahre unter Verschluss und der akademischen Forschung nicht zugänglich, schreibt Dr Urban. Was er nicht erwähnt ist, dass es nicht bekannt ist, ob sich die Thyssen Bornemisza Gruppe jemals an einem Entschädigungsfond für Zwangsarbeiter beteiligt hat.

Interessanterweise befasst sich das nächste Buch der Serie mit den Kunstsammlungen der Thyssen Familie, welche das vordergründigste Instrument waren, mit dem sie ihr Schuldgefühl reinwaschen und ihre belastenden Kriegsverstrickungen hinter der Fassade einer kulturellen sogenannten Philanthropie verstecken konnten. Etwas was in den Boom-Jahren des deutschen Wirtschaftswunders und danach hervorragend funktionierte, als der Kunstmarkt von einem Höchstpreis zum nächsten emporschnellte und der Glanz der glamourösen Kunstwelt jegliche Sorge vor oder gar Erinnerung an die Quelle des Thyssen-Vermögens weg zu wischen schien.

Dr Thomas Urban, ein weiterer Thyssen-finanzierter Akademiker, diesmal von der Ruhr-Universität Bochum

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Book Review: Thyssen in the 20th Century – Volume 2: “Forced Labour at Thyssen. United Steelworks and Baron-Concern during World War Two”, by Thomas Urban, published by Schöningh Verlag, Germany, 2014.

 

If there is one subject within this series of academic treatises on the Thyssens’ companies, politics, personal wealth, public relations and art collection(s), where sensitivity and openness would have been essential, it is this particular one, as the appalling conditions under which foreigners (Soviet nationals, French, Dutch, Belgians, etc.) were forced to work in Thyssen industries during WWII, and in the manufacture of arms and ordnance particularly, reflect so clearly the inhuman excesses of Nazism. In view of its importance we make no apology for the length of this review.

30 years after Ulrich Herbert’s ground-breaking work on forced labour and seven years after the publication of our book, the Thyssen family has until now remained one of only a few adamantly refusing to address this part of their history. Instead, it has always claimed to have remained largely uninvolved in the manufacture of arms and ordnance and the use of forced labour. It has also claimed not to have supported Hitler or to have stopped supporting him at some point. It has even gone as far as putting itself on one level with the victims of the regime, by saying that it too had been persecuted and expropriated.

Additionally, the Thyssen-Bornemisza branch of the family claimed to be Hungarian and thus have nothing whatsoever to do with Germany. But those were all fake claims designed simply to divert attention away from the facts. And macabrely it was this „cosmopolitan“ side of the dynasty which was particularly supportive of the Nazis, through finance and banking, the construction of submarines and V-rocket-parts and a personal relationship with the SS and high-ranking Nazis. Over 1,000 concentration camp prisoners died in Bremen, building the „Valentin“ bunker where Heinrich Thyssen-Bornemisza’s Bremer Vulkan shipyard was planning to increase production to 14 submarines per month to secure a desperate final German victory in view of Hitler’s looming defeat.

In view of their overarching industrial and financial power and privilege, Fritz Thyssen and Heinrich Thyssen-Bornemisza had an overwhelming responsibility to behave with due respect towards their fellow men. In this we believe they failed as a result of their relentless greed, financial opportunism and amoral arrogance. Of all the Thyssen heirs, only one, GEORG THYSSEN-BORNEMISZA, is now seemingly agreeing to admit responsibility by supporting this project. But these flimsy 170 pages with their incomplete index (only personal, not corporate, which makes it so difficult to examine and analyse) only go a small way in rectifying the official record, and do not meet the standards of an international perspective.

Thomas Urban refuses to accept the legitimacy of our book and still sees fit to state that until the beginning of the 21st century forced labour within the Thyssen history remained „unnoticed“. In reality the subject appears to have been hidden intentionally, as far as possible, in order to fend off unwelcome publicity and possible compensation claims alike. It is also why the Thyssen-Bornemisza side of the family was hidden from academic research (the extent of which Dr Urban describes as „surprising“), until the publication of our book in 2007.

When Michael Kanther wrote on forced labour specifically for August Thyssen Hütte in 1991 it seems he could not publish until 2004, and then for the series “Duisburger Forschungen”. And ten years later, of the great plethora of Thyssen enterprises, only a handful are now admitted to have been guilty, namely the shipyards Bremer Vulkan and Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft, the Walsum coal mine and the August Thyssen Hütte smelting works.

Press- and Rolling Works Reisholz and Oberbilker Steelworks are mentioned only furtively but not their involvement in the building of V-rockets or any co-operation with MABAG (Maschinen- und Apparatebau AG) of Nordhausen, where Heinrich’s son Stephan Thyssen-Bornemisza worked with the SS and some 20,000 concentration camp victims died. It is noteworthy, however, that the technical director of Press- and Rolling Works Reisholz, Wilhelm Martin, is said to have installed, „in his function as counter-intelligence commissioner“, a „political combat patrol“ out of Thyssen staff, which „in case of unrest amongst the staff was to be put into action using so-called manslayers“ – apparently its only known occurence in the whole of the Nazi armament economy – which is an astonishing admission to make.

