December, 2014

Why I am angry with the Thyssens (by Caroline D Schmitz)

When I left Germany to live in England in 1992, my fatherland was only just beginning to get over the end of the Cold War, during which the Aufarbeitung of the Nazi era had been put on hold. In England, I got the amazing opportunity to work with David Litchfield on a biography of the Thyssen family which took us 14 years to complete and publish in England, Spain and Germany.

Now I am back in Germany and am delighted to see that a new wind is blowing as far as the renewed Aufarbeitung is concerned. But still it meets with opposition from those scrutinised. And yet, the time really is over-ripe for the descendants of those once in power to come clean and say „yes, what happened was terrible, and our families are admitting exactly what important role they played in it, and we are sorry“.

Instead, the Thyssen family in particular is still spending vast sums to produce sanitised versions of their history and this is particularly hurtful for me as a German whose family members were soldiers in Hitler`s war, who died or were maimed and never ever received any support whatsoever to cope with their horrific wartime experiences. This tragedy has had an overarching and enduring negative effect on German society. And this is why I am so angry with the way the Thyssens are behaving.

Heini Thyssen`s widow Carmen Cervera this year brought out his „memoirs“ in Spain, which is mostly theatrical nonsense but has a few unintended, highly interesting pieces of information, which we will present on this website in the new year. In particular, we will contrast her „effort“ with the other big Thyssen Whitewash Project that has seen the first fruits ripen in 2014.

As our manuscript was circulating in 2006, Heini`s son Georg Thyssen set up the „Thyssen Industrial History Foundation“ and later teamed up with the Fritz Thyssen Foundation and the ThyssenKrupp Archives under Manfred Rasch. They commissioned more than a dozen German academics under Margit Szöllösi-Janze, Günther Schulz and Hans Günter Hockerts to write a series of books on the Thyssens in the 20th century. So far, two volumes have appeared: „The United Steelworks under National Socialism“ by Alexander Donges and „Slave Labour at Thyssen“ by Thomas Urban. A third volume, “The Thyssens as Art Collectors” by Johannes Gramlich, is set to appear in March 2015 and some five more volumes thereafter.

Although these books do contain a number of admissions, the overall theme is still a denial of any wrong-doing on the side of the Thyssens. The smoke-and-mirror style convolutedness of the project`s mission statement can be seen from the summary of a conference held at the Berlin-Brandenburg Academy of Sciences in June 2014.

Based on our research and in the interest of historical truth, we will in the coming months and years on this website provide our readers with a detailed critical analysis of this Thyssen-financed „Aufarbeitung“.

Freiburg im Breisgau following a British bombing raid, November 1944

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Warum ich mich über die Thyssens ärgere (von Caroline D Schmitz)

Als ich 1992 Deutschland verließ und nach England zog hatte mein Vaterland gerade erst begonnen, den Kalten Krieg, während dessen die Aufarbeitung der Nazi Vergangenheit zum Erliegen kam, hinter sich zu lassen. In England hatte ich die unfassbare Gelegenheit mit David Litchfield an einer Biographie der Thyssen Familie zu arbeiten, für deren Vervollständigung und Publikation in England, Spanien und Deutschland wir 14 Jahre benötigten.

Jetzt bin ich zurück in Deutschland und freue mich zu sehen, dass ein neuer Wind in Sachen Aufarbeitung weht. Aber dem stehen die Hinterfragten teils immer noch mit erheblichem Widerstand entgegen. Dabei ist die Zeit nunmehr überreif für die Abkömmlinge derer, die damals in verantwortlichen Positionen waren, zu sagen „Ja, was passierte war schrecklich, und unsere Familien geben zu, was genau ihre Rolle dabei war und wir bekennen, dass es uns leid tut“.

Statt dessen geben speziell die Thyssens immer noch große Summen aus, um geklitterte Versionen ihrer Geschichte zu produzieren. Das ist besonders schmerzhaft für Leute wie mich, da meine Familienmitglieder Soldaten in Hitler`s Krieg waren, getötet wurden oder verletzt, und sie zu keinem Zeitpunkt auch nur die geringste Unterstützung erhielten, um mit ihren höchst traumatischen Kriegserlebnissen zu Rande zu kommen. Das ist eine Tragödie, die einen überwältigenden Langzeiteffekt auf die deutsche Gesellschaft hat. Und darum ärgere ich mich so über das Verhalten der Thyssens.

Heini Thyssen`s Witwe, Carmen Cervera, hat dieses Jahr in Spanien seine „Memoiren“ veröffentlicht. Das Meiste davon ist theatralischer Unfug, aber das Buch enthält auch einige, unbeabsichtigte interessante Informationen, die wir im neuen Jahr auf dieser Webseite vorstellen werden. Besonders konstrastieren werden wir dieses „Werk“ mit einem anderen, größeren Thyssen Weisswasch-Projekt, welches 2014 die ersten Früchte getragen hat.

Als unser Manuskript 2006 zirkulierte gründete Heini`s Sohn Georg Thyssen die „Stiftung zur Industriegeschichte Thyssen“ und schloss sich später mit der Fritz Thyssen Stiftung und dem ThyssenKrupp Archiv unter Manfred Rasch zusammen. Sie beauftragten über ein Dutzend Akademiker unter der Leitung von Margit Szöllösi-Janze, Günther Schulz und Hans Günter Hockerts, um eine Reihe von Büchern über „Die Thyssens im 20. Jahrhundert“ zu schreiben. Bisher sind zwei Bände veröffentlicht worden: „Die Vereinigte Stahlwerke AG im Nationalsozialismus“ von Alexander Donges und „Zwangsarbeit bei Thyssen“ von Thomas Urban. Ein dritter Band, “Die Thyssens als Kunstsammler” von Johannes Gramlich, soll im März 2015 erscheinen und danach mindestens fünf weitere Bände.

Obwohl diese Bücher in der Tat einige Eingeständnisse enthalten, so ist der überwiegende Tenor jedoch, dass eine direkte Verantwortung der Thyssens weiterhin nicht akzeptiert wird. Die verschleiernden Verschachtelungen der Missionsaussage können der Zusammenfassung einer Tagung entnommen werden, die zu diesem Projekt im Juni 2014 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften stattfand.

In den kommenden Monaten und Jahren werden wir, basierend auf unseren Forschungen und im Interesse der historischen Wahrheitsfindung, unseren Lesern auf dieser Webseite eine detaillierte, kritische Analyse dieser Thyssen-finanzierten „Aufarbeitung“ zur Verfügung stellen.

Freiburg im Breisgau nach einem britischen Bombenangriff, November 1944

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