As German workers were sent off to be soldiers, they were replaced by a total of 14 million foreign workers, including women and children, over the period of the war, and, at Thyssen enterprises, these worked at ratios of between one and an astonishing two thirds (at Walsum mine, as we first reported) of total staff. According to the size of the Thyssen enterprises, in all anything up to several tens of thousands of forced labourers would have been working there, yet Dr Urban does not even attempt to put a total figure on it. Instead, the pathetic blame game to the detriment of Krupp continues to the point where the description „forced labour“, as used continuously in this book, suddenly turns into „slave labour“ as soon as the name Krupp is mentioned. Meanwhile, the fact that at Thyssen in Hamborn they are now said to have produced much bigger quantities of grenade steel than at the Krupp works in Rheinhausen is lost in the small print.

At August Thyssen Hütte and the Mülheim Thyssen works, belonging more to the Fritz Thyssen sphere of influence, whose power was not as obliterated by his privileged wartime captivity as these official Thyssen publications still want to have us believe, a „high mortality“ amongst Soviet POWs is said to have existed. But actual figures do not go beyond eight or less deceased in each of a few events described by Dr Urban.

Because of race ideology, apart from concentration camp prisoners, Soviet POWs were treated worst, even to the point where, in view of the high risk of sabotage, according to Dr Urban, Heinrich Thyssen-Bornemisza’s Bremer Vulkan shipyard kept them at first in a barbed wire cage where others looked upon them „as on apes in a zoo“. (This information came from a 1980 Bremen school project and was acquired by Dr Urban from Dr Rolf Keller of the Lower Saxony Memorial Sites Foundation in Celle). Yet despite such disturbing manifestations of racist extremism, acts of humanity by the local population towards prisoners had taken place, as our editor Ulli Langenbrinck at Asso Verlag Oberhausen told us many years ago, for the simple reason that they had to work together under dangerous circumstances (in mines and on blast furnaces for instance) and therefore it was better to be considerate towards men on whom your life may depend.

Sadly, Thomas Urban has the nerve to suggest such recollections could be mere reflections of post-dated convenience and one wonders whether he has ever stopped to imagine what it would have been like to work under such conditions of racial, ideological and national discrimination, aggravating the already challenging tasks. Conditions that were in place because of the directives of megalomaniac politicians and equally megalomaniac industrialists, and yet which the people on the ground could plainly see were self-defeating. Surely it did not take the sight of actual concentration camp prisoners to get demoralised, as Dr Urban says was suggested at the time, and of which he argues only 75 are certified to have worked at Bremer Vulkan proper (this being a more palatable figure than the 1,000 fatalities mentioned above). The alienation of having to speculate about the fate of your own members of the „masterrace“ fighting in a distant land while the „subhuman“ enemies produced their weapons and amunition back home would have been an insane situation that was quite demoralising enough – and for both sides!

At the other end of the scale, the Thyssens, who in the past have been very „economical“ with their historic record, are getting nothing short of kid glove treatment, revealing a continued mentality of sympathy and subservience that goes beyond anything to be expected from a so-called independent academic commission. Even a reviewer from Duisburg-Essen University, Jana Scholz, seems to question why the right thing has not been done, namely to lay the responsibility solidly at the Thyssens’ feet. Instead, camp guards, foremen and managers are being blamed for the use and treatment of forced labourers, men such as Wilhelm Roelen or Robert Kabelac, and one wonders what their families must think of it. Particularly in the case of Roelen, since a movement has gathered against his memory in the Ruhr, after it was established that over 100 Soviet POWs died under his watch at Heinrich Thyssen-Bornemisza’s Walsum coal mine. Significantly, none of the managers’ families have been interviewed. And neither has anyone from the Thyssen family.

In another review Jens Thiel, who as an expert in medical ethics should know better, in all seriousness wonders whether it is still worth trying to „gain academic merits“ through working on the subject of forced labour. He goes on to praise the „sober“ descriptions in this book. But what is sober about the image of starving Russians eating raw fish killed by bombs, after diving into the ice-cold river in the middle of winter to retrieve them, eludes us. Or about that of locals remembering seeing, as children, hand-carts being driven out of Thyssen works with arms and legs hanging out by the sides, so that they were left obsessing whether the people contained therein were alive or dead.

Or that of gallows being erected at the Thyssen works „Zehntweglager“ camp in Mülheim (ruled over by a particularly sadistic father and son team of commanders) and adolescent Soviets being hanged there for theft „in the presence of a Gestapo man and an SS-non commissioned officer“ in apocalyptic scenarios – again witnessed by local children. All three descriptions being derived from personal interviews Dr Urban has carried out with eye witnesses and which are one of the few saving graces of this book. The book also describes other victims at Thyssen works being shot dead, including women, for instance for stealing foodstuffs.

Although the book does not dwell on this, there can be no doubt that Fritz Thyssen and Heinrich Thyssen-Bornemisza lived lives of privilege on the prodigious fruits of their father’s demented genius. They were both harking back to a world-view which was that of themselves as feudal overlords ruling over their personal fiefdoms. They were determined to oppose workers rights decisively (be they foreign or german) and that is why they supported fascism, including Admiral Horthy’s rule in Hungary. It is also why they financed their SS-occupied castle Rechnitz in Burgenland where Heinrich’s daughter Margit Batthyany led her own private wartime terror regime and participated in an atrocity on over 180 Jewish forced labourers in March 1945, which to this day remains unmentioned in any official Thyssen publication.

The Thyssen managers passed down this autocratic rule as they faced the simultaneous war-time challenges of meeting essential victory targets and delivering owners’ profits. They directed the saying „if you don’t do as you are told, Farge (a local Bremen work education camp) is nearby“ at german workers as well as foreign labourers. But the latter were always much more disadvantaged because the Nazis implemented the Führer principle throughout, turning any German into the boss of any foreign co-worker. Also, foreigners had to do heavier, more dangerous work and received worse rations and accommodation and insufficient air raid shelters. At a big air raid on the Hamborn Thyssen works on 22.01.1945, of the 145 dead 115 were POWs. In the case of foreigners camps at the Thyssen-Bornemisza mine at Walsum, a visiting state doctor and a Nazi party leader in 1942 were so horrified at the unbearable hygienic conditions that they ordered the Thyssen management to take immediate remedial action.

The profitability of the Thyssens’ war-time production, and ship building in particular, is mentioned but Thomas Urban says that verifiable figures are „not available“. But some of these figures are contained for instance in the minutes of the board meetings held quarterly in Flims, Davos, Lugano and Zurich (not just „Switzerland“ – in other words Heinrich was not too ill to travel around, he just did not want to leave Switzerland once war had started; simply for reasons of comfort rather than being “anti-Nazi”) with four participants (Baron Heinrich, Wilhelm Roelen, Heini Thyssen and Heinrich Lübke, Director of the August Thyssen Bank in Berlin – the two latter being played down by Urban). And the minutes were not taken by some anonymous „private secretary“ but in all probability by Wilhelm Roelen, which explains why copies are both in the corporate and private archives. We feel sure that the ThyssenKrupp Archives, respectively those of the Thyssen Industrial History Foundation, contain further relevant information about profitability – for instance in the files of the estate of Dr Wilhelm Roelen – but which for some reason are not being released.

It is also said in this book that no Thyssen enterprise during the Nazi period took over an „aryanised“ Jewish enterprise. But in reality Heinrich’s horse-racing stable Erlenhof near Bad Homburg had been bought for him in November 1933 by his entity Hollandsch Trust Kantoor from the estate of Moritz James Oppenheimer, a Jew who had been forced into liquidation and was later murdered – a very inconvenient date, when the official line has been and still is to say that Heinrich lived in Switzerland from 1932 onwards, i.e. from before Hitler’s assumption of power.

The author tries to make a point in Heinrich Thyssen-Bornemisza’s defence saying he did not take part in events at his works where Nazi party officials were present. But while Heinrich might not have left Switzerland after 1938 (he died there in 1947), his son Heini admitted to us that he returned to Germany in the middle of the war in 1942, when he travelled to Landsberg Castle for his grandfather’s 100th birthday celebrations, at which Nazi functionaries also took part (photographs of the event exist). After which he was allowed to travel back to Switzerland completely unhindered. But this remains unmentioned here, presumably in an attempt to minimise the record of Heini Thyssen’s war-time corporate embroilment.

Meanwhile, Thomas Urban has the audacity to allege that it is „not very likely“ (not exactly an academic approach!) that Heinrich’s contact with Hermann Göring went any further than their common interest in horse racing and that his distance from the regime was „likely not to have been only geographical.“ Instead Heinrich is praised for being able to „direct his companies from Switzerland“ as if, in this particular context, that was something to be admired. For such a crucial point, Dr Urban’s haphazard assessment of the Thyssen-Göring relationship is in fact an obscene remark to be made by this German academic and deeply offensive to the memory of the victims and to all people dedicated to the establishment of historical truth.

The banking contacts between the two men personally and with the regime in general via Heinrich’s August Thyssen Bank in Berlin (which was subsequently incorporated into BHF-Bank), his Union Banking Corporation in New York, his Bank voor Handel en Scheepvaart in Rotterdam and others have remained unmentioned so far in this series. We presume they are to be included in Simone Derix’ book on the family’s wealth and identity, due out in 2016, or in Harald Wixforth’s tome on the Thyssen-Bornemisza Group (publication date unknown).

It might be said to be understandable that the Thyssens would have denied their links with Nazi leaders in the past and also that their war-time managers would have argued thus in order to circumvent post-war allied retribution. But it is unforgivable that an academic project in 2014 continues in the same vein of skimming over the most crucial parts of the Aufarbeitung of the Thyssen history. And it is also unclear why Dr Urban has to remain so hazy about important issues such as the remuneration of forced labourers. While he mentions it, he does not give any details about it whatsoever, which is unforgivable.

Time and time again Dr Urban mentions problems with source materials and a deriving impossibility to treat the subject with the necessary substance and certainty. His statement „quite a high proportion of forced labour“ in the Thyssens’ building material enterprises around Berlin „can be assumed“ is unacceptable, because the archives in question are said to be „still being put together“, which, 70 years after the end of the war seems an incredible statement to make, even if it is one we have heard many times before during our research into the Thyssen history.

When Bremer Vulkan went bankrupt in the late 1990s neither the Thyssen Bornemisza Group nor ThyssenKrupp felt it necessary to take on its archives. Instead, these were left to a „friends’ association“ („Wir Vulkanesen e.V.“) which managed to destroy crucial files, including wartime staff records and thus documents concerning forced labour, under „data protection considerations“. Only after that purge did the files reach their current location at the Bremen State Archives. And at Flensburger Schiffsbaugesellschaft, according to management, „all files which were not subject to prescribed storage periods were completely destroyed“. The archives of the Walsum mine are also said to be „extremely incomplete“, which considering what a fastidious technocrat its head Wilhelm Roelen was, is either unlikely, due to wartime damage, or indicative of a wilful destruction of incriminating evidence.

And so it has remained to individual slave labourers themselves, who have had the courage to come forward with their own real-life stories (and which have been picked up by various German historians and local – sometimes even school – historical projects securing evidence, who have acted truly independently from any Thyssen entity) to paint the most truthful pictures of forced labour at Thyssen.

When the Dutchman Klaas Touber in 1988 wrote to Bremer Vulkan (whose honorary chairman was Heini Thyssen) to ask for a compensation of 3,000 Deutschmarks for his forced work effort during WWII, he was rejected and told the company „could not discover any concrete facts (…) that justify an obligation for us to provide compensation“. He was informed the company was bankrupt and if they paid him anything it would set a precedent and „all the other people who experienced the same thing at the time“ would want paying also and Bremer Vulkan „would not be able to do so“. This at a time when Heini Thyssen was putting his art collection up for sale, suggesting it might be worth up to two billion dollars. Klaas Touber, who weighed only 40 kg at one point while at Bremer Vulkan, had retained a life-long psychological trauma from his detention, particularly as a compatriot, who had come to his defence during a canteen brawl, had been killed at the Neugamme concentration camp. (Evidence sourced by Dr Urban partly from Dr Marcus Meyer, head of the Memorial Institution „Valentin“ Bunker of the Bremen Regional Centre for Political  – the late Klaas Touber had been very involved in remembrance and reconciliation – and partly from a publication by the State Organisation of the Association of People Persecuted by the Nazi Regime / Bremen Association of Anti-Fascists e.V.).

Perhaps the most devastating and simultaneously most spirited story is that of Wassilij Bojkatschow. When he was 12 years old his village in Bielorussia had been taken by the Germans and both his father and grandfather killed. At the Thyssen works of Deutsche Röhrenwerke AG he was used for the most dangerous job, that of defusing unexploded bombs. In 1995 he wrote his memoirs and in 1996 travelled to Mülheim and met with the mayor and local people who had collected money for his and his wife’s visit. He described many traumatic experiences but also remembered „many examples of human feeling and kindness“ from German co-workers and locals. As it seems, he did not even ask for any monetary compensation. (Evidence sourced by Dr Urban from the annual report of the town of Mülheim).

In 2000 a Ucranian woman, Jewdokija Sch., wrote in a letter to the Bremen State Archive: „The work (at Bremer Vulkan) was very very hard. I worked as a welder, 12 hours a day, in wooden shoes, totally exhausted from hunger! In 1944 already I looked like a ghost“.

After its merger, ThyssenKrupp AG joined the German Industry Foundation Initiative in 2000 which was funded to pay compensation to former forced labourers. Related files are said to be closed to academic research for another 30 years, according to Dr Urban. What he does not mention is that it is unknown whether the Thyssen Bornemisza Group has ever contributed to any compensation payments.

Poignantly, the next volume in the series is about the Thyssens’ art collection(s), which was the primary tool used by the family to launder their sense of guilt and hide their incriminatory wartime record behind a veneer of cultured so-called „philanthropy“. Something that worked supremely well in the affluent years of the German economic miracle and beyond, when the art market sky-rocketed from one price hyperbole to the next, and the shine of the glamorous art world seemed to wipe away any concern about or even memory of the source of the Thyssen fortune.

 

Dr Thomas Urban, another Thyssen-funded academic, this time from the Ruhr-University in Bochum

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The Times They Are A Changin (The Sale of Villa Favorita, Lugano – Part 1), by Caroline D Schmitz

The lack of a fair distribution of assets in the world has reached a stage where the wealthiest 1% own more than the remaining 99% of the population, according to Credit Suisse. The Thyssens are a prime example of how a fortune, created through the dilligence of a few founding fathers and generations of their plants’ workforce, has multiplied exponentially through the use of financial instruments, multiple citizenships, political lobbying, press manipulation and, most of all, tax avoidance. It was the last great Thyssen himself, Hans Heinrich („Heini“) Thyssen-Bornemisza, who told us: „I am a tax evader by profession. If you wanted to be correct, I should be in jail“. Villa Favorita in Lugano, Ticino, Switzerland, the closest the Thyssen-Bornemiszas ever got to a family seat, has been the symbol of their often rapacious attitude – hidden behind the veneer of their famous art collection – which has until recently gone unquestioned, accepted and even admired by the wider public.

Even before the First World War, Heini`s grandfather August, whose power base were the German steel mills and coal fields of the Ruhr, created a family bank in Rotterdam, the Bank voor Handel en Scheepvaart (BVHS), as an offshore bank for the Thyssen industrial empire. Heini’s father Heinrich, who had gained Hungarian nationality and a contrived aristocratic status through marriage, settled in Holland, took charge of the bank and fended off the post-war allied reparation claims, as well as the spiralling early 1920s hyperinflation. His Dutch lawyers created further financial instruments such as Rotterdamsch Trustees Kantoor and Holland American Investment (respectively Trading) Corporations. This situation later allowed Heini to consequently deny the family`s German connections while they continued well into the 1980s to draw their profits from the country.

The Thyssens were very well connected on the highest political level. They hosted Adolf Hitler several times at their residences in Holland and Germany during the Weimar Republic and, amongst other contributions, made a loan of 350,000 Reichsmark through BVHS to finance the Brown House in Munich. After August’s death in 1926, and on the advice of Heinrich`s social and financial mentor Eduard von der Heydt, the Thyssens began to orientate themselves towards Switzerland. Heinrich started buying works of art to reinforce his „gentlemanly“ image but mainly, according to Heini, „as an investment and a way of moving money“. The 530 paintings he acquired between 1928 and 1938, though of questionable quality and provenance in many cases, and earning negative reviews when the first 428 were exhibited as „Schloss Rohoncz Collection“ in Munich in 1930, laid the foundation of the Thyssen-Bornemisza Collection now housed in Spain.

In 1926 and 1931, in the Swiss canton of Schwyz, Heinrich`s advisors created the Kaszony and Rohoncz Collection Family Foundations to hold and protect his inherited corporate assets and his art purchases respectively. Then, in 1932, he purchased 50,000 m² of Lake Lugano shoreline, comprising sub-tropical gardens and 12 buildings, a plot which had once been a whole quarter of noble villas, the most important being Villa Favorita. As Heinrich had bought the main residence complete with all furnishings in order to immerse himself in the style of the former princely owner, Leopold of Prussia, from 1936 to 1940 he had another building erected to house his art. But the exact logistics of the transfer of the paintings from their various points of purchase into Switzerland has remained shrouded in secrecy (its move out of Switzerland to Madrid half a century later was almost celebratory by comparison!).

In 1937, Heinrich’s Lugano lawyer Roberto van Aken, achieved a most favourable tax deal for his client with the Ticino authorities, as well as a Swiss foreigner’s passport, on the understanding that the collection be opened to the public. But while that same year his curator Rudolf Heinemann produced the first Lugano-based catalogue, the collection remained closed. Presumably neither side thought it wise to draw attention to the fact that this German tycoon was sheltering in Switzerland as his businesses supported Hitler’s genocidal war of aggression and exploited industrial slave labour – even though Helvetia profited from coal imports out of Heinrich’s Walsum mine through the Swiss Bank Corporation in Zurich. His German managers regularly visited him there, including the director of the August Thyssen Bank in Berlin, which organised funds for the world-wide German counter-espionage through Switzerland.

After 1945, this mutually beneficial Swiss safehaven arrangement guaranteed that Heinrich, who was initially named on the list of war criminals to be judged at the Nuremberg war crimes trials, entirely escaped allied retribution. He died at Villa Favorita in 1947, untouched by public controversy, though ravaged by his long-standing, advanced alcoholism. The public myth of the Thyssen-Bornemiszas’ untainted background could now fully develop.

His main heir Heini sorted out the vast inheritance and negotiated a new tax deal with the Swiss authorities by promising in 1948 to open the collection to the public. And so, Heini Thyssen, who had only ever possessed questionable Hungarian identity papers extended him by his step-father, Janos Wettstein, from the Hungarian embassies in The Hague and Berne, in 1950, after several attempts and with American assistance, gained full Swiss citizenship. Having become a founding member of the jet set and polished his image with the help of his British, third wife Fiona, in the early 1960s Heini turned to buying art to distance himself from the shadows of the family history. Through Eric Pfaff, an international trust lawyer, working out of offices in Luxembourg and the Isle of Man, he discovered Bermuda and had his first financial instruments created there, while many of his art purchases were made tax-efficiently through Liechtenstein-based instruments such as Art Council Establishment and Internationale Finanz- und Kunsthandel AG.

Then, in the mid-1970s, the first light breeze of change started wafting in as the Ticino authorities introduced more rigorous tax laws. But far from agreeing a compromise, Heini Thyssen responded by moving his official residence first to Monaco and later on to the United Kingdom. When he also threatened to close the gallery at Villa Favorita – by then one of the town’s and canton’s main tourist attractions – his Lugano lawyer, Dr Franco Masoni, managed to push through an extension of his client’s advantageous Swiss tax deal. Clearly it was in Heini’s power to pressurise the city fathers by inviting them to „consider the detrimental effect [this closure would have] on suppliers and employees“ and adding with sarcastic irony that he felt sure his „leaving the canton could be achieved without any publicity“…

Despite the continuous Swiss incubation of the fortune of Heini Thyssen-Bornemisza, who, in his 60s, by now had three ex-wives and four children, it was in Bermuda, under British law, that his advisors created, in 1983, two family trusts to protect his Thyssen Bornemisza Group (TBG) and his collection of paintings and artefacts from possible feuds over inheritance. The latter had by now trippled in size to over 1,500 works of art and its value was being promoted through auction houses, international travelling exhibitions and a lavish, Sotheby’s-promoted „catalogisation“ programme.

Shortly after his final marriage in 1985, in England, to the Spanish fire-cracker Carmen Cervera (who, it is thought, may already have enjoyed Swiss citizenship as a result of her 1960s marriage to Lex Barker), she too began, with Thyssen money, to buy art and, immediately, instruments, such as Nautilus Trustees Limited in the south-Pacific Cook Islands, were created for her use. It was not least at her instigation, in the early 1990s, that Heini Thyssen sold half his collection to Spain for 350 million dollars (plus a similar cost in housing and complex administration fees) and divided the net proceeds, as well as the other half of the collection between his heirs, through further, tax-free Bermudan sub-trusts. Now Carmen, with Heini’s help, could turn to creating and advertising her own Carmen Thyssen-Bornemisza Collection, thus spinning the money machine ad infinitum, while simultaneously creating a new, higher-quality personal image for herself.

Considering the depth of gratitude the Thyssens should have felt towards Switzerland for shielding them from revelations of Nazi collaboration and profiteering, this end to the Villa Favorita public gallery was more than ignominious. Heini topped his arrogant attitude by denying the generous offer that the Swiss had actually made him, in 1986, for keeping his collection in Lugano. His daughter Francesca continued to keep the gallery alive for a while with a few exhibitions, but some fifteen years ago it closed its doors for the last time. It is difficult to understand, apart from their greed, why the Thyssens did not have the grace to leave an endowment of a small „starter“ selection of paintings, plus the villa and grounds as a gift to the town. Considering the size of their fortune, they could easily have done so (and one day it might turn out that it would have been a wise thing to have done). But presumably, having achieved an advantageous tax deal in Spain, based on their collection, such a gift would have caused…….. a tax problem!? It was Carmen Thyssen-Bornemisza’s charming lawyer Jaime Rotondo, who in 2013 confirmed to the Spanish press outlet El Confidencial/(in collaboration with the Consorcio Internacional de Periodistas de Investigacion), in a somewhat questionable quote, that „the contracts of technical and cultural assistance she has signed with Spain [for the cession of over 700 paintings of her private collection to various museums means that Carmen Thyssen-Bornemisza can live in Spain all the time she wants without having to pay tax on her patrimony there]“.

In 2002, Heini Thyssen died and his widow Carmen inherited his 60 million dollar TBG dividend shortfall and a 132 million dollar share in his private estate, also several houses including the „Dynasty-que“ seat of Villa Favorita. When a year later she submitted to the Lugano building authorities a pre-project for the erection of four modern villas on its grounds, Swiss alarm bells started ringing. The Neue Zürcher Zeitung urged the authorities to „save this Swiss national cultural treasure“ and added that the Swiss Homeland Security Authority (Heimatschutz) had asked the communal, cantonal and federal authorities to act. Even a purchase by all three levels jointly was suggested. But while the paper went to great lengths to accuse officials of „stubborn desinterest“, it failed to mention the asking price, which was only revealed a decade later as being over 100 million Swiss Francs.

Then, in 2004, Swiss Info reported that cantonal levels were finally awakening from their „lethargy“ and negotiating with Tita Thyssen over Villa Favorita. The mayor of Lugano said that the lakeside area was placed under the protection of the Ticino cantonal commission of cultural assets and the Swiss federal commission for the protection of historical monuments and landscapes. Tita had renounced building on this area in return for a permit to build behind the gallery. Suddenly, town and canton were in a great hurry to achieve a deal. But still the canton did not wish to make any gifts to Tita, who, a decade ago, was said to have left the place „slamming the door with her collection under her arm“, while Pascal Couchepin, Swiss Minister of the Interior, was quoted as saying he doubted a sale to a private entity could be achieved. A wealthy Lugano municipal councillor then put one million Swiss Francs on the table to help the commune and canton enter negotiations.

While in 2010 it became known that Tita Thyssen had sold the last building plot of the grounds for 30 million Euros for the completion of eight Herzog & Meuron-designed luxury apartments by early 2015, negotiations for the sale of the main estate went quiet again. During that time, on the back-drop of a global financial crisis leaving her homeland Spain with a heavy debt burden and big (especially youth) unemployment rate, Tita adopted two surrogate children in California, her son Borja married and had four children and the two started mud-slinging very publicly over inheritance issues. In 2013, it was reported that a court judgment in Bermuda had revealed one of the trusts, which Borja has a 35% entitlement in, alone to be worth 1 billion Swiss Francs. But despite the crisis, the Spanish media at first still treated scenes such as CCTV pictures of Borja breaking into Tita`s office at La Moraleja, Madrid, to gain financial information, or Tita’s very public insistence on paternity testing for Borja’s children as fun entertainment. Later the mood began to change and the Spanish press slowly dropped its tolerant approach, particularly when Offshore-Leaks (via SonntagsZeitung, Spiegel Online, Huffington Post and others) publicised the extent of Carmen Thyssen’s art handling tax avoidance schemes and King Juan Carlos abdicated amidst allegations of widespread corruption amongst the Spanish elite. Suddenly her turning up for board meetings at the Madrid museum in her Rolls Royce Phantom (something her late husband would never have had the bad taste to have done) was said to „leave employees and visitors open-mouthed“.

By 2012, while the Swiss business magazine Bilanz was still ranking her as 7th richest woman in Switzerland, in Spain Tita was claiming on a somewhat theatrical level, via Vanitatis, to be going through her own liquidity crisis, which she said was caused by „800 million Euros worth [a non-binding valuation by Sotheby’s] of art loaned free of charge by myself to the state of Spain for 13 years“. She could hardly hide her frustration at the Spanish still not having bought her paintings from her, as they had once done with her husband’s collection. But with the precarious state of the monarchy adding to the economic crisis, she should perhaps have been grateful that they did not hand her collection back, for her to fund its maintenance, insurance, exhibition etc. Carmen Thyssen was left with no option but to sell a Constable (The Lock) – apparently through Omicron Collections Limited in the Cayman Islands –  allegedly for 20 million pounds sterling (doubling the purchase price of a suspiciously high 10 million pounds in 1990) and further humiliated in the summer of 2014 when the Spanish tax authorities carried out a very public raid on her yacht “Mata Mua” in Ibiza, while she was on board (as reported by El Mundo). In her immediate rage she threatened to leave Spain and move back to Villa Favorita with her two adopted girls in tow. Not the first time she had issued such a warning.

So the news in December 2014 that Tita Thyssen has sold Villa Favorita to the Italian cheese-making family Invernizzi, for 65 million Euros, was understandably picked up with huge interest by the Spanish media. The 28 days in which Heini`s children had the right to match the sale price and retain the villa in the family have elapsed, and the sale is now final. One presumes Tita will be paying a little parting gift of tax on this deal in Switzerland, regardless of which trust or foundation the ownership of the villa is held in, as she waves good-bye to the country and brings to a close 83 years of a colourful relationship between the Thyssen-Bornemisza family and Ticino. It will be interesting to see how the Swiss will treat their memory of this family now that they have no reason to remain diplomatic, and equally so to see how the Spanish will treat Carmen Thyssen as she can no longer threaten them with a „cultural exodus in reverse“. There is one thing that could be almost guaranteed: that the opportunity once open to Heini Thyssen to play off one country against another, in their eagerness to host his fortune, will not be inherited by his successors.

p.s.: At our time of going to press, the Spanish press outlet Economia Digital reveals that Carmen Thyssen has this week bought two properties, for herself and her son Borja, in Andorra, for a total of 10 million Euros and comments: “Tita Cervera has Swiss nationality and since her youth her fiscal residence has been there. But for the last 20 years she has been a habitual resident of the Principality of Andorra. Sources knowledgeable about the aristocrat`s movements have signalled to this paper that she would be finalising a change in her tributary situation according to the double taxation agreements which Andorra holds with different countries and that it will permit her to also transfer her fiscal residence to the country where she actually lives.”

With the “99%” of the population of Spain increasingly taking to the streets to complain about the austerity policies, one wonders how much longer these shenanigans of the residual “1%” will last.

" Crocodile Tears ". (Carmen Cervera aka Tita Thyssen-Bornemisza, photo: El Confidencial - Vanitatis, Spain)

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What have ThyssenKrupp’s historians been doing all this time?

Quite why ThyssenKrupp have waited so long to authorise their archivist and historian, Manfred Rasch, to bring out a book of letters between August Thyssen and his son Heinrich, seems somewhat of a mystery. The two men have, after all, been dead for 84 and 63 years respectively. But the professor appears to confirm my belief that this is part of the corporate and family response to my book, by including a rather bizarre statement amongst the credits, which runs thus (page 10):

People who are less interested in historically substantiated studies with traceable references and who would rather form their opinions based on sex-and-crime journalism might be entertained by Litchfield, David: The Thyssen Art Macabre, London 2006 (German edition: Die Thyssen-Dynastie, Die Wahrheit hinter dem Mythos, Oberhausen 2008).’

I feel such a statement says more about Rasch than it does about me, and I appreciate the publicity it has afforded my book, including the increase in visits to this website, particularly from the Ruhr district. However, a recent critical review awarded Rasch’s book on Amazon by a reader in Munich might have been unlikely to have imbued him with a similar spirit of generosity:

‘Unfortunately, the title of this book is somewhat misleading, as of the 214 letters only 4 are by Heinrich Thyssen’s hand. It also does not limit the scope of its contents to the years 1919-1926 but includes furthermore a considerable amount of historical material on the history of the Thyssen family and its industries which has been written by Professor Manfred Rasch who is listed as editor of the book. As Professor Rasch is also the head of the archives at ThyssenKrupp, it makes it difficult to accept the impartiality of his views. The style of the book is academic and thus requires an overwhelming interest in the subject matter, as much is being taken up with supportive material in the form of bibliography, sources, commentaries etc.

One also gets the impression that this book, despite its size and the obvious complexity of the research, was in fact created in some haste, as on far too many occasions it sidesteps various historical issues by announcing that scientific research is still ongoing. But what I find even more surprising is the way Prof. Rasch deals with other authors, some of whom have published considerable research about the subject, for instance the Briton David R L Litchfield (‘The Thyssen Art Macabre’, in German: ‘Die Thyssen-Dynastie’), whose description of the murder of 180 Hungarian slave labourers during a party organised at Rechnitz Castle by Margit Thyssen-Bornemisza caused a big stir a few years ago. Prof. Rasch suggests that his readers should view Litchfield’s book as mere entertainment: just an alarming error of judgement or a worrying example of professional jealousy?

This is particularly disturbing in the light of the anti-Semitism in the Thyssen family (see letters dated 9.9.1919, 21.7.1923 and 30.7.1923) which the book presents to the interested public. All in all, however, this is a fascinating read which contains much material of interest to both amateur and professional historians’.

One certainly gets the impression that the corporation may now be trying somewhat too hard to paper over the cracks in their historiography. You may no longer be able to see the cracks but you can certainly see where they have been, which only serves to draw attention to the papering.

I was also particularly interested in the impression that ThyssenKrupp is now giving of having archives that are open to the public. This was certainly not the case when we were researching our book. In fact quite the opposite. However, Rasch still seems determined to believe that, having been denied access to his archives, we chose to create our book without documentary evidence. This is of course totally and completely inaccurate and an opinion that appears to have been based on his wishful thinking.

Apart from the fact that our book is most certainly based on fully documented evidence, Rasch, who is obviously holding me responsible for the cracks in his professional credibility, would perhaps have been better advised not to talk of ‘entertainment’ in connection with a family that was responsible for the financing and use of slave labour, in particular (but not exclusively) in the context of the Rechnitz massacre (which Rasch chooses to ignore, apart from providing a link to an Austrian website).

To assist Manfred Rasch with future editions of his book, I include in this post excerpts of documents confirming the Thyssens’ war-time financing of their SS-occupied castle in Rechnitz, documents which I can only assume he overlooked in his haste to publish his book. They concern meetings of Heinrich and his son Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza (‘Heini’) with their managers Heinrich Lübke and Wilhelm Roelen on 22 August 1941 in Flims, on 9 November 1941 in Zurich and on 2 February 1944 in Davos and include details of the RM 400,000 loan from August Thyssen Bank Berlin to Rechnitz, yearly contributions of RM 30,000 for Margit Batthyany and RM 18,000 for the upkeep of the castle, as well as a notification that Thyssengas (then Thyssensche Gas- und Wasserwerke) was generally ‘looking after’ Rechnitz.

Scanned Document
Scanned Document-1
Scanned Document-2

(all excerpts of documents in this post are from the archives of David R L Litchfield and are to be reproduced with his permission only).

ThyssenKrupp's historian and archivist Prof. Manfred Rasch

Documents substantiating Thyssen funding of Rechnitz castle during the second World War (Archives of David R L Litchfield, not to be reproduced without permission)

Documents substantiating Thyssen funding of Rechnitz castle during the second World War (Archives of David R L Litchfield, not to be reproduced without permission)

Documents substantiating Thyssen funding of Rechnitz castle during the second World War (Archives of David R L Litchfield, not to be reproduced without permission)

